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Operation des grauen Stars

Einleitung

Die momentan einzige erfolgreiche Behandlung beim grauen Star ist eine Operation. Wichtig ist es dabei, die zugrunde liegende Ursache festzustellen. Denn wie bei allen behandelbaren Krankheitsfolgen kann eine durchgeführte Operation langfristig nur Besserung bringen, wenn gleichzeitig die Grunderkrankung angemessen behandelt wird.
Die Graue Star – Operation ist heutzutage eine gängige Methode und wahrscheinlich die weltweit am meisten durchgeführte Operation. Durch langjährige Erfahrung sind ernsthafte Komplikationen bis auf ein minimales (ca. 1%) Restrisiko geschrumpft. In der Regel wird eine Katarakt – Operation innerhalb 20 Minuten durchgeführt.


Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Verfahren zur Behandlung entwickelt. Zunächst kann man zwischen sogenannten intrakapsulären und extrakapsulären Operationen unterscheiden.

  1. Bei den intrakapsulären Methoden wird die gesamte Linse mit ihrer Kapsel (Umhüllung) entfernt. Dieses Verfahren hat man früher oft angewendet. Es wird heutzutage aber nur noch in seltenen Fällen durchgeführt, wenn man die Linsenkapsel nicht mehr erhalten kann.
  2. Bei den extrakapsulären Methoden wird nur die vordere Linsenkapsel entfernt. Dann wird mittels Ultraschall der Inhalt der Linse zerkleinert und abgesaugt. Die hintere Kapsel dagegen lässt man bestehen. So bleiben vorderer und hinterer Augenabschnitt (hinter der Linse) auf natürliche Weise getrennt und die Komplikationen sind geringer als bei den intrakapsulären Methoden.

Nach Entfernung der Linse ist der Mensch zunächst nicht in der Lage Gegenstände in näherer Entfernung scharf wahrzunehmen, da ihm dazu die Brechkraft der Linse fehlt.
Diese Art von Linsenlosigkeit nennt man Aphakie.
Mit Hilfe von einsetzbaren Kunstlinsen ist es möglich geworden, diese Problematik zu behandeln. Man hat Kunstlinsen entwickelt, die ins Auge eingesetzt werden können. Die Brechkraft wird dabei vorher mit einem Ultraschallgerät berechnet und mit dem anderen Auge abgeglichen. Denn die Brechkraft – Unterschiede zwischen den beiden Augen dürfen nicht zu groß sein, weil es sonst zu unterschiedlichen Abbildungsgrößen auf der Netzhaut kommt und das Gehirn die beiden Bilder nicht mehr zusammensetzen (fusionieren) kann.
Man kann drei Arten von Linsen unterscheiden:

  1. Hinterkammerlinse:
    Diese ist die am meisten eingesetzte Linsenart. Sie wird in den Kapselsack eingesetzt (in dem sich zuvor die natürliche Linse befand) und ist dort durch elastische Bügel befestigt.
  2. Vorderkammerlinse:
    Ist der Kapselsack nicht erhalten, kann diese Art von Linsen zur Anwendung kommen. Sie wird vor der Regenbogenhaut (Iris) eingesetzt und im Kammerwinkel befestigt. Leider kann es hin und wieder zu Gewebeveränderungen kommen und die Hornhautinnenseite (das Hornhautendothel) geschädigt werden.
  3. Irisgestützte Linsen:
    Bei dieser Linsenart befindet sich die eigentliche Linse auch vor der Regenbogenhaut, die Verankerungen dagegen hinter der Iris (Irisklauen-Linse).

Kunstlinsen bestehen entweder aus PMMA (Polymethylmetacrylat oder auch Plexiglas genannt), aus Silikonkautschuk oder aus Acryl-Kopolymere (wird vor allem für faltbare Linsen verwendet). Die Materialeigenschaften sind so entwickelt worden, dass auch über Jahrzehnte keine giftigen (toxischen) Produkte abgegeben werden oder sich die Linsen im Kammerwasser auflösen.
Bei Kindern ist die Katarakt – Behandlung etwas schwieriger, denn die Augen befinden sich noch im Wachstum und die Größe sowie Brechkraft verändern sich noch. Daher wird bei Kindern unter 2 Jahren zunächst eine Korrektur mit Kontaktlinsen angestrebt.
Nach dem 2. Lebensjahr werden dann meistens Kunstlinsen eingesetzt. Aber auch hier werden spezielle Berechnungen zur Brechkraft und Wachstum angestellt.

Risiken bei der Operation eines grauen Stars

Risiken während, direkt nach und innerhalb der ersten 24 Stunden nach Operation:

Eine Woche bis einen Monat danach:

  • Verschiebung der eingesetzten Intraokularlinse im Auge

Zwei bis vier Monate danach:

  • Anschwellen des Makula-Gewebes (Makula = Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut)
  • Sekundäre Katarakt

Operationsdauer

Die Dauer eines grauen Stars (Katarakt) hängt beträchtlich von der Übung des operierenden Arztes ab und schwankt –auch in Abhängigkeit von der Kompliziertheit des individuellen Falles- zwischen 10 und 60 Minuten, wobei das Mittel bei 20 Minuten liegt.

Dabei wird zuerst ein Auge operiert und das andere, sollte es ebenfalls vom grauen Star betroffen sein, als zweiter Eingriff einige Zeit später vorgenommen.

Narkose bei einem grauen Star

Bei einer Operation eines grauen Stars wird meist ein örtliches Betäubungsmittel als Augentropfen oder Augengel gegeben. Eine Alternative ist die Leitungsanästhesie, durch die dann auch die Schutzreflexe des Auges ausgeschaltet werden und das Auge vollkommen bewegungs- und auch schmerzlos ist.Bei sehr nervösen Menschen ist auch die Möglichkeit einer Vollnarkose zu erwägen, jedoch setzt diese dem Körper stark zu und ist somit nur in extremen Fällen zu wählen.Eine andere Methode, die zur örtlichen Betäubung in der Augenheilkunde verwendet wird, ist die Retrobulbäranästhesie (RBA).

Hierbei wird eine Betäubungsspritze seitlich des Augapfels gegeben, sodass ebenfalls eine Schmerzfreiheit während der Operation erreicht wird. Eine sehr ähnliche Variante ist die Parabulbäranästhesie (PBA), bei der jedoch eine kürzere Nadel verwendet wird.

OP durch Laser

Seit 2004 wird der infraroten Femtosekunden-Laser bereits in der Laserkorrektur bei Fehlsichtigkeit des Auges verwendet.
Für die grauer Star-OP bedeutet das Laserverfahren heute, dass die Operation ohne den manuellen Schnitt eines Operateurs erfolgen kann, was die Komplikationsrate weiter senkt.

Durch bildgestützte Steuerung durch Computer ist die Operation heute wesentlich besser planbar. Dies sorgt für eine Erhöhung der Genauigkeit und Vorhersagbarkeit des Ergebnisses des Eingriffs.

Im Überblick:

  • standardisierte, punktgenaue Laserschnitte
  • Perfekte Eröffnung der Linsenkapsel (Kapsulorhexis) und somit perfekter Sitz der neuen Linse
  • 40 % weniger schädliche Energie im Auge
  • exaktere Ergebnisse
  • durch Computersteuerung weniger menschliche Fehlerquellen
  • mögliche Verringerung / Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
  • deutlich weniger Komplikationen und Nebenwirkungen

Kosten einer Operation

Die Standardoperation wird in Deutschland als Kassenleistung komplett übernommen, wobei eine Faltbare intraokulare Linse (IOL) ins Auge eingesetzt wird.

Darüber hinaus stehen weitere Zusatzoptionen oder alternative Operationsmethoden zur Verfügung, die mit zusätzlichen Kosten für den Patienten verbunden sind.

Beispielsweise steht die Femto- Katarakt- Laserbehandlung für knapp 1.000 € pro Auge zur Auswahl, bei der die Operation mithilfe von Laserstrahlen durchgeführt wird.

Außerdem gibt es verschiedene Zusatzoptionen, die man für die Optimierung der Linse erwerben kann. Dies reicht von einer verbesserten Farbsicht bis zum Ersetzen einer Brille und kostet zwischen 1.000- 2.000 €.

Zur Nachbehandlung der Operation des Grauen Stars gehören mehrere Nachuntersuchungen in den darauffolgenden drei Monaten. Diese werden ambulant von niedergelassenen Augenärzten durchgeführt und über deren Praxen abgerechnet. Insgesamt ist hierfür mit Kosten zwischen 150 und 200 € zu rechnen.

Operation an beiden Augen gleichzeitig

Sind beide Augen von Grauem Star betroffen, so wird prinzipiell mit der Operation des schlimmer betroffenen Auges begonnen.
Die Nachsorge dauert dann mehrere Wochen und nach circa sechs bis acht Wochen kann man von einer Heilung des behandelten Auges sprechen. Der Eingriff am zweiten Auge kann grundsätzlich schon einige Tage nach der ersten Operation stattfinden. Es gibt jedoch die Empfehlung, die Operationen in einem zeitlichen Abstand von mindestens einer Woche bis zu einem Monat zu planen. Dies ermöglicht es, mögliche auftretende Komplikationen nach der ersten Operation zu beobachten, um dies für die zweite Operation zu berücksichtigen und diesen gegebenenfalls schon prophylaktisch entgegenzuwirken.

Fällt die Entscheidung jedoch für ein Verfahren mit Multifokallinsen, sollte die zweite Operation in weniger als einer Woche stattfinden. Damit soll vermieden werden, dass der Unterschied zwischen beiden Augen zu groß wird und die Anpassung an die neuen Sichtverhältnisse komplikationsloser stattfinden kann.

Nachbehandlung und Heilungsdauer

Im Anschluss an den Eingriff wird das behandelte Auge mit einem etwas dickeren Salbenverband abgedeckt und der Patient bleibt noch für eine gewisse Zeit im Überwachungsraum sitzen, um sicher zu gehen, dass sein Kreislauf stabil ist und keine anderen Begleiterscheinungen auftreten.

Ist das der Fall, kann er bereits nach wenigen Stunden wieder nach Hause entlassen werden, sollte aber natürlich zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wiederkommen.
Unmittelbar nach der Kataraktoperation ist es nicht möglich Auto zu fahren, aber noch am Tag der OP darf der Patient wie gewohnt essen und trinken und auch Medikamente können wie üblich eingenommen werden (der Arzt sollte jedoch über die Medikamente und deren Dosierung in Kenntnis gesetzt werden.) Bei Diabetikern und Patienten mit Bluthochdruckmedikation sollte das Thema Medikamente bereits vor der Operation besprochen werden.

Solange sich der Salbenverband auf dem Auge befindet und das Auge noch nicht vollständig ausgeheilt ist, sollte man beim Waschen und Duschen vorsichtig sein und darauf achten, dass der Bereich nicht mit Seife in Kontakt kommt. Auch sportliche Aktivitäten, wie z.B. Schwimmen, sollten pausiert werden und körperliche Anstrengung, bei der man stärker schwitzt, vermieden werden. Vor Staub sollte man das Auge ebenfalls schützen.

Das Lesen und Fernsehen ist in der Regel bereits nach gut einer Woche wieder möglich. Da sich die Sehfähigkeit der Augen nun verändert hat, ist es notwendig, eine neue Brille anpassen zu lassen. Das ist nach etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation, wenn das Auge wieder vollständig verheilt ist und sich an die neue Linse gewöhnt hat, möglich.

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Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Kataraktoperation ist eine der Sichersten und -mit 7000 Eingriffen pro Jahr allein in Deutschland- am häufigsten durchgeführten Routineoperationen weltweit und die Nebenwirkungen und Komplikationen sind als äußerst gering zu bewerten.

97 bis 99 Prozent aller durchgeführten Kataraktoperationen verlaufen völlig komplikationslos. Dennoch birgt der Eingriff, wie jeder chirurgische Eingriff, prinzipiell einige Risiken.
Beispielsweise kann es während der Operation zu einem Riss der hinteren Kapselwand kommen.

Hinter der Linse befindet sich im menschlichen Auge der Glaskörper, der aus einer gelhaften, transparenten Flüssigkeit besteht und beinahe das gesamte Auge ausfüllt.
Er drückt mit seiner Masse auf die Netzhaut hinten am Auge und hält sie so fest auf ihren Untergrund gepresst. Tritt nun bei einem Kapselriss etwas von der Glaskörperflüssigkeit aus, verliert der Glaskörper an Volumen und kann die Netzhaut nicht mehr richtig andrücken. Die Netzhaut löst sich unter Umständen vom Untergrund ab, was dann als Netzhautablösung bezeichnet wird.
Das Risiko für einen Kapselriss liegt bei einer intrakapsulären Kataraktextraktion bei etwa sechs bis acht Prozent, während die Kapsel bei Extrakapsulären Kataraktextraktionen so gut wie nie vorkommt.

Ebenfalls sehr selten, aber theoretisch möglich, ist ein Eindringen von Bakterien in das Innere des Auges, wo sie zu Entzündungen führen können (Endophthalmitis). Im schlimmsten Fall kann das betroffene Auge, sofern die Entzündung nicht behandelt wird, sogar erblinden.
Auch kann es während des Eingriffs innerhalb des Auges zu einem Druckanstieg kommen, der dazu führt, dass kleine Blutgefäße im hinteren Teil des Auges platzen.
Das austretende Blut kann sich sowohl im Auge (intraokulär) als auch in der Linsenkapsel (intrakapsulär) ansammeln. Mit weniger als 1% Wahrscheinlichkeit ist diese Komplikation allerdings äußerst selten.

Durch den Schnitt in die Hornhaut und dessen anschließende Heilung kann die Hornhaut nach der Operation für einige Zeit etwas stärker gekrümmt sein als zuvor.
Das verwächst sich aber im Normalfall innerhalb weniger Wochen wieder.
Wenn jedoch nach der Operation eine starke Verschlechterung der Sehkraft, eine ungewöhnlich starke Rötung oder sogar starke Schmerzen auftreten, sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden, da es sich um einen augenärztlichen Notfall handelt.

Eine weit verbreitete Folge der Operation beim Grauen Star ist der sogenannte „Nachstar“ (auch als Cataracta secundaria bezeichnet).
Je nach Operationsmethode tritt er bei circa 20 bis 30 Prozent der Patienten auf.
Jüngere Menschen sind in der Regel häufiger betroffen als Ältere.

Hierbei trüben sich die hinteren Anteile der noch im Auge verbliebenen Linsenkapsel ein und verschlechtern, so wie vorher der eigentliche Graue Star, die Sicht.
Die Entfernung dieser Eintrübung ist jedoch sehr simpel: Mit Hilfe eines Lasers oder auch eines erneuten chirurgischen Eingriffs, werden die Linsenkapselanteile rasch und risikolos entfernt und das Sehvermögen umgehend wiederhergestellt.

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