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Ansteckungsgefahr einer Mittelohrentzündung

Allgemeines

Bei der akuten Mittelohrentzündung handelt es sich um eine Erkrankung, die sowohl durch virale, als auch durch bakterielle Erreger verursacht werden kann. Die ursächlichen Erreger sind dabei weniger direkt gegen das Mittelohr gerichtet, sondern verursachen vielmehr eine umfangreiche Infektion, welche letzten Endes entzündliche Prozesse innerhalb des Mittelohres hervorruft.

Wie lange ist eine Mittelohrentzündung ansteckend?

Eine Mittelohrentzündung selbst ist nicht ansteckend. Jedoch die vorausgegangene Erkältung oder Grippe.

Die Ansteckungsgefahr kann von ein paar Tagen bis über eine Woche andauern, in manchen Fällen sogar noch länger.

Der Nasen- und Rachenraum ist über die Ohrtrompete mit der Paukenhöhle des Mittelohrs verbunden. Normalerweise sorgt das respiratorische Flimmerepithel im Inneren der Ohrtrompete dafür, dass dessen sogenannten Zilien sich in Richtung Rachen bewegen. Mit diesem Zilienschlag werden normalerweise auch ansteckende Keime von der Paukenhöhle ferngehalten. Wenn dieser Schutzmechanismus versagt, können Keime einer Infektion in das Mittelohr gelangen und eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Die Dauer der Ansteckungsgefahr der zu Grunde liegenden Infektion der Mittelohrentzündung ist abhängig von verschiedenen Faktoren.

Eine unkomplizierte Mittelohrentzündung dauert meist eine Woche.
Solange die Keime vorhanden sind, ist eine Ansteckungsgefahr gegeben. Sind die Keime durch das körpereigene Immunsystem oder durch Antibiotika abgetötet worden, ist die Ansteckungsgefahr vorbei, auch wenn der Körper noch regenerieren muss.

Wie ansteckend ist eine Mittelohrentzündung für Schwangere?

Nicht die Mittelohrentzündung, sondern die verursachende Infektion ist für Schwangere ansteckend.

Meist handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion, die durch Luft oder Hautkontakt übertragen werden kann.

Da in manchen Fällen das Immunsystem von Schwangeren geschwächt ist, kann die Ansteckungsgefahr mit der zu Grunde liegenden Infektion größer sein. Da in einer Schwangerschaft möglichst auf Medikamente verzichtet werden sollte, kann eine Infektion im Nasen- und Rachenbereich länger anhalten.
Dies birgt zusätzlich bei einer Schwangeren die Gefahr einer Keimverschleppung ins Mittelohr und somit die Gefahr einer Mittelohrentzündung. Daher sollten möglichst ansteckende Situationen gemieden werden und das Immunsystem sollte gestärkt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Infektionen in der Schwangerschaft

Wie ansteckend ist eine Mittelohrentzündung fürs Baby?

Nicht die Mittelohrentzündung selbst, aber die zugrunde liegende Erkrankung ist für Babys und Kleinkinder ansteckender als für Kinder oder Erwachsene.

Da der Körper eines Babys erst sein Immunsystem aufbauen muss, sind Babys nur sehr gering vor Keimen geschützt.

Insbesondere gegen Keime, die über die Luft oder über Hautkontakt übertragen werden, kann das Immunsystem des Babys sich kaum wehren.

Außerdem ist die Ohrtrompete, die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr, bei Babys noch sehr kurz, so dass Keime schnell ins Mittelohr gelangen können. Etwa zwei von drei Kindern erkranken in den ersten 3 Lebensjahren mindestens einmal, oft häufiger, an einer Mittelohrentzündung.

Ein Baby, dass eine Mittelohrentzündung hat, schreit sehr oft, ist unruhig und wirft den Kopf von der einen zur anderen Seite, sowie dass es sich häufig an die Ohren fasst. Um ein Baby vor Infektionen und Mittelohrentzündungen zu schützen, sollten dementsprechend Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Es sollten Kontakte mit Personen, die erkältet sind, eine Grippe oder andere Infektionen haben, unbedingt gemieden werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Mittelohrentzündung beim Baby

Ist eine Mittelohrentzündung durch Küssen ansteckend?

Die Keime der zugrunde liegenden Infektion können über Küssen übertragen werden.

Allerdings ist die Ansteckungsgefahr beim Küssen geringer als beispielsweise beim Händeschütteln.

Das liegt daran, dass im Mund im Vergleich weniger Krankheitserreger vorhanden sind, sowie dass diese Keime dann durch das Herunterschlucken in den Magen gelangen.
Im Magen angekommen, treffen sie auf die Magensäure. Dies überleben die Krankheitserreger eines Infekts, der beispielsweise eine Mittelohrentzündung ausgelöst hat, meistens nicht.

Ist eine Mittelohrentzündung ansteckend, wenn man ein Antibiotikum einnimmt?

Die Ansteckungsgefahr der zu Grunde liegenden Infektion einer Mittelohrentzündung ist nicht direkt nach der Einnahme von einem Antibiotikum aufgehoben.

Je nach Erkrankung ist die Ansteckungsgefahr nach Einnahme des Antibiotikums nach dem 2.-3. Tag vorüber.

In der Regel hat das Antibiotikum nach 48 Stunden die Bakterien abgetötet.

Die Ansteckungsgefahr bei einem Erkrankten mit Mittelohrentzündung ist dann vorüber, aber der Betroffene ist dann noch nicht gesund. Daher wird dringend geraten, auch bei reduzierter oder ausgeschlossener Ansteckungsgefahr seinem Körper die notwendige Regenerationszeit zu ermöglich.

Es wird geraten, sich bei einer Mittelohrentzündung, auch wenn sie nicht mehr ansteckend ist, sich weiter zu schonen, bis der Betroffene wieder wirklich gesund ist. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr davon abhängig, wie der Betroffene auf das Antibiotikum reagiert.
Daher kann die Ansteckungsgefahr im gewissen Rahmen individuell sein. Bei sehr immungeschwächten Personen kann die Ansteckungsgefahr gegebenenfalls auch länger anhalten.

Was kann man selbst tun, um eine Ansteckung zu verhindern?

Um sich selbst nicht anzustecken, sollte man möglichst Situationen, in denen Keime in der Luft fliegen, minimieren.

Wenn das nicht möglich ist, sollte wenn möglich drauf geachtet werden, dass keine Klimaanlagen die Keime in der Luft verteilen und Räume mit vielen Menschen, sollten häufig gelüftet werden.

Auch Heizungsluft erhöht die Keimausbreitung, indem sie die Schleimhäute austrocknet. Trockene Schleimhäute sind anfälliger für Krankheitserreger.

Daher sollte generell darauf geachtet werden, die Schleimhäute feucht zu halten, indem auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet wird und wenn möglich auf eine Luftbefeuchtung.

Bei Kontakt mit für Keime anfälligen Oberflächen oder Hautkontakt mit fremden Händen, sollten die Hände desinfiziert oder gründlich gewaschen werden.

Es wird kontrovers diskutiert, was effektiver ist. Bei Kontakt mit Menschen, sollte ein Abstand von etwa 2 Metern eingehalten werden. Forscher fanden heraus, dass ein Nieser 12 Meter weit fliegen kann. Allerdings ist dieser Abstand in manchen Situationen schwer einzuhalten.
Außerdem sollte das allgemeine Immunsystem durch angemessene Zufuhr von Vitaminen und Nährstoffen und Bewegung (bestenfalls in der Natur) gestärkt werden. Um eine Ansteckung anderer zu verhindern, sollte man möglichst seine Keime bei sich behalten. Nach Möglichkeit sollte man als selbst „Infizierter“ engen Kontakt zu anderen, Händeschütteln und ähnliches vermeiden.

Wenn man niesen muss, wird empfohlen, eher in die Armbeuge als in die Hand zu niesen, da über die Hände die Keime direkt oder indirekt (beispielsweise über Türklinken) weitergegeben werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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