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Augentropfen gegen eine Allergie

Einleitung

Allergien wie Heuschnupfen gehen häufig mit störenden Symptomen im Bereich der Augen einher. Juckreiz sowie tränende gerötete Augen können den Alltag deutlich beeinträchtigen. Daher gibt es verschiedene Augentropfen-Präparate, die zu einer Linderung dieser Beschwerden beitragen können. Sie enthalten verschiedene antiallergische Wirkstoffe. Die meisten von ihnen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Diese Wirkstoffe helfen gegen die Allergie

Verschieden Wirkstoffgruppen werden zur Behandlung allergischer Symptome am Auge in Form von Augentropfen eingesetzt.

  1. Eine typische Wirkstoffgruppe sind die sogenannten Mastzellstabilisatoren. Bei einer Allergie kommt es im Körper durch eine Aktivierung des Immunsystems zur Aktivierung von sogenannten Mastzellen. Dies führt zu einer Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin, was zur Auslösung der typischen allergischen Symptome führt. Medikamente aus der Gruppe der Mastzellstabilisatoren verhindern die Aktivierung von Mastzellen und dämmen somit die Ausschüttung von Histamin und anderen Botenstoffen deutlich ein. Ein typisches Medikament dieser Gruppe ist Cromoglicinsäure. Der Wirkstoff ist insbesondere in Form von Augentropfen und Nasentropfen zur antiallergischen Behandlung weit verbreitet. Rezeptfrei in der Apotheke erhältliche Präparate, die Cromoglicinsäure oder dem Stoff ähnliche Substanzen enthalten, sind beispielsweise Vividrin ® Augentropfen, CromoHexal ® Augentropfen oder Cromo Ratiopharm ® Augentropfen.
  2. Eine weitere gängige Wirkstoffgruppe zur Behandlung von allergischen Symptomen an den Augen sind Antihistaminika. Sie binden an Histamin-Rezeptoren und dämmen so die Histamin-Wirkung ein. Typische Wirkstoffe, die in Augentropfen enthalten sind, sind beispielsweise Azelastin, Ketotifen oder Levocabastin. Als Augentropfen-Präparate, die Antihistaminika enthalten, sind beispielhaft Vividrin akut ®, Azela-Vision ®, Pollival ®, Zaditen ® und Livocab ® Augentropfen zu nennen.
  3. Seltener kommen zur Behandlung allergischer Augensymptome Cortison-haltige Augentropfen zum Einsatz. Sie enthalten beispielsweise den Wirkstoff Dexamethason. Beispielhaft sei hier das Präparat Dexapos ® genannt.

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So wirken Augentropfen bei einer Allergie

Je nachdem, welcher Wirkstoff in den Augentropfen enthalten ist, unterscheidet sich der Wirkmechanismus der Augentropfen. Allen gemein ist, dass sie die allergischen Symptome am Auge eindämmen.

Wirkstoffe wie Cromoglicinsäure wirken über eine Mastzellstabilisierung. Sie hemmen also die Ausschüttung von Histamin aus den bei der allergischen Reaktion aktiven Mastzellen. Da Histamin der Hauptbotenstoff der Allergiekaskade ist, führt dies zu einer deutlichen Linderung von Allergiesymptomen.

Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika wie beispielsweise Levocabastin oder Azelastin wirken über eine Hemmung der Wirkung von Histamin an bestimmten Histaminrezeptoren. Das im Rahmen der allergischen Reaktion aus Mastzellen freigesetzte Histamin kann also nicht mehr ausreichend an seine Rezeptoren binden. Dies führt dazu, dass Histamin seine allergische Wirkung nicht ausreichend entfalten kann, die allergischen Symptome werden also deutlich weniger.

Cortison-haltige Augentropfen wirken am Auge über verschiedene Mechanismen antientzündlich und lindern so ebenfalls rasch die allergischen Symptome.

Eine Übersicht erhalten Sie hier: Augentropfen und Augensalben

Diese Augentropfen mit Cortison gibt es

Cortison-haltige Augentropfen werden zur Behandlung von allergischen Beschwerden eher zurückhaltend eingesetzt. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Cortison-Präparate bei längerfristiger Anwendung zahlreiche Nebenwirkungen verursachen können. Außerdem stehen zur Behandlung allergischer Symptome am Auge zahlreiche andere Präparate zur Verfügung, die besser verträglich sind.

Cortison-haltige Augentropfen kommen daher in dne meisten Fällen nur bei ausgeprägten allergischen Symptomen zum Einsatz, die nicht ausreichend mit nicht-Cortison-haltigen Präparaten behandelt werden können. Mögliche Wirkstoffe sind Dexamethason und Prednisolon. Beispielhaft seien hier die Präparate Inflanefran forte ®, Pred Forte ®, Dexapos ® und Isoptodex ® genannt.

Erfahren Sie mehr zum Thema unter: Cortisonhaltige Augentropfen

Gibt es Augentropfen mit Cortison rezeptfrei?

Nein. Cortison-haltige Augentropfen sind allesamt rezept- beziehungsweise verschreibungspflichtig. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Anwendung in der Regel nur bei schweren allergischen Symptomen erfolgen sollte und dass bestimmte Kontraindikationen (Gegenanzeigen), wie beispielsweise das Vorliegen eines grünen Stars, beachtet werden müssen. Auch sollte die Anwendung nur über einen begrenzten Zeitraum erfolgen.

Diese verschreibungspflichtigen Augentropfen gibt es

Die meisten antiallergischen Augentropfen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Nur Augentropfen, die Cortison-haltig sind, bedürfen einer Verordnung in Form eines Rezepts. Das hat mit den möglichen Nebenwirkungen, den zu beachtenden Kontraindikationen und der zeitlichen Anwendungsbegrenzung zu tun.

Antiallergische Augentropfen, die Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren enthalten, sind hingegen in aller Regel rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen.

Risiken / Nebenwirkungen von Augentropfen gegen eine Allergie

Die rezeptfrei erhältlichen Augentropfen sind relativ nebenwirkungsarm. Augentropfen, die Cromoglicinsäure enthalten, können zu einem Brennen der Augen und einem Fremdkörpergefühl führen. Augentropfen, die Antihistaminika enthalten, führen ebenfalls gelegentlich zu den genannten Reizerscheinungen am Auge. Extra zu erwähnen ist hier das Präparat Zaditen ®, welches das Antihistaminikum Ketotifen enthält. Neben den genannten Reizerscheinungen am Auge, kann die Anwendung von Zaditen ® Augentropfen laut Beipackzettel zu trockenen Augen, Verschwommensehen,  erhöhter Lichtempfindlichkeit, Bindehautblutungen, Hornhautentzündungen und Hornhautschäden führen. Seltener kommt es zu systemischen, also den ganzen Körper betreffenden, Nebenwirkungen. Zaditen ® kann hier zu Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit sowie Hautausschlag führen.

Augentropfen, die Cortison-Derivate wie Prednisolon oder Dexamethason enthalten, führen ebenfalls insbesondere lokal zu potentiellen Nebenwirkungen. Dazu zählen bei den Cortison-haltigen Augentropfen:

  • trockene Augen
  • entzündete Augen
  • eine Verfärbung der Hornhaut
  • vermehrte Lichtempfindlichkeit
  • verschwommenes Sehen
  • vermehrtes Tränen der Augen
  • Augenschmerzen
  • Juckreiz im Bereich der Augen
  • Fremdkörpergefühl
  • Brennen
  • Augenreizung und –rötung
  • virale oder bakterielle Augeninfektionen
  • Geschwüre im Bereich der Hornhaut (Hornhautulcus)
  • Minderung der Sehschärfe oder Schwierigkeiten beim Scharfstellen
  • Herabhängen des Augenlids (Ptosis)
  • Pupillenerweiterung
  • Linsentrübung
  • Störungen der Geschmacksempfindung
  • Erhöhung des Augeninnendruckes

Letzteres ist Grund dafür, dass Patienten mit einem bekannten grünen Star (Glaukom), also einem erhöhten Augeninnendruck, keine Cortison-haltigen Augentropfen anwenden dürfen. 

Weitere Informationen finden Sie hier: Nebenwirkungen von Cortison

So lange darf ich Augentropfen gegen eine Allergie einsetzen

Bei den rezeptfrei erhältlichen Augentropfen ist die Dauer der Anwendung meist nicht begrenzt. Einige Anbieter geben eine unbegrenzte Anwendungsdauer an, andere Anbieter empfehlen, die Anwendung ohne ärztlichen Rat nicht länger als 6 Wochen vorzunehmen.

Anders bei Cortison-haltigen Augentropfen: Bei einer Anwendungsdauer über 10 Tagen werden regelmäßige Kontrollen der Hornhaut und des Augeninnendrucks empfohlen. Eine Anwendung von mehr als 2 Wochen wird in der Regel ohne erneute ärztliche Konsultation und Therapieabwägung nicht empfohlen.

Augentropfen in Einzeltropfen oder aus der Flasche?

Viele der genannten antiallergischen Augentropfen sind wahlweise als größere Flasche oder in sogenannten Einzeldosis-Ophtiolen erhältlich. Meist enthält eine Packung dann 5 bis 30 solcher Einzeldosen. Sie enthalten nur wenige Tropfen und sind in der Regel zur Einmalanwendung gedacht. Das bedeutet, dass eine Einzeldosis-Ophtiole tatsächlich direkt nach der Anwendung verbraucht werden muss. Das hat damit zu tun, dass in den kleinen Fläschchen keine Konservierungsstoffe enthalten sind. Die Konservierungsstoffe, welche in normalgroßen Flaschen zwingend enthalten sein müssen, dienen unter anderem der Keimabwehr. Ihre Wirkung lässt jedoch mit der Zeit nach.

Der Vorteil von Einzeldosis-Ophtiolen ist also vor allem dann gegeben, wenn die Tropfen nicht unbedingt täglich anwendet werden müssen - beispielsweise bei Menschen mit Heuschnupfen, die nicht täglich unter Augensymptomen leiden, sondern nur gelegentlich. Sie können dann bei Bedarf auch nach einem längeren Zeitraum erneut auf die kleinen Ophtiolen zurückgreifen, ohne dass diese bereits abgelaufen sind. Doch Vorsicht: Auch bei den Einzeldosen gibt es ein Haltbarkeitsdatum das beachtet werden muss.

Die normalgroßen Augentropfen-Flaschen eignen sich somit hingegen eher für Patienten, die über einen bestimmten saisonalen Zeitraum regelmäßig (täglich) unter Augensymptomen leiden. Ist die normalgroße Flasche einmal angebrochen, hält sie sich in der Regel durch die enthaltenen Konservierungsstoffe etwa 4-6 Wochen. Die genaue Haltbarkeit ist in der Packungsbeilage aufgeführt und sollte beachtet werden.

Homöopathische Augentropfen

Neben den genannten schulmedizinischen Wirkstoffen bietet auch die homöopathische Medizin Möglichkeiten, um allergische Symptome im Bereich der Augen zu behandeln. Hier kommt insbesondere ein Präparat, welches in Form von Augentropfen erhältlich ist, zum Einsatz: Die Rede ist von Euphrasia Augentropfen. Sie sind sowohl in Form einer normalgroßen Flasche als auch in Form verschieden großer Einzeldosispackungen erhältlich. Sie enthalten das pflanzliche Mittel Euphrasia (Augentrost). Euphrasis Augentropfen sollten 1-2 Mal täglich in beide Augen gegeben werden. Sie sollen sowohl antientzündlich wirken als auch bei Überbeanspruchung der Augen, beispielsweise durch übermäßige Bildschirmarbeit, lindernd sein. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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