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Ernährung bei Sodbrennen

Definition von "Sodbrennen"

Als Sodbrennen werden die vom Oberbauch aufsteigenden, brennenden Schmerzen bezeichnet, welche vor allem hinter dem Brustbein spürbar sind, aber teilweise auch bis in den Hals und Rachen ausstrahlen. Sie sind die Folge der sogenannten Refluxkrankheit oder Refluxösophagitis (von Ösophagus, lat. für Speiseröhre). Hierbei steigt die Magensäure in die Speiseröhre auf und führt dabei zur Reizung und Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut.

Neben der Einnahme bestimmter Medikamente und einer Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels, der Kardia, kann unter anderem auch eine ungesunde Ernährung zur Entstehung der Refluxkrankheit beitragen. Doch selbst, wenn die Ernährung nicht der Auslöser des Sodbrennens sein sollte: eine angemessene Ernährung kann Reflux-Leiden häufig deutlich mindern.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Sodbrennen

Was sollte bei der Ernährung beachtet werden?

Die Produktion der Magensäure wird hauptsächlich über ein Hormon angeregt: Gastrin. Dieses wird von spezialisierten Zellen in der Magenschleimhaut produziert und durch eine Reihe unterschiedlicher Reize vermehrt ausgeschüttet. Zu diesen Reizen gehören vor allem Alkohol und Coffein im Speisebrei, welcher den Magen erreicht. Daneben führen auch eiweißreiche Nahrungsbestandteile und eine mechanische Überdehnung des Magens durch große Speisemengen zur Ausschüttung von Gastrin.

Behält man dieses Wissen im Hinterkopf, lassen sich einige wenige Grundregeln für eine gute Ernährung bei Sodbrennen ableiten. Vor allem ist es wichtig, weitestgehend auf alkohol- und coffeinhaltige Getränke zu verzichten. Daneben sollte man außerdem beachten, den Eiweißgehalt in der Nahrung möglichst gering zu halten und nicht über den Hunger hinaus weiter zu essen. Das bedeutet letztendlich, dass es besser ist, über den Tag verteilt mehrere kleine und leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als wenige übergroße Portionen. Zudem sollte vor dem Schlafengehen möglichst nichts mehr gegessen werden, insbesondere keine eiweißhaltigen Nahrungsmittel wie Fleisch. Auch fettige und stark zuckerhaltige Nahrungsmittel gelten daneben als sogenannte "Säurelocker".

Hiervon abgesehen regen aber auch verschiedene in Zigarettenrauch enthaltene Stoffe die Magensäureproduktion an. Zudem führen sie auf Dauer zu einer Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels, sodass die Magensäure noch leichter aufsteigen kann. Rauchen stellt neben Coffein und Alkohol einen der wichtigsten Auslöser von Sodbrennen dar. Eine Ernährungsumstellung bei Sodbrennen sollte deshalb idealerweise auch mit einem Verzicht auf das Rauchen einhergehen.

Welche Lebensmittel werden empfohlen?

Bei Sodbrennen ist eine gezielte Auswahl der Lebensmittel ratsam. Jeder Mensch reagiert dabei individuell unterschiedlich auf die in der Nahrung enthaltenen Lebensmittel. Trotzdem lassen sich zahlreiche magenschonende, günstige Lebensmittel bei Sodbrennen abgrenzen:

  • Vollkorn-Produkte (Brot, Reis, Nudeln)

  • Kartoffeln

  • säurearmes Obst (u.a. Bananen, Weintrauben, Erdbeeren)

  • Salat (ohne Essig), Gemüse (u.a. Möhren, Gurken, Spinat) 

  • fettarme Öle und Fette (u.a. Olivenöl, Rapsöl, Leinöl)

  • Getränke ohne Kohlensäure und Fruchtsäure (stilles Wasser, Tee)

  • fettarme Fisch- und Fleischwaren

  • fettarme Milchprodukte

  • getrocknete Kräuter

Lesen Sie hierzu auch unser Thema Hausmittel bei Sodbrennen.

Welche Lebensmittel sollen vermieden werden?

Gleichzeitig gibt es auch zahlreiche ungünstige Lebensmittel im Rahmen einer Sodbrennen-Erkrankung. Diese führen zu einem gehäuften Auftreten der Beschwerden und über eine gesteigerte Produktion von Magensäure zu einer erhöhten Intensität der Beschwerden. Häufig handelt es sich dabei um Lebensmittel, die zusätzlich Säure enthalten oder liefern:

  • Zitrusfrüchte (u.a. Zitronen, Orangen, Mandarinen, Limetten, Grapefruit)

  • Tomaten, rohe Zwiebeln

  • Rinderhackfleisch, Hähnchennuggets, scharf gewürzte Hähnchenflügel

  • saure Sahne, Milchshake, Eiscreme

  • Pommes, Kartoffelpüree, Kartoffelsalat

  • Alkohol, Kaffee, Orangensaft, Grapefruitsaft, Limonade

  • scharfe Gewürze

  • Räucherwaren

Welche Gewürze sollten vermieden werden?

Häufig werden auch die Beschwerden auf die Lebensmittel zurückgeführt, obwohl die für die Zubereitung verwendeten Gewürze für die Beschwerden verantwortlich sind. Gewürze, die häufig zu einer Zunahme des Sodbrennens führen, sind unter anderem:

  • scharfe Gewürze (wie Chili-Schoten, Curry-Pulver, Pfeffer)
  • frischer Knoblauch
  • fetthaltige Mayonnaise
  • Senf 

Ein Ernährungsbeispiel

Um anschaulicher darzustellen, wie eine angemessene Ernährung bei chronischem Sodbrennen aussehen kann, haben wir hier ein paar Ernährungsbeispiele für Sie erstellt.

  • Am besten sollte der Tag mit einem lauwarmem Glas Wasser beginnen, welches langsam getrunken wird. Als Frühstück ist anschließend Müsli sehr gut geeignet, welches sie sich selbst aus Haferflocken, Nüssen, Kernen und / oder Obst zusammenstellen können. Bananen, Aprikosen, Äpfel und Birnen sind hierfür besonders gut geeignet, da sie recht säurearm sind. Fertiges Müsli hingegen enthält meist viel Zucker und sollte deshalb gemieden werden. Eine Alternative zum Müsli stellt fein gemahlenes Vollkornbrot mit Frischkäse dar. Auch Pancakes aus Buchweizen stellen ein gutes Frühstück dar, da Buchweizen-Mehl zu den basischen Lebensmitteln zählt. Dazu kann etwa ein Kräutertee getrunken werden.
  • Zum Mittagessen kann in jedem Fall Salat empfohlen werden. Mithilfe von magerem Fleisch kann dieser einfach verfeinert werden. Alternativ hierzu sind alle möglichen Gerichte auf Gemüse-Basis denkbar, beispielsweise auch ein Gemüse-Auflauf. Gegen mageres Fleisch ab und an ist auch hier nichts einzuwenden. Wie wäre es etwa mit einem Seelachsfilet oder Kartoffelbrei und gekochten Würstchen? Auch Suppen und Gemüseeintöpfe sollten hierbei nicht außer Acht gelassen werden.
  • Als Snack zwischen den großen Mahlzeiten sind Äpfel, insbesondere die milderen Sorten, sehr gut geeignet. Ebenfalls denkbar wären hier Nussmischungen, Obstsalate oder leichte Sandwiches.
  • Zum Abendessen können dann beispielsweise Pellkartoffeln mit Quark, Vollkornspaghetti zubereitet oder schlichtweg Vollkornbrot mit Käse und einem Salat gegessen werden. Achten sie dabei jedoch darauf, abends nicht zu viel Fleisch zu essen und kurz vor dem zu Bett Gehen gar nichts mehr zu essen. Diese beiden Regeln werden sich am nächsten Tag bezahlt machen.

Zusammenfassend allgemeine Tipps

Zur besseren Übersicht über eine gute Ernährung bei Sodbrennen sollen hier einige abschließende Tipps folgen. 

  1. Nehmen Sie über den Tag verteilt lieber viele kleine Mahlzeiten zu sich, als wenige und dafür übergroße Portionen. Hierdurch wird der Magen überdehnt, was zu einer Steigerung der Magensäure-Produktion führt. Diese wird zudem durch Koffein, Alkohol und scharfe Gewürze angekurbelt.
  2. Vermeiden Sie so gut es geht die sogenannte Säurelocker wie etwa Kaffee, höherprozentigen Alkohol und scharf gewürzte Speisen. Eine gute Alternative zu Kaffee stellen grüner und schwarzer Tee dar. Noch besser ist sogar der Verzicht auf jegliche Art Coffein. Greifen sie eventuell lieber zu Kräutertees.
  3. Bevorzugen sie leichte Kost gegenüber einer schweren Mahlzeit. Mageres Fleisch und vor allem Gemüse, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Reis und Obst sind in jedem Fall gut geeignet um einer übermäßigen Säureproduktion vorzubeugen. Zu vermeiden sind hingegen Eierspeisen, fette Fleischwaren und schwere Saucen.
  4. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen nur leichte Kost zu sich und essen Sie direkt vor dem Schlafen gar nichts mehr!
  5. Lassen Sie sich Zeit beim Essen! Legen Sie am besten das Handy beiseite und schalten Fernseher und Computer gar nicht erst an! Bewusst zu Essen, ist einer der wichtigsten Schritte zu einer gesunden Ernährung.

Weitere Therapiemaßnahmen bei Sodbrennen

Die mit Abstand wichtigste Maßnahme bei Sodbrennen ist das Vermeiden seiner Auslöser und das Erlernen gesunder Verhaltensweisen. Dazu gehört neben einer schonenden und bewussten Ernährung und entsprechenden Trinkgewohnheiten auch der Verzicht auf das Rauchen.

Davon abgesehen ist es jedoch auch möglich, Reflux-Beschweren medikamentös zu behandeln. Hierfür können einerseits Antazida zum Einsatz kommen. Sie neutralisieren die Magensäure und stellen somit einen Puffer gegen Übersäuerung dar. Jedoch sind nicht alle Antazida für die langfristige Einnahme geeignet. Vor allem aluminiumhaltige Präparate sollten nicht zum dauerhaft eingenommen werden. Besser geeignet sind hier in den meisten Fällen Präparate aus der Medikamentengruppe der Protonenpumpenhemmer, zu welchen unter anderem die Medikamente Pantozol® und Omeprazol gehören. Diese hemmen über eine Blockade bestimmter Kanäle der Magenschleimhautzellen direkt die Magensäureproduktion. Auch wenn Protonenpumpenhemmer als recht sichere Medikamentengruppe gelten, sollte ihre längerfristige Einnahme dennoch mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Lesen Sie mehr unter: Sodbrennen-Was tun?

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Sodbrennen finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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