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Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Erklärung

Die Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine häufige Erkrankung im Kleinkindalter. Nahezu jedes Kind erkrankt bis zu seinem 4. Lebensjahr einmal an einer Mittelohrentzündung. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Entzündung des Ohrabschnittes, der sich hinter dem Trommelfell befindet (=mittlerer Teil). Von hier aus besteht eine Verbindung zum Rachen, die sogenannte Ohrtrompete oder auch Eustachische Röhre. Sie ist normalerweise für die Belüftung des Ohres und auch für den Druckausgleich zwischen Außenwelt und Paukenhöhle verantwortlich. Bei Kindern ist diese Trompete noch sehr klein und relativ eng, wodurch es bei einem Anschwellen der Schleimhaut leicht zur Blockierung dieses Ganges kommen kann. Dann staut sich dort Sekret an und eine Entzündung kann entstehen.

Symptome

Anzeichen einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind können beispielsweise häufiges Ohrreiben, ständiges Berühren des Ohres, Angabe von Schmerzen vor allem bei Berührung im Bereich des Ohres und häufiges Weinen/Schreien sein. Auch unspezifische Krankheitssymptome können hinzu kommen. So sind zum Beispiel eine allgemeine Schwäche oder Unruhe, Erbrechen und Durchfall, Fieber und Schüttelfrost oder auch Appetitlosigkeit möglich. Sind die Kinder schon etwas älter (4 Jahre oder älter), können sie die Schmerzen oftmals genau lokalisieren und auch angeben, dass sie auf einer Seite schlechter hören. Außerdem ist hier die Entwicklung eines Fiebers seltener als bei jüngeren.

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Symptom Fieber bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Fieber ist ein mögliches Symptom bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) beim Kleinkind. Es muss nicht zwangsläufig auftreten, kommt aber häufig als Begleitsymptom vor. Als Fieber gilt eine Temperatur ab 38,5 °C aufwärts. Temperaturen zwischen 37,6-38,5 °C nennt man subfebril. Bei kleinen Kindern kann zunächst versucht werden, das Fieber mit Wadenwickeln in den Griff zu bekommen. Das Kind sollte außerdem viel trinken. Sinkt das Fieber nicht innerhalb einiger Stunden, sollte der behandelnde Kinderarzt aufgesucht werden. Er kann dann entscheiden ob eine medikamentöse Behandlung zur Fiebersenkung nötig ist und ob außerdem die Mittelohrentzündung einer medikamentösen Behandlung bedarf.

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Eiter aus dem Ohr bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Eiter entsteht im Rahmen einer Entzündung, meist als Reaktion auf den Kontakt mit bakteriellen Erregern. Oftmals steigen diese Erreger nach einer Infektion der Atemwege oder der Mandeln bis zum Ohr auf. Aufgrund der anatomischen Verhältnisse bei Kindern kommt es hier häufiger zu einer Entzündung des Mittelohrs. Das hat damit zu tun, dass der Abfluss aus dem Mittelohr (die Eustachische Röhre oder Ohrtrompete) oft relativ eng ist, es staut sich Sekret an und eine bakterielle Besiedelung wird begünstigt. Wenn sich Eiter im Mittelohr bildet, führt das zu einem vermehrten Druck aufs Trommelfell, die Schmerzen nehmen zu. Der Arzt kann bei einer Ohrspiegelung sehen, ob sich Eiter im Mittelohr, also hinter dem Trommelfell, befindet. In einigen Fällen kann der Druck den der Eiter aufs Trommelfell ausübt so groß sein, dass das Trommelfell reißt, man spricht von einer Trommelfellperforation. Klinisch lassen bei einer solchen Perforation die Ohrenschmerzen sehr plötzlich stark nach weil der Druck aufs Trommelfell nun weg ist. Der Eiter läuft dann als gelbliche Flüssigkeit aus dem Ohr.

Schmerzen bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Schmerzen sind das wohl typischste Symptom bei einer Mittelohrentzündung und wird den meisten Eltern nur allzu gut bekannt sein. Aufgrund der Entzündungsreaktion im Mittelohr und dem sich anstauenden Sekret, das Druck auf das Trommelfell ausübt, kommt es zu diesen Schmerzen. Die Kinder sind oftmals stark schmerzgeplagt und schreien viel. Der Kinderarzt kann leichte Schmerzmittel rezeptieren um die Beschwerden für die Dauer der Erkrankung erträglicher zu machen. Hier kommen beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen in Frage. Paracetamol gibt es als Zäpfchen oder Tabletten, Ibuprofen ist als Saft oder in Tablettenform erhältlich.

Das Kind hört schlecht bei einer Mittelohrentzündung

Eine Entzündung im Bereich des Mittelohrs führt zu einem Anschwellen der betroffenen Bereiche. Oftmals befindet sich Sekret im Ohr, das aufgrund der Schwellung nicht ausreichend abfließen kann. Die Entzündung und der Sekretstau führen häufig dazu, dass die Kinder auf dem betroffenen Ohr schlechter hören. Die Hörminderung verschwindet nach Abklingen der akuten Mittelohrentzündung in der Regel vollständig.

Therapie

Mittelohrentzündungen bei Kleinkindern müssen nicht zwangsläufig mit Antibiotika behandelt werden. Nur etwa die Hälfte der Mittelohrentzündungen wird durch Bakterien verursacht, die andere Hälfte durch Viren. Antibiotika helfen aber nicht gegen Viren und auch nicht jedes Bakterium kann durch jedes Antibiotika bekämpft werden. In der Regel bekommen die Kinder eine adäquate Fieber- und Schmerzbehandlung, z.B. mit Paracetamol oder Ibuprofen und bei Bedarf abschwellende Nasentropfen. Diese können Nasenatmung kurzfristig erleichtern, haben aber auf den eigentlichen Krankheitsverlauf vermutlich keinen Einfluss. Sie sollten auch nicht über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet werden.

Läuft eitriges Sekret aus dem Ohr oder sollten sich die Symptome nicht innerhalb von wenigen Tagen bessern, so kann aber trotz allem der Einsatz eines Antibiotikums notwendig werden. Oft wird Wärme von den Kindern als angenehm empfunden. Man kann diese z.B. durch eine Bestrahlung mit Rotlicht oder durch eine gewärmte Auflage zuführen. Sollte die Mittelohrentzündung über einen längeren Zeitraum anhalten, so gibt es die Möglichkeit, kleine Paukenröhrchen in das Trommelfell einzusetzen und so für eine adäquate Belüftung des Mittelohrs zu sorgen. Außerdem helfen sie beim Sekretabfluss, sodass der Druck im Mittelohr vermindert wird. Zudem können für eine chronische Mittelohrentzündung auch häufig sogenannte Polypen verantwortlich sein. Dies sind Wucherungen des Gewebes an der Gaumenmandel, die bei Atemwegsentzündungen anschwellen und so die Ohrtrompete blockieren, sodass das Sekret dann nicht mehr aus dem Ohr in den Rachenraum abfließen kann. Hier kann eine Operation hilfreich sein, bei der diese Polypen entfernt werden.

Hausmittel bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Hausmittel bei einer MittelohrentzündungAls bewährte Hausmittel zur Beschwerdelinderung bei einer Mittelohrentzündung gelten beispielsweise Zwiebel- und Kamillesäckchen.

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Hierbei werden gehackte Zwiebelstückchen oder Kamilleblüten in einen dünnen Stoffbeutel gegeben und mehrmals täglich für etwa eine halbe Stunde auf das schmerzende Ohr gelegt. Auch eine Rotlichtlampe die das betroffene Ohr etwas wärmt, tut vielen Kindern gut .Als Hausmittel bei hohem Fieber gelten Wadenwickel. Hierbei werden Handtücher ist Wasser das etwas kühler ist als die Körpertemperatur gegeben, ausgewrungen und dann um die Waden gewickelt. Die warm gewordenen Tücher können 2-3 Mal erneuert werden. Diese Mittel dienen der Symptomlinderung, ersetzen jedoch die ärztliche Behandlung nicht. Ein Kind mit Mittelohrentzündung sollte in jedem Fall dem behandelnden Kinderarzt vorgestellt werden.

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Ab wann braucht mein Kind Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung?

Früher wurden die meisten Mittelohrentzündungen mit Antibiotika behandelt. Heutzutage ist das etwas anders, in den verschiedenen Ländern wird die Antibiotika-Gabe bei Mittelohrentzündung jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Während in den USA fast alle Kinder mit einer Mittelohrentzündung antibiotische behandelt werden, ist es in Deutschland nur noch etwa 1/3. Der generelle Einsatz von Antibiotika ist hier nicht mehr üblich. Vor allem deshalb, weil Studien gezeigt haben, dass die Erkrankung spontan (also ohne Antibiotika) ähnlich rasch ausheilt wie unter Antibiotikagabe. In besonderen Fällen sollte jedoch frühzeitig mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. So zeigen Studien, dass die Gabe von Antibiotika beispielsweise bei Kindern unter 2 Jahren mit beidseitiger Mittelohrentzündung und hohem Fieber sowie bei Kindern in schlechtem Allgemeinzustand und Kindern die bereits früher Mittelohrentzündungen mit Komplikationen hatten, sinnvoll sein kann. In den meisten unkomplizierten Fällen heilt die Mittelohrentzündung jedoch auch ohne Antibiotikagabe innerhalb einiger Tage vollständig aus. Werden die Beschwerden nach 48 Stunden unter symptomatischen Maßnahmen wie Schmerzmitteln und Nasentropfen nicht besser, sollte jedoch eine antibiotische Therapie begonnen werden. Natürlich nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt.

Welches Antibiotikum ist am besten bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind?

Mittel der ersten Wahl bei der antibiotischen Behandlung einer Mittelohrentzündung bei Kindern ist Amoxicillin. Bei Kindern mit einer bekannten Penicillin-Allergie können alternativ sogenannte Makrolide wie Erythromycin eingesetzt werden. Es gibt heutzutage Erreger die eine Mittelohrentzündung auslösen können, aber resistent gegen Amoxicillin sind. Hier hilft beispielsweise eine Kombinationstherapie aus Amoxicillin und Clavulansäure. Die antibiotische Therapie sollte – nach Rücksprache mit dem Arzt – in der Regel über mindestens 5 Tage erfolgen.

Homöopathie bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Es gibt verschiedene homöopathische Mittel die zur Symptomlinderung bei einer Mittelohrentzündung beitragen sollen: Aconitum napellus (Blauer Eisenhut), Belladonna (Tollkirsche), Chamomilla (Kamille), Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat), Pulsatilla pratensis (Wiesenkuhschelle), Dulcamara (Bittersüß), Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber), Kalium bichronicum (Kaliumbichromat). Von Aconitum napellus, Belladonna, Chamomilla, Ferrum phosphoricum, Pulsatilla pratensis und Dulcamara können halbstündlich drei Globuli oder eine Tablette eingenommen werden. Hepar sulfuris und Kalium bichronicum sollte nicht öfter als drei Mal täglich eingenommen werden. Der Homöopath des Vertrauens sollte genauer befragt werden, welches der Mittel im Einzelfall am besten zum Einsatz kommen sollte. Eine homöopathische Behandlung ersetzt die ärztliche Konsultation in keinem Fall.

Dauer einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Eine akute Mittelohrenzündung heilt bei den meisten Kindern innerhalb von 7-14 Tagen vollständig aus. Dabei nehmen die Beschwerden in den allermeisten Fällen bereits nach 2-3 Tagen deutlich ab. Ist dies nicht der Fall, beginnt der behandelnde Kinderarzt in der Regel eine antibiotische Therapie.

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Ab wann darf mein Kind wieder Schwimmen nach einer Mittelohrentzündung?

Während einer akuten Mittelohrentzündung sollte das Kind nicht schwimmen gehen, da über das Wasser weitere Keime in das bereits entzündete Ohr gelangen können. Das Kind sollte erst wieder ins Wasser gehen, wenn die Symptome der Entzündung vollständig abgeklungen sind, also in der Regel nicht früher als nach ein bis zwei Wochen. Für den Einzelfall sollte der behandelnde Kinderarzt befragt werden, wann das Kind wieder gefahrlos schwimmen gehen darf.

Ist eine Mittelohrentzündung beim Kind ansteckend?

Nein, eine Mittelohrentzündung ist nicht ansteckend. Oftmals ist der Auslöser der Mittelohrentzündung allerdings eine Infektion der Atemwege. Diese ist ansteckend. Sie muss jedoch bei einem anderen Kind nicht automatisch auch zu einer Mittelohrentzündung führen. Ein Kind mit Mittelohrentzündung muss in der Regel aufgrund der Beschwerden einige Tage zu Hause bleiben. Eine Ansteckungsgefahr besteht allerdings nicht, sodass dies kein Grund für die Krankschreibung ist wenn es dem Kind sonst wieder gut geht.

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Folgen und Komplikationen

In den meisten Fällen bleibt das Trommelfell unbeschädigt und die Entzündung bildet sich wieder vollständig zurück. Es kann aber passieren, dass ein Erguss im Mittelohr zurückbleibt, der dem Kind dann ein dauerhaftes Druckgefühl beschert und in seltenen Fällen auch zu Hörminderungen und Ohrenschmerzen führen kann. Ist ein Kind häufig von einer Mittelohrentzündung betroffen, so kann es bei mehrfachem Einreißen des Trommelfells passieren, dass dieses vernarbt und steif wird. Hierdurch können ankommende Schallwellen nicht mehr komplett zum Innenohr geleitet werden und die Kinder hören in der Folge schlechter. Selten kommt es auch zu Komplikationen während einer Mittelohrentzündung. Sie sollten deshalb ihr Kind stets gut beobachten, auf mögliche Warnsignale achten und wenn nötig frühzeitig zum Arzt gehen.

Zum Einen kann es zu einer sogenannten Mastoiditis kommen. Dies ist eine bakterielle Infektion der luftgefüllten Hohlräume des Warzenfortsatzes im Schläfenbein des Schädels. Diese sind mit Schleimhaut ausgekleidet und können sich durch Druckschmerzen, Schwellungen und Rötungen im Bereich hinter dem Ohrläppchen, Fieber, Klopfen im Ohr oder auch Ohrausfluss bemerkbar machen. Die Mastoiditis muss mit Antibiotika behandelt werden, damit die Entzündung nicht auf den Knochen übergreift. Breiten sich die Krankheitserreger weiter aus, so kann es auch zu einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung kommen. Dies ist eine sehr schwere Krankheit, die lebensgefährlich sein kann und sofortiger Behandlung bedarf. Symptome einer Hirnhautentzündung sind unter anderem Fieber, Kopfschmerz, Übelkeit, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen und Lichtscheu.

Bei kleinen Kindern, die jünger als 2 Jahre sind, können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Sie können zum Beispiel eine allgemeine Schwäche haben und berührungsempfindlich sein, auch schrilles Schreien oder Wimmern kommt häufig vor. Des Weiteren können Kreislaufbeschwerden vorliegen, zum Beispiel eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz oder auch Luftnot. Das Kind sollte sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses gebracht werden, damit die Behandlung so schnell wie möglich beginnen kann und es zu keinen bleibenden Schäden kommt. Selten kann eine Mittelohrentzündung auch zu einer Schädigung des Innenohrs führen.

Eindringende Bakterien geben ihre Giftstoffe ab, die sich vom Mittelohr bis in das Innenohr ausbreiten und hier eine "toxische Labyrinthitis" verursachen. Hierbei werden die Sinneszellen des Innenohres geschädigt und die Patienten berichten über eine Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit sowie zu Ohrgeräuschen, Tinnitus. Teilweise können auch Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auftreten, da sich das Gleichgewichtsorgan im Innenohr befindet. Sollten Sie eines der genannten Symptome bei ihrem Kind feststellen, so besuchen sie frühzeitig ihren Arzt, damit eine chronische Schädigung verhindert werden kann.

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Komplikation: Trommelfell geplatzt bei einer Mittelohrentzündung beim Kleinkind

Die Trommelfellperforation, also das Einreißen des Trommelfells, ist keine Seltenheit bei einer Mittelohrentzündung. Das Sekret und der Eiter sammeln sich im Mittelohr an und stauen sich dort weil sie aufgrund einer Schleimhautschwellung nicht ausreichend über die Ohrtrompete abfließen können. Wenn der Druck durch diese Flüssigkeit im Mittelohr zu stark wird, kann es sein, dass das Trommelfell ihm nicht mehr standhält und einreißt. Hierdurch lässt der starke Ohrenschmerz plötzlich deutlich nach. Der Riss heilt in der Regel ohne Zutun von außen wieder ab. Es sollten jedoch Kontrollen des Trommelfells mittels Ohrspiegelung erfolgen um den Heilungsprozess beurteilen zu können. Übrigens wird bei Kindern mit sehr starken Schmerzen die auch auf Schmerzmittel nicht ausreichend ansprechen, teilweise sogar absichtlich ein kleines Loch ins Trommelfell geschnitten, damit das Sekret abfließen kann und somit die Schmerzen abnehmen. Man spricht hierbei von einer Parazentese.

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Kann mein Kind mit einer Mittelohrentzündung fliegen?

Theoretisch ja. Praktisch sollte eine Flugreise bei Mittelohrentzündung jedoch möglichst vermieden werden. Das Fliegen richtet bei einer reinen Mittelohrentzündung zwar keinen zusätzlichen Schaden im Ohr an. Durch den erhöhten Druck auf den Ohren können die Schmerzen bei einem Kind mit akuter Mittelohrentzündung jedoch noch deutlich an Intensität zunehmen. Selbst für Erwachsene kann eine Flugreise mit akuter Mittelohrentzündung sehr schmerzhaft sein. Ist ein Flug absolut nicht zu vermeiden, sollten kurz vorher abschwellende Nasentropfen und gegebenenfalls Schmerzmittel angewandt werden. Hierzu sollte der behandelnde Kinderarzt befragt werden. Auch sollte dieser vor Antritt der Flugreise unbedingt das Ohr mittels Ohrspiegelung untersuchen. Gibt es Hinweise auf Schäden im Trommelfell oder Mittelohr, kann eine Flugreise kontraindiziert sein.

Diagnose

Bei oben genannten Symptomen sollten die Eltern einen Arzt aufsuchen. Dieser wird sie zu dem aktuellen Beschwerdebild und der Vorgeschichte ihres Kindes ausführlich befragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der vor allem das Ohr gründlich untersucht wird und ggf. das Messen der Körpertemperatur. Bei der Ohruntersuchung schaut sich der Arzt das Trommelfell mit einem Otoskop an. Dies ist ein Instrument, das mit einer Lupe und einer kleinen Lampe ausgestattet ist, und das es möglich macht, den Gehörgang genau zu inspizieren. Außerdem wird in weiteren Schritten die Hörfähigkeit überprüft und untersucht, ob das Trommelfell frei beweglich ist.

Zusätzlich zu den von den Eltern beschriebenen Symptomen gibt es noch weitere diagnostische Hinweise auf eine Entzündung des Mittelohres beim Kleinkind. Hierzu zählen ein gerötetes Trommelfell sowie ein nach außen gewölbtes, unbewegliches und nicht transparentes Trommelfell, was auf eine Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell hindeutet. Reißt das Trommelfell aufgrund zu hohen Druckes ein, so kann es zu einem Sekretaustritt kommen. Es läuft dann eine gelbliche, eitrige, teils auch blutige Flüssigkeit (durch den Riss im Trommelfell) aus dem Ohr und die Beschwerden des Kindes lassen schlagartig nach.

Ursachen

Oftmals treten Mittelohrentzündungen bei Kleinkindern in Begleitung mit einer Infektion, z.B. einem grippalen Infekt, einer Grippe oder einer Halsentzündung auf. Dabei gelangen Viren in den Rachenbereich und es kommt zu einem Anschwellen der Schleimhäute, auch im Gebiet der Ohrtrompete. Hierdurch wird ein Sekretstau im Ohr verursacht und die kleinen Krankheitserreger können sich bis in das Ohr vorarbeiten, sich dort ansiedeln und vermehren. Aus dieser Situation entsteht dann in der Folge eine Entzündung des Mittelohrs und das Kind verspürt oben genannte Symptome. Wie bereits erwähnt, können auch die Polypen für die Entstehung mit verantwortlich sein, außerdem begünstigen allergische Reaktionen oder auch Entzündungen der Nasennebenhöhlen die Entstehung einer Mittelohrentzündung.

Weitere Risikofaktoren sind außerdem das Benutzen eines Schnullers, das Besuchen von Kitas oder ähnlichen Betreuungsangeboten und das passive Einatmen von Tabakrauch, was den größten Risikofaktor darstellt, da es das Immunsystem von Kindern schwächt und so Infektionen der Atemwege begünstigt. Schützende Wirkung hat die Ernährung mit Muttermilch statt Milch aus der Flasche.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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