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Alterszahnmedizin

Einleitung

Die Bevölkerungsstruktur hat sich in den letzte Jahren grundsätzlich gewandelt. Es gibt immer mehr ältere Menschen. Dies hat nicht nur einschneidende Auswirkungen auf die sozialen Verhältnisse zur Folge, sondern schafft auch für die zahnärztliche Tätigkeit neue Bedingungen. So muss sich der Zahnarzt in vermehrten Ausmaß mit der Behandlung von Patienten im höheren Lebensalter einstellen. Neben den physiologischerweise auftretenden organischen Veränderungen des Kauorgans, zeigen sich auch körperliche und geistige Abbauerscheinigungen. Daher spielt in der zahnärztlichen Praxis die Alterszahnheilkunde (Gerontostomatologie ) eine immer größere Rolle.

Anatomische Veränderungen im Alter

Die Farbe der Zähne verändert sich mehr zu dunkleren Tönen. Dies ist vorwiegend eine Folge der Umwandlungen im Dentin durch Verengung der Dentinkanälchen und der Pulpenhöhle. Hinzu kommen Ablagerungen im Schmelz durch Tabak, Rotwein und verschiedene Medikamente. Auch wird der Zahnschmelz durch Verringerung organischer Anteile spröder. Jahrelange Abrasion führt zu Veränderungen der Kauflächen, gefördert durch Zähneknirschen, Pressen und schlechte Kaugewohnheiten. Aber auch am Zahnhals und im Wurzelbereich ergeben sich Veränderungen hinsichtlich Verfärbungen und anatomischer Form.

Am Zahnfleisch kommt es zum Zurückgang infolge des Knochenabbaus. Die Keratinschicht des Zahnfleisches verändert sich und ist so anfälliger gegen den Eintritt von Bakterien. Dies trifft auch auf die Mundschleimhaut zu, deren Epithelschicht dünner wird.

Das Drüsengewebe der Speicheldrüsen verringert sich zu Gunsten von Fettzellen. Dies führt zu einer Verringerung der Speichelproduktion, was wiederum zu einem höheren Kariesrisiko führt. Da im Alter mehr weiche Kost genossen wird, kommt es auch dadurch zu einer geringeren Stimulation der Speicheldrüsen. Medikamente spielen im höheren Alter ebenfalls eine größere Rolle und können - wie etwa Psychopharmaka - zu einer verringerten Speichelproduktion führen.

Mundhygiene im Alter

Prinzipiell sind die Grundpfeiler der Karies - und Parodontalprophylaxe bei jüngeren und älteren Menschen identisch. Dies betrifft sowohl die Ernährung, die Fluoridierung und die regelmäßigen Besuche beim Zahnarzt, Allerdings ergeben sich anhand der anatomischen Veränderungen unterschiedliche Voraussetzungen für die Mundhygiene beim älteren Menschen. Vor allem das Vorhandensein prothetischer Versorgungen sorgt für neue Grundlagen für die Mundhygiene. Dazu kommt eine gewisse Indolenz älterer Menschen, die in Extremfällen - bei totalem Verzicht auf Mundhygiene und zahnärztlicher Betreuung, - zu schweren Schäden am Kauorgan führen können. Auch geht oft im Alter die manuelle Geschicklichkeit verloren.

Die für eine Mundhygiene notwendigen Hilfsmittel stehen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich nicht von denen, die allgemein im Gebrauch sind. Die Zahnbürste und die Zahnpasta bilden das wichtigste Instrumentarium zur Mundhygiene. Besonders die elektrische Zahnbürste erleichtert durch ihre automatisch durchgeführten Bewegungen die Zahnreinigung. Schwieriger ist die Anwendung von Zahnseide da dazu eine gewisse Geschicklichkeit nötig ist. Interdentalbürsten und Zahnhölzer bieten eine gute Alternative. Zahnstein an Prothesen kann nur vom Zahnarzt entfernt werden. Weiche Beläge werden mit Prothesenreinigungsmitteln und speziellen Prothesenreinigungsbürsten entfernt und gleichzeitig desinfiziert.

Folgen mangelhafter Mundhygiene

Durch den Rückgang des Zahnfleisches entstehen größere Zahnzwischenräume, die den Ansatz vom Zahnbelag begünstigt. Werden sie nicht entfernt, kann es zur Ausbildung von Zahnhals- und Wurzelkaries kommen. Dies trifft auch auf die in den meisten Fällen getragenen prothetischen Versorgungen zu. Insbesondere Prothesen mit Klammern bieten durch ihre Nischen gute Ansatzpunkte für Zahnbeläge. Deshalb ist auch die Prothesenreinigung wichtig, um das Restgebiss zu erhalten. Eine ungereinigte Prothese führt auch zu Schädigungen der Mundschleimhaut und begünstigt die Schäden am Zahnhalteapparat. Ist der Patient nicht in der Lage selbst die notwendigen Maßnahmen durchzuführen, ist es Aufgabe des Pflegepersonals dafür zu sorgen, dass die restlichen Zähne möglichst lange erhalten werden können.

Zusammenfassung

Die Alterszahnheilkunde bekommt infolge der höheren Lebenserwartung einen immer wichtigeren Stellenwert. Bei der Versorgung älterer Patienten müssen die im Alter geänderten anatomischen Verhältnisse bei der Therapie berücksichtigt werden. Der Mundhygiene kommt eine große Bedeutung zu, insbesondere dann, wenn eine prothetische Versorgung vorliegt. Das Instrumentarium ist vorhanden und muss gegebenenfalls durch Pflegepersonal angewendet werden.

 

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Qualitätssicherung durch: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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