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Bouchard-Arthrose

Was ist eine Bouchard-Arthrose

Die Bouchard-Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der vorderen Fingergelenke, auch als proximale Interphalangealgelenke (PIP) bezeichnet. Sie tritt in der Regel durch langjährigen Verschleiß der Gelenke aufgrund von Fehlbelastung auf und ist somit vor allem bei älteren Menschen häufiger. Eine Arthrose bezeichnet einen durch Verschleiß bedingte, nicht-entzündliche Veränderung des Gelenkknorpels, was sich mit der Zeit in Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar macht. Von ihr abzugrenzen ist die Heberden-Arthrose, die die hinteren Fingergelenke betrifft.

Behandlung / Therapie

Bei der Behandlung einer Bouchard-Arthrose steht die Vorbeugung eines Fortschreitens der Erkrankung sowie die akute Behandlung der Schmerzen im Vordergrund. Dabei sollte eine komplette Schmerz- und Bewegungsfreiheit erzielt werden. Ein wichtiger Teil der Behandlung liegt in einer aktiven Bewegungstherapie. Dies kann sowohl vom Patienten selbst ausgeführt werden als auch zusammen mit einem Physiotherapeuten. Zudem sind Kräftigungsübungen der Fingermuskulatur empfehlenswert, zum Beispiel mit Hilfe eines Softballes. Auch Übungen im Wasser können hilfreich sein.

Bei einem akuten Schub der Arthrose kann die Anwendung von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR), zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac, helfen. Bei weiteren starken Schmerzen setzen manche Ärzte auf Injektionstherapien in die Fingergelenke, zum Beispiel mittels Hyaluronsäure. Dies ist eine natürlich vorkommende Substanz der Gelenkflüssigkeit.
Sollten nach intensiver konservativer Therapie keine Besserung erzielt werden können, kann in seltenen Fällen eine operative Behandlung weiterhelfen.

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Homöopathie

Homöopathie bei einer Bouchard-Arthrose kann helfen die Beschwerden zu lindern. Bei der Wahl des richtigen Mittels sollten Sie vorher Kontakt zu einem Experten aufnehmen, da es abhängig ist vom Grad der Arthrose und weiteren Erkrankungen. Eine Auswahl von homöopathischen Mitteln ist zum Beispiel: Rhus toxicodendron, Caulophyllum, Teufelskralle oder Causticum.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Homöopathie bei Arthrose

Operation

In seltenen Fällen kann eine operative Behandlung hilfreich sein um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Eine Methode könnte zum Beispiel die Abtragung von zerstörtem Knorpel am Fingergelenk sein, beispielsweise in Form einer Synovektomie oder Denervation. Man spricht auch von einer Radiosynoviorthese.
Sollten die Beschwerden trotzdem bestehen bleiben, kann eine Gelenkversteifung durchgeführt werden, eine sogenannte Arthrodese. Dabei wird mittels Platten oder Schrauben das Fingergelenk versteift, sodass es nicht mehr bewegt werden können. Dies hat den Vorteil einer kompletten Schmerzlinderung, jedoch kann der Finger in diesem Gelenk nicht mehr gebeugt werden.
Wichtig ist zu erwähnen, dass eine operative Behandlung keineswegs eine Heilung der Erkrankung erzielen kann, allenfalls eine Linderung der Beschwerden und Verhinderung eines Fortschreitens.

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Kann Ernährung die Bouchard-Arthrose beeinflussen?

Eine gute Ernährung ist sehr wichtig, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor bei der Vorbeugung einer Arthrose. Da die Arthrose häufig bei Übergewichtigen auftritt, bei denen das hohe Gewicht zu einer Fehlbelastung in den Gelenken führt, ist eine Gewichtsreduzierung sehr wichtig.
Aber auch bei bestehender Arthrose kann die richtige Ernährung dazu beitragen ein Fortschreiten zu verhindern und Schmerzen zu reduzieren. Wichtig sind besonders Mittel, die sich positiv auf die Knochen- und Knorpelsubstanz auswirken. Dies sind vor allem Vitamine und Mineralstoffe. Empfohlene Lebensmittel sind Paprika, Kiwi, Zitrone, Obst und pflanzliche Öle.

Wichtig ist auch auf Lebensmittel zu verzichten, die die Gelenke und den Knorpel schädigen. Dies sind zum Beispiel Fleisch, Eier, Käse, Butter. Allerdings sollte nicht auf alles verzichtet werden, wichtig ist ein ausgewogener Ernährungsplan, der am besten mit Hilfe eines Ernährungsexperten erstellt werden sollte.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ernährung bei Arthrose

Verlauf der Bouchard-Arthrose

Die Bouchard-Arthrose verläuft in unterschiedlichen Phasen. Von den Beschwerden her beginnt es oft mit leichten Schmerzen, die bei Bewegung und im Tagesverlauf zunehmen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Bewegungseinschränkungen und zu Verformungen an den Fingern. Oft zeigen sich in höheren Stadien große Knoten an den Gelenken.

Im Röntgen unterscheidet generell zwischen 4 Stadien. Im Anfangsstadium müssen noch keine Beschwerden sehen, im Röntgenbild zeigen sich jedoch schon Veränderung im Gelenkspalt und Ergüsse. Oft ist es ein Zufallsbefund. Im zweiten Stadium kommt es zu einer Verschmälerung des Gelenkspalts, da der Knorpel immer weiter abgebaut wird. Zudem kann es zum Auftreten von Zysten kommen. Bei gravierenderen Ausprägungen spricht man vom Stadium 3. Ist der Knorpel im Gelenk komplett zerstört ist das Stadium 4 erreicht.

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Ursachen

Die Bouchard-Arthrose tritt hauptsächlich durch Verschleiß aufgrund von langjähriger Fehl- und Überbelastung auf. Sie ist vor allem bei älteren Patienten eine häufige Erkrankung. Bei jungen Menschen tritt sie eher selten auf, eine genetische Komponente wird jedoch diskutiert. Eine Arthrose in den Fingergelenken kann auch durch vorherige Verletzungen, wie zum Beispiel verheilte Knochenbrüche, Entzündungen im Bereich der Gelenke (Synovialitis) oder Arthrosen anderer Gelenke, auftreten.
Häufig tritt eine Arthrose nicht allein an einem Gelenk auf, der Großteil der Patienten leidet an mehreren Gelenken, auch an Fuß oder Hüfte, an degenerativen Verschleißerscheinungen. Ab fünf betroffenen Gelenken spricht man von einer Polyarthrose. Bei Frauen spielt die hormonelle Umstellung nach der Menopause ebenfalls eine wichtige Rolle, weshalb auch häufiger Frauen betroffen sind.

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Warum tritt das so häufig mit einer Heberden-Arthrose auf?

Die Heberden-Arthrose ist ähnlich wie die Bouchard-Arthrose eine degenerative Verschleißerkrankung der Fingergelenke, jedoch betrifft diese die hinteren Gelenke (distale Interphalangealgelenke, DIP). Warum diese beiden Arthrosearten häufig zusammen auftreten ist klinisch nicht geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass durch die gleichzeitige Bewegung der hinteren und vorderen Fingergelenke beide in selben Maße beansprucht werden und verschleißen. Eine alleinige Bewegung der hinteren Fingergelenke ist relativ selten.

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Wie kann man eine Heberden-Arthrose von Rheuma unterscheiden?

Im Gegensatz zur Arthrose betrifft Rheuma nicht nur das Gelenk, sondern auch das umliegende Gewebe. Man spricht auch von einer rheumatoiden Arthritis. Diese ist häufig gekennzeichnet durch eine starke Entzündung, demnach treten vermehrt entzündungsspezifische Beschwerden, wie zum Beispiel Wärme, Rötung und Schwellung auf, die bei einer Arthrose weniger auftreten. Oft sind nicht nur die Gelenke betroffen, sondern auch die Sehnen, Bänder und Gelenkkapsel. Eine gute Unterscheidung, ob Rheuma oder Arthrose vorliegt, kann mit Hilfe der Lokalisation der Beschwerden erfolgen. Während die Bouchard-Arthrose nur die vorderen und die Heberden-Arthrose die hinteren Fingergelenke befällt, betrifft die rheumatoide Arthritis vor allem die Gelenke des Handgelenks und die Fingergrundgelenke.

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An diesen Symptomen erkennen Sie eine Bouchard-Arthrose

Das typische Symptom bei einer Bouchard-Arthrose sind Schmerzen im betroffenen Finger. Diese Schmerzen treten vor allem dann auf, wenn die Patienten mit den Fingern etwas schweres Greifen oder eine Flasche aufdrehen wollen. Als Anzeichen für eine Arthrose sind auch oft tastbare Knötchen, sogenannte Osteophyten, an den Fingergelenken und es kommt mit der Zeit zu Fehlstellungen der Finger.
Durch die Degeneration kommt es zu einem Kraftverlust und Bewegungseinschränkungen, zum Beispiel in Form einer verminderten Beugefähigkeit. Es kommt zu einer gewissen Steifigkeit in den Fingern. Manche Patienten berichten auch über eine Schwellung der Fingergelenke, was in der Regel auf eine Schwellung der Gelenkkapsel zurückzuführen ist.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Symptome bei einer Arthrose

Schmerzen

Die charakteristischen Schmerzen für eine Fingergelenksarthrose sind belastungsabhängige Schmerzen. Das heißt sie treten vor allem bei Ausüben von Drehbewegungen auf. Bei einer chronischen Arthrose, bei der der Knorpel schon komplett abgebaut ist, kann es auch zu einem Ruheschmerz kommen. In der Regel wird der Schmerz im Tagesverlauf schlimmer und lindert sich erst durch Ruhe oder Wärmebehandlung. Man spricht auch von einem Ermüdungsschmerz. 

Arthroseschub

Typisch für eine Arthrose, unabhängig von dem betroffenen Gelenk, ist das Auftreten der Schmerzen in Schüben. Teilweise können akute Schmerzen von monatelangen schmerzfreien Intervallen begleitet sein. Ein Arthroseschub zeichnet sich in der Regel durch eine Morgensteifigkeit und einen Anlaufschmerz aus. Im Schub kann es auch zu einer Rötung und einem Gelenkerguss kommen. Oft wird dies auch von einer Gelenkschwellung und einem kompletten Funktionsverlust begleitet. Bei schweren Verläufen kann die Arthrose auch zu einer Entzündung in den Fingergelenken führen, wobei dies abzugrenzen ist von einer rheumatoiden Arthritis.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Arthroseschub

Diagnose

Die Diagnosestellung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Bei der Untersuchung begutachtet der Arzt die Gelenke auf mögliche Schwellungen, Rötungen und prüft sie auf Bewegungseinschränkungen. Dazu bewegt er alle Finger durch und führt spezielle funktionelle Tests durch. Zudem wird er ebenfalls die anderen Gelenke der Finger überprüfen. Bei der Anamnese wird insbesondere nach Unfällen in der Vergangenheit oder ähnlichen Beschwerden bei Verwandten gefragt.

Um die Diagnose einer Arthrose zu bestätigen muss der Arzt auf die Anwendung einer Röntgenuntersuchung zurückgreifen. Es gibt spezifische Veränderungen im Röntgen, die für eine Arthrose sprechen, dazu gehören unter anderem Gelenkspaltverschmälerung und Zystenbildung. Zudem können spezifische Parameter im Blut getestet werden. Bei der Diagnostik ist es wichtig andere Erkrankungen oder Ursachen für die Beschwerden auszuschließen, wie zum Beispiel einer rheumatoiden Arthritis oder einer Heberden- Arthrose.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Diagnose der Arthrose 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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