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Naftidrofuryl

Allgemeines

Bei Naftidrofuryl handelt es sich um einen Wirkstoff, welcher im Rahmen von Durchblutungsstörungen angewendet wird. Besonders bei der sogenannten pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) im Stadium II kommen Medikamente mit diesem Wirkstoff zum Einsatz. Das Stadium II der Erkrankung ist dann erreicht, wenn die betroffene Person in Ruhe beschwerdefrei ist, jedoch nach einer Gehstrecke von über (IIa) oder unter (IIb) 200m Schmerzen in dem betroffenen Bereich aufweist. Ebenfalls wird Naftidrofuryl bei dem sogenannten Raynaud-Syndromsowie bei Folgen eines frischen Schlaganfalls eingesetzt. Die Anwendung von Naftidrofuryl ist jedoch nicht unumstritten, da der Therapieerfolg bei Anwendung der beschriebenen Indikationen nicht eindeutig bestätigt werden konnte.

Wirkmechanismus

Naftidrofuryl zählt zu den Wirkstoffen der durchblutungsfördernden Medikamente. Im Gegensatz zu vielen anderen Wirkstoffen, welche die Durchblutung punktuell fördern können, wird Naftidrofuryl oral eingenommen und soll damit die Durchblutung im gesamten Körper anregen. Die im Blut vorhandenen Blutplättchen (Thrombozyten) spielen bei der Förderung der Durchblutung durch Naftidrofuryl eine entscheidende Rolle. So hemmt der Wirkstoff das Anlagern von Serotonin an die im Blut vorhandenen Blutplättchen. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Ebenfalls wird dadurch das Zusammenkleben einzelner Blutplättchen untereinander gehemmt, was ebenfalls zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung im Körper beiträgt.

Die Anwendung bei bestimmten Erkrankungen, welche mit einer verringerten Durchblutung einhergehen liegt daher nahe. Dennoch ist die Therapie mit Naftidrofuryl nicht unumstritten. So wird argumentiert, dass nicht verengte Blutgefäße ebenfalls erweitert werden und damit der Blutfluss der erkrankten Blutgefäße noch geringer ist als vor der Behandlung mit dem Wirkstoff.

Nebenwirkungen

Wie bei den meisten Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Naftidrofuryl zu Nebenwirkungen kommen. Beachtet werden sollte, dass nicht bei jedem diese Nebenwirkungen auftreten. Auch die Art und Stärke der einzelnen unerwünschten Wirkungen kann variieren.

Häufig beklagen sich die Behandelten über unerwünschte Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt. So kommt es zu ÜbelkeitErbrechen, Durchfällen und einer generellen Appetitlosigkeit unter Einnahme von Naftidrofuryl. Ebenfalls konnte bei einigen Patienten ein niedriger Blutdruck unter Einnahme des Medikamentes festgestellt werden. Allergische Ausschläge, sowie ein generell herabgesetzter Allgemeinzustand begleitet von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Schwindel konnten gelegentlich beobachtet werden.

Ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut ist ebenfalls eine der möglichen Nebenwirkungen bei der Einnahme des Wirkstoffes. Selten kann es zu Problemen am Herzen in der Form von Herzrhythmusstörungen kommen. Sehr selten wurden urologische Probleme wie Beschwerden beim Wasserlassen und Bildung von Nierensteinen beschrieben. Des Weiteren beklagten sich sehr wenige Patienten über Entzündungen der Leber (mit erhöhten Leberwerten) und Hautkribbeln.

Generell gilt, dass bei Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen immer ein Arzt aufgesucht werden sollte, um ernsthafte Folgen und andere möglicherweise vorliegende Erkrankungen auszuschließen.

Dosierung

Bei Naftidrofuryl handelt es sich um einen Wirkstoff, der in vielen unterschiedlichen Medikamenten vorhanden ist. Je nach Hersteller liegt der Wirkstoff in einer Kapsel- oder Tablettenform und in einer unterschiedlichen Dosierung vor. Üblich sind Dosierungen zwischen 100 und 200mg, wobei meist mehrere Einnahmen am Tag erfolgen. Je nach zu behandelnder Erkrankung werden üblicherweise zwischen 300 und 600mg des Wirkstoffes über den Tag verteilt eingenommen. Bei Fragen zu der individuell passenden Dosierung sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Weiterführende Informationen

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Weitere allgemeine Informationen zu Medikamenten finden sie unter Medikamente A-Z.

Durchblutungsstörungen

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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