Augapfelprellung

Prellungen des Augapfels können zur Infektion des Auges führen.

Synonyme

Augenprellung, stumpfes Bulbustrauma, Contusio bulbi

Definition

Durch stumpfe Gewalteinwirkung im Bereich des Augapfels (Bulbus) oder der Augenhöhle (Orbita) kommt es zur Augapfelprellung.

Häufigkeitsverteilung

Unterteilung in leichte, kräftigere, schwere Augapfelprellungen und Augapfelriss (Augapfelruptur). Dieser ist jedoch sehr selten.

Ursachen

Die Prellung des Augapfels erfolgt zum Beispiel durch Faustschlag, Schneeballwurf, Sektkorken, in der Landwirtschaft durch Kuhornstöße, beim Holzhacken durch wegspringende Holzscheite oder beim Rasenmähen durch Steine, bei Stürzen in alkoholisiertem Zustand (durch Fehlen der Schutzreflexe), aber auch durch Sportverletzungen wie durch einen Tennisball, Golfball oder Squashball.

Symptome

Es kommt zu Schmerzen und, abhängig vom Schweregrad der Prellung, zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Vorübergehend sind Doppelbilder möglich.
Es tritt eine Rötung und Schwellung der Augenlider auf und es ist eine Schwellung der Augenumgebung zu beobachten, das sogenannte „Veilchen“.

Auch die Bindehaut (Konjuktiva) kann betroffen sein, sodass ein Öffnen der Augen zum Teil nicht mehr möglich ist. Durch Einblutungen ins Augeninnere kann es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks, einem Abriss der Regenbogenhaut (Iris), einer Netzhautablösung, einer Linsentrübung oder auch einer Linsenverlagerung kommen.
Ebenso kann eine Augapfelprellung zu Knochenbrüchen (Frakturen) der knöcherenen Augenhöhle (Orbita) kommen.

Am häufigsten ist dabei der Boden der Augenhöhle betroffen, der sehr dünn ist und somit am leichtesten bricht („Blow out Fraktur“). Bei dieser Fraktur ist die Augapfelbeweglichkeit eingeschränkt und man sieht Doppelbilder.Oft ist die Pupille nicht mehr rund, da der Muskel, der für die Verengung der Pupille verantwortlich ist (Irissphinkter), geschädigt und nicht mehr funktionstüchtig ist. Die Anpassung auf unterschiedlichen Lichteinfall ist hierdurch nicht mehr vollständig möglich.Wenn die Linse beteiligt ist, kann eine Augenprellung zu einer sogenannten Kontusionsrosette führen. Diese ist durch eine sternförmige Rindentrübung der Linse zu erkennen.Auch ist eine Verdrehung der Linse aus ihrer gewöhnlichen Position möglich (Linsenluxation).

Therapie

Im schlimmsten Fall einer Augapfelprellung muss mit Antibiotika behandelt werden.

Der erhöhte Augeninnendruck wird mit Medikamenten gesenkt und durch stetige Nachuntersuchungen kontrolliert. Netzhautverletzungen werden meist mit Laseroperationen behandelt.
Kleinste Verletzungen des Augenhintergrunds entstehen teilweise erst nach einigen Tagen, daher ist eine Nachuntersuchung nach 7 bis 10 Tagen nach dem Unfall notwendig.

Dazu wird die Pupille medikamentös weitgestellt, um die Untersuchung der Netzhaut (Retina) zu erleichtern. Die schwerste Form der Augapfelprellung, die Augapfelruptur (Augapfelriss), muss so schnell wie möglich operativ versorgt werden und mit Antibiotika behandelt werden, um einer Augeninfektion (Entzündung) vorzubeugen. Bei Knochenbrüchen der Augenhöhle ist eine Abklärung mit Röntgenbild und meist anschließende Operation mit Einbringung von Knochenplatten aus Metall notwendig.

Prophylaxe der Augapfelprellung

Konsequentes Tragen von Schutzbrillen (auch beim Sport), Gurt und Airbag im Auto, Sektflaschen beim Öffnen vom Gesicht weghalten, Gewaltvermeidung.

Prognose

Eine möglichst schnelle Vorstellung in einer Augenklinik oder Augenarztpraxis ist entscheidend für den Erfolg der Therapie einer Augapfelprellung.
Meist kann die Sehkraft zumindest teilweise oder sogar vollständig erhalten werden und nur bei sehr schweren Verletzungen ist mit Blindheit oder starker Seheinschränkung trotz Operation zu rechnen. Teilweise können weitere operative Eingriffe notwendig sein, um im Verlauf eine Optimierung des Sehvermögens zu erreichen.
Blutungen oder Risse im Bereich der Makula (Sehzentrum, Stelle des schärfsten Sehens, am Augenhintergrund) und eine Verletzungen des Sehnervs bewirken meist eine deutliche dauerhafte Sehminderung. Auch muss in den Jahren nach dem Unfall regelmäßig der Augeninnendruck kontrolliert werden, da dieser sich verzögert erhöhen kann.
Eine Netzhautablösung oder Linseneintrübung (grauer Star, Katarakt) ist zeitversetzt zum Unfall möglich. Mögliche Folgeschäden einer Augapfelprellung sind auch Leseschwierigkeiten und damit zusammenhängende Kopfschmerzen, eine verbliebene erweiterte Pupille und eine daraus resultierende Lichtempfindlichkeit.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.11.2016
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