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Einschulungstest

Definition

Der Einschulungstest, manchmal auch Einschulungsuntersuchung (ESU) oder Schuleingangsuntersuchung (SEU, S1),  ist ein verpflichtender Test durch das Gesundheitsamt für alle Kinder, welche im kommenden Jahr eingeschult werden sollen. Dieser betrifft also Kinder um das 6. Lebensjahr.
Ziel ist es, herauszufinden, ob ein Kind bereits schulfähig ist, bzw. ob es gezielte Förderung oder weitergehende Hilfe benötigt.
Der Test ist nicht identisch mit der letzten U-Untersuchung (U9), welche nach Möglichkeit bereits stattgefunden haben sollte. Hierzu überprüft der Test spielerisch den sozialen, kognitiven und motorischen Entwicklungsstand und das Hör- und Sehvermögen (Screening).
In manchen Fällen und je nach Bundesland gehört dazu auch eine allgemeine schulärztliche Untersuchung, zu der die Überprüfung der allgemeinen körperlichen Verfassung, des Impfstatus, sowie das Abklären von Befunden aus früheren Untersuchungen gehören können.

Ablauf des Einschulungstests

Da das deutsche Bildungswesen von den jeweiligen Bundesländern reguliert wird, unterscheiden sich die Stichtage, Bestandteile und der genaue Ablauf des Tests von Bundesland zu Bundesland. Auf Grund von unterschiedlichen Kapazitäten und Ausstattung können sich Details im Ablauf auch zwischen Landkreisen oder sogar Städten unterscheiden.
In Baden-Württemberg z.B. ist der Test zweigeteilt: bereits im vorletzten Kindergartenjahr wird der erste Test zur Erkennung von Förderbedarf durchgeführt, während wenige Monate vor der Einschulung häufig nur die gesundheitliche Verfassung untersucht wird.

Mancherorts wird mit den Vorschulkindern im Nachhinein nochmals eine Probestunde an der Schule abgehalten.

In der Regel erfolgt eine Einladung in schriftlicher Form an alle Eltern schulpflichtiger Kinder. Hierzu übermitteln sowohl die Gemeinden, als auch die Kindergärten dem Gesundheitsamt die hierzu benötigten Daten. Der Test wird an den Kindergärten, in den Schulen oder manchmal auch direkt im Gesundheitsamt entweder durch speziell geschulte Erzieher oder medizinische Assistenten des Gesundheitsamtes durchgeführt. Gelegentlich werden Teile des Tests auch von Logopäden oder Psychologen durchgeführt.
Zum Test sollte der Impfpass und das gelbe Vorsorgeheft mitgenommen werden.

Häufig erhalten die Eltern mit der Einladung einen Fragebogen, der meistens auf freiwilliger Basis von den Eltern ausgefüllt werden kann. Ob Eltern bei dem Test anwesend sein dürfen oder sollen wird unterschiedlich gehandhabt.

Haben Sie weiteres Interesse an diesem Thema? Lesen Sie dann unseren nächsten Artikel unter: Was sollte mein Kind bis zur Einschulung können?

Welche Aufgaben werden im Test gestellt?

Die Aufgaben des Tests prüfen kein Wissen ab und sind so ausgelegt, dass sie für ein schulfähiges Kind im entsprechenden Alter auch ohne Vorbereitung lösbar sein sollten.
Rechnen, Lesen und Schreiben wird in der Regel nicht verlangt. Dies sind schließlich Fähigkeiten, die das Kind in der Schule beigebracht bekommt. Manchmal wird versucht, den Test in eine Art Spiel zu verpacken um das Kind in einer entspannten und stressfreien Atmosphäre erleben zu können.

Um die Entwicklung der Grobmotorik abzuklären, wird das Kind häufig gebeten, auf einer Linie vorwärts und rückwärts zu gehen oder auf einem Bein zu stehen und zu hüpfen. Die Feinmotorik wird häufig auch in Zusammenhang mit der kognitiven und sprachlichen Entwicklung überprüft. 
Mögliche Aufgaben sind:

  • Farben und einfache Formen (Dreieck, Viereck) benennen oder nachzeichnen 
  • Wörter korrekt nachsprechen (häufig auch lustige Nonsens-Wörter) 
  • falsch oder unvollständig ausgesprochene Wörter verbessern (z.B. Ele-ant) 
  • Silben klatschen 
  • die Mehrzahl von Wörtern bilden 
  • Gegenstände auf Bildern oder Unterschiede auf zwei Bildern erkennen
  • ein Bild nach Vorlage oder frei anfertigen 
  • eine Bildergeschichte nacherzählen
  • bis 10 oder soweit wie möglich zählen
  • Mengen erkennen 
  • eine Geschichte aus dem Alltag erzählen 
  • den eigenen Geburtstag oder die Adresse nennen
  • kleinere mehrstufige Aufforderungen befolgen

Daneben wird auch auf Eigenschaften wie Kontaktfreudigkeit, Lerneifer und emotionale Stabilität geachtet.

Gelegentlich werden Kinder auch aufgefordert ihren eigenen Namen zu schreiben oder alle Buchstaben des Alphabets zu schreiben, die sie bereits kennen. Dies sind in der Regel jedoch freiwillige Zusätze, die nicht in die Bewertung einfließen.

Die Sehschärfe kann sowohl über den LEA-Test, bei dem Kind immer kleiner werdende einfache Motive gezeigt werden, als auch über den E-Haken-Test, bei dem bei dem das Kind bei immer kleiner werdender und zufällig rotierender  Abbildung sagen muss auf welcher Seite das E offen ist.
Auch das Farbensehen wird mittels Ishihara-Tafeln getestet.
Das Gehör kann über den Pilotentest getestet werden. Hier muss das Kinde nach immer leiser werdenden Anweisungen auf entsprechende Symbole zeigen. Eine weitere Möglichkeit ist die Messung über Tympanometrie, ein Verfahren bei dem die Beweglichkeit und daraus folgende Reflexionsfähigkeit des Trommelfells gemessen wird.

Wie lange dauert der Test?

Auch die Dauer des Testes kann stark variieren, er sollte aber im Normalfall nicht länger als eine Stunde dauern.

Welche Konsequenz haben die Ergebnisse?

Die Ergebnisse des Einschulungstests sind immer nur eine Momentaufnahme und können beispielsweise durch Nervosität oder auch allgemeine Lustlosigkeit des jeweiligen Kindes verfälscht werden.
Ziel ist es dabei, möglichst viele derjenigen Kinder zu finden, die weitergehenden Förderbedarf haben. Dabei werden auch immer einige Kinder auffällig, die eigentlich auf einem normalen Entwicklungsstand sind. Daher schließt sich an ein auffälliges Ergebnis immer eine weiterführende Diagnostik an.

Gerade bei Kindern, die noch nicht zwingend zur Schule müssen, es aber bereits dürfen, sogenannte Kann-Kinder, besteht gelegentlich Uneinigkeit über den Termin der Einschulung zwischen Eltern, Gesundheitsamt und Schulleitung.
Lässt sich gar keine Einigung finden, so liegt die letzte Entscheidung schließlich bei der Schulleitung.

Lesen Sie hierzu auch: Lernprobleme

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.04.2019
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