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Hämorrhoiden
Synonyme
Hämorriden, Enddarmkrampfadern, Hämorrhoidalleiden
veraltet: blinde/goldene Adern
häufige Tippfehler: Hämoriden, Hämorhoiden
englisch: hemorrhoids
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Definition
Der Ausdruck „Hämorrhoiden“ bezeichnet in der Umgangssprache die krankhafte Schwellung bzw. krampfaderartige Veränderung des im Enddarm liegenden Gefäßgeflechts, dem Plexus haemorrhoidalis.
Dieses „Venenkissen“ ist ringförmig vor dem Schließmuskel angeordnet. Die Aufgabe der Hämorrhoiden ist im Normalzustand der Feinverschluss des Afters, sie wirken wie ein Schwellkörper. Bei Stuhldrang schwillt der Plexus haemorrhoidalis an und unterstützt so den Schließmuskel.
Von Hämorrhoiden spricht man, wenn diese Gefäße dauerhaft und über das normale Maß hinaus angeschwollen sind und bleiben. Man kann Hämorrhoiden in vier Schweregrade, je nach Größe und Symptome, einteilen.
- Grad 1 bezeichnet kaum erkennbare, geringfügige Schwellungen der Venen, die von außen nicht sichtbar sind und sich oft wieder ohne Therapie zurückbilden.
- Grad 2 bezeichnet sichtbar vergrößerte Hämorrhoiden, die beim Pressen nach außen verlagert werden, im entspannten Zustand jedoch im Inneren liegen.
- Hämorrhoiden 3. und 4. Grades sind massiv vergrößert und ragen sichtbar aus dem Enddarm hinaus, wobei sich Hämorrhoiden 4. Grades auch nicht mehr nach innen drücken lassen.
Häufigkeitsverteilung
Bei 70% aller Erwachsenen über 30 Jahren sind bei einer entsprechenden proktologischen Untersuchung Hämorrhoiden feststellbar. Allerdings verursachen diese oft keine Symptome und sind daher nicht therapiebedürftig.
Es sind mehr Männer als Frauen betroffen und zwar im Verhältnis 2:1. Das Durchschnittsalter des Patienten mit Hämorrhoiden beträgt 50 Jahre.
Pro 100.000 Einwohner ergeben sich jedes Jahr 1.000 Neuerkrankungen (Inzidenz).
Ursachen
Hämorrhoiden bilden sich meist ab dem 30. Lebensjahr auf Grund von Degenerationserscheinungen der elastischen Fasern innerhalb des Gefäßgeflechts. Durch diese natürlichen Vorgänge können sich die Wände des Gefäßkissens nicht mehr auf ihre normale Größe zurückbilden, wenn kein Stuhldrang vorhanden ist.
Weitere Ursachen sind außerdem chronische Verstopfung bzw. das daraus resultierende häufige und intensive Pressen beim Stuhlgang, sowie eine häufige erhöhte Spannung des Analschließmuskels, beispielsweise durch häufiges Einhalten des Stuhls.
Desweiteren kann das regelmäßige Einnehmen von Abführmitteln die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen. Ursache hierfür ist dann das stärkere Pressen beim Stuhlgang, wenn keine Abführmittel eingenommen wurden.
Außerdem sind Menschen mit einer sitzenden Tätigkeit einem höheren Risiko an Hämorrhoiden zu erkranken ausgesetzt als Menschen, die häufiger stehen oder laufen. Auch hier ist die Ursache letztendlich ein dauerhafter Druck auf die Venen und Arterien der Hämorrhoiden.
Sehr häufig treten Hämorrhoiden auch während einer Schwangerschaft auf. Verantwortlich hierfür kann unter anderem die auflockernde Wirkung der Hormone auf das Bindegewebe gemacht werden.
Wichtig ist jedoch zu wissen, dass Hämorrhoiden nie von heute auf morgen auftreten. Sie entstehen innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten und die Veranlagung wird genetisch vererbt.
Diagnose
Nach dem Feststellen der klassischen Symptome wie hellrotem Blut auf dem Toilettenpapier oder Stuhl und gegebenenfalls Juckreiz und/oder Schmerzen im Analbereich, wird der Arzt eine Spiegelung des Afters (Anoskopie) vornehmen und den Enddarm mit den Fingern austasten. Hier lassen sich meist die Hämorrhoiden sehen oder tasten. Hämorrhoiden 2. und 3. Grades drücken sich außerdem beim Pressen sichtbar nach außen.
Meist reichen diese Untersuchungen zur Stellung einer Diagnose bereits aus, denn wie bereits geschildert leiden fast alle Menschen im höheren Alter an Hämorrhoiden.
Falls jedoch eine starke Blutung aufgetreten ist oder andere Umstände, beispielsweise eine familiäre Vorbelastung oder Begleitsymptome, einen eventuell bösartigen Tumor in Betracht kommen lassen, wird dieser Verdacht durch die Durchführung einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie) oder einer Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) ausgeschlossen. Außerdem kann hier eine Röntgenaufnahme nach dem rektalen Einbringen von Kontrastmittel nötig sein, die dann eventuelle tumoröse Verengungen des Darmlumens deutlich sichtbar macht.
Prophylaxe
Vollständig kann die Entstehung von Hämorrhoiden auch beim Einhalten aller Vorsichtsmaßnahmen nicht vermieden werden. Die Veranlagung zu einem Hämorrhoidalleiden ist erblich bedingt und hängt auch mit den natürlichen Degenerations- und Abbauprozessen während des Alterns zusammen.
Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich das Fortschreiten des Hämorrhoidalleidens durch eine bewusste Ernährung und geregelten Stuhlgang heraus zögern lässt. So ist beispielsweise ausreichendes Trinken und eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung von Nöten um dem Stuhl eine optimale Beschaffenheit zu verleihen und damit Verstopfungen vorzubeugen.
Abführmittel sollten, wenn überhaupt nötig, nur für einen begrenzten kurzen Zeitraum eingenommen werden. Die Gewöhnung an Abführmittel führt zu einem Teufelskreis aus Verstopfung und Dosiserhöhung, so dass diese Maßnahme für die Vermeidung von Hämorrhoiden kontraproduktiv ist. Besser für die Erweichung des Stuhls eigenen sich natürliche Quellmittel wie etwa Leinsamen.
Wie bereits erwähnt ist ebenfalls eine sorgfältige Analhygiene einzuhalten um Hämorrhoiden bzw. deren Weiterentwicklung zu vermeiden. So können regelmäßige Sitzbäder (Kamille o.ä.), sowie das Säubern des Afters nach dem Toilettengang mit lauwarmem Wassern und anschließendem Trockentupfen (anstelle der Verwendung von festem Toilettenpapier) förderlich sein.
Während des Toilettengangs sollte darauf geachtet werden nicht zu heftig und zu lange zu pressen. Durch den erhöhten Druck wird die Entstehung von Hämorrhoiden gefördert.
Regelmäßige Bewegung, beispielsweise Fahrrad fahren, schwimmen, Gymnastik oder Yoga, stellen einen wichtigen Ausgleich zum häufigen Sitzen dar, regen die Darmtätigkeit an und wirken sich positiv auf die Vermeidung von Hämorrhoiden aus. Außerdem wird durch moderaten Sport Übergewicht vermieden, welches auch einen Risikofaktor für die Entstehung von Hämorrhoiden darstellt.
Prognose
Im Regelfall lassen sich Hämorrhoiden durch Medikamente oder operativ sehr gut und effizient behandeln. Je früher die Hämorrhoiden behandelt werden, desto einfacher und schneller führt die Therapie zur Besserung. Oftmals scheuen sich jedoch Patienten mit ihren Symptomen einen Arzt aufzusuchen, daher erscheinen die meisten Patienten erst in einem relativ späten Stadium zur Untersuchung.
Es kann ebenso nach erfolgreicher Behandlung zu Rezidiven, also dem Wiederauftreten der Hämorrhoiden kommen.
Nach den operativen Eingriffen kann es zu Blutungen, Wundinfektionen und Problemen beim Wasserlassen kommen. In seltenen Fällen kann durch den chirurgischen Eingriff eine Analstenose (also Verengung) entstehen oder gar die Funktion des Analschließmuskels beeinträchtig werden, was eventuell einen weiteren chirurgischen Eingriff zur Wiederherstellung desselben nötig macht.
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