Inhalt:
Ernährung bei Diabetes mellitus
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Synonyme im weitesten Sinne
Ernährungstherapie bei Diabetis mellitus, Ernährungsempfehlungen bei Diabetis mellitus
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Einleitung
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Erkrankung des gesamten Stoffwechsels. Sie ist gekennzeichnet durch eine unzureichende Insulinwirkung oder Insulinmangel. Damit ist zunächst der Kohlenhydratstoffwechsel betroffen, aber auch der Fett- und Eiweißstoffwechsel sind gestört.
Insulin ist ein Hormon welches den Zuckerhaushalt regelt. Es wird in den sogenannten
„Langerhansschen Inseln“ in der Bauchspeicheldrüse gebildet und je nach Bedarf an die Blutbahn abgeben. Dabei reagiert die Drüse auf den Blutzuckerwert. Normalerweise wird, sobald nach Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel ansteigt, genügend Insulin ausgeschüttet um diesen zu senken und damit in der Norm zu halten. Der Blutzuckerspiegel sollte nüchtern zwischen 80 und 110 mg/dl liegen. Nach Nahrungsaufnahme ist ein Wert der nicht über 145 mg/dl beträgt als normal zu werten. Diabetes liegt vor, wenn wiederholt Blutzuckerkonzentrationen nüchtern > 126 mg/dl und nach einer Gabe von 75 g Traubenzucker > 200 mg/dl nachweisbar sind.
Bei einer starken Blutzuckererhöhung wird die sogenannte Nierenschwelle (ungefähr bei 180mg/dl) überschritten und Zucker erscheint im Urin. Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „ honigsüßer Durchfluss“ oder auch „Zuckerharnruhr“. Vermehrter Durst (Zucker braucht Lösungsmittel) und vermehrtes Wasserlassen sind oft die ersten Anzeichen und führen die Patienten zum Arzt.
Sobald es an Insulin mangelt, wird der Zucker nicht mehr richtig im Organismus verteilt, wodurch die Organfunktionen und Leistungsfähigkeit der Körperzellen stark beeinträchtigt werden. Natürlich wollen die Zellen ihr Glucosedefizit ausgleichen und ziehen dazu in der Leber gespeicherte Kohlenhydrate (Glykogen) heran.
Ist diese Energiereserve erschöpft wird ebenfalls in der Leber Eiweiß in Zucker umgewandelt. Hierdurch wird jedoch der Eiweißstoffwechsel gestört und die Zellen angegriffen. Darüber hinaus wird der Zucker nur unvollständig verwertet und teilweise über die Niere ausgeschieden. Der Verlust an Eiweiß und Energie führt schließlich zu Muskelschwund und Gewichtsabnahme.
Die zur Energieversorgung bereitgestellten Fettreserven können bei Zuckermangel in der Leber ebenfalls nur unzureichend verstoffwechselt werden. Durch den fehlgeleiteten Fettabbau entstehen die sogenannten Ketonkörper, die das Blut übersäuern, im Harn ausgeschieden werden und dort als Aceton messbar sind.
Ihr Nachweis zeigt ein fortgeschrittenes Stadium der Krankheit an. Charakteristisch ist auch der süßliche Geruch der Atemluft nach Aceton.
primäre und sekundäre Diabetisformen
Es lassen sich primäre und sekundäre Diabetesformen unterscheiden.
Sekundäre Diabetesformen:
Diese Formen von Diabetes treten in Folge von verschiedenen Erkrankungen auf.
Es sind dies Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Zustand nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse, chronische Lebererkrankungen, Eisenspeicherkrankheit oder Erkrankungen die mit einer gesteigerten Produktion von Hormonen einhergehen welche den Blutzuckerspiegel erhöhen (Gegenspieler von Insulin). Auch während der Schwangerschaft kann sich bei entsprechender Veranlagung eine diabetische Stoffwechsellage entwickeln.
Primäre Diabetesformen:
Typ-1-Diabetes
Dieser Diabetestyp ist durch verminderte Insulinabgabe oder vollständigen Insulinmangel gekennzeichnet. Zu Beginn der Erkrankung werden infolge einer Entzündung insulinproduzierende Zellen zerstört. Die Insulinproduktion kommt ganz oder teilweise zum Erliegen. Ursache ist wahrscheinlich eine Fehlfunktion des Immunsystems.
Dieser Diabetestyp beginnt vorwiegend im Jugendalter (auch bereits bei Kindern), aber auch im Erwachsenenalter. Der Beginn ist rasch und merkbar. Übergewicht besteht selten. Der Blutzucker ist erhöht und oft stark schwankend. Der Insulinspiegel im Blut ist zu niedrig. Es besteht die Gefahr einer Ketose ( Übersäuerung). Eine Behandlung mit Insulin ist immer erforderlich. Richtige Ernährung ist notwendig, siehe Ernährungsempfehlungen
Typ-2-Diabetes
Dieser Diabetestyp ist gekennzeichnet durch verminderte Insulinwirkung. Das vorhandene Insulin ist nicht in der Lage den Zucker in die Zellen zu schleusen, der Zucker bleibt im Blut und der Blutzucker steigt an. Ursache kann auch eine verminderte Insulinabgabe sein. Diese Diabetesform beginnt vorwiegend im mittleren und höheren Alter und zwar zunächst langsam und oft unbemerkt. Sehr häufig liegt Übergewicht vor. Der Blutzucker ist erhöht aber selten schwankend. Der Insulinspiegel im Blut ist zu Beginn meist normal oder erhöht. Der Typ-2-Diabetiker neigt zu hohen Blutfettwerten. Eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten ist meistens wirksam. Insulinbehandlung zu Beginn der Erkrankung nicht erforderlich.
Eine angepasste, richtige Ernährung ist erforderlich und manchmal als einzige Behandlung ausreichend
Ernährungstherapie bei Diabetis mellituts
Die Ernährungstherapie ist prinzipiell für alle Diabetestypen gleich und hat den Ausgleich des diabetischen Stoffwechseldefektes zum Ziel. Kombiniert wird die Ernährung mit körperlicher Aktivität und je nach Notwendigkeit mit blutzuckersenkenden Medikamenten oder Insulingaben. Beim Typ-2-Diabetes ist Ernährungstherapie manchmal als alleinige Behandlung ausreichend.
Man verhindert damit das Auftreten akuter (zum Beispiel Unterzuckerung) und chronischer (Nervenschäden, Gefäßveränderungen an Augen und Nieren, diabetischer Fuß, Herzinfarkt, Schlaganfall) Komplikationen. Die Entwicklung von Folgeschäden hängt wesentlich von der Güte einer langfristigen optimalen Stoffwechseleinstellung ab.
Zielwerte der Stoffwechseleinstellung:
Blutglucose nüchtern: 80 – 110 mg/dl, nach Nahrungsaufnahme bis 145 mg/dl.
HbA1 unter 8,0%.
Nüchternblutzucker und den Blutzucker nach Nahrungsaufnahme kann der Diabetiker selbst mit Hilfe von Blutzuckermessgeräten feststellen. Dies ist allerdings nur eine Momentaufnahme und der Blutzucker kann im Laufe des Tages erheblichen Schwankungen unterliegen. Deshalb wird in bestimmten Abständen ein Langzeitparameter ermittelt, der sogenannte HbA1. HbA1 bedeutet Hämoglobin A1. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen und in Abhängigkeit von der Höhe des Blutzuckerspiegels lagern sich Glukosemoleküle an. Man spricht von Glykosylierung. Beim Stoffwechselgesunden mit stets normalen Blutzuckerwerten beträt der HbA1 bis zu 7%, bei schlecht eingestellten Diabetikern können Werte von 16% und mehr erreicht werden. Entsprechend der Lebensdauer der roten Blutkörperchen von 120 Tagen ist dieser Wert somit ein Indikator für die Stoffwechsellage in den letzten Wochen und Monaten.
Weitere Ziele sind: Harnglucose 0%, Serumcholesterin unter 200mg/dl, HDL > 40mg/dl, Triglyceride unter 150mg/dl, Body Mass Index bei Frauen 19 bis 24 bei Männern 20 bis 25 , Blutdruck unter 140/90 mmHg
Bei Insulinpflichtigen Diabetikern wird versucht, eine möglichst gute Anpassung zwischen Nahrungsaufnahme und Insulingabe zu erreichen. Man will damit Unter- bzw. Überzuckerung vermeiden. Die Mahlzeiten müssen zeitlich von ihrer Zusammensetzung her geplant werden.
Bei übergewichtigen Diabetikern ist die Gewichtsreduktion das Hauptziel der Ernährungstherapie. Die Verteilung der Nahrung über den Tag und die Menge der Nahrung ist auch abhängig von der körperlichen Aktivität. Reichen diese Maßnahmen nicht aus werden auch blutzuckersenkende Medikamente eingesetzt und die Mahlzeiten müssen dieser Therapie angepasst werden.
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