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Darmkrebs im Endstadium

Einleitung

Der Darmkrebs stellt heutzutage eine der häufigsten Krebserkrankungen des erwachsenen Menschen dar. In der Fachsprache spricht man vom „kolorektalen Karzinom“. Der Fachbegriff beinhaltet bereits die beiden Lokalisationen des Krebses im Dickdarm oder dem Enddarm. In der Regel lässt sich ein Darmkrebs gut mithilfe von Operationen und gegebenenfalls Chemotherapien behandeln und in vielen Fällen heilen.

Der wichtigste Einfluss auf die Prognose und Lebenserwartung des Betroffenen sind jedoch die Früherkennung und das Stadium der Erkrankung. Diese stellt einen Indikator dafür da, wie groß der Krebs gewachsen ist und wie breit er sich bereits abseits des Darmes im restlichen Körper verteilt hat. Diese Absiedlungen der Krebszellen, auch „Metastasen“ genannt, sind der größte Faktor für die Lebenserwartung. Das Endstadium einer Darmkrebserkrankung ist dadurch definiert, dass bereits solche Metastasen in anderen Bereichen und Organen des Körpers vorliegen. Auch im Endstadium, dem Stadium 4 der Darmkrebserkrankung, können noch Therapien mit dem Ziel einer Heilung angestrebt werden, die Prognose der Erkrankung sinkt durch das Vorliegen der Metastasen jedoch stark ab.

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Symptome des Endstadiums

Ein Darmkrebs verursacht in vielen Fällen keine Symptome bis ins hohe Stadium der Erkrankung. Dies stellt einen Risikofaktor dar, da frühzeitige Therapien und hohe Heilungschancen dadurch oft verwehrt bleiben. Potentielle Symptome können dabei vom ursprünglichen Tumor im Darm ausgehen oder von seinen Absiedlungen in bestimmten Organe. Oft lassen sich Stuhlunregelmäßigkeiten, Verstopfungen, Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang, sowie diffuse Bauchschmerzen feststellen. Enorm große Tumoren können sogar einen Darmverschluss verursachen, eine gefährliche Komplikation, die mit starken krampfartigen Bauchschmerzen einhergeht. Abseits des Darmtumors können in seltenen Fällen kleine Absiedlungen in der Leber zu Oberbauchschmerzen oder einer Gelbfärbung der Haut führen. In weit fortgeschrittenen Fällen sind auch Einschränkungen der Lungenfunktion, Knochenschmerzen und die sogenannte „B-Symptomatik“ typisch. Letztere umfasst Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Gewichtsverlust und nächtliches Schwitzen als allgemeine körperliche Reaktionen auf den Darmkrebs.

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So ist der Verlauf von Darmkrebs im Endstadium

Ein Darmkrebs entwickelt sich oft langsam und über Jahre hinweg. Schon viele Jahre zuvor können bereits langsam wachsende Vorstufen entstehen, die sich nicht immer zu einem Krebs entwickeln. Erste Auffälligkeiten können Polypen in der Darmwand darstellen, die etwa im Rahmen einer Darmspiegelung frühzeitig erkannt, entfernt und untersucht werden können. Aus diesen kleinen Wucherungen können Zellen mutieren, die langfristig ein bösartiges Karzinom bilden. Dieses kann langsam wachsen und aus der Darmschleimhaut in die weiteren Darmwandschichten einwachsen. Dabei treten oft erst spät Symptome auf, wenn der Krebs bereits so groß ist, dass die Verdauung und Nahrungspassage im Darminneren bereits blockiert sind. Durch das Wachstum in die äußeren Schichten der Darmwand können erste Zellen in die Lymph- und Blutzirkulation gelangen. In diesem Stadium wird die Therapie bereits stark erschwert, da nicht sichtbare, kleine Absiedlungen bereits überall im Körper entstehen können. Erst durch die Diagnose sichtbarer Absiedlungen in Organe fern des Darms, ist laut Definition das Endstadium erreicht. Unbehandelt können in der Folge sämtliche Organe von den Krebszellen befallen werden. Der genaue Verlauf lässt sich nicht vorhersagen, jedoch bilden sich bei einem Darmkrebs insbesondere in der Leber und der Lunge oft die ersten Metastasen.

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Das kann man tun, um die Symptome zu lindern

Wird ein Darmkrebs im Endstadium diagnostiziert, muss zunächst anhand der individuellen Krankheitssituation entschieden werden, ob eine Therapie mit Aussicht auf Heilung oder eine palliative Therapie durchgeführt wird. Letztere hat zum Ziel, die Symptome zu lindern, wenn eine Heilung nicht mehr realistisch ist. Auch bei einer palliativen Therapie kann eine Chemotherapie erfolgen. Sie verkleinert die Tumoren und kann die Symptome und Schmerzen lindern, sowie die Überlebenszeit verlängern. Weiterhin stehen zur Linderung der Schmerzen zahlreiche Schmerzmedikamente zur Verfügung von leichten Medikamenten aus der Gruppe der NSAR, bis zu starken Opioiden. Ein prominentes Beispiel für letztere stellt der Wirkstoff „Fentanyl“ dar. Der Einsatz weiterer lindernder symptomatischer Medikamente muss an die aktuellen Symptome angepasst werden. Neben der medikamentösen Therapie sollten in einem fortgeschrittenen Stadium auch weitere Verfahren und eine psychologische Betreuung zum Einsatz kommen.

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So ist die Lebenserwartung

Die Lebenserwartung einer Krebserkrankung wird angegeben als Anzahl der Überlebenden 5 Jahre nach der Diagnosestellung. Im Stadium 4, dem sogenannten Endstadium, liegt diese bei etwa 5%. Hierbei sind sämtliche Darmkrebserkrankungen integriert, die in diesem Stadium diagnostiziert wurden. Im individuellen Fall zeigt sich, dass die Lebenserwartung sehr unterschiedlich ausfallen kann. Auch im Stadium 4 kann bei einem Darmkrebs mitunter noch eine Heilung angestrebt werden oder durch Chemotherapien das Fortschreiten des Krebses stark herausgezögert werden.

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Das sind die Komplikationen

Komplikationen sind bei einem Darmkrebs eher selten. Durch das veränderte und stetig wachsende Gewebe kann es jedoch sowohl im Darm, als auch an sonstigen Organen zu Beeinträchtigungen der Organfunktionen kommen. Die wichtigste Komplikation am Darm ist der Darmverschluss, der durch großes Wachstum im Inneren des Darms auftreten kann. Auch das Übergreifen auf Nachbarorgane kann mitunter ungewöhnliche und gefährliche Symptome verursachen. Dies können etwa Schmerzen an der Blase oder der Vagina sein oder das Abdrücken wichtiger Blutgefäße der Bauchorgane. Durch Metastasen der Leber kann es ebenfalls zu Bauchschmerzen und einer Gelbsucht mit Gelbfärbungen der Haut kommen. In späten Stadien sind viele weitere organbezogene Komplikationen denkbar. Abhängig davon, ob Metastasen in Organen wie der Lunge, den Knochen oder dem Gehirn auftreten, kann es zu den verschiedensten Komplikationen kommen.

Darmverschluss

Der Darmverschluss stellt eine verhältnismäßig häufige Komplikation im Rahmen einer Darmkrebserkrankung dar. Durch übermäßiges Wachstum im Inneren des Darms kann durch Blockaden des Stuhls die Verdauung massiv gestört werden. In der Folge treten krampfartige Bauchschmerzen sowie eine erhebliche Abwehrspannung der gesamten Bauchmuskulatur auf, gepaart mit Erbrechen, Verstopfungen oder Blähungen. Durch längeres Bestehen des Darmverschlusses können die betroffenen Teile des Darms absterben und gefährliche Entzündungen verursachen. Reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus, muss der Darmverschluss notfallmäßig operiert werden.

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Ist eine Heilung im Endstadium theoretisch möglich?

Die Heilungschancen des Darmkrebses in allen Stadien sind vergleichsweise gut. Bei früher Behandlung bestehen gute Therapiemöglichkeiten und hohe Heilungschancen. Sogar im sogenannten Endstadium, wenn bereits Metastasen in anderen Organen vorliegen, kann mitunter noch eine Heilung des Darmkrebses erreicht werden. Voraussetzung dafür ist, dass lediglich Krebsgeschwüre im Darm und in der Leber vorliegen und diese operativ gut entfernt werden können. Eine Heilung kann nur dann erreicht werden, wenn sich in einer Operation sämtliche sichtbaren Krebsanteile entfernen lassen. Eine anschließende Chemotherapie soll dazu beitragen, auch unbemerkte Absiedlungen und übriggebliebene Krebszellen im Körper zu beseitigen. Bei inoperablen Lebermetastasen oder Absiedlungen in andere Organe wie die Lunge oder die Knochen, kann nicht mehr von einer Heilung ausgegangen werden.

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Künstliche Ernährung

Die künstliche Ernährung kann unter Umständen im Verlauf der Darmkrebserkrankung oder durch bestimmte Behandlungen notwendig werden. Dabei werden wichtige Nährstoffe über die Vene direkt in den Blutkreislauf gegeben, wodurch der Darm vollständig umgangen und entlastet wird. Zum Beispiel nach großen Darmoperationen wird die künstliche Ernährung vorübergehend notwendig, bis die Operationswunden ausreichend abgeheilt sind. Im Rahmen der Erkrankung kann es auch zu rapiden Gewichtsverlusten und Appetitverlust kommen, die vorübergehend durch künstliche Ernährung behandelt werden, um dem Körper die notwendige Energie zu liefern.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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