Inhalt:
Operative Möglichkeiten bei einem Meniskusriss
Synonyme im weiteren Sinne
Meniskusläsion, Meniskusriss, Meniskusruptur, Meniskusschaden, Arthroskopie, Schlüssellochchirurgie, Schaden am Meniskus
Definition
Zur Therapie einer Meniskusläsion, bzw. eines Meniskusrisses, können verschiedene Optionen in Erwägung gezogen werden. Dabei sind neben der Art des Schadens und der Lokalisation des Risses immer auch die individuellen Begebenheiten, wie Alter sowie berufliche und/oder sportliche Ambitionen Ausschlag gebend.
Hinweis
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Operation
Da man dem Meniskus als solches früher nur wenig an Bedeutung zukommen ließ, war es weit verbreitet den Meniskus im Falle eines Risses total zu entfernen. Man bezeichnet dies in der Medizin als Meniskektomie.
Da der Meniskus allerdings wichtige Funktionen, wie beispielsweise Stabilisierung, Knorpelernährung und Knorpelschutz für das Kniegelenk übernimmt, weiß man heute, dass eine Meniskektomie nicht in jedem Fall angebracht ist und die Möglichkeit der Entstehung einer Kniegelenkarthrose um ein Vielfaches erhöht.
Unter anderem aufgrund dieser für das Kniegelenk wichtigen Funktionen versucht man mittlerweile, den Meniskus möglichst in seiner ursprünglichen Form zu erhalten. Der Meniskus wird daher entweder mit einer so genannten Meniskusnaht genäht oder durch ein Ersatzprodukt, welches auf Kollagen basiert, neu heran gebildet.
Nachfolgend sind verschiedene Therapieformen aufgelistet. Welche Therapieform für Sie in Frage kommt, ist – wie bereits oben erwähnt – von den individuellen Begebenheiten abhängig. Der behandelnde Arzt kennt diese individuellen Begebenheiten und kann – unter Ihrer Mithilfe – die für sie beste Therapieform einleiten.
- Konservative Therapie
Eine konservative Therapie in Form einer Ruhigstellung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Dafür muss gewährleistet sein, dass die Länge des Längsrisses nicht länger ist als 1 cm. Eine Ruhigstellung erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen und ist häufig ohne eine operative Therapie nur wenig Erfolg versprechend.
Nur bei einem frischen Riss in der gut mit Gefäßen versorgten Außenzone (siehe Bild unten Durchblutungszonene), ist eine konservative Therapie möglich in Form von Schienenlagerung und abschwellenden Maßnahmen für einige Tage möglich.
- Operative Therapie
Mit Hilfe einer Arthroskopie lassen sich Schädigungen am Meniskus nachweisen.
- Der Vorteil einer Arthroskopie besteht darin, dass bei einem sichtbaren Schaden sofort operativ eingegriffen werden kann. Die arthroskopische Operation wird häufig auch als Schlüsselloch – Operation bezeichnet, da große Einschnitte (Wunden) vermieden werden und im Prinzip auf kleinstem Raum eingegriffen wird.
- Teilweise Entfernung des Meniskus (Teilresektion)
Basisferne Teile des Meniskusses werden nicht über Blutgefäße, sondern durch die Gelenkflüssigkeit versorgt. Treten in diesen basisfernen Bereichen nun Risse, wie beispielsweise der Korbhenkelriss auf, so können diese Teile nicht mehr anwachsen. Die Gelenkfunktion und die –stabilität sollen allerdings möglichst erhalten bleiben, so dass man hier eine so genannte Teilresektion vornimmt.
Auch bei Rissen, die in Folge des Alterungsprozesses und somit des Verschleißes auftreten (= Meniskusdegeneration) wird in der Regel eine solche Teilresektion (= Teilmeniskektomie) durchgeführt. Im Rahmen dieses Eingriffes werden die abgestorbenen Teile des Meniskusses entfernt. Ziel eines solchen Eingriffes ist stets die Erhaltung des Meniskusrestes und die Vermeidung der Entstehung neuer Risse. Dies bedeutet, dass so viel Meniskus wie nötig entfernt wird, so dass keine schadhaften, abgestorbenen Teile im Meniskus enthalten bleiben. Es bedeutet aber auch, dass so wenig wie möglich vom Meniskus entfernt wird. Schließlich werden dem Meniskus – wie bereits oben erwähnt – wichtige Funktionen zugeschrieben.
Im Falle einer Meniskusteilentfernung kann nach der Operation in der Regel sofort belastet werden. Nach dem Eingriff wird meistl eine physiotherapeutische Nachbehandlung verordnet. Auch ein Übungsprogramm für ein eigenständiges Training soll die Beweglichkeit und die Heilung fördern. Gehstützen sind nach dem Eingriff in der Regel nicht notwendig. Dies ist allerdings vom Patienten und seiner individuellen Sicherheit beim Gehen abhängig.
- Die Naht des Meniskus
Handelt es sich beim Meniskusriss um einen so genannten basisnahen Riss (siehe Rissformen des Meniskus) und / oder handelt es sich um einen jungen Patienten, so sollte zunächst entschieden werden, ob eine Naht des Meniskus möglich erscheint oder ob Meniskusteile operativ entfernt werden müssen.
Wie bereits oben erwähnt, ist die Durchblutung des Meniskus in einigen Teilbereichen recht schlecht, so dass eine Heilung ohne jeglichen Eingriff in der Regel unmöglich erscheint. Die Abbildung links zeigt das Durchblutungsverhältnis des Meniskus. Man erkennt, dass nur die kapselnahen Anteile gut durchblutet sind und somit eine gute Heilungspotenz und –chance (rote Zone im rechten Abbild) besitzen. Man kann somit sagen, dass eine Heilung in der Regel nur in der der roten, begrenzt auch in der rot-weißen Zone möglich erscheint und Risse in der weißen Zone fast immer im Rahmen einer Teilentfernung behoben werden müssen. Der hintere Anteil des Innenmeniskus ist verhältnismäßig häufig von Rissbildungen betroffen, Teilmeniskektomien werden hier in der Regel sehr gut vertragen.
Darüber hinaus sollte man wissen, dass der Außenmeniskus für die Verteilung des Druckes sehr entscheidend ist und eine Erhaltung stets im Vordergrund stehen sollte.
Im Falle einer Meniskusnaht stehen zwei verschieden Möglichkeiten zur Verfügung.
Diese sind:
1. Die Meniskusnaht, entweder mit so genannten resorbierbaren (= sich selbst auflösenden) oder nicht resorbierbaren Fäden.
2. Die Meniskusnagelung mit resorbierbaren (= sich selbst auflösenden) Pfeilen, den so genannten Arrows.
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Bei beiden Eingriffen werden zunächst die Wundränder „aufgefrischt“. Dieses bedeutet, dass man die Ränder vom Meniskusriss aufraut, um Gefäße zu öffnen und somit die Nährstoffversorgung zu verbessern und Wachstumsfaktoren in diese Bereiche gelangen zu lassen.
Eine gezielte Blutung ist somit eine Grundvorraussetzung für eine gute Heilung!
Im Rahmen der Meniskusnaht wird dann ein Faden u-förmig durch Meniskus und Gelenkkapsel (von innen nach außen) geführt. In Fällen, in denen der Riss relativ weit hinten angesiedelt ist, lässt sich aufgrund der vielen Nerven und Gefäße eine Verletzung nicht ausschließen. Unter Umständen könnte sogar der Faden der Meniskusnaht auch aus der Kniekehle heraus reichen. In diesen Fällen bevorzugt man die oben geschilderte 2. Methode, die so genannte Meniskusnagelung. Hierbei werden abgerissene Meniskusteile mit resorbierbaren Pfeilen (Arrows, Biofix, etc.) fixiert.
Die Nachbehandlung nach einer Meniskusnaht oder -nagelung gestaltet sich aber um einiges langwieriger als bei der Teilresektion: Es muss mit einer 6-wöchigen Nachbehandlung gerechnet werden.
Je nach individuellen Begebenheiten und besonders auch je nach Art des Berufes muss von einer etwa 2 bis 8-wöchigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Dabei wirkt sich die mögliche Beanspruchung im Rahmen des Berufes auf die Arbeitsunfähigkeit verlängernd aus.
Die Art und Weise der Nachbehandlung kann unterschiedlich gestaltet werden, es gibt diesbezüglich unterschiedliche Expertenmeinungen.
1. Ruhigstellung durch Gips mit Ent- oder Teilbelastung
2. Frühfunktionelle Nachbehandlung
Während man früher die Ruhigstellung durch Gips bevorzugte, entscheidet man sich heute in der Regel eher für die so genannte „frühfunktionelle Nachbehandlung“.
Diese impliziert:
- Eine Teilbelastung durch eine Schiene über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen.
- Kräftigung der Muskulatur durch Anspannungsübungen und Krankengymnastik.
- In der Regel kann dann ab der 9. Woche eine Beugung bis zu 120° bei freier Streckung erreicht werden.
- Sport kann nach circa 6 Monaten angedacht werden.
- Totale Entfernung des Meniskus (Meniskektomie)
Heutzutage wird nur noch bei sehr ausgedehnten Meniskusschäden eine totale Entfernung veranlasst. Man will vermeiden, dass der „Puffer“ zwischen den beiden knöchernen Gelenkanteilen entfernt wird, da man durch Untersuchungen herausgefunden hat, dass dadurch die Entstehung einer frühzeitigen Arthrose (= Abnutzungserscheinungen im Gelenk) mitbedingt wird.
- Needling (Vaskularisierung durch Anbringen von Gefäßkanülen)
Dieses Verfahren verwendet man hauptsächlich bei so genannten Grad-II Läsionen, vor allem aber auch bei Teileinrissen im Bereich der Meniskusbasis. Erkrankte Meniskusteile werden operativ mit einer Hohlnadel „gestichelt“. Hierdurch soll das Einsprossen neuer Blutgefäße erreicht und somit die Heilung gezielt gefördert werden.
- Meniskustrimming Anfrischen der Meniskusoberfläche
Wie bereits im Rahmen der Meniskusnaht geschildert, werden die Wundränder „aufgefrischt“. Dies geschieht in der Regel durch motorgetriebene Fräsen. Ziel ist die Regeneration des Meniskusgewebes oder das Erreichen einer narbigen Ausheilung. Diese Technik findet auch häufig in Kombination mit einer Resektion statt.
Prognose
Bei reinen Meniskusteilentfernungen erreicht der Patient in der Regel rasch (nach 3 - 6 Wochen) wieder seine ehemalige Arbeits- und Sportfähigkeit. Nach Meniskusnähten beginnt die Sportfähigkeit nicht vor 12 - 16 Wochen postoperativ, besser 6 Monate. Die Arbeitsfähigkeit richtet sich nach den Beanspruchungen im Beruf.
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Weiterführende Informationen
- Anatomie Kniegelenk
- Anatomie Kniescheibe
- Arthrofibrose
- Arthroskopie
- Bandverletzung im Kniegelenk
- Baker-Zyste
- Kniearthrose
- Knieprothese
- Kniescheibenbruch
- Kniescheibenluxation
- Meniskus
- Meniskusriss
- Morbus Osgood-Schlatter
- O-Beine
- Oberschenkelknochen
- Patellaspitzensyndrom
- Schienbein
- Shelf-Syndrom
- Wadenbein
- X- Beine
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