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Sodbrennen Hausmittel

Welche Hausmittel gibt es bei Sodbrennen?

Eine Selbstbehandlung von Sodbrennen (Reflux) mithilfe von Hausmitteln ist nur dann zu empfehlen, wenn es sich um eine leichte und nicht regelmäßig auftretende Symptomatik handelt, da man ansonsten davon ausgehen muss, dass dem Sodbrennen eine organische Störung zugrunde liegt, die unbedingt angemessen ärztlich therapiert werden muss.

Als Richtlinie kann man nehmen, dass man bei länger als zwei Tage anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen sollte.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Sodbrennen Symptome

Zunächst einmal sollte man sich fragen, ob man viel Süßes oder Fettiges isst, seine Nahrungen zu heiß oder zu kalt zu sich nimmt, viel Alkohol trinkt, zu große Mengen auf einmal einnimmt, kurz vor dem Schlafengehen noch etwas isst, Übergewicht hat und / oder raucht. Wenn man eine oder sogar mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantworten muss, sollte die Behandlung des Sodbrennens damit beginnen, dass man den entsprechenden Risikofaktor ausschaltet.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Sodbrennen Ursachen

Darüber hinaus gibt es diverse Hausmittel, die sehr effektiv zur Therapie des Sodbrennens eingesetzt werden können. Hierzu zählen vor allem pflanzliche Extrakte. Allerdings sollte man diese auch nicht leichtfertig einnehmen und sich in jedem Falle an die Dosierungen der Packungsbeilage halten.

Als sehr hilfreich erweisen sich Kamille und Ingwer, die in den folgenden Textabschnitten nochmal genauer als Mittel gegen Sodbrennen besprochen werden.
Kümmel kann ebenfalls als Tee oder als Gewürz an Speisen aufgenommen werden.
Leinsamen hingegen werden gemahlen und anschließend mit Wasser zu einem Brei verarbeitet. Leinsamen enthalten viele Schleimstoffe, die sich im Magen praktisch als Schutzschicht niederlegen und dadurch in der Lage sind, die typischen Beschwerden zu lindern.
Andere Substanzen, die Schleimstoffe enthalten, sind unter anderem Malvenblüten und die Eibischwurzel, die daher ebenso wie Leinsamen angewandt werden können.

Weitere Mittel, die zum Einsatz kommen, sind außerdem die Heilerde und eine Basenmischung, die Natrium, Kalium und Calcium beinhaltet.

Weitere Informationen können Sie hier finden: Sodbrennen Was tun

Tee

Bei leichtem Sodbrennen können verschiedene Tees Linderung schaffen. Zum einen bewährten sich spezielle Magen-Darm-Tees. Zum anderen können Tees mit Inhalten wie Kamille, Fenchel, Anis oder Kümmel für eine Beruhigung des Magens und zur Abschwächung der Sodbrennen-Symptome führen.

Besonders Kamillentee hat einen beruhigenden Effekt auf die Magen- und Speiseröhrenschleimhaut. Der Tee wirkt entzündungshemmend und kann die durch Magensäure geschädigte Schleimhaut beruhigen. Außerdem enthält der Kamillentee sogenannte Schleimstoffe, die sich schützend auf die Schleimhäute von Magen und Speiseröhre legen und diese somit vor weiteren Angriffen der Säure schützen. Ein weiterer Inhaltsstoff der Kamillenblüten ist das sogenannte Bisabolol. Bisabolol wirkt hemmend auf das die Magensäureproduktion steigernde Verdauungshormon Pepsin. Dadurch wird weniger Säure im Magen produziert.

Kümmel, Fenchel und Anis haben eher blähungslindernde Wirkung und senken somit den Druck auf den Magen und die Speiseröhre. Dadurch wird weniger Säure vom Magen in die Speiseröhre aufgestoßen. Außerdem erhöhen diese drei Tees die Verdauungstätigkeit und bringen die Nahrung schneller aus dem Magen in den Darmtrakt. Auch dadurch wird der Magen weniger gebläht und der Reflux gemindert.

Ingwer

Der regelmäßige Verzehr von frischem Ingwer in verschiedenen Speisen, pur oder als Teezubereitung kann vorbeugend gegen Sodbrennen wirken. Ingwer hemmt die Produktion der Magensäure und beruhigt so die Magenschleimhaut. Außerdem regen die Scharfstoffe, die im Ingwer enthalten sind, die Magenpassage an. Somit wird die Nahrung schneller aus dem Magen heraustransportiert, was wiederum die Produktion der Magensäure reduziert. Bei manchen Menschen – ohne bisher nachweislichen Grund – kann Ingwer allerdings Sodbrennen provozieren. In diesem Fall sollte auf den Verzehr von Ingwer verzichtet werden.

Ingwer gibt es in Form von Fertigpräparaten, man kann alternativ auch frischen Ingwer nehmen und diesen zum Beispiel einer Hühnerbrühe zufügen, was eine zusätzliche beruhigende Wirkung auf den Magen hat.

Curcuma

Curcuma gehört zu den Ingwergewächsen und hilft wie das Ingwer auch gegen Beschwerden wie Sodbrennen. Curcuma wirkt entzündungshemmend und regt die Verdauung an. Curcuma kann als Kapsel geschluckt oder als Tee getrunken werden. Zur Verwendung als Tee schneidet man die Curcumaknolle in Scheiben und übergießt diese dann mit heißem Wasser. Der Tee sollte 15 Minuten zugedeckt ziehen und drei Mal täglich getrunken werden.  

Heilerde

Heilerde ist ein mineralisches Pulver, welches aus Löss – eine Art Lehm – gewonnen wird. Heilerde sorgt im Magen dafür, dass überschüssige Magensäure aufgenommen wird. Bei akuten Beschwerden empfiehlt sich das Trinken des Pulvers, da so ein schnellerer Wirkungseintritt erzielt wird. Dazu werden 1-2 Teelöffel des Heilerdepulvers in einem Glas Wasser aufgelöst, gut umgerührt und getrunken. Zur Vorbeugung von Sodbrennen kann Heilerde auch in Form von Kapseln eingenommen werden. Die Einnahme sollte auf nüchternen Magen morgens nach dem Aufstehen erfolgen, ganz egal, in welcher Form die Heilerde konsumiert wird.

Kartoffel

Auch die Kartoffelroh oder gekocht – kann Sodbrennen vorbeugen und akute Beschwerden behandeln. Die Kartoffel enthält Basen, welche die Magensäure puffern und somit neutralisieren. Dadurch kann diese die Schleimhäute nicht mehr angreifen und die Beschwerden werden reduziert. Bei akuten Beschwerden kann eine rohe Kartoffel (geschält) gegessen werden. Wer keine rohe Kartoffel essen möchte, kann auch Kartoffelsaft, welcher entweder frisch gepresst wird oder im Reformhaus gekauft werden kann, trinken. Um wiederkehrendes Sodbrennen zu verhindern, kann ein Glas Kartoffelsaft morgens und abends getrunken werden. Nach einigen Tagen sollte eine Besserung der Symptome zu spüren sein. Der Kartoffelsaft kann übrigens auch in der Schwangerschaft gegen Sodbrennen angewendet werden.

Zwieback

Zwieback wird bei vielerlei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes empfohlen. Er sorgt für eine Besserung der Symptome bei Sodbrennen, da der trockene Zwieback überschüssige Magensäure aufnimmt und bindet. Dafür soll das im Zwieback enthaltene, stärkehaltige Mehl sorgen. Außerdem ist der Zwieback leicht verdaulich und der durch das Sodbrennen wohlmöglich angegriffene Magen wird dadurch nicht weiter belastet. Wie viel Zwieback gegessen werden sollte, damit es zu einer Besserung kommt, muss individuell getestet werden. Wie genau der Zwieback wirkt, ist außerdem nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Zudem ist zu bedenken, dass in Zwieback Inhaltsstoffe wie Zucker und Milch enthalten sind, welche wiederum Sodbrennen oder andere Verdauungsprobleme hervorrufen könnten.

Senf

Sodbrennen entsteht aufgrund von zu viel Säure im Magen. Um Sodbrennen entgegen zu wirken, kann der Verzehr von alkalischen Lebensmitteln hilfreich sein. Die genaue Wirkung von Senf wurde noch nicht geklärt, jedoch gehört Senf zu den alkalischen Lebensmitteln und kann dabei helfen die überschüssigen Säuren zu neutralisieren und den pH-Wert im Magen zu erhöhen. Außerdem geht man davon aus, dass der im Senf enthaltene Essig, in geringen Mengen dabei hilft die Säureproduktion im Magen zu verringern.

Es empfiehlt sich etwa einen Teelöffel milden oder mittelscharfen Senf nach dem Essen zu sich zu nehmen, je nach Bedarf auch bis zu zwei Teelöffel. Innerhalb von wenigen Minuten kann er das Sodbrennen beseitigen. Jedoch sollte man vorher ausprobieren, ob Senf tatsächlich hilft und ob man ihn gut verträgt. Manche Menschen können Senf nicht auf diese Art und Weise zu sich nehmen und in einigen Fällen kann Senf sogar die Beschwerden verstärken.

Auch Schwangere können versuchen bei Sodbrennen einen Teelöffel Senf nach dem Essen zu sich zu nehmen. Als natürliches Hausmittel, hat es keine Nebenwirkungen für das Baby oder die Mutter.

Weitere Informationen können Sie hier finden: Ernährung bei Sodbrennen

Natron / Backpulver

Ein bekanntes Hausmittel gegen Sodbrennen ist Natron. Natron gibt es als Backzutat im Supermarkt oder rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Natron, auch als Natriumhydrogencarbonat bezeichnet, wirkt stark alkalisch und vermag es gut die überschüssige Säure im Magen zu neutralisieren. Jedoch hat Natron die unangenehme Nebenwirkung, dass es treibend wirkt und Blähungen im Magen hervorrufen kann, die wiederum das Sodbrennen verstärken können. Außerdem kann Natron zu schnell die Magensäure neutralisieren, sodass der Magen als Reaktion noch mehr Magensäure bildet, was die Beschwerden verstärken kann.

Nimmt man zu viel Natron ein, kann dies zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und in schlimmen Fällen sogar zu Verätzungen im Magen-Darmtrakt führen.
Langfristig kann die regelmäßige Einnahme von Natron zu einem Kalziummangel, mit Knochenschädigungen als Folge, führen, aber auch den pH-Wert des Urins verändern und Nierensteinen hervorrufen. Natron sollte daher nur mit Vorsicht und im Akutfall, nicht zur langfristigen Therapie von Sodbrennen, eingenommen werden.

Backpulver an sich sollte eher nicht verwendet werden. Backpulver enthält zwar ebenfalls Natron, aber auch oft andere Zusätze, zum Beispiel Säuren, die das Sodbrennen zusätzlich verstärken können.

Milch / Joghurt

Milch gilt als beliebtes und bekanntes Hausmittel gegen Sodbrennen. Nachweislich beruhigt Milch den Hals, nach dem Sodbrennen. Der pH-Wert von Milch liegt etwa bei 6,5 und ist dabei leicht sauer. Jedoch wirkt es im Vergleich zu Magensäure (pH zwischen 1,5-4,5) doch neutralisierend, sodass Milch bei Sodbrennen helfen kann. Bevorzugt sollte hier jedoch fettarme Milch getrunken werden.
Auch ungesüßter Joghurt oder Quark können bei Sodbrennen helfen.

Lesen Sie mehr zu diesem ThemaMilch gegen Sodbrennen- Hilft das wirklich?

Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist sehr häufig und in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Die häufigste Ursache für Sodbrennen, ist das wachsende Baby, das zunehmend auf den Magen drückt und somit zum Aufstoßen von Magensäure führen kann. Aber auch die Hormonveränderungen, vor allem Progesteron, führen zu einer Erschlaffung der Muskulatur in der Gebärmutter, aber auch im Magen-Darmtrakt, woraufhin es schneller zum Sodbrennen kommen kann, als gewohnt.

Die besten Hausmittel gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft sind trockene Haferflocken oder Reiswaffeln, die man so lange kauen soll, bis sie vom Speichel ganz aufgeweicht sind und dann erst runterschluckt. Auch Wasser, Milch oder Fencheltee können beruhigend auf den Magen wirken.
Wichtig ist, dass man sich in den Momenten, wenn das Sodbrennen auftritt, nicht hinlegt, sondern sich lieber hinsetzt. Auch sollte man nach Möglichkeit auf Stress, Kaffee, Alkohol, scharfe, würzige Speisen und viel Zucker verzichten.

Weiterhin hilft es nachts mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen und mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, anstatt drei große, um den Magen nicht zu sehr zu überdehnen. Sodbrennen in der Schwangerschaft an sich ist harmlos, jedoch sollte man immer einen Arzt aufsuchen, wenn das Sodbrennen einem zu viel Sorgen bereitet.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Sodbrennen in der Schwangerschaft

Hausmittel bei Sodbrennen durch Alkohol

Hochprozentiger Alkohol wirkt zum einen reizend auf die Magenschleimhaut, wodurch vermehrt Magensäure produziert wird. Zum anderen kommt es durch den Alkohol zu einer verringerten Kontraktion (Spannung) des Schließmuskels (Sphinkter) zwischen Speiseröhre und Magen, sodass Magensaft leichter in die Speiseröhre gelangen und dort Sodbrennen verursachen kann.

Die Entspannung des Schließmuskels kann auch durch niedrigprozentigen Alkohol ausgelöst werden. Um wiederkehrendes Sodbrennen zu verhindern, sollte auf Alkohol verzichtet werden, damit sich die Magenschleimhaut beruhigen kann. Tees wie Kamillenblütentee können die Magenschleimhaut wieder beruhigen und Schmerzen verringern. Außerdem sollte generell viel getrunken werden, damit der Magensaft verdünnt wird und somit nicht mehr so aggressiv auf die Schleimhäute wirkt. Auch Lavendeltee wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Tee nicht zu heiß ist, damit die sowieso angegriffene Schleimhaut nicht noch zusätzlich gereizt wird.

Leinsamen sind ein weiteres Hausmittel um Sodbrennenbeschwerden nach Alkoholkonsum zu reduzieren. Dazu wird der Leinsamen in Wasser gequellt. Danach wird der Quellschleim abgegossen und die restliche Flüssigkeit getrunken. Diese sorgt dann für eine schützende Schleimschicht auf der Schleimhaut und lindert die Beschwerden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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