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Das Plattenepithelkarzinom

Definition

Der Begriff Plattenepithelkarzinom beschreibt eine Form von malignem, also bösartigem Hautkrebs, der von den oberflächlichen Hautzellen ausgeht. Er tritt besonders häufig an Stellen auf, die lange einer UV-Strahlung ausgesetzt sind oder einer dauerhaften mechanischen Reizung unterliegen. Das Karzinom kann aber theoretisch an allen Stellen lokalisiert sein, die als Plattenepithel aufgebaut sind. Dazu gehört die gesamte Hautoberfläche sowie die Schleimhaut im Mund und in der Genitalregion.

Ein Plattenepithelkarzinom sieht anfangs unauffällig aus: Meist erscheint es als grau-gelbliche Auflagerung auf der Haut, die mit Hornhaut bedeckt sein kann. Im Verlauf entwickelt sich ein Plattenepithelkarzinom oft zu einer warzenartig nach außen wachsenden Wucherung oder einer dauerhaft wunden, flachen Stelle.

Die Ursachen

Die häufigste Ursache für die Ausbildung eines Plattenepithelkarzinoms ist die UV-Einstrahlung, also Sonnenexposition. Als weiterer, aber weniger häufig auftretender Risikofaktor ist eine stetige Hautreizung bekannt. Beides sorgt für eine Verletzung der Haut, bei deren Reparatur der Körper langfristig versagen kann. In der Folge können wiederum an diesen Stellen Tumorzellen entstehen, die sich schließlich zu einem Geschwür vermehren.

Plattenepithelkarzinome treten also überwiegend an Stellen auf, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind oder aber konstant in der gleichen Weise gereizt werden, wie etwa bei chronischen Hautwunden. Als weitere Risikofaktoren gelten – ähnlich wie bei den meisten anderen Krebsarten – ein langfristig geschwächtes Immunsystem (z.B. durch HIV) und Nikotinkonsum.

Die Lokalisation

Die Nase

Das Gesicht ist der Sonneneinstrahlung oft und viel ausgesetzt und zählt daher zu den häufigsten Lokalisationen eines Plattenepithelkarzinoms: Etwa 90% aller Plattenepithelkarzinome treten im Gesicht auf. Besonders gefährdet sind dabei die Stellen, die natürlicherweise mehr Sonnenlicht auffangen, also die Unterlippe wie auch die Nase.

Als Schutz vor Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms sollte daher stets auf ausreichenden Lichtschutzfaktor an diesen Stellen geachtet werden.

Lesen Sie auch den Artikel: Hautkrebs im Gesicht.

Die Kopfhaut

Wie auch das Gesicht gehört die Kopfhaut zu den häufig dem Sonnenlicht ausgesetzten Bereichen des Körpers. Das trifft besonders dann zu, wenn die Haare kurz geschnitten sind und selten eine Kopfbedeckung getragen wird.

An der Kopfhaut kommt zur Diagnose manchmal erschwerend hinzu, dass das entstehende Plattenepithelkarzinom durch Haare verdeckt und dadurch erst später als an anderen Körperstellen erkannt wird.

Die Symptome eines Plattenepithelkarzinoms

Ein Plattenepithelkarzinom in seiner Anfangsphase zu erkennen, kann besonders für den Laien schwierig sein. Es erscheint meistens zunächst als gräulich-gelbliche Stelle, die oft verhornt ist. Alternativ kann ein Plattenepithelkarzinom auch wie eine kleine offene Wunde aussehen, die nicht abheilt. Diese Stellen können sich durch die Neigung zur Verhornung verhärtet oder knotig anfühlen.

Typisch für das Plattenepithelkarzinom ist das schnelle Wachstum: Sollte einer betroffenen Person auffallen, dass die verdächtige Hautstelle sich innerhalb von Wochen verändert oder vergrößert, kann das ein Hinweis auf ein Plattenepithelkarzinom sein. Außerdem kommt häufig eine erhöhte Blutungsneigung bei diesen Tumoren vor, da sie von zahlreichen Blutgefäßen versorgt werden. Fängt die Stelle ungewöhnlich leicht an zu bluten, sollte die betroffene Person also ebenfalls aufmerksam werden und möglichst bald einen Hautarzt aufsuchen.

Weitere Informationen finden Sie unter: Die Symptome bei Hautkrebs.

Die Diagnose

Bei einer verdächtigen Hautstelle, die ein Plattenepithelkarzinom sein könnte, sollte stets ein Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann durch Erfahrung und Übung meist bereits einen Verdacht äußern, was der Auslöser der auffälligen Stelle ist.

Um den Verdacht zu sichern, wird meist eine Biopsie entnommen, also eine Probe aus dem betreffenden Hautgewebe. Diese Gewebeprobe wird anschließend im Labor mikroskopisch untersucht. Weist das Gewebe die entsprechenden Merkmale eines Plattenepithelkarzinoms auf, so gilt die Diagnose als gesichert.

Wie kann man Hautkrebs erkennen? Erfahren Sie hier mehr.

Die Behandlung

Die Behandlung eines Plattenepithelkarzinoms ist in erster Linie kurativ, also heilungs-orientiert. Durch das oberflächliche Wachstum auf der Haut kann das Geschwür meist problemlos im Rahmen eines ambulanten Eingriffs entfernt werden. Das herausgeschnittene Material wird dann gewöhnlich in ein Labor gesendet, um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um das vermutete Plattenepithelkarzinom handelte. I

st eine chirurgische Entfernung nicht möglich, kann auf eine Reihe anderer Methoden zurückgegriffen werden, die das Tumorgewebe zerstören. Dazu zählen zum Beispiel mechanische Methoden wie Vereisung oder Kürettage (Abschabung), die unter lokaler Betäubung durchgeführt werden können. Auch lokal als Salben oder Cremes aufzutragende Chemotherapeutika können genutzt werden.

In größeren Zentren wird manchmal auf die photodynamische Therapie zurückgegriffen: Dabei wird die zu behandelnde Region mit einer Salbe lichtempfindlich gemacht und im Anschluss mit bestimmten (für den restlichen Körper ungefährlichen) Licht bestrahlt. Welche Therapiemöglichkeit im individuellen Fall angemessen ist, entscheidet der behandelnde Hautarzt.

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Die Bestrahlung

Eine Bestrahlung ist eine häufige Therapieform bei Krebserkrankungen, wird jedoch beim Plattenepithelkarzinom selten eingesetzt. Sie zählt zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, die in Betracht kommen, falls eine chirurgische Entfernung aus irgendeinem Grund nicht komplikationslos möglich ist. Es kann dann der Tumor gezielt bestrahlt werden, um die dort ansässigen Krebszellen am Wachstum zu hindern und den Tumor so zu vernichten.

Auch bei einer Streuung des Plattenepithelkarzinoms wird manchmal eine Bestrahlung als Therapie eingesetzt. Dies geschieht dann meistens in Kombination mit einem Chemotherapeutikum.

Die Metastasen

Unter Metastasierung versteht man in der Medizin das Streuen von Krebszellen in andere Bereiche und Organe des Körpers, wo diese sich absetzen und Tochtergeschwüre (Metastasen) verursachen.

Ein Plattenepithelkarzinom ist per definitionem ein maligner, also bösartiger Tumor, und kann daher theoretisch metastasieren. In der Realität ist eine Streuung des Plattenepithelkarzinom aber selten und im Krankheitsverlauf sehr spät zu beobachten. Das mag überraschen, da sich diese Krebsart durch ein schnelles Größenwachstum auszeichnet – jedoch wächst das Plattenepithelkarzinom normalerweise nach außen und auf der Hautoberfläche, ohne in die Tiefen des Gewebes oder Gefäßstrukturen einzudringen.

Die Prognose

Der Begriff „maligne“ - also bösartig – mit dem das Plattenepithelkarzinom bezeichnet wird, mag im ersten Moment Gedanken an eine schlechte Prognose hervorrufen. Das entspricht jedoch nicht ganz der Wahrheit: Durch die oberflächliche Lage und die geringe Wahrscheinlichkeit einer Streuung kann der Tumor meist in frühen Stadien bereits erkannt und komplikationslos entfernt werden. Im Anschluss sollten dann regelmäßige Kontrollen erfolgen, um weitere Tumore möglichst frühzeitig zu erkennen und entfernen zu können.

Schwieriger ist es bei einer bereits stattgefundenen Metastasierung, also der Ausbildung von Tochtergeschwüren. Da ein Plattenepithelkarzinom wie bereits beschrieben erst spät streut, ist in diesem Fall von einem späten Stadium auszugehen. Die Prognose ist dann abhängig von verschiedensten Faktoren wie etwa Größe, Anzahl und Lokalisation der Tochtergeschwüre. Eine pauschale Überlebens- oder Heilungsrate lässt sich in diesem Fall nicht nennen und sollte daher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Die Lebenserwartung

Sofern das Plattenepithelkarzinom früh genug erkannt wurde und dementsprechend vollständig chirurgisch entfernt werden konnte, ist die Lebenserwartung der betroffenen Person nicht durch die Krebserkrankung verkürzt.

Im sehr seltenen Fall einer Metastasierung kann die Lebenserwartung eingeschränkt sein: Wie oben beschrieben hängt die Lebenserwartung dann maßgeblich von den Eigenschaften der Tochtergeschwüre ab.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Und aus unserer tiermedizinischen Abteilung:

Eine Übersicht aller Themen der Dermatologie finden Sie unter: Dermatologie A-Z.

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.07.2019
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