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Hautausschlag beim Zahnen beim Baby

Definition

Innerhalb der ersten Lebensmonate beginnen Babys, Zähne zu bekommen. Umgangssprachlich wird das oft als „Zahnen“ bezeichnet. Immer wieder berichten Eltern über einen Hautausschlag ihres Babys während des Zahnens. Tatsächlich kann häufig ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Zahnen und dem Auftreten eines Hautausschlags, der nicht auf eine andere Ursache (Neurodermitis, Infektionen wie Scharlach, Windpocken) zurückzuführen ist, hergestellt werden. Der Hautausschlag äußert sich in Form einer Hautrötung, die entweder flächendeckend gleichmäßig oder fleckig sein kann. Er ist generell nicht auf bestimmte Körperregionen beschränkt, tritt jedoch in den allermeisten Fällen in den Gelenkbeugen, am Mund (aufgrund des häufig gleichzeitig verstärkten Speichelflusses) oder am Po auf. Da der Hautausschlag häufig mit Juckreiz einhergeht, kann er zu einer großen Belastung für Kind und Eltern gleichermaßen werden. Bei manchen Kindern läuft das Zahnen ganz unkompliziert ab.

Lesen Sie mehr zum Thema "Zahnen" unter: Zahnen beim Baby

Ein Hautausschlag beim Zahnen ist als solcher nicht definiert. Auch ist ein Hautausschlag nicht üblich. Gelegentlich sind leichte Rötungen im Bereich der Wangen zu sehen. Hautausschläge, die jedoch andere Regionen des Körpers betreffen oder mit anderen Symptomen wie beispielsweise Fieber einhergehen, sprechen eher für das Vorliegen einer anderen Erkrankung.

Ursachen

Hautausschläge sind bei Babys keine Seltenheit. Gerade in der Zeit, zu der die Kinder auch beginnen erste Zähnchen zu bekommen, sind harmlose Infekte häufig. Das Immunsystem der Kinder entwickelt sich und lernt immer wieder neue Viren und Bakterien kennen. Hautausschläge und andere Symptome sind daher häufig. Man sollte diese jedoch nicht fälschlicherweise mit dem Zahnen in Verbindung bringen: An sich führt das Zahnen nämlich nicht zu Hautausschlägen. Das gleichzeitige Auftreten von Hautausschlägen und dem Wachsen neuer Zähne ist jedoch oft gegeben. Meist sind Viren dafür verantwortlich.
Auch andere Erkrankungen der Haut wie eine Neurodermitis beim Baby kann für einen Hautausschlag beim Baby sorgen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag beim Baby - Was steckt dahinter?

Ein klar definierter Zusammenhang zwischen Hautausschlag und Zahnen beim Baby lässt sich nur für bestimmte Lokalisationen des Hautausschlags beschreiben. So schafft das Durchbrechen des Zahnes zunächst eine Eindringpforte für Krankheitserreger, wodurch es zu einer Entzündung des Mundinnenraums, vor allem des Zahnfleischs kommt. Allein diese Entzündung kann schon zu einer Schwellung und Rötung der Bäckchen des Babys führen, welche einem Hautausschlag ähneln können. Aus der Entzündung resultiert jedoch außerdem ein erhöhter Speichelfluss und damit verstärktes "Sabbern". Die dauerhafte Anfeuchtung der Haut um den Mund herum führt schließlich zum typischen perioralen (um den Mund herum gelegenen) Hautausschlag.

Ein Hautausschlag am Po während des Zahnens wird darauf zurückgeführt, dass durch das Entstehen der oben beschriebenen Eindringpforten der Speichel mit Keimen angereichert werden, welche durch Schlucken des Speichels schließlich in den Stuhl und Urin gelangen. Anders verhält es sich mit einem Hautausschlag in den Gelenkbeugen während des Zahnens. Dieser kann eine sogenannte Zahnungs-Neurodermitis widerspiegeln. Der Begriff Neurodermitis (atopische Dermatitis) beschreibt dabei die bei manchen Menschen bestehende verstärkte Veranlagung zur Ausbildung von nicht-infektiösen Hautausschlägen. Häufig äußert sich die Neurodermitis zum ersten Mal überhaupt während des Zahnens, da letzteres eine starke Belastung für den Organismus des Babys darstellt. Der Hautausschlag im Rahmen einer Zahnungs-Neurodermitis stellt sich eher als fleckiger (die Flecken sind so z.B. etwa so groß wie 1-Euro-Münzen) denn als großflächiger Ausschlag dar.

Diagnose

Die Diagnose eines Hautausschlags stellt ein Kinderarzt. Lassen Sie Ihr Kind untersuchen und achten Sie auf eventuelle Begleitsymptome wie Trinkunlust, Abgeschlagenheit, Unruhe oder Ähnliches. Husten und Schnupfen können ebenfalls hinweisend auf eine Viruserkrankung sein. Ein Hautausschlag, der den ganzen Körper betrifft, wird jedoch nicht durch das Zahnen verursacht. Leichte Rötungen im Gesicht sind jedoch möglich. Der betreuende Kinderarzt wird das Kind untersuchen und kann anhand des Aussehens des Hautausschlages oft schon mögliche Ursachen eingrenzen. Im Zweifelsfall können eine Blut- oder Stuhl-Untersuchung und, falls nötig, weitere Untersuchungen (z.B. Allergie-Tests) Klarheit schaffen. Bei einem Verdacht auf bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise eine Neurodermitis erfolgen weitere, spezielle Untersuchungen.

Weitere begleitende Symptome

Das Zahnen verläuft von Kind zu Kind sehr individuell. Bei manchen Babys ist der Verlauf sehr unkompliziert, sodass die Eltern kaum etwas von dem Zahnen mitbekommen. Bei anderen Kindern wird das Zahnen zu einer nervenaufreibenden Sache. Auch ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch ist typisch. Eine Rötung der Wangen ist ebenfalls möglich. Da das Zahnen das Immunsystem des Babys schwächt, ist das Kind anfälliger für Infektionen. Diese äußern sich am ehesten durch Fieber, welches Anlass für eine Konsultation des Kinderarztes sein sollte. Aufgrund der Schmerzen und der Entzündungsreaktion im Mundraum kann es vorkommen, dass das Baby die Nahrungsaufnahme verweigert oder zumindest stark verringert. In diesem Fall ist insbesondere darauf zu achten, dass das Kind ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Da das Zahnen eine Belastung für den kindlichen Körper darstellt, zeigen sich häufig auch Auswirkungen auf die Aktivität des Magen-Darm-Trakts. Dabei entwickeln manche Babys einen Durchfall aufgrund einer erhöhten Darmaktivität, andere Babys leiden hingegen eher unter Verstopfung.

Ein weiterer Hinweis auf ein Zahnen beim Baby ist ein vermehrter Speichelfluss – Das Baby sabbert vermehrt.
Häufigeres Schreien oder Quengeln sind ebenfalls typisch für ein Zahnen beim Baby.

Eine leicht erhöhte Temperatur kann auch auftreten. Jedoch sollte die Temperaturerhöhung nicht länger als einen Tag anhalten. Fieberhafte Kinder sollten unbedingt einem Kinderarzt vorgestellt werden, da dafür eine andere Ursache verantwortlich sein muss.

Weitere begleitende Symptome sind häufigeres Aufwachen und ein vermehrter Saugdrang durch das Baby.

Behandlung/ Therapie

Ist der Hautausschlag beim Baby tatsächlich im Zusammenhang mit dem Zahnen zu werten und andere Ursachen (v.a. Infektionen) konnten ausgeschlossen werden, so kommt der Hautpflege der betroffenen Körperregionen zentrale Bedeutung zu. Es stehen verschiedene Salben und Cremes zur Verfügung, die teilweise auch auf pflanzlichen Stoffen basieren. Hierzu empfiehlt sich eine Beratung in der Apotheke.

Da das Zahnen keine Erkrankung, sondern ein natürlicher Entwicklungsschritt ist, benötigt er auch keine Therapie oder Behandlung. Eltern sollten dem Zahnen mit Gelassenheit und Ruhe gegenüberstehen. Das trägt auch zur Beruhigung des Kindes bei. Eine sanfte Massage des geschwollenen Zahnfleisches oder das Anbieten von Beißringen können zu einer Linderung der Beschwerden des Babys beitragen. Alternativ können dem Baby auch kalte Möhren oder Brotkanten zum Knabbern gegeben werden: Der Druck auf das Zahnfleisch wird oft als angenehm empfunden, da er den Schmerzen durch das Zahnen entgegenwirkt.
Ein Hautausschlag beim Zahnen bedarf ebenfalls keiner Therapie, sofern es sich eben um die leichten Rötungen der Gesichtshaut handelt, die beim Zahnen auftreten können. Richtige Hautausschläge treten jedoch nicht durch das Zahnen auf, sondern haben eine andere Ursache. Je nach Ursache erfolgt dann eine Behandlung des Hautausschlages. Am besten ist es, sich von seinem Kinderarzt beraten zu lassen. Eventuell benötigt das Baby eine spezielle Hautpflege oder Ähnliches. Bei Hautausschlag um den Mund herum sowie am Po ist es wichtig und sehr effektiv, auf ein dauerhaftes Trockenhalten der Haut zu achten. Im Pobereich eignen sich dazu beispielsweise Einlagen.

Babys neigen während des Zahnens dazu, sich Finger in den Mund zu stecken und darauf zu beißen. Dies resultiert daraus, dass eine Belastung des Kieferknochens durch das Zubeißen den Kiefer entlastet und somit die Schmerzen lindert. Da aber mit den Fingern Krankheitserreger in den ohnehin schon gereizten Mundinnenraum gelangen können, ist die Verwendung von Beißhilfen empfehlenswert. Hierzu eignen sich z.B. im Handel erhältliche Beißringe oder Beißspielzeug oder auch Veilchenwurzeln. Diese lassen sich über einen langen Zeitraum kauen und geben eine leicht schmerzlindernde Substanz ab. Wenn nichts dergleichen verfügbar ist, kann natürlich auch eine Karotte oder Gurke herhalten, jedoch wegen der Verschluckungsgefahr nur unter Aufsicht.

Lokalisierung des Hautausschlages

Hautausschlag im Gesicht

Ein Hautausschlag im Gesicht entwickelt sich während des Zahnens in den allermeisten Fällen um den Mund herum. Dies lässt sich mit dem durch die Reizung des Mundinnenraums erhöhten Speichelfluss erklären. Entscheidend für eine Linderung des Ausschlags ist hier das stetige Abtrocknen des Mundbereichs. Im eigentlichen Sinne handelt es sich jedoch nicht um einen Hautausschlag, sondern vielmehr um eine leichte Rötung im Bereich der Wangen. Diese ist ganz normal und kommt bei vielen Kindern in dieser Phase vor. Sollten jedoch begleitend Fieber oder andere Symptome auftreten, ist es naheliegender, dass es sich um eine Erkrankung handelt.

Gerade in dem Alter, in welchem das Zahnwachstum erfolgt, sind Erkältungen beim Baby keine Seltenheit. Durch das Abstillen bekommen Babys dann auch nicht mehr den mütterlichen Nestschutz und werden anfälliger für leichte Infektionen. Daher ist es ratsam bei einem richtigen Hautausschlag im Gesicht, einen Kinderarzt aufzusuchen. Auch andere Hauterkrankungen wie eine Neurodermitis beim Baby sollten gerade bei anhaltenden Hauterscheinungen in Betracht gezogen werden.

Vom Hautausschlag während des Zahnens ist die Babyakne abzugrenzen. Sie tritt in den ersten Lebenswochen (also deutlich vor dem Zahnen) auf und äußert sich durch einen eitrigen rötlichen Ausschlag. Ebenfalls durch einen Hautausschlag im Gesicht äußert sich die Windpocken-Erkrankung. Dabei entstehen zunächst kleine rötliche Flecken im Mundbereich, welche sich innerhalb kurzer Zeit (Stunden) zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln. Charakteristisch ist der ausgeprägte Juckreiz. Der Hautausschlag breitet sich rasch vom Gesicht über den ganzen Körper aus. Auch Herpes kann sich bereits bei Babys im Mundbereich zeigen, und erzeugt ganz ähnliche Wundstellen am Mund wie bei Erwachsenen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag im Gesicht - Was ist die Ursache?

Hautausschlag am Rücken

Ein Hautausschlag am Rücken ist ganz und gar untypisch für das Zahnen beim Baby. Das Zahnen als Solches löst keinen Hautausschlag am Rücken des Babys aus. Maximal treten leichte Rötungen im Gesicht auf. Es ist daher wahrscheinlich, dass der Hautausschlag am Rücken eine andere Ursache hat. Häufig herrscht jedoch der Irrglaube vor, das Zahnen würde Hautausschläge verursachen. Gerade bei zusätzlichen Symptomen wie Fieber oder Abgeschlagenheit sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden. Solche Ursachen können beispielsweise Kinderkrankheiten wie die Röteln, Ringelröteln oder die Masern sein.

Auch andere Infektionen können einen Hautausschlag am Rücken verursachen und sind in dem Lebensalter, in welchem Babys zahnen, sehr häufig. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Hautausschlag zwar zu derselben Zeit wie das Zahnen auftritt, jedoch nicht durch das Zahnen verursacht wird. Auch können bestimmte Medikamente (z.B. Penicillin) bei manchen Babys einen derartig lokalisierten Ausschlag auslösen, welcher u.U. von Erbrechen und Durchfall begleitet wird. Eine Gürtelrose kann sich im Bauch- und Rückenbereich manifestieren und stellt eine Zweitinfektion mit dem Windpockenvirus dar. Dem bandförmigen, stark schmerzenden Hautausschlag geht meist leichtes Fieber voraus. Ist ein Hautpilz die Ursache für einen Hautausschlag am Rücken, besteht meist ein kreisförmiger Ausschlag, der sich mit der Zeit vergrößert.

Hautausschlag am gesamten Körper

Ein Hautausschlag am gesamten Körper (Exanthem) wird nicht durch das Zahnen verursacht. Häufig wird fälschlicherweise angenommen, das Zahnen würde einen Hautausschlag verursachen können.
Das ist jedoch nicht wahr. Es handelt sich beim Zahnen um einen natürlichen Entwicklungsschritt und nicht um eine Krankheit. Ein Hautausschlag am gesamten Körper spricht eher für eine Infektion oder eine Allergie
Auch eine Medikamentenunverträglichkeit kann einen Hautausschlag am gesamten Körper (Arzneimittelexanthem) verursachen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Arzneimittelexanthem - Anzeichen und Behandlung

Sollte ein Hautausschlag am gesamten Körper auftreten, müssen verschiedene Ursachen in Betracht gezogen werden. Auch da ein solch umfassender Hautausschlag schon allein aufgrund der großen Ausdehnung eine hohe Belastung für das Baby darstellt, sollte in diesem Fall der Gang zum Kinderarzt erfolgen.

Hautausschlag am Bauch

Ein Hautausschlag am Bauch wird nicht durch das Zahnen beim Baby verursacht. Vielmehr spricht ein Hautausschlag am Bauch für eine andere Ursache wie beispielsweise eine Infektion oder eine Allergie. Insbesondere das Auftreten weiterer Symptome wie Fieber oder Juckreiz sprechen für das Vorliegen anderer Ursachen. Auch eine ständige mechanische (Reiben der Windel oder der Kleidung) oder chemische (Schweiß, v.a. in Bauchfalten) Reizung kann zu einem Hautausschlag am Bauch führen. 

Stellt sich der Hautausschlag am Bauch als ründliche Struktur dar, ist am ehesten an eine Pilzinfektion zu denken. Dementgegen spricht ein bandförmiger Hautausschlag eher für eine Gürtelrose, also eine Zweitinfektion mit dem Windpockenvirus. Am Bauch kann sich beispielsweise ein Befall mit Krätzmilben als Hautausschlag mit Juckreiz äußern.

Lesen Sie hierzu auch: Hautausschlag durch Milben

Auch andere Erkrankungen kommen jedoch in Frage und sollten von einem Kinderarzt abgeklärt werden.

 

 

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema "Hautausschlag beim Zahnen beim Baby" finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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