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Hodenprothese

Allgemein

Bei einer Hodenprothese handelt es sich um ein Implantat des Hodens, das in den Hodensack eingesetzt werden kann, wenn der körpereigene Hoden nicht mehr vorhanden ist oder nie vorhanden war.
Da das Hodenimplantat keine Körperfunktion übernehmen kann, ist der Eingriff je nach Indikation der Schönheits- beziehungsweise der rekonstruktiven Chirurgie zuzuordnen. Die modernen Implantate stehen äußerlich sowie vom Gefühl her den echten Hoden in nichts nach. In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse der betroffenen Person die Operation nicht. Nur dann, wenn starke psychische Beeinträchtigungen aufgrund des fehlenden Hodens vorliegen, übernimmt die Krankenkasse den rekonstruktiven Eingriff. Die Prognose des implantierten Hodens ist sehr gut. So kann es zwar zu seltenen Abstoßungsreaktionen kommen, im Regelfall kann ein implantierter Hoden jedoch bis zum Lebensende im Hodensack verbleiben.

Indikationen einer Hodenprothese

Die Gründe für die Durchführung einer Hodenprothesen-Implantation sind sehr vielfältig. So kann es aus unterschiedlichen Gründen zu einer Entfernung eines funktionierenden Hodens kommen. Manchmal ist der Hoden aber auch aufgrund eines Gendefekts schon von Geburt an nicht vorhanden.
In den meisten Fällen fehlt nur ein Hoden während der andere noch vorhanden ist. In seltenen Fällen können auch zwei Hodenprothesen implantiert werden. Es muss zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterschieden werden.

Durch einen genetischen Defekt kann es sein, dass einer oder beide Hoden nicht oder nur teilweise ausgebildet werden. Auch ein Hodenhochstand kann im seltenen Fall dazu führen, dass ein Hoden entnommen werden muss.

Eine Reihe unterschiedlicher Ursachen können dazu führen, dass ein Hoden im Laufe des Lebens implantiert werden muss. Ein Hodentumor wird in der Regel durch die Entfernung des betroffenen Hodens therapiert, damit eine gefährliche Metastasierung des Krebses ausbleibt. Auch dann, wenn beispielsweise nach einer krankhaften Verdrehung des Hodens (medizinisch: Hodentorsion) die Blutgefäße des Hodens abgedrückt werden und infolgedessen der betroffene Hoden abstirbt, muss dieser entfernt werden. Auch eine starke Verletzung des Hodens kann dazu führen, dass der Hoden entfernt werden muss.

Nach einer Entfernung des Hodens ist es möglich, eine Hodenprothese (Implantat) in den nun leeren Hodensack einzusetzen. Ob solch eine Operation in der individuellen Situation sinnvoll ist, sollte durch den behandelnden Arzt nach ausführlicher Begutachtung der Voroperationen, Vorerkrankungen und der psychischen Situation des betroffenen geklärt werden.

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Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl die Implantation einer Hodenprothese einen meist komplikationslosen Eingriff darstellt, kann es durch die Operation dennoch zu Nebenwirkungen kommen. Da es sich um eine Operation handelt, die üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt wird, bestehen die generellen Risiken bei einer solchen Operation. Der Eingriff kann jedoch durch minimale Schnitte realisiert werden und wird abseits lebenswichtiger Organe durchgeführt, weshalb sich die Risiken bei dieser speziellen Operation in Grenzen halten.
Beachtet werden sollte, dass es sich bei einem Einsetzen eines solchen Implantats immer um die Implantation eines Fremdkörpers in den Körper handelt. Ein solcher Fremdkörper kann stets zu Abstoßungsreaktionen und Entzündungen führen, weshalb die Durchführung der Operation wohl überlegt sein sollte. Ob Hormonstörungen auftreten, hängt davon ab, ob ein zweiter funktionsfähiger Hoden vorhanden ist oder ob beide Hoden fehlen. Da die Hoden für die Produktion von Spermien und Testosteron zuständig sind kann eine Beeinträchtigung vor allem bei einem Fehlen beider Hoden auftreten. Sollten beide Hoden fehlen ist die Produktion der Spermien sowie die von Testosteron nicht mehr gegeben. Der Testosteronspiegel sollte kontrolliert werden und gegebenenfalls eine Substitutionstherapie (externe Zufuhr von Testosteron beispielsweise durch Tabletten) durchgeführt werden, um die Nebenwirkungen eines Testosteronmangels zu verhindern.
Da die implantierte Hodenprothese keine Funktion übernehmen kann, ist die Operation kosmetischer Natur und die Vor- und Nachteile des Eingriffs sollten mit dem behandelnden Arzt durchgesprochen werden.

Kontraindikationen

Bei einem nicht ausgebildeten oder entfernten Hoden besteht häufig der Wunsch, eine Hodenprothesenimplantation durchführen zu lassen. Nicht immer ist diese Möglichkeit jedoch gegeben. So müssen bestimmte Kontraindikationen, welche der Durchführung des Eingriffs im Wege stehen würden, vor der OP ausgeschlossen werden. Hierzu zählen Entzündungen des Gewebes, in das das Hodenimplantat eingesetzt werden soll. Auch Schäden, die aufgrund einer Strahlentherapie entstanden sind, können eine Kontraindikation darstellen. Auch akut bestehende oder schon therapierte Eiteransammlungen im Bereich des Hodens können ein Hindernis darstellen. Es wird empfohlen, die Hodenprothese erst nach Auswachsen der Geschlechtsorgane durchzuführen, da die Hoden mit der Pubertät wachsen und erst mit einem ausgewachsenen Hoden die Größe der benötigten Hodenprothese eingeschätzt werden kann.
Es können außerdem Kontraindikationen für die Durchführung einer Operation in Vollnarkose bestehen. Der behandelnde Arzt wird durch ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch mögliche Kontraindikationen erörtern und kann so entscheiden, ob die Möglichkeit einer Durchführung der Operation besteht.

Operation

Die Hodentransplantation stellt einen kosmetischen Eingriff dar, welcher in Vollnarkose durchgeführt wird. Sollte es nötig gewesen sein, den körpereigenen Hoden zu entfernen, sollte die Implantationsoperation mit etwas Abstand zu dieser Operation stattfinden, um eine Heilung der Strukturen des Hodensackes zu gewährleisten. Vor der Implantation der Hodenprothese ist der Hodensack somit zumeist leer.
In der Regel wird ein Schnitt in den Hodensack oder in der Leiste vorgenommen und dieser eröffnet, um das Implantat einzusetzen. Das Implantat kann mithilfe von Nahtmaterial am Hodensack festgenäht werden. Nach dem Verschluss des Hodensacks und der Heilung der Wunde sind in der Regel nach der Operation keine Spuren der Durchführung mehr erkennbar, da die Narbe durch die Falten des Hodens meist gut verdeckt wird.
Der Eingriff selbst dauert meist nur 30-60 Minuten.

Prognose

Generell ist das Einsetzen einer Hodenprothese ein relativ komplikationsloser Eingriff.

Das Implantat hilft vor allem Personen, die durch die Entfernung eines oder beider Hoden unter einer psychischen Belastung stehen.

Da die Hodenprothese sich in Form und vom Gefühl nur wenig von einem funktionstüchtigen Hoden unterscheidet, ist die Hodenprothese für Außenstehende meist nicht als solche erkennbar und die betroffene Person dementsprechend zufrieden mit dem Implantat.

Dennoch sollten Kontraindikationen ernst genommen werden um schwerwiegende Folgen der Implantation der Hodenprothese zu vermeiden.
Sollten Entzündungen und Abstoßungsreaktionen ausbleiben, kann eine Hodenprothese häufig bis zum Lebensende im Körper verbleiben.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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