Therapie Erkältung

Synonym

Rhinitis, Cold, Verkühlung, Schnupfen, grippaler Infekt

Die Erkältungstherapie

Die allgemeinen Therapieprinzipien bei einer Erkältung bestehen in Flüssigkeitsaufnahme (vor allem Tee und Wasser) sowie Ruhe. Dem Patienten kann empfohlen werden, an den Tagen mit der höchsten Krankheitsausprägung im Bett zu bleiben und sich zu schonen. Da ein Großteil des Wassers bei Erkältungskrankheiten verloren geht, ist besonders auf eine Flüssigkeitsbilanzierung zu achten, die 2-3 Liter am Tag betragen sollte. Um die Durchgängigkeit der Nase wieder herzustellen und die Nasenschleimhäute abschwellen zu lassen, sollten mehrmals am Tag inhalative Dampfbäder durchgeführt werden. Hierzu sollte der Patient in einen mit Wasser gefüllten Topf entweder Kamille oder Salz zum Kochen bringen und dann mit dicht darüber gebeugtem Kopf 10-15 Minuten inhalieren. Hat man früher hauptsächlich Kamillendampfbäder empfohlen, geht man heute eher auf Salzdampfbäder über, da man der Kamille eine austrocknende Wirkung nachsagt. Neben der schleimhautabschwellenden Wirkung sollte das Dampfbad außerdem dazu führen eine entstehende Nasennebnehöhlenentzündung zu vermeiden. Den gleichen Effekt sollte auch eine Rotlichbestrahlung haben, die von den meisten Patienten mit einer Erkältung als angenehm empfunden wird und ebenfalls mehrmals am Tag durchgeführt werden sollte. Das Gurgeln von lauwarmem Salzwasser kann zur Linderung von Halsschmerzen, schleimhautabschwellende Nasensprays zur besseren Atmung eingesetzt werden. Allerdings sollten diese Medikamente nur einige Tage benutzt werden, da ein längerer Gebrauch zum Syndrom der „stinkenden Nase“ führen kann. Dieses Syndrom basiert auf eine durch Nasensprays verursachten Entzündung der Nasenschleimhaut. Kopfschmerzen und Fieber können mit z.B. Ibuprofen, Paracetamol und ASS gelindert werden. Kommt es zu einer bakteriellen Superinfektion (Bakterien setzen sich auf die bereits existierende virale Infektion), ist meistens die Anwendung von antibiotikahaltigen Medikamenten notwendig. Viele Ärzte geben auch schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung Antibiotika, um eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden. Aufgrund der möglichen Resistenzentwicklung sollte man aber von einer frühzeitigen Antibiotikagabe absehen. Bleiben die Symptome über längere Zeit als 1-2 Woche erhalten, verschlechtert sich der Allgemeinzustand trotz oben angewandter Maßnahmen, oder sind deutliche Zeichen einer bakteriellen Infektion zu erkennen (z.B. sehr hohes Fieber, gelber Schleim im Auswurf), sollte man eine Therapie mit Antibiotika beginnen. Auch bei einer bestehenden immunsystemschwächenden Grunderkrankung bei dem Patienten  (z.B. HIV, Diabetes Mellitus oder chemotherapeutische Maßnahmen), sollte sofort mit einer antibiotischen Behandlung begonnen werden, da davon auszugehen ist, dass der geschwächte  Körper des Patienten nicht in der Lage sein wird, den Virus erfolgreich zu bekämpfen. Der Verzicht auf Antibiotika in diesen Fällen fördert die Gefahr von lebensgefährlichen und sogar tödlichen Verläufen. 


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.05.2012