Internationales olympisches Komitee

Synonyme

IOC, IOK,
englisch: international olympic comitee

Einleitung

In Deutschland bekannt, als das internationale olympische Komitee mit der mit der gängigen englischen Abkürzung (IOC), handelt es sich dabei um eine nichtstaatliche Vereinigung mit Zielsetzung der Planung, Organisation und Durchführung der olympischen Spiele der Neuzeit. Der Gründer Pierre de Coubertin verlegte 1915 den IOC- Sitz in die Schweiz nach Lausanne, wodurch es zu sich zu einem Verein mit Eintrag im Handelsregister des schweizerischen Zivilgesetzbuches handelt. Seit 1981 gab der Schweizer Bundesrat dem internationalen olympischen Komitee den Status einer internationalen Organisation nach Schweizer Recht und erteilte entsprechende Steuerprivilegien. Das IOC behält sich die Schirmherrschaft der olympischen Spiele vor, und beansprucht alle geltenden Rechte bestehender Symbole im Kontent der olympischen Spiele (olympische Ringe etc.)
Amtsprachen der Organisation sind Englisch und Französisch.

Ursprung

Gründung des IOC war am 23. Juni im Jahre 1894 in Sorbonne in Paris, als der überzeugte Philantroph Pierre de Coubertin versuchte, Nationen aller Welt durch ein gemeinsames sportliches Fest näher zu führen. Er, der sich selbst als Erziehungsreformer sah, erkannte die Chance in einer Wiederbelebung der antiken olympischen Spiele durch stetig wachsende Internationalisierung. 78 Delegierte aus 37 Sportverbänden aus 9 Ländern beschlossen die ersten olympischen Spiele der Neuzeit im Jahre 1896 mit Austragungsort in Athen. 13 Männer aus 11 Ländern umfasste das Gründungskomitee. Der erste Präsident des IOC wurde der griechische Delegierte Dimitrios Vikelas, ein Literat als Vertreter des ersten Austragungsortes. Vikelas übergab das Amt nach den Spielen an Pierre de Coubertin als Vertreter der 2. olympischen Spiele in Paris. Coubertin behielt als dauerhaft Gewählter den Vorsitz bis ins Jahre 1925, nachdem W. Sloane im Hinblick auf St. Louis auf den Vorsitz verzichtete.
Ein deutsches Mitglied ist vergebens im Gründungsstab des IOC zu suchen, da auch Coubertin durch die stetigen Konflikte zwischen Frankreich und Deutschland durch seine Landsleute beeinflusst wurde. Das erste deutsche Mitglied im IOC stellte der Unternehmer Willibald Gebhardt, im Januar 1896 zur Vorbereitung auf die olympischen Spiele in Athen.

Der olympische Gedanke

Pierre de Coubertin wollte durch die Wiederbelebung der olympischen Spiele einen Beitrag zum Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt leisten. Mit dem Gedanken der Völkerverständigung durch sportliches Fairplay, Wertevermittlung und Solidarität wurde seine philantrophe Weltanschauung in praktisches handeln umgesetzt. Der von Ihm eingeführte Begriff des Olympismus wurde geprägt und gekennzeichnet durch physische, psychische und geistige Stäke in einer Form friedlicher Wettkämpfe. Dieser olympischen Bewegung haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche sportliche Organisationen angeschlossen.
Zu den wichtigsten Aufgaben der olympischen Bewegung zählen neben der Vermittlung zwischen Nationen, den Kampf gegen Diskriminierung und anderen auch der Kampf gegen gezieltes Doping im Sport, der in den vergangenen Jahren bis Jahrzehnten zu dem größten Probleme des professionalisierten Sports geworden ist.

Die olympische Charta

Die olympische Charta umfasst 64 Artikel in 5 Kapitel. Es handelt sich dabei um ein klar definiertes Regelwerk, das den Ablauf der olympischen Spiele beschreibt, und den internationalen Sportverbänden verbindliche Vorgaben erteilt.
Erstmals 1924 bei der IOC Sitzung in Rom wurden diese festen Regularien und Beschlüsse systematisch und schriftlich zusammengefasst. Inhaltlich definiert die olympische Charta eine Art Verhaltenskodex mit ethischen Grundlagen.

Das jährliche Treffen

Die jährliche ordentliche Versammlung aller IOC- Mitglieder ist rechtlich betrachtet das wichtigste Organ des IOC. Es werden sowohl Präsident, als auch die Exekutive, alle Mitglieder und Ehrenpräsidenten erneut zu Wahl gestellt. Des Weiteren werden Beschlüsse über die olympische Charta getroffen. Der Präsident, oder ein drittel aller Mitglieder zusammen ist/ sind befugt, eine außerordentliche Sitzung zu berufen.
Besonders Interesse gilt der Wahl der Austragungsstätten für zukünftige olympische Spiele. Jedes Mitglied besitzt eine Stimme. Befindet sich jedoch ein Land noch zur Wahl, darf der Landesvertreter nicht mitstimmen.

Krisen des IOC

Seit bestehen des internationalen olympischen Komitees kam es immer wieder vereinzelnd zu entscheidenden Konflikten. In Gründungszeiten waren es vorwiegend boykottierende Haltungen einzelner Länder gegenüber den Spielen. Schon bereits vier Jahre nach der Gründung fing die Fassade des IOC an zu bröckeln, als die Spiele 1900, und 1904 eine einzige Enttäuschung darstellten. Der erste Weltkrieg zwang Coubertin dazu, den Sitz des internationalen olympischen Komitees in die Schweiz zu verlegen, um somit die olympischen Spiele vor dem Aus zu retten. Entscheidender als die externen Krisen, stellt jedoch die interne Krise 1998 dar, als bekannt wurde, dass mehrere IOC- Mitglieder bei der Vergabe der olympischen Winterspiele im Jahre 2002 in Salt Lake City bestochen wurden. Als Folge mussten 11 Mitglieder des IOC zurücktreten, vier weitere erhielten Verwarnungen. Im März 1999 wurde daraufhin eine Ethik- Kommission und Reform- Kommission zur Prüfung der anstehenden Fälle einberufen.
Die Offenlegung der Finanzen, eine erhöhte Transparenz, und die Öffentlichkeit bei den Sitzungen waren 1999 erste sichtbare Konsequenzen des Skandals. Die Vorschläge der Reform- Kommission wurden von der Vollversammlung des IOC am 10. und 11. 12. 1999 angenommen und daraufhin die olympische Charta geändert.

Erneuerungen

Die neu gewählten Mitglieder amtieren demnach für acht Jahre, können aber jeweils für acht Jahre wieder gewählt werden, und müssen spätestens nach dem 70. Lebensjahr abtreten. Kein Land darf mehr als ein Mitglied im IOC vertreten.

Seit 1999 besteht die Exekutivkommission mit 15 Mitgliedern aus Präsident, Vizepräsidenten, und einen Athletenvertreter. Die Kommission tagt achtmal im Jahr und beschließt über evtl. Änderungen bei den olympischen Spielen.

Die Zusammensetzung des IOC hat sich wie folgt verändert:

  • 70 persönliche Mitglieder
  • 15 olympische Athleten/ innen (11 von Sommerspielen u. 4 von Winterspielen)
  • 15 Vertreter von IF´s (Sportverbände)
  • 15 Vertreter der NOK`s (Nationales olympisches Komitee)

Präsidenten des IOC

  1. Dimitrios Vikelas (1896)
  2. Pierre de Coubertin (1896- 1925)
  3. Baillet - Latour (1925- 1942)
  4. Siegried Edström (1942- 1952)
  5. Avery Brundage (1952- 1972)
  6. Lord Killanin (1972- 1980)
  7. Luan- Antonio Samaranch (1980- 2001)
  8. Jaques Rogge (2001- heute)
Autor: Tobias Kasprak
Veröffentlicht: 10.10.2008 - Letzte Änderung: 15.04.2021