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Eingerissenes Ohrläppchen

Einleitung

Eingerissene Ohrläppchen stellen ein Symptom dar, welches im Rahmen verschiedener Erkrankungen und Zustände auftreten kann. Betroffene empfinden das meist als sehr unangenehm, da das Ohrläppchen eine sehr empfindliche Körperstelle ist.

Dabei kann es ganz unterschiedliche Ursachen für Risse im Ohrläppchen geben, die sich meistens durch ihre Begleitsymptome unterscheiden lassen. Risse im Ohrläppchen sind jedoch meist kein Grund zur Sorge. Sie treten gehäuft in den kalten Wintermonaten auf und sind mit einer guten Pflege meist leicht in den Griff zu kriegen. Erkrankungen wie die Neurodermitis, welche ebenfalls zu rissigen Ohrläppchen führen können, bedürfen meist einer ganzheitlichen Therapie, in deren Rahmen auch die Risse im Ohrläppchen Linderung erfahren. Begleitend können je nach Ursache Juckreiz, Schmerzen oder trockene, rissige Stellen in anderen Hautregionen auftreten.
In dem folgenden Artikel werden die wichtigsten Ursachen für eingerissene Ohrläppchen und Therapiemöglichkeiten sowie weitere interessante Aspekte erläutert.

Bei einem eingerissenen Ohrknorpel empfehlen wir Ihnen unsere Seite zu: Ohrknorpel

Ursachen

Rissigen Ohrläppchen können ganz verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Es muss nicht immer eine Erkrankung oder eine Mangelerscheinung verantwortlich für einen Riss im Ohrläppchen sein. Auch Verletzungen oder kleine Kratzwunden sind an dieser Stelle ganz typisch. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  1. Wunden und Verletzungen: Selbstverständlich sind Wunden und Verletzungen mögliche Ursachen für Risse im Ohrläppchen. Unsachgemäßes Stechen von Ohrlöchern kann beispielsweise zu Rissen führen. Auch das Tragen von Ohrringen bei sportlichen Aktivitäten birgt ein Verletzungsrisiko, bei dem auch größere Risse im Ohrläppchen entstehen können, oder es ganz durchgerissen wird. Für eine verletzungsbedingte Ursache spricht das Fehlen von Begleitsymptomen wie Juckreiz oder trockene und rissige Haut.
  2. Allergisches Kontaktekzem: Ein allergisches Kontaktekzem kommt durch den Hautkontakt mit einem bestimmten Stoff zustande, auf den die Haut allergisch reagiert. Solch ein häufiges Allergen stellt Nickel dar, welches insbesondere früher häufig in Ohrringen enthalten war. Heute ist der meiste Schmuck nickelfrei. Typisch sind Juckreiz, kleine Bläschen und Knötchen sowie eine Rötung des Ohrläppchens. Durch Kratzen der juckenden Haut, begünstigen Betroffene das Entstehen von Rissen. Ein chronisches Ekzem, dass bei dauerndem Kontakt mit dem Allergiestoff entsteht, zeigt häufig eine trockene, rissige Haut am Ohrläppchen. Verdächtig ist das Auftreten eines Hautausschlags nach Kontakt zu bestimmten Stoffen wie Schmuck, Cremes oder einem neuen Shampoo. Siehe unter Ekzem.
  3. Atopisches Ekzem: ist auch unter dem Begriff Neurodermitis bekannt. Die Neurodermitis ist eine Erkrankung, welche zu einer sehr trockenen Haut führt, die von Juckreiz begleitet sein kann. Durch das Kratzen kommt es zu Rissen in der Haut. Typischerweise sind auch die Beugeseiten der Arme und Beine mit betroffen.
  4. Pilzerkrankung: Eine Pilzerkrankung der Haut, welche in der Fachsprache als Tinea corporis bezeichnet wird, kann dazu führen, dass die Haut an den Ohrläppchen rissig ist. Typischerweise finden sich auch an anderen Körperstellen scheibenförmige, gerötete Hauterscheinungen mit einem dunklen Rand. Schuppungen und Risse in der Haut sind ebenso wie ein starker Juckreiz typisch.
  5. Hypovitaminosen: Rissige und trockene Haut kann weiterhin Ausdruck eines Vitaminmangels sein. Insbesondere in einem unterernährten Zustand oder bei einer strengen und spartanischen Ernährung können Mangelerscheinungen auftreten. Mehr zum Thema Vitamine.

Diagnose

Bei rissigen Ohrläppchen kann Ihnen Ihr Hausarzt als erster Ansprechpartner weiterhelfen. Er kann einschätzen, ob sich hinter den rissigen Ohrläppchen eine Hauterkrankung wie das atopische Ekzem oder doch nur eine kleine Verletzung, beispielsweise durch Ohrringe oder Ähnliches, handelt. So kann er Sie bei Verdacht auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung weiter an einen Facharzt überweisen. Dazu schaut er sich die Haut am Ohrläppchen an und stellt Ihnen nähere Fragen zu Ihren Symptomen. Bei Verdacht auf eine Mangelerscheinung kann eine Blutuntersuchung nähere Informationen liefern.

Begleitende Symptome

Rissige Ohrläppchen können unter anderen von Schmerzen begleitet sein. Gerade Verletzungen, die sich mit Keimen infizieren, sind äußerst schmerzhaft, gerötet und geschwollen. Es kann begleitend Fieber auftreten.

Allergische Ekzeme oder eine Neurodermitis zeigen zusätzlich einen mehr oder minder starken Juckreiz. Bei einer Neurodermitis sind in der Regel auch andere Hautstellen betroffen und gekennzeichnet durch ein trockenes Erscheinungsbild. Allergische Kontaktekzeme sind auf den Ort beschränkt, der mit dem die Allergie auslösenden Stoff in Kontakt kam. Pilzerkrankungen treten meist auch an weiteren Körperstellen auf und sind ebenfalls von einem Juckreiz begleitet.

Entzündung

Zeichen für eine Entzündung sind eine Rötung der Haut sowie eine Schwellung, Erwärmung und Schmerzen. Weiterhin kann die Haut glänzen und das begleitende Auftreten von Fieber ist möglich. Letzteres spricht für eine Infektion mit Bakterien.  

Lesen Sie hier mehr:  Entzündung am Ohrläppchen

Schmerzen

Schmerzen können als Begleitsymptom bei Rissen im Ohrläppchen auftreten. Eine mögliche Ursache für Schmerzen ist eine bakterielle Infektion. Die Bakterien gelangen durch den Riss in der Haut in den Körper und führen dort zu einer Entzündung.
Weiterhin sind einige Verletzungen von Schmerzen begleitet. Gerade größere Risse können brennen und weh tun. Die Kühlung des betroffenen Ohrläppchens sowie leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen verschaffen Linderung.
Das Dehnen von Ohrlöchern führt, vor allem bei unsachgemäßer Durchführung, zu Rissen in den Ohrläppchen, die ebenfalls schmerzhaft und oftmals narbig abheilen. Daher sollte man sich im Vorfeld gut darüber informieren, bevor man seine Ohrläppchen zu schnell oder unsachgemäß dehnt.

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Was tun bei eingerissenen Ohrläppchen?

Risse im Ohrläppchen sind für viele Betroffene oft nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Risse können begleitet sein von Schmerzen, einer unangenehm trockenen Haut oder sogar Juckreiz. Abhängig sind die Symptome von der Ursache der Risse sowie der Ausprägung dieser. Nach diesen Kriterien richtet sich auch die Behandlung.

  • Kleine Wunden und Verletzungen werden oft gekühlt und ggf. mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen behandelt. Verschmutzte Wunden müssen zunächst gereinigt werden. Bei infizierten Wunden und Rissen werden Antibiotika eingesetzt, um die Keime zu bekämpfen.
  • Größere Risse, die beispielsweise beim zu schnellen Dehnen der Ohrlöcher oder aber bei Sportverletzungen (Ohrring ausgerissen) entstehen können, müssen manchmal auch mit einigen Stichen genäht werden.
  • Hauterkrankungen wie die Neurodermitis, das allergische Kontaktekzem oder eine Pilzerkrankung werden mit verschiedenen Methoden behandelt. Die Neurodermitis wird je nach dem Grad der Ausprägung mit verschiedenen Cremes und Salben behandelt, die unter anderem fettend wirken und der trockenen Haut entgegenwirken. Außerdem kommen Cortisonsalben und weitere Medikamente zum Einsatz.
  • Bei einem allergischen Kontaktekzem, welches dadurch entsteht, dass das Ohrläppchen immer wieder mit einem Stoff in Berührung kommt, der eine allergische Reaktion hervorruft, ist vor allem das Vermeiden dieses Stoffes wichtig. Das Ekzem wird dann mit Cortisonsalben und Salben zum Einfetten der Haut behandelt.
  • Pilzerkrankungen lassen sich mit Cremes und Salben behandeln, die ein sogenanntes Antimykotikum enthalten. Dieses Medikament tötet den Pilz ab.

Operation

Eine Operation ist bei einem Riss im Ohrläppchen nicht erforderlich. In der Regel heilen kleine Hautrisse von selbst ab und benötigen keine operativen Maßnahmen.
Größere und tiefere Risse des Ohrläppchens, die beispielsweise bei einem Unfall oder bei einer Überdehnung der Ohrlöcher entstehen können, werden genäht. Das erfolgt jedoch bei lokaler Betäubung ambulant bzw. beim Hausarzt oder einem anderen Facharzt.

Lediglich seltene Fälle wie große Verletzungen, die dann auch das restliche Ohr oder andere Teile des Kopfes betreffen, sowie ausgedehnte Infektionen und Abszesse können eine Operation erforderlich machen. Das sind jedoch Krankheitsbilder, bei denen dann der Riss im Ohrläppchen nicht mehr das Hauptproblem darstellt.

Kosten

Die Kosten für die Behandlung von Rissen im Ohrläppchen richten sich nach der Ursache und der Art des Risses.

Bei notwendigen Behandlungen, wie beispielsweise einer Wundversorgung im Krankenhaus nach einem Unfall, trägt die Krankenkasse jedoch die Kosten der Behandlung. Auch die Behandlung einer Neurodermitis oder eines allergischen Ekzems wird von der Krankenkasse übernommen. Bei einer privaten Versicherung müssen die Kosten für eine Behandlung erfragt werden.

Wenn ein eingerissenes Ohrläppchen aus kosmetischen Gründen genäht werden soll, muss dies aber in der Regel selbst gezahlt werden. Die Höhe der Kosten legt der behandelnde Arzt fest. 

Eingerissene Ohrläppchen bei Babys & Kindern

Auch Babys und Kinder können Risse in den Ohrläppchen haben. Es sind im Grunde dieselben Ursachen denkbar, die auch bei Erwachsenen zu Rissen in den Ohrläppchen führen.

Bei Babys ist ein häufiger Grund für trockene und rissige Haut der sogenannte Milchschorf. Dieser darf nicht mit dem Kopfgneis verwechselt werden und tritt erst nach dem 3. Lebensmonat auf. Es handelt sich um die frühkindliche Form der Neurodermitis, welche zu rissiger und trockener Haut führt. Typisch ist weiterhin ein Juckreiz. Aufgrund des Aussehen spricht man auch von Milchschorf.

Weiterhin können Pilzerkrankungen oder allergische Reaktionen (allergisches Kontaktekzem) der Haut zu kleinen Rissen an den Ohrläppchen führen.

Kleine Verletzungen, zum Beispiel durch das Kratzen am Ohrläppchen, sind ebenfalls oft der Grund für feine Risse. Bei Babys und Kindern empfiehlt es sich bei Unsicherheit einen Kinderarzt aufzusuchen, der dann eine entsprechende Ursache feststellen kann.

Risse durch Dehnen der Ohrlöcher ("Tunnel")

Das Dehnen der Ohrlöcher ist eine sogenannte „Bodymodification“-Maßnahme. Das bedeutet, dass an einem Körperteil erwünschte Änderungen vorgenommen worden.
Man sollte sich klar machen, dass man so dauerhaft die Form der Ohrläppchen verändert. Jedoch kann das zu schnelle oder falsche Dehnen der Ohrlöcher zu schmerzhaften Rissen im Ohrläppchen führen, welche dann meist auch narbig abheilen oder sich im schlimmsten Fall mit Keimen infizieren. Daher sollte man sich, bevor man seine Ohrlöcher dehnt, genau über den Ablauf des Dehnens informieren bzw. sich an ein professionelles Piercingstudio wenden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.04.2019
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