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Symptome des Nierenversagens

Allgemeines

Bei akutem und chronischem Nierenversagen unterscheidet sich abhängig von der Ursache und damit dem Verlauf des Nierenversagens das klinische Bild besonders zu Beginn der Erkrankung deutlich.

Symptome bei akutem Nierenversagen

Das akute Nierenversagen führt zum plötzlichen Auftreten unspezifischer Symptome.
Die Patienten ermüden deutlicher schneller als zuvor, es können Konzentrationsschwierigkeiten und Übelkeit auftreten.
Besonders zu Beginn fallen den Patienten Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen auf. Mit anhaltendem Nierenversagen kann sich das Wasser auch in anderen Organen, wie beispielsweise der Lunge, ablagern und zu Atemnot führen. Da die Niere nicht mehr in der Lage ist den Wasserhaushalt des Körpers zu kontrollieren und evt. giftige Stoffe auszuscheiden können lebensbedrohliche Symptome auftreten.
Besonders zu viel Kalium (Hyperkaliämie) im Körper kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Aber auch Krampfanfälle, Verwirrtheitszustände oder ein Gehirnödem können das klinische Bild bestimmen und bis zum Koma führen. Zudem nimmt die Harnausscheidung rapide ab (Oligurie= < 500ml in 24 Stunden). Ist das Nierenversagen noch weiter fortgeschritten bleibt die Harnausscheidung vollständig aus (Anurie).

Symptome bei chronischem Nierenversagen

Das chronische Nierenversagen verläuft zu Beginn sehr viel langsamer und in Abhängigkeit von der ursächlichen Grunderkrankung. Besonders zu Beginn kann ein chronisches Nierenversagen völlig symptomlos verlaufen. Einigen Patienten fallen uncharakteristische Symptome wie Leistungsschwäche und Müdigkeit auf.

Ein weiteres frühes Symptom ist häufiges Harnlassen, wobei der Urin hell und unkonzentriert ist. Schreitet das Nierenversagen weiter voran gleichen die Symptome zum Teil dem akuten Nierenversagen. Die Urinmenge nimmt deutlich ab. Während der Nierengesunde täglich ca. 1,5 Liter Harn ausscheidet, sinkt die Urinmenge durch das Nierenversagen unter 500ml pro Tag.

Die Patienten lagern Flüssigkeit vor allem in den Beinen und Augenlidern ab (Ödeme) und es entsteht ein Bluthochdruck. Grund hierfür ist die Große Flüssigkeitsmenge im Körper, welche nicht mehr über die Niere ausgeschieden werden kann. Zudem stellt die Niere neben ihrer Filterfunktion auch die Herstellung des Blutbildenden Hormons Erythropoetin ein. Dies führt zu einer durch die Niere verursachten Blutarmut (renale Anämie).
Zudem leiden viele Patienten unter

  • Muskelschwäche und
  • Knochenschmerzen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Übelkeit und Erbrechen.

Viele Patienten geben Juckreiz am gesamten Körper an, ausgelöst durch die Ansammlung harnpflichtiger Substanzen im Gewebe. Zudem führt die verminderte Filterfunktion der Niere zu schäumendem und rotem Urin. Dieser entsteht durch einen zu hohen Eiweißgehalt im Harn, sowie Blutbeimengungen aus dem Harntrakt als Zeichen des geschädigten Nierengewebes bzw. durch Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffes.
Schmerzen in der Nierengegend treten bei einem chronischen Nierenversagen in der Regel nicht auf, diese sind eher Zeichen für Bandscheiben- oder Wirbelsäulenprobleme, Nierensteine oder eine Nierenbeckenentzündung.

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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