Lebenserwartung bei einer Lungenfibrose

Einleitung

Die Lebenserwartung bei einer Lungenfibrose ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.
Grundsätzlich ist der Zeitpunkt der Diagnose wichtig, wobei die Diagnose mit noch wenig Schädigung des Lungengerüstes günstig ist. Darüber hinaus ist das Alter des Patienten, seine weiteren Grunderkrankungen und das Ausmaß und bisheriges Fortschreiten des Schadens entscheidend.

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Einfluss der Krankheitsursache

Es muss unterschieden werden, ob der bindegewebige Umbau der Lunge sekundär (durch eine bekannte Grunderkrankung) bedingt ist, oder ob es sich um eine sogenannte idiopathische Lungenfibrose handelt, bei der der Auslöser unbekannt ist.
Der Verlauf der Erkrankung ist abhängig von der Form unterschiedlich und somit auch die Prognose. Wenn die Ursache beispielsweise eine Sarkoidose ist und die Behandlung frühzeitig begonnen wird kann ggf. eine Rückbildung erzielt werden.
Ist die Ursache eine Schadstoffbelastung (z.B. Inhalation von Tabakrauch) oder der Kontakt zu bestimmten Allergenen (z.B. Schimmel im Haus) kann die konsequente Vermeidung dieser Stoffe ebenfalls zu einer Rückbildung der Erkrankung führen.
Bei der idiopathischen Lungenfibrose ist die Prognose aufgrund des unbekannten Auslösers ungünstiger, wobei hier bestimmte Medikamente den Verlauf günstig beeinflussen können.

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Lebenserwartung bei einer idiopathischen Lungenfibrose

Die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF) ist eine chronische Erkrankung der Lunge, wobei die Ursache unbekannt ist.
Die therapeutischen Möglichkeiten werden besser und sind Gegenstand aktueller Forschung. Allerdings ist die Prognose ungünstig und die medikamentöse Therapie begrenzt. Die mittlere Überlebenszeit nach der Diagnose liegt bei drei bis fünf Jahren. Die Fünf-Jahre-Überlebensrate liegt bei 20% bis 40%.

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Was beeinflusst die Lebenserwartung bei einer Lungenfibrose positiv?

Die Lebenserwartung lässt sich ist erster Linie durch Beendigung des Rauchens positiv beeinflussen. Dies ist essentiell wichtig im Rahmen der Behandlung.
Auch andere Schadstoffe wie z.B. Vogelfedern, Schimmel, nasses Heu, Asbest, Metallstäube etc. sollten vermieden werden. Falls Medikamente für das Entstehen der Lungenfibrose infrage kommen, sollten diese gegebenenfalls auch, nach Absprache mit dem Arzt, abgesetzt werden.

Zudem ist eine Anbindung bei einem Facharzt für Pneumologie (Lungenfacharzt) über den gesamten Behandlungszeitraum sinnvoll, um beispielsweise regelmäßig die Lungenfunktion zu prüfen. Darüber hinaus wirkt sich körperliche Betätigung, idealerweise in einer sogenannten „Lungensportgruppe“ mit entsprechender Betreuung, positiv aus.
Es besteht ggf. auch die Möglichkeit einer Rehabilitation. Falls zusätzlich zur Lungenfibrose noch Infekte der Atemwege auftreten, beispielsweise eine Lungenentzündung, sollten diese frühzeitig und konsequent behandelt werden. Medikamentös kann die Erkrankung ebenfalls positiv beeinflusst werden. Hier stehen unter anderem Cortison, Immunsuppressiva und spezifische Medikamente gegen die idiopathische Lungenfibrose zur Verfügung.

Eine Impfung gegen Pneumokokken und saisonal die Impfung gegen Influenza ist empfehlenswert, um Infekte als Belastung für die geschädigte Lunge zu vermeiden. Je nachdem, wie die aktuelle Lungenfunktionsprüfung ausfällt, kann eine Langzeitsauerstofftherapie (LOT) helfen. Zur Verbesserung der Prognose bei sehr schwer erkrankten Patienten, die bestimmte Kriterien erfüllen, kann eine Lungentransplantation erwogen werden.

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Was beeinflusst die Lebenserwartung bei einer Lungenfibrose negativ?

Grundsätzlich beeinflusst Rauchen das Fortschreiten der Erkrankung äußerst negativ. Auch ein fortgesetzter Kontakt zu den auslösenden Schadstoffen, falls diese bekannt sind (z.B. Asbest, Metallstäube, Schimmel etc.), sorgt für ein weiteres und gegebenenfalls schnelleres Voranschreiten der Erkrankung.
Die Prognose ist umso schlechter, je später die Diagnose gestellt wird. Bei langem Krankheitsverlauf vor Diagnosestellung ist die Schädigung der Lunge und der Umbau des Gewebes weiter fortgeschritten. Eine nicht bekannte Ursache/Erkrankung (bei idiopathischer Lungenfibrose) ist ebenfalls ungünstig bezüglich des Verlaufs und der Lebenserwartung.

Wenn bei bereits bestehender Erkrankung Infekte nicht oder nicht ausreichend behandelt werden, kann dies zu einer deutlichen Verschlechterung der Lungenfunktion und der Prognose führen. Falls weitere Grunderkrankungen vorliegen, wie beispielsweise eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) kann dies ebenfalls einen negativen Einfluss haben. Auch notwendige Bestrahlungen oder Chemotherapie im Rahmen der Krebstherapie können eine zusätzliche Belastung darstellen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 13.09.2018 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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