Darmkrebs

Synonyme

  • Darmtumor
  • Dickdarmkarzinom
  • Dickdarmtumor
  • Kolonkarzinom
  • Adenokarzinom des Dickdarms
  • Mastdarmkrebs
  • Sigmakarzinom
  • Rektum-Ca

Englisch: colon cancer

Medizinisch: Kolorektales Karzinom

Hinweis

Alle hier gegebenen Informationen sind nur allgemeiner Natur, eine Tumortherapie gehört immer in die Hand eines erfahrenen Onkologen (Tumorspezialisten)!!!

Definition

Diese häufig vorkommende Krebsart betrifft ca. 6% der Bevölkerung und stellt sowohl bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebsart dar. Das Dickdarmkarzinom ist ein bösartig entartetes, unkontrolliert wachsendes Geschwulst, das von den Zellen der Dickdarmschleimhaut hervorgeht.
Als Ursachen für Dickdarmkrebs werden vor allem Ernährungsgewohnheiten diskutiert. Der Darmkrebs verursacht in den meisten Fällen erst spät Beschwerden, welche eher unspezifisch imponieren.
Da der Tumor im Vergleich zu anderen Krebsarten langsam wächst, gibt er dem Betroffenen genug Zeit, um ihn mittels guter Vorsorge diagnostizieren und so frühzeitig bekämpfen zu können.

Epidemiologie

Der Häufigkeitsgipfel des Darmkrebs liegt jenseits des 50. Lebensjahres, wobei Männer etwas häufiger erkranken als Frauen (ca. 60:40). In Deutschland erkranken ca. 49 von 100.000 Menschen pro Jahr und das Risiko zu erkranken steigt mit dem Alter stetig an.
6% der Bevölkerung ist vom Dickdarmkarzinom betroffen und ca. 2,5-3% der Bevölkerung versterben an dieser Krebserkrankung.


Symptome

Wie zahlreiche andere Krebsarten ist auch der Darmkrebs relativ lange stumm. Dieses lange Ausbleiben von Symptomen macht viele Krebsarten so gefährlich, da sie in frühen Stadien oftmals gut behandelt werden könnten, aber erst in späteren Stadien zu Symptomen führen und auffällig werden.

Zu Symptomen, die auf einen Darmkrebs hinweisen könnten, zählt unter anderem die Veränderung von Stuhlgewohnheiten. Dies kann sich beispielsweise als plötzlich häufig auftretende Verstopfungen (Obstipation) oder Durchfälle (Diarrhoe) oder den Wechsel aus beidem zeigen.

Ein weiteres mögliches Symptom ist die Beimischung von Blut zum Stuhl. Weiterhin können eine zunehmende Leistungsminderung, körperliche Schwäche, Gewichtsverlust und – meist erst in späten Stadien – Schmerzen ein Hinweis auf das Vorliegen von Darmkrebs sein. Keines der genannten Symptome ist allerdings spezifisch für Darmkrebs. Es gibt keine zuverlässigen Frühsymptome, dies macht die frühzeitige Diagnose ohne den Einsatz einer Darmspiegelung so schwierig.

Lesen Sie mehr zum Thema: Symptome bei Darmkrebs

Anzeichen

Für Darmkrebs gibt es – wie für viele andere Krebsarten auch – keine Frühsymptome. Gerade das macht sie oftmals so gefährlich. Denn gerade in frühen Stadien sind die meisten Krebsarten relativ gut behandelbar.

Was sie so tückisch macht ist vor allem, dass sie oftmals so spät auffallen, dass bereits ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt, das zwar ebenfalls behandelt werden kann, jedoch eine schlechtere Prognose aufweist.

Spezifische Zeichen, die einen Darmkrebs erkennen lassen, gibt es also nicht. Es gibt lediglich Symptome, die als Hinweis auf einen Darmkrebs gewertet werden können. Hierzu zählt beispielsweise die Beimischung von Blut zum Stuhl.

Weiterhin können veränderte Stuhlgewohnheiten ein Hinweis sein. Beispielsweise als plötzlich auftretende häufige Verstopfungen (Obstipationen) oder Durchfälle (Diarrhoen) oder ein Wechsel aus beidem. Ein weiteres Symptom, das grundsätzlich Hinweiszeichen auf das Vorliegen eines Tumors sein kann, ist eine zunehmende Leistungsminderung sowie ein ungewollter Gewichtsverlust.

Lesen Sie mehr zum Thema: Wie erkennt man Darmkrebs?

Schmerzen bei Darmkrebs

Schmerzen sind kein Frühsymptom bei Darmkrebs und auch kein für Darmkrebs spezifisches Symptom. Bei Vorliegen eines Kolonkarzinoms kann es zu Schmerzen im Bereich des Bauches kommen, diese treten jedoch meist erst in späteren Tumorstadien auf.

Weitere mögliche Symptome sind Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten wie plötzlich häufige Verstopfungen (Obstipation) oder Durchfälle (Diarrhoe) oder ein Wechsel aus beidem sowie Leistungsminderung und Gewichtsverlust. Keines dieser Symptome ist jedoch spezifisch für Darmkrebs, des weiteren kommen sie alle oftmals erst in fortgeschrittenem Tumorstadium vor.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen bei Darmkrebs und Schmerzen im Enddarm

Diagnose

Grundsätzlich ist die Basis einer jeden klinischen Diagnostik das Gespräch mit dem Patienten (Anamnese), in dem zahlreiche Dinge in Erfahrung gebracht werden. Je nach vorliegenden Beschwerden variieren die Fragen.
Bei Verdacht auf Darmkrebs könnte der Arzt zum Beispiel nach folgendem fragen:

  • Stuhlveränderungen
  • Blutbeimengungen zum Stuhl
  • Schmerzen
  • Leistungsminderung und Müdigkeit
  • ungewolltem Gewichtsverlust
  • Verwandten mit Darmkrebs
  • dem Vorliegen von Risikofaktoren wie Rauchen und einseitiger Ernährung und Vorerkrankungen

Des Weiteren würde eine Blutentnahme zur Kontrolle der Laborwerte erfolgen. Darmkrebs zeigt bei den gängigen Laborparametern keine spezifischen Veränderungen, es kann aber zum Beispiel zu einer Blutarmut (Anämie) im Rahmen der Erkrankung kommen.
Als nächstes folgt die essenzielle digital-rektale Untersuchung, der Arzt führt also seinen Finger in den Analkanal um hier mögliche Auffälligkeiten zu tasten. Etwa 10% aller Karzinome des Darms und Rektums sind so tastbar, daher ist diese Untersuchung unerlässlich auch wenn sie für den Patienten in der Regel nicht ganz angenehm ist.
Der nächste Untersuchungsschritt ist in der Regel die Darmspiegelung (Koloskopie) bei der der gesamte Dickdarm mittels eines rektal eingeführten Schlauches mit Kamera observiert wird und auf tumoröse Veränderungen untersucht werden kann. Die Untersuchung findet in der Regel in Kurznarkose statt.
Da Darmkrebs sich fast immer aus so genannten Adenomen (Schleimhautgeschwulst) entwickelt und das Risiko für eine Adenomentwicklung insbesondere ab dem 50. Lebensjahr deutlich steigt, übernimmt die Krankenkasse ab 55 Jahren die Kosten für zwei Kontrollkoloskopien im Abstand von 10 Jahren bei denen nach solchen Adenomen gesucht wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kosten einer Darmspiegelung

Wird ein Adenom gefunden, so wird dieses während der Darmspiegelung mittels einer kleinen Schlinge abgetragen und im Anschluss histologisch untersucht um feststellen zu können, ob es sich hierbei bereits um ein Vorstadium oder gar einen manifesten Darmkrebs handelt und falls dies der Fall ist, ob bei der Abtragung alle verdächtigen Anteile entfernt werden konnten. Stellt sich in der Darmspiegelung heraus, dass ein Karzinom (häufigste Form des Darmkrebses) vorliegt, so schließen sich weitere Untersuchungen an. Hierzu zählen Ultraschall (Sonografie) und Computertomographie (CT) des Oberbauchs und ein Röntgenbild des Brustkorbs (Thorax) um Metastasen feststellen oder ausschließen zu können. Weiterhin werden sogenannte Tumormarker im Blut bestimmt. Sie dienen insbesondere dazu, nach einer Therapie den Behandlungsverlauf beurteilen zu können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Darmkrebs erkennen

Tumorarten und ihre Verteilung im Dickdarm

90% der Dickdarmkarzinome gehen von den Drüsen der Dickschleimhaut hervor. Man nennt sie dann Adenokarzinome.
In 5-10% der Fälle bilden die Tumore besonders viel Schleim, so dass man sie dann schleimbildende (muzinöse) Adenokarzinome nennt.
In 1% der Fälle wird ein so genanntes Siegelringkarzinom diagnostiziert, welches im Mikroskop durch eine Schleimansammlung in der Zelle, wie ein Siegelring aussieht und deshalb diesen Namen trägt. Die Lokalisation der Karzinome (bösartiger Krebs) ist je nach Häufigkeit so aufgeteilt:

  • 60% im Mastdarm ("Rektum"; Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Rektumkarzinom)
  • 20% im Sigma (Dickdarmabschnitt im linken Unterbauch)
  • 10% im Zäkum (Caecum; sackartiger Anfangsteil des Dickdarms)
  • 10% im übrigen Dickdarm (Colon).

Risikofaktoren und Ursachen

Das Risiko an Darmkrebs (Dickdarmkarzinom) zu erkranken steigt mit dem Alter stetig an. Besonders ab dem 50. Lebensjahr zeigt sich eine Zunahme der Erkrankungsrate.

Kolorektale Adenome sind gutartige Schleimhautwucherungen (Polypen), welche ab einer gewissen Größe (> 1cm) die Tendenz zur Krebsentstehung (Entartung) haben.
Es gibt verschiedene feingewebliche (histologische) Unterscheidungsformen der Polypen:
Das tubuläre Adenom hat das niedrigste Risiko und das villöse Adenom das größte Risiko zur Entartung. Das gemischt tubullo-villöse Adenom trägt ein mittleres Risiko zu einem bösartigen Krebs (Karzinom) zu entarten.

Entstehung und Entwicklung des Dickdarmkrebs:

Gesunder Dickarm

Blick aus der Sicht bei einer Darmspiegelung

  1. Darmlumen / Darmöffnung
  2. Darmschleimhaut
  3. Haustren = kleine “normale” Einsackungen im Bereich des Dickdarms

Dickdarmpolyp

Blick aus der Sicht bei einer Darmspiegelung

  1. Dickdarmpolyp
    Dickdarmpolypen können die Vorstufe von Darmkrebs darstellen.

Dickdarmkrebs

Blick aus der Sicht bei einer Darmspiegelung

  1. Darmkrebs
    Der Darmkrebs reicht in die Darmröhre hinein und droht sie vollständig zu verschließen

Für die Entstehung der Tumore werden auch zunehmend Ernährungsgewohnheiten verantwortlich gemacht. Fette und fleischreiche Nahrung, insbesondere der Verzehr von rotem Fleisch (Schwein, Rind etc.) stellt einen Risikofaktor dar.

Lesen Sie nach wie man sich im Falle einer Erkrankung am besten ernähren sollte: Ernährung bei Krebs

Man vermutet, dass die faserarme Kost zu einer längeren Darmpassage führt und so verschiedene krebserregende Stoffe aus der Nahrung durch die längere Kontaktzeit eine größere schädliche Wirkung auf die Schleimhaut haben.
Der Verzehr von Fisch hingegen reduziert das Krebsrisiko. Übermäßige Kalorienzufuhr, Übergewicht und Bewegungsmangel werden genauso wie Nikotin- und Alkoholkonsum zu den Krebs begünstigenden Faktoren gezählt.

Nach einer langjährigen Colitis ulcerosa (chronisch entzündliche Darmerkrankung) steigt durch die stetige Entzündung der Darmschleimhaut das Risiko an einem Dickdarmkrebs zu erkranken um das 5-fache.
Bei der anderen chronischen entzündlichen Darmerkrankung, dem Morbus Crohn, ist das Risiko an einem Darmkrebs zu erkranken nur geringfügig erhöht.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter: Morbus Crohn

Im seltenen Fällen kann ein Dickdarmkrebs vererbt sein. Bei der familiären Polyposis coli (FAP) kommt es durch den Verlust eines Gens zu hunderten bis tausenden von Polypen im Dickdarm, die im Verlauf sehr häufig entarten.
Ca. 1 % der Dickdarmkrebse sind durch die FAP verursacht. Bei dieser genetischen Erkrankung kann es schon in jungen Jahren zu einem Dickdarmkrebs kommen, sodass, je nach Befund, schon in sehr jungen Jahren eine prophylaktische totale Dickdarmentfernung (Kolektomie) empfohlen wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Dickdarmkrebs und Dickdarmkrebs Prognose

Das hereditäre non-polypöse kolorectale Karzinom (HNPCC) ist nicht nur für das entstehen vom Dickdarmkarzinom ursächlich, sondern auch von anderen Tumoren wie Eierstockkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs. Bei dieser Erkrankung kann es bereits vor dem 45. Lebensjahr zum Darmkrebs kommen, die nicht aus Polypen entstehen. Diese Karzinome sind für ca. 5-10% vom Dickdarmkrebs verantwortlich.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter:

Bei vererbten Dickdarmkarzinomen sollte bei Verwandten der Betroffenen eine genetische Beratung eingeleitet werden und eine intensive Krebsvorsorge stattfinden.

Einige andere seltene Syndrome gehen auch mit dem erhöhten Risiko für Darmkrebs einher, wie das

  • Gardner-Syndrom
  • Peutz-Jeghers-Syndrom, Turcot-Syndrom und
  • die juvenile familiäre Polyposis.

Tumorausbreitung (Metastasierung)

Man kann verschiedene Formen der Metastasierung beschreiben:

  • Tumorausbreitung über die Lymphbahn (Lymphogene Metastasierung)
    Die Lymphgefäße drainieren die Lymphflüssigkeit (Zwischenzellflüssigkeit) aus allen Stellen unseres Körpers und somit auch aus einem Darmkrebs.
    Wenn der Tumor durch sein Wachstum Anschluss an ein Lymphgefäß erhält, kann es passieren, dass sich einige Tumorzellen vom Tumorzellverband lösen und mit dem Lymphstrom mitgerissen werden.
    Im Verlauf eines Lymphgefäßes liegen zahlreiche Lymphknoten. In ihnen ist der Sitz der Immunabwehr, welche die Aufgabe hat Keime (Bakterien) abzufangen und zu bekämpfen. Die Tumorzellen setzen sich in den nächstgelegenen Lymphknoten fest und vermehren sich erneut.
    So entsteht eine Lymphknotenmetastase. Beim Dickdarmkrebs kommt es insbesondere zum Befall von Lymphknoten, die im Verlauf einer den Darm versorgenden Arterie liegen, so dass es sich empfiehlt bei der Operation die blutversorgenden Gefäße samt der Lymphknoten zu entfernen.
  • Tumorausbreitung über die Blutbahn (Hämatogene Metastasierung)
    Wenn der Tumor durch sein Wachstum Anschluss an ein Blutgefäß bekommt, können sich auch hier Zellen losreißen und über den Blutkreislauf im ganzen Körper verstreut werden.
    Als erste Station fließt das Blut durch die Leber (Lebermetastasen), wo sich die Karzinomzellen ansiedeln können und Tochtergeschwüre (Fernmetastasen) bilden können. Tiefsitzende Rektumkarzinome haben auch Anschluss an Gefäße, die unter Umgehung der Leber, durch die untere Hohlvene (Vena cava) zum Herzen führen.
    Das nächste Organ in welchem sich Tumorzellen festsetzen können und Fernmetastasen bilden können ist dann die Lunge (Lungenmetastasen). Im weiteren Verlauf der Krankheit können sich wiederum auch aus den Lebermetastasen Zellen loslösen und weiter in die Lunge streuen.
  • Tumorausbreitung durch lokales Wachstum (Per continuitatem)
    Der Tumor kann auf seinem Ausbreitungsweg in andere benachbarte Organe einwachsen. Zum Beispiel kann insbesondere das Rektumkarzinom in:

    hineinwachsen (infiltrieren).

Metastasen

Beinahe jeder Tumor kann über die Blut- und Lymphbahn in andere Regionen streuen. Dies führt dazu, dass sich Tumorzellen an einen Ort entfernt vom Sitz des eigentlichen Tumors absiedeln. Diesen Prozess bezeichnet man als Metastasierung.

Auch Darmkrebs kann auf verschiedene Art und Weise streuen. Er kann über die Lymphbahnen in verschiedene Lymphknotenregionen metastasieren oder über die Blutbahn zu Tumorzellabsiedlungen vor allem in der Leber und in der Lunge führen.

Deshalb ist bei der Stellung der Diagnose Darmkrebs immer ein Röntgenbild des Thorax zur Detektion etwaiger Lungenmetastasen und ein Ultraschall oder auch eine Computertomographie des Oberbauchs zur Detektion etwaiger Lebermetastasen durchzuführen. Je nachdem ob es sich um einzelne (isolierte) Metastase oder zahlreiche (multiple) Metastasen handelt, kann eine Entfernung angestrebt werden oder es kommt nur eine palliative (nicht heilungsorientierte sondern vor allem symptomlindernde) Therapie zum Einsatz.

Stadieneinteilung

Durch die Diagnostik (siehe Diagnose und Therapie vom Darmkrebs) wird das Tumorstadium festgelegt, welches entscheidend ist bei der weiteren Therapieplanung.
Eine exakte Beurteilung des Tumorstadiums gelingt jedoch oft erst nach der Operation, wenn man den Tumor herausoperiert und das Operationspräparat (Resektat) und die Lymphknoten mittels Mikroskop (histologisch) untersucht hat.

  • Stadium 0:
    Hierbei handelt sich um ein so genanntes Carcinoma in situ, bei welchem nur die oberste Schleimhautschicht (Mucosa) Krebszellveränderungen aufweisen.
  • Stadium I:
    Bei diesem Stadium befällt der Tumor auch die zweite Schleimhautschicht (Tela submucosa) Ia und die Muskelschicht (Tunica muscularis) Ib.
  • Stadium II:
    Der Tumor hat die letzte Darmwandschicht erreicht (Subserosa). Es sind keine Lymphknoten betroffen.
  • Stadium III:
    Hierbei haben die Krebszellen die Lymphknoten infiltriert.
  • Stadium IV:
    In anderen Körperregionen haben sich Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet.

Prognose

Die Prognose von Darmkrebs hängt stark vom Tumorstadium ab. Im Stadium I (nach UICC) beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate etwa 95%, im Stadium II bis 90%, im Stadium III bis 65% und im Stadium IV etwa 5%.

Therapie

Das Kolonkarzinom wird in Stadien eingeteilt. Die Therapie hängt dann davon ab, welchem Stadium der Tumor angehört.

Die Therapie eines Kolonkarzinoms umfasst nahezu immer eine chirurgische Entfernung des Tumors oder zumindest des größtmöglichen Anteils. Je nach Lage des Tumors werden hier zahlreiche verschiedene Resektionsarten (Arten, den Tumor zu entfernen) unterschieden. Man unterscheidet unter anderem eine Resektion des linken, rechten, oder mittleren Anteil des Dickdarms sowie eine Entfernung des Sigmas.
Tumoren die sich im Bereich des Rektums befinden können kontinenzerhaltend oder nicht-kontinenzerhaltend entfernt werden. Dies hängt von ihrer Lage zum analen Schließmuskel (Sphinkter) ab.

Je nach Art der Resektion unterscheiden sich auch die sich anschließenden Rekonstruktionsverfahren. Bei einer Entfernung des linken, rechten oder mittleren Dickdarm-Anteils werden in der Regel der Teile des Darms vor und nach der Resektion miteinander verbunden (Anastomose). Bei Resektionen im Bereich des Rektums sind die Rekonstruktionen teilweise komplizierter. Zusätzlich zu dem betroffenen Darmabschnitt werden auch die zugehörigen Lymphknoten entfernt, da der Tumor hier gestreut haben kann.

Je nach Tumorstadium kommen zusätzlich Chemotherapie und Bestrahlung (Radiotherapie) vor und / oder nach der chirurgischen Resektion zum Einsatz. Auch bei Darmkrebs der primär nicht mehr als kurativ behandelbar eingestuft wird (bei dem also eine Heilung nicht zu erwarten ist) kann eine Entfernung von Tumoranteilen sinnvoll sein, unter anderem um die Darmpassage der Nahrung möglichst weiterhin zu ermöglichen und auch um Beschwerden wie Schmerzen zu mindern. Auch kommen in der palliativen Therapie (also einer Therapie die aufgrund des Tumorstadiums nicht eine Heilung sondern vor allem eine Symptomlinderung zum Ziel hat) Chemotherapie und neuere Therapieverfahren wie eine Antikörper-Therapie zum Einsatz.

Die Nachsorge nach der Behandlung eines Kolonkarzinoms muss – gerade zu Beginn – in engmaschigen Abständen erfolgen da ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) zu etwa 70% in den ersten beiden Jahren nach der Resektion vorkommt. Zu den Nachuntersuchungen zählen Ultraschall der Leber, Darmspiegelung, Röntgen-Thorax und Labor zur Bestimmung der Tumormarker. Die Tumormarker fallen nach einer erfolgreichen Resektion in der Regel deutlich ab, ein markanter Wiederanstieg kann also Hinweis auf ein Rezidiv sein.

Darmkrebsvorsorge

Die Krankenkassen übernehmen für Männer und Frauen ab dem 55. Lebensjahr zwei Vorsorgekoloskopien im Abstand von 10 Jahren. In Anbetracht der Tatsache, dass die Inzidenz (das Vorkommen) von Darmkrebs bereits ab 50 Jahren deutlich steigt, ist eine Vorsorgedarmspiegelung mit erst 55 Jahren kritisch zu betrachten.

Bei der Vorsorgedarmspiegelung wird der gesamte Dickdarm mittels eine Schlauches an dem eine Kamera befestigt ist, observiert. Hierzu wird der Schlauch von rektal eingeführt. Der Patient muss am Tag vorher mehrere Liter einer Abführlösung getrunken haben damit der Darm möglichst leer, gereinigt und gut einsehbar ist.
Während der Untersuchung ist der Patient in der Regel sediert, es kommt eine Kurznarkose zum Einsatz. Werden auffällige Vorwölbungen der Schleimhaut (Adenome) gefunden, so werden diese in der Regel gleich während der Untersuchung mittels einer kleinen Schlinge abgetragen. Sie werden anschließen histologisch aufgearbeitet um festzustellen, ob es sich um einer Vorform oder eine bereits manifeste Form von Darmkrebs handelt und ob das Adenom mit ausreichendem Abstand abgetragen wurde sodass sich kein krankhaftes Gewebe mehr im betroffenen Darmabschnitt befindet.

War die Vorsorgekoloskopie unauffällig, so kann nach 10 Jahren eine weitere in Anspruch genommen werden. Wurde ein Adenom abgetragen, so hängt die Dauer bis zu nächsten Spiegelung davon ab, ob das Adenom mit ausreichend Sicherheitsabstand reseziert werden konnte. Die nächste Darmspiegelung schließt sich dann bereits nach 3 Monaten (vollständige Resektion allen krankhaften Gewebes nicht sicher) oder 3 Jahren (vollständige Resektion des Andenoms) an.

Lesen Sie mehr zum Thema: Darmkrebsvorsorge

Weitergehende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.02.2018
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