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Augentropfen gegen trockene Augen

Einleitung

Trockene Augen können verschiedene Ursachen haben. Sie können durch eine Allergie ausgelöst sein oder durch Kontaktlinsen. Aber auch eine verminderte Tränenproduktion des Auges kann dafür verantwortlich sein.

Im Normalfall ist es so, dass die Tränendrüsen ständig Tränenflüssigkeit produzieren, die sich wie ein dünner Film über das Auge legt. Ist dies nicht der Fall, so fühlen sich die Augen trocken an und oft besteht ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Auf jeden Fall müssen schwerwiegende Erkrankungen, die eventuell zugrunde liegen können, durch einen Arzt ausgeschlossen werden, deshalb empfiehlt es sich, bei mehreren Tagen anhaltenden trockenen Augen, einen Arzt aufzusuchen. Handelt es sich um eine verminderte Tränenproduktion, so können Augentropfen helfen, die trockenen Augen zu beheben.

Wenn dauerhaft Augentropfen keine Abhilfe schaffen, so sollte über eine operative Alternative nachgedacht werden, bei der zum Beispiel der Abflusskanal der Tränen verschlossen wird, sodass die Tränenflüssigkeit im Auge gestaut wird.

Anwendung

Die bekanntesten Augentropfen gegen trockene Augen sind sogenannte Tränenersatzmittel. Dies sind Tropfen, die hauptsächlich aus Wasser bestehen, zusätzlich aber mit anderen Substanzen versetzt sind, sodass sie der natürlichen Tränenflüssigkeit gleichen. Hier gibt es verschiedene Wirkstoffe, die je nach Schweregrad der trockenen Augen eingesetzt werden können. Sie enthalten entweder Polyvinylalkohole, Polyvidone oder Cellulose-Derivate, wenn die trockenen Augen nicht sehr stark ausgeprägt sind. Bereiten sie allerdings größere Beschwerden, so werden Tränenersatzmittel mit Carbomeren, Hyaluronsäure oder Dexpanthenol eingesetzt. Bei jedem Menschen ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit der verschiedenen Wirkstoffe unterschiedlich. So müssen eventuell mehrere getestet werden, um das geeignete Produkt zu finden. Insgesamt lässt sich sagen, dass bei geringen Symptomen eher flüssige Augentropfen verwendet werden sollten und bei stark ausgeprägten Symptomen eher zähflüssige Tropfen helfen, da sie länger im Auge verbleiben. Zum Beispiel sind Euphrasia Augentropfen grundsetzlich gut vertragbar, da sie rein pflanzlich sind.

Viele der erhältlichen künstlichen Tränenersatzmittel enthalten Konservierungsstoffe, um sie länger haltbar zu machen. Generell sollten aber eher Tropfen ohne Konservierungsstoffe verwendet werden, da Konservierungsstoffe oft zu Nebenwirkungen oder Entzündungen führen.

Anwendungsdauer

Die Anwendung von künstlichen Tränenersatzmitteln gegen trockene Augen ist zeitlich unbegrenzt. Wenn eine schwere Erkrankung als Ursache ausgeschlossen wurde, so können die Augentropfen bedenkenlos über einen langen Zeitraum mehrmals täglich angewendet werden. Hier sind Augentropfen ohne Konservierungsmittel vorzuziehen, da durch Konservierungsmittel die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann.

Wann zum Arzt?

Wenn das Gefühl der trockenen Augen mehrere Tage anhält und auf keine Ursache zurückzuführen ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch, wenn das betroffene Auge anfängt zu schmerzen, anzuschwellen oder eitriges Sekret abgesondert wird, ist ein Besuch beim Augenarzt ratsam. In solchen Fällen kann es zu einer Infektion des Auges gekommen sein, die dringend ärztlicher Behandlung bedarf.

Kontaktlinsen

Die Kontaktlinsen stehen in ständigem Kontakt mit der Tränenflüssigkeit des Auges, da sie auf dieser aufliegen. Besonders bei weichen Kontaktlinsen besteht die Gefahr, dass diese die Flüssigkeit des Auges aufnehmen und somit die Augen austrocknen. Dies ist vor allem bei langer Bildschirmarbeit der Fall, wenn wenig geblinzelt wird. In solch einem Fall kann die Verwendung von künstlichen Tränen das Problem der trockenen Augen noch verstärken.

Wenn wirkstoffhaltige oder sogar antibiotische Augentropfen angewendet werden, so sollte auf das Tragen weicher Kontaktlinsen verzichtet werden. Diese nehmen die gelösten Wirkstoffe aus den Augentropfen auf und es kann zu einer lokalen Überdosierung führen. Bei harten Kontaktlinsen besteht dieses Problem nicht. Auch die Haftung der Kontaktlinsen bei der Verwendung von Augentropfen ist erschwert, da der Tränenfilm, der auf dem Auge liegt, verdünnt ist.

Besondere Vorsicht ist bei Augentropfen mit Konservierungsstoffen in Verbindung mit weichen Kontaktlinsen geboten. Die Konservierungsmittel können sich in die Kontaktlinse einlagern und zu Schäden der Hornhaut führen. Bei harten Kontaktlinsen ist dieses Problem nicht so stark ausgeprägt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kontaktlinsen bei trockenen Augen

Verschreibungspflichtigkeit

Fast alle Augentropfen gegen trockene Augen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Dies gilt sowohl für pflanzliche Augentropfen, als auch für Präparate, wie Tränenersatzmittel mit anderen Wirkstoffen.

Augentropfen, die gegen trockene Augen wirken, sind grundsätzlich nicht verschreibungspflichtig, da sie die natürliche Tränenflüssigkeit des Auges imitieren. Lediglich, wenn sich eine Entzündung oder bakterielle Infektion ausgebreitet hat und es antibiotischer Behandlung bedarf, so müssen verschreibungspflichtige antibiotikahaltige Augentropfen verwendet werden.

Kosten

Augentropfen gegen trockene Augen, speziell Tränenersatzmittel, werden in den meisten Fällen nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten betragen in der Regel 4 bis 20 Euro pro Packung, je nach Packungsgröße. In manchen Fällen allerdings, wenn schwerwiegende Grunderkrankungen vorliegen, so gelten die Tropfen als verschreibungspflichtig. Dies ist der Fall bei einer Schädigung oder vollständigem Fehlen der Tränendrüse, bei einer sogenannten Fazialisparese, also einer ein- oder beidseitigen Gesichtslähmung, bei der die Augenlider nicht mehr geschlossen werden können, bei Rheuma und bei anderen Erkrankungen, die das Auge betreffen. Hierzu gehören das Sjögren-Syndrom, das ist eine Autoimmunerkrankung bei der unter anderem die Tränendrüsen angegriffen werden, Epidermolysis bullosa, eine Hautkrankheit, das okuläre Pemphigoid, bei dem die Schleimhäute betroffen sind, und der Lagophthalmus, bei dem das Lid nicht vollständig geschlossen werden kann.

Pflanzliche Augentropfen

Es gibt auch viele pflanzliche Augentropfen, die gegen trockene Augen wirken.
Die bekanntesten von ihnen enthalten den Wirkstoff Euphrasia, auch Augentrost genannt. Diese Tropfen werden je nach Bedarf ein bis zweimal täglich in das Auge geträufelt. Daneben können aber auch Augentropfen mit Heidelbeere oder Kamille verwendet werden.

Noch effektiver als Tropfen erweist sich ein pflanzliches Augenbad mit Euphrasia, Aloe vera und Hyaluronsäure.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Augentropfen und Trockene Augen finden Sie unter:

Weitere allgemeine Informationen:

Eine Übersicht über alle Themen der Augenheilkunde finden Sie unter: Augenheilkunde A-Z

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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