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Tagesmutter

Definition

Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater ist eine Person, die in der Kindertagespflege tätig ist. Tätigkeiten einer Tagesmutter sind im Wesentlichen die Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern. Einrichtungen, in der die Tagespflege durch die Tagesmutter stattfindet, sind zum Beispiel der eigene Haushalt der Tagesmutter, der Haushalt von Personensorgeberechtigten, wie die Eltern, oder angemietete Räumlichkeiten.

Was ist eine Tagesmutter?

Prinzipiell ist eine Tagesmutter eine Frau, die beruflich fremde Kinder betreut. Daneben gibt es auch Tagesväter, jedoch nur sehr wenige in Deutschland. Bei der Tagespflege durch eine Tagesmutter handelt es sich um eine Betreuungsform, die sehr familienähnlich ist, deshalb auch der Name „Tagesmutter“ bzw. „Tagesvater“.

Die Tagespflege ist eine an Beliebtheit zunehmende Alternative zur herkömmlichen Kindertagesstätte. Eine Tagesmutter passt meistens auf bis zu fünf Kinder im Alter von einem bis drei Jahren auf. Die Betreuung findet häufig im Zuhause der Kindertagesmutter statt, was die Tagespflege sehr persönlich macht. Dadurch, dass eine Tagesmutter auf deutlich weniger Kinder als in einer Kindertagesstätte aufpasst, erhalten die Kinder eine bessere, persönlichere Betreuung.

Es gibt auch Tagesmütter, die für die Tagespflege Räume anmieten oder auf Kinder im Hause der Eltern aufpassen. Bei Tagesmüttern handelt es sich um qualifizierte Fachkräfte, die durch öffentliche Behörden regelmäßig kontrolliert werden. Eine Tagesmutter darf nur unter bestimmten Auflagen arbeiten, sodass die Sicherheit der in Kitas entspricht. Eine wesentliche Voraussetzung für die Tätigkeit einer Tagesmutter ist ein kindersicherer Haushalt.

Dazu gehören Kindersicherungen an Steckdosen, Treppengitter, unzugängliche Gewässer, Medikamente und Putzmittel, höher gestellte Türklinken, gesicherte Geräte und viele weitere Sicherheitsaspekte. Eine Tagesmutter hat engen Kontakt zu den Kindern, die sie betreut. In einer solch kleinen Gruppen hat sie die Möglichkeit mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen im Vergleich zum Kindergarten.

Eine Tagesmutter kann die Kinder beobachten, Interessen herausfinden und die Kinder ganz persönlich fördern. Die Aufgaben einer Tagesmutter sind umfangreich und umfassen Spielen, das Zubereiten von Mahlzeiten, Naturerkundung, Spaziergänge, Singen, Musizieren und verschiedene erzieherische Tätigkeiten wie das Beibringen von Händewaschen, Zähneputzen, Schuhe anziehen und vieles mehr.

Wie sieht der Tagesablauf mit einer Tagesmutter aus?

Ein großer Vorteil der Tagespflege ist die Flexibilität bezüglich der Betreuungszeiten vieler Tagesmütter. Deshalb eignen sich Tagesmütter sehr gut für Eltern, die beruflich unterschiedliche Arbeitszeiten haben. Ein Tagesablauf einer Tagesmutter kann so aussehen:

07:00 – 08:00 Uhr Ankunft der Kinder bei der Tagesmutter

08:00 – 08:45 Uhr Händewaschen, Frühstück

08:45 – 09:00 Uhr gemeinsame Begrüßungsrunder aller Kinder

09:00 – 11:45 Uhr Aktivitäten nach Witterung: Spaziergänge, Naturerkundung, Spielplatzbesuche, Spiele im Haus, Singen, Malen, Musizieren

11:45 – 12:00 Uhr Händewaschen

12:00 – 13:00 Uhr (gemeinsame) Zubereitung des Mittagessens, Mittagessen,

Tisch abräumen, Geschirrspüler einräumen

13:00 – 13:15 Uhr Händewaschen, Zähne putzen

13:15 – 15:00 Uhr Mittagsschlaf, Mittagsruhe

15:00 – 15:15 Uhr Anziehen, Abholen der Eltern

Ab 15:15 Uhr Zwischenmahlzeit, Spielen (Spielgeräte, Sandkasten o.Ä.)

bis zum Abholen der Eltern

Wie viele Kinder darf eine Tagesmutter betreuen?

Eine Tagesmutter darf bis zu fünf Kinder betreuen. Das bedeutet nicht, dass eine Tagesmutter fünf Kinder betreuen muss. Sie darf selbst entscheiden, auf wie viele Kinder sie aufpassen möchte. Demnach gibt es solche Tagesmütter, die nur ein oder zwei Kinder intensiv betreuen und solche Tagesmütter, die auf fünf kleine Kinder aufpassen. Die Erlaubnis bis zu fünf Kinder zu betreuen erhält die Tagesmutter vom Jugendamt.

Was ist, wenn mein Kind krank ist?

Grundsätzlich gibt es für jede Betreuung des eigenen Kindes durch eine Tagesmutter einen Betreuungsvertrag, der Aspekte wie Krankheit des Kindes oder der Tagesmutter definiert. Eine Tagesmutter, die auf mehr als ein Kind aufpasst, hat Verantwortung für alle Kinder. Das bedeutet, dass sie die gesunden Kinder vor Ansteckung schützen muss.

Deshalb betreuen die meisten Tagesmütter keine kranken Kinder und bitten in Fällen der akuten Krankheit die Eltern, das betroffene Kind abzuholen. Zu den hochansteckenden Erkrankungen, bei denen Kinder auf jeden Fall zuhause bleiben müssen, gehören Keuchhusten, Masern, Krätze und Windpocken.

Auch bei Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Läusen müssen Kinder in der Regel fern von der Betreuungsstätte bleiben. Darüber hinaus ist ein häufiger Grund der Tagesmütter, dass kranke Kinder ins eigene Bett gehören und sich zuhause bei den Eltern wohler fühlen. Im Einzelfall kann eine Tagesmutter auch auf kranke Kinder aufpassen.

Sind die Eltern beruflich stark eingespannt und die betreuende Tagesmutter behütet nur ein Kleinkind, kann sich die Tagesmutter unter Umständen auf eine Pflege des kranken Kindes einlassen. Je nach Betreuungsvertrag, Ansteckungsgrad und Ausprägung der Erkrankung, können Tagesmütter bei Krankheit eines Kindes ganz individuell handeln. Häufig ist es jedoch so, dass die Kinder zuhause bleiben oder abgeholt werden müssen.

Ab wann darf mein Kind wieder zur Tagesmutter?

Wann ein krankes Kind wieder von der Tagesmutter betreut werden darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt das Krankheitsbild eine Rolle. Es gibt Kinderkrankheiten, die schnell abklingen, andere machen den Kindern über ein bis zwei Wochen Beschwerden. Ja nach Ursache der Erkrankung sind die Kinder außerdem unterschiedlich ansteckend.

Passt eine Tagesmutter auf mehrere Kinder auf, nimmt sie in der Regel kein Kind auf, dass gerade hochansteckend ist, um die gesunden Kinder zu schützen. Eine wichtige Rolle spielt der Betreuungsvertrag, den die Eltern des kranken Kindes mit der Tagesmutter vor der Betreuung abgeschlossen haben.

Dort können Aspekte in Bezug auf Krankheit festgelegt werden, wie Fieberfreiheit über zwei Tage oder Ähnliches. Bei hoch infektiösen Erkrankungen wie Keuchhusten, Masern, Windpocken und Krätze müssen die Kleinkinder in der Regel bis zur völligen Abheilung der Beschwerden zuhause bleiben. Macht das Kind eine Erkältung durch, gilt in den meisten Fällen, dass Kinder mit Husten und Rotznasen zur Tagesmutter kommen dürfen, solange sie sich dort trotz der Symptome wohlfühlen.

Was ist, wenn die Tagesmutter krank ist?

Tagesmütter haben beruflich mit Kleinkindern zu tun, die unbedarft im Alltag viele Dinge anfassen, in den Mund stecken und Krankheitserreger verbreiten sowie aufnehmen. Passt eine Tagesmutter auf kranke Kinder auf, kann sie sich sehr leicht anstecken und selbst krank werden. Wenn eine Tagesmutter krank wird, fällt sie aus.

Das bedeutet, dass eine kranke Tagesmutter nicht arbeiten und auf die Kinder aufpassen muss. Problematisch ist, dass Tagesmütter häufig krank werden und das Ministerium für Familie überlastet und nicht für eine Lösung des Problems zuständig ist. Das bedeutet, dass niemand daran arbeitet, eine Vertretung zu finden, wenn die Tagesmutter krank wird.

Wenn die Tagesmutter krank ist, muss man selbst als Eltern dafür sorgen, dass die Kinder gut untergebracht sind. Glücklich sind die, die Familie haben, wie Großeltern, die auf die Kinder aufpassen können. Anderen Familien bleibt häufig nichts anderes übrig, als sich selbst frei zu nehmen, um die eigenen Kleinkinder bei Ausfall der Tagesmutter zu betreuen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Tagesmutter?

Die Kosten einer Tagesmutter sind abhängig vom Bundesland, dem Gesamteinkommen der Eltern, der Anzahl der Kinder und von den Betreuungszeiten. Es gibt oft sehr unterschiedliche Sätze für Tagesmütter. Eine Tagesmutter kann zwischen drei bis acht Euro die Stunde erhalten. Der Tagesmütter Bundesverband empfiehlt einen Stundenlohn von 5,50€.

Wen eine Familie im Jahr etwa 37.000 € verdient und eine Betreuung von 30 Stunden in der Woche benötigt, liegen die Kosten für die ersten 25 Stunden bei 5€ pro Stunde und die Stunden 26. bis 30. bei 0,30€ mehr pro Stunde. Das ergibt 506,00€ Kosten im Monat, die an das Jugendamt überwiesen und von dort an die Tagesmutter ausgezahlt werden.

Je nach Absprache mit der Tagesmutter können weitere Kosten entstehen, für Wochenend-/Nachtbetreuung, Hygieneartikel oder Ausflüge. Werden Mahlzeiten bei der Betreuung erwünscht und/oder notwendig, werden die dafür entstehenden Kosten von den Eltern direkt mit der Tagesmutter abgerechnet.

Wer trägt die Kosten für eine Tagesmutter?

Die Kosten für die Betreuung durch eine Tagesmutter werden von den Eltern selbst getragen. Die Elternbeträge werden nach dem Einkommen orientiert, sodass Eltern, die weniger verdienen, deutlich weniger Kosten zahlen als sehr gutverdienende Eltern. In manchen Bundesländern gibt es finanzielle Entlastungen durch die Gemeinde oder Stadt.

In manchen Bundesländern ist die Kinderbetreuung für die Eltern komplett beitragsfrei, zum Beispiel in Hamburg. In Nordrheinwestfalen, Hessen und Niedersachen ist das letzte Jahr vor der Einschulung für die Eltern ebenfalls beitragsfrei. Für Eltern mit sehr niedrigem Einkommen besteht grundsätzlich die Möglichkeit auf eine wirtschaftliche Jugendhilfe, das bedeutet, dass diese Eltern gegebenenfalls nichts zahlen müssen und trotzdem eine Betreuung durch eine Tagesmutter für ihr Kind erhalten.

Woran erkenne ich, dass mein Kind bereit für eine Tagesmutter ist?

Alle Kinder sind unterschiedlich und benötigen unterschiedlich viel Zeit bis sie bereit für Kinderbetreuung sind. Ebenso unterschiedlich lang benötigen Kinder bei der Sprachentwicklung. Damit Kinder ihre Wünsche äußern können ist es äußerst wichtig, dass sie sich ausdrücken können. Ein Kind muss dafür keine vollständigen Sätze bilden können, sollte jedoch mitteilen können, was es gerade benötigt.

Es gilt, dass die ersten 1,5 Jahre des Kindes wichtig und prägend für die Eltern-Kind-Beziehung sind. Um ein Kind zu einer Tagesmutter zu geben, sollte eine möglichst stabile Bindung zwischen Eltern und Kind vorhanden sein. Man kann sein Kind auch früher in die Betreuung durch eine Tagesmutter geben.

Ein Vorteil bei der Betreuung ist, dass das Kind neue Regeln und Strukturen kennenlernt und in den meisten Fällen gemeinsam mit anderen Kindern betreut wird, sodass es den Umgang mit anderen Kindern lernt. Um zu sehen, ob das Kind wirklich bereit für eine Tagesmutter ist, eignet sich eine Probewoche hervorragend.

Man kann zunächst ein paar Mal für ein paar Stunden mit dem Kind die Tagesmutter besuchen und wenn das gut funktioniert, das Kind über eine Woche in diese Betreuung geben. Bei manchen Kindern funktioniert die Betreuung auf Probe sehr gut, dann sind sie in der Regel bereit für eine Tagesmutter.

Andere Kinder benötigen gegebenenfalls mehr Zeit, sich an die Tagesmutter zu gewöhnen. Dann kann es hilfreich sein, das Kind über einen längeren Zeitraum über wenige Stunden zu der Tagesmutter zu bringen. Am Anfang kann es sinnvoll sein, wenn ein Elternteil direkt dabeibleibt, dann kann man nach und nach austesten, wie es funktioniert, wenn das Kindern über ein bis zwei Stunden und irgendwann einen halben Tag alleine von der Tagesmutter betreut wird.

Man sollte dem Kind, sofern das beruflich möglich ist, die Zeit zur Eingewöhnung geben, die es individuell benötigt.

Was ist bei der Wahl einer Tagesmutter zu beachten?

Bei der Wahl der Tagesmutter ist es enorm wichtig, dass die Tagesmutter einfühlsam und sensibel auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht. Eine liebevolle Betreuung ist für die kleinen Kinder das A und O. Daneben gibt es ein paar wichtige Aspekte bei der Wahl der richtigen Tagesmutter:

  • Bekommt das Kind ausreichend Ruhe, z.B. für den Mittagsschlaf?

  • Gibt es genügend alters-angemessenes Spielzeug?

  • Passen die benötigten Betreuungszeiten mit den Zeiten der Tagesmutter zusammen?

  • Fördert die Tagesmutter die Entwicklung meines Kindes?

  • Gibt es Möglichkeit draußen zu spielen?

  • Was für Aktivitäten plant die Tagesmutter mit den betreuten Kindern?

  • Wie sehen die Sicherheitsvorkehrungen aus bezüglich Gewässer, Stromquellen etc.?

  • Wie sieht die Gruppe aus bezüglich Anzahl der Kinder, Geschlechter usw.?

  • Ist die Tagesmutter vom Jugendamt zertifiziert?

Hat man ein gutes Gefühl bei einer Tagesmutter, sollte man das Kind im Rahmen einer Kontakt- und Eingewöhnungsphase an die Tagesmutter gewöhnen, um eine stabile Bindung aufzubauen. Anschließend wird ein Betreuungsvertrag abgeschlossen.

Was muss eine Tagesmutter für eine Qualifikation haben?

Um als Tagesmutter arbeiten zu dürfen, sind einige Fortbildungen nötig. Mehr als 160 Unterrichtsstunden umfassen dabei einen Vorbereitungskurs, ein Grundlagenseminar und ein Vertiefungskurs zu den Aufgaben einer Tagesmutter. Bestandteil des Unterrichts sind ein Referat und eine Hausarbeit sowie das Schreiben eines Konzepts.

Zu den weiteren Qualifikationen einer Gastmutter gehören die Teilnahme an Hygienemaßnahmen und ein gründlicher Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder. Bestandteil der Ausbildung ist außerdem ein Praktikum über 60 Stunden. Um als Tagesmutter arbeiten zu dürfen, ist ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis der zukünftigen Tagesmutter und, wenn ein Partner vorhanden, des Partners notwendig.

Ab wann darf ein Kind an eine Tagesmutter gegeben werden?

Grundsätzlich ist es den Tagesmüttern selbst überlassen, ab welchem Alter sie Kinder annehmen. Dabei kann das Mindestalter von Tagesmutter zu Tagesmutter unterschiedlich sein. Viele Tagesmütter betreuen Kinder ab sechs Monaten, andere passen sogar auf Säuglinge auf.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema Tagesmutter finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.05.2019
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