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Hautdrüsen

Allgemeines

Die Haut als unser funktionell vielseitigstes Organ wird in ihrer Bedeutung oft unterschätzt.

Sie dient unter anderem der Abgrenzung des eigenen Körpers nach Außen, schützt uns vor Umwelteinflüssen, dient der Wahrnehmung und sogar der Kommunikation mit der Umgebung. Darüber hinaus spielt sie für den Stoffwechsel und das Immunsystem eine wichtige Rolle, und ist extrem anpassungsfähig.

Um all dies gewährleisten zu können, besteht unsere Haut aus viel mehr als nur ein paar aufeinandergeschichteten Hautzellen.

Sie lässt sich unter dem Mikroskop in mehrere Schichten unterteilen:

Beginnend mit der Epidermis (Oberhaut) an der Oberfläche, darunter die Dermis (auch Lederhaut oder Corium), gefolgt von der Subcutis (Unterhaut).

Zu den sogenannten Hautanhangsgebilden zählt man Bestandteile wie Haare und ihre Talgdrüsen und Haarbalgmuskeln, Nägel und Schweißdrüsen- und Duftdrüsen.

Letztlich ist auch die weibliche Milchdrüse eine modifizierte Hautdrüse.

Einteilung

Zu den Hautdrüsen rechnet man alle Drüsen, die in der äußeren Haut (siehe oben) liegen.

Charakteristisch für Drüsenzellen ist ihre Öffnung nach Außen, durch die sie ihr Sekret absondern können.

Man kann die Hautdrüsen unterteilen in

  • Schweiß- und Duftdrüsen,
  • Talgdrüsen
  • Milchdrüsen

Schweißdrüsen

Schweißdrüsen (Glandula suderifera), liegen in der Lederhaut. Sie produzieren den menschlichen Schweiß (Sudor), der dann über die Schweißporen abgegeben werden kann, und so in erster Linie der Wärmeregulation des Körpers dient. Eine Unterform der Schweißdrüsen sind die Duftdrüsen, die an einigen bestimmten Regionen des Körpers vorkommen und deren Absonderungen einen Geruch entwickeln.

Die Schweißdrüsen sind im Durchmesser etwa 0,4mm groß und sind von einer festen Basalmembran umgeben. Sie liegen unabhängig von der Lage der Haare verteilt in der Lederhaut.

Wie bereits erwähnt, ist die Hauptaufgabe der Schweißdrüsen die Produktion von Schweiß, der dann durch Verdunstung auf der Hautoberfläche für Abkühlung sorgt und so essentiell ist für uns Menschen, um uns vor Überhitzung zu schützen.

Darüber hinaus sorgt der Schweiß auch noch für die Erhaltung der Geschmeidigkeit der Haut und für ihren leicht sauren pH-Wert, was wiederum wichtig ist zur Abwehr von Erregern und Keimen, die durch das saure Milieu abgetötet werden. Sollten die Nieren ihrer Aufgabe der Entgiftung des Körpers nicht mehr ausreichend nachkommen, ist es den Schweißdrüsen sogar möglich, geringe Mengen von eigentlich uringängigen Substanzen, wie etwa stickstoffhaltige Verbindungen und Kochsalz, über die Haut auszuscheiden.
Lesen Sie dazu auch unser Thema: Anatomie der Schweißdrüsen

Mit seinen zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen besitzt der Mensch im Vergleich zu anderen Landsäugetieren außerordentlich viele.

Über den Tag hinweg produziert ein Mensch hier, im mitteleuropäischen Klima, etwa ½ Liter Schweiß. Bei körperlicher Anstrengung, hohen Temperaturen oder Fieber können es jedoch sogar bis zu fünf Liter werden.

Da mit dem Schweiß auch sehr viel Wasser verloren geht, ist es insbesondere bei hoher Schweißproduktion wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Finden kann man die Schweißdrüsen vor allem an den Fußsohlen, den Handflächen und der Stirn. Am spärlichsten gesät sind sie an den Oberschenkeln.

Duftdrüsen

Die Duftdrüsen kommen nur an ganz bestimmten Stellen des Körpers vor: Der Achselhöhle, den Brustwarzen und der Genitalgegend. Sie sind mit drei bis fünf mm deutlich größer als die normalen Schweißdrüsen, und befinden sich in der Subkutis (siehe oben), mit enger Beziehung zu den Haaren.

Zwar besitzt man die Duftdrüsen schon von Geburt an, funktionstüchtig werden sie jedoch erst mit Eintritt in die Pubertät. Auf emotionale Reize hin wird ihre Sekretproduktion aktiviert, und die Duftdrüsen geben ihre Duftstoffe (Pheromone) an den Haartrichter ab. Erst dort werden sie zusammen mit dem Hauttalg durch die Arbeit von Hautbakterien zu verschiedensten Geruchsstoffen verarbeitet.

Somit spielt die jeweilige Bakterienbesiedlung der bestimmten Körperregion eine wesentliche Rolle für die Duftproduktion. Dies ist wichtig für Sozial- und Sexualverhalten.

Natürlich können von den Schweiß- und Duftdrüsen, wie von allen Bestandteilen des Körpers, auch Krankheiten ausgehen. Diese wären zum Beispiel:

  • Adenome (gutartige Geschwulste)
  • Hyperhidrose (eine abnormal hohe Schweißproduktion)
  • Anhidrose (die fehlende Schweißbildung)
  • Bromhidrose (ein übermäßig starker Körpergeruch)

Talgdrüsen

Lesen Sie auch unser Thema: Anatomie der Talgdrüsen

Talgdrüsen (Glandulae sebacea) findet man im oberen Bereich der Lederhaut. Sie produzieren Fette (Lipide), das Ausscheidungsprodukt wird dann Talg oder auch Hauttalg (Sebum)genannt.

Da sich der größte Teil der Talgdrüsen in sehr enger anatomischer Beziehung mit den Haaren befindet, werden sie bisweilen auch Haarbalgdrüsen genannt. Die übrigen, freien Talgdrüsen sind in den Nasenöffnungen, den Lippen und im Genitalbereich zu finden.

Der Mensch braucht den Talg, um die Haut geschmeidig zu halten und das auf der Haut befindliche saure Milieu aufrecht zu erhalten, um den Schutz vor Hautkrankheiten, etlichen Erregern und chemischen Stoffen zu gewährleisten.

Natürlich sind nicht überall am Körper gleich viele Talgdrüsen. Es gib Bereiche mit einer höheren Dichte, wie etwa die gesamte Kopfhaut, den Genitalbereich und das Gesicht. An einigen Bereichen des Körpers gibt es auch gar keine Talgdrüsen, nämlich die Handflächen und Fußsohlen.

Pro Tag produziert der Körper um die ein bis zwei Gramm Talg, abhängig von Veranlagung, Alter, Geschlecht, Ernährung und zahlreichen Umwelteinflüssen.

Der Talg setzt sich zusammen aus:

  • 43% Triglyceriden (Neutralfette)
  • 23% Wachsen
  • 15% freien Fettsäuren
  • 15% Squalenen (eine Cholesterin-Vorstufe) und
  • 4% Cholesterin.

Durch diese Inhaltsstoffe ist der Talg in der Lage, die Haut effektiv vor Austrocknung zu bewahren.

Ist die tägliche Produktion jedoch gestört, kann es zu verschiedenen Krankheitsbildern kommen.

So gibt es zum Beispiel Menschen mit einer übermäßig hohen Talgproduktion (Seborrhoiker), sowie Menschen mit einer eher zu niedrige Talgproduktion (Sebostatiker).

Sollte eine der Sekretporen einmal verstopfen, kann sich der Talg dahinter aufstauen und es können Mitesser entstehen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Mitesser - Ursachen und Behandlung

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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