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Symptome einer Hirnhautentzündung

Einleitung

In der Anfangsphase der Erkrankung kommt es in der Regel zu relativ unspezifischen Beschwerden.
Dazu zählen grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, sowie Übelkeit und Erbrechen.
Die Betroffenen klagen über ein schweres Krankheitsgefühl. Die Symptome entstehen meist innerhalb von drei bis vier Tagen nach der Ansteckung mit dem Erreger.

Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung tritt ein spezifisches Symptom einer Hirnhautentzündung auf, die sogenannte Nackensteifigkeit (Meningismus).
Der Kopf kann nicht mehr ohne starke Schmerzen Richtung Brust geführt werden, während ein Drehen des Kopfes meist weniger Probleme bereitet.

Die Hirnhäute, die bei der Erkrankung entzündet sind, sind im Gegensatz zum Gehirn selbst, mit Nervenfasern versorgt, sodass sie schmerzempfindlich sind.
Deswegen kommt es im gereizten Zustand der Entzündung und, besonders wenn die Häute gespannt werden, zu Schmerzen.

Um zu testen, ob eine Nackensteifigkeit vorliegt, lässt der Arzt das Kind sich ausgestreckt auf den Rücken legen.
Zur Untersuchung hebt der Arzt dann passiv den Kopf des Kindes an. Liegt eine Nackensteifigkeit vor, zieht das Kind reflektorisch die Knie an, um die daraus entstehenden Schmerzen zu reduzieren.

Denn auch das Rückenmark ist von Gehirnhäuten umhüllt, kommt es zu einer Neigung des Kopfes werden diese gedehnt und es entstehen Schmerzen.
Durch die Beugung der Knie wird der Dehnung der Hirnhäute entgegen gewirkt.

Im Rahmen einer Hirnhautentzündung spricht man von einer typischen Symptom-Trias, die aus den charakteristischen Symptomen Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit besteht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen von Kopfschmerzen

Zusätzlich zu den typischen Symptomen wie Fieber können noch eine gesteigerte Licht- und Geräuschempfindlichkeit, eine Störung des Bewusstseinszustands, neurologische Ausfallerscheinungen sowie epileptische Anfälle hinzu kommen.

Wie stark die Symptome sind hängt immer von der Art des Erregers ab.
Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung sind die Symptome in der Regel stärker als bei einer viralen Hirnhautentzündung.
Eine virale Hirnhautentzündungist häufiger als eine bakterielle Entzündung und verläuft wesentlich langsamer und milder, sodass sie häufig nur mit leichten Grippesymptomen einher geht und sich auch ohne Therapie wieder von alleine zurück bilden kann.

Als Komplikation, vor allem bei den Meningokokken-Erregern, kann es zu einer Blutvergiftung kommen, die unter anderem durch Hautblutungserscheinungen, Blässe und Bewusstseinsveränderungen auffällt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hirnhautentzündung Anzeichen

Häufige Symptome

Fieber

In der Regel kann man am Anfang einer eitrigen (bakteriellen) Hirnhautentzündung einen leichten Temperaturanstieg feststellen, der mit anderen Symptomen wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit einhergeht. In den meisten Fällen folgt dieser Phase ein rasanter Fieberanstieg mit bis zu 40°C, sobald die Hirnhautentzündung (Meningitis) vollkommen ausgeprägt ist. Das Fieber bleibt in vielen Fällen konstant, wobei jedoch auch Fälle mit einer schwankenden Fieberkurve beschrieben sind.
In seltenen Fällen steigt die Körpertemperatur weiter an und erreicht Werte über 42°C, bei denen man von einer akuten Lebensgefahr ausgehen muss (septisches Fieber).

Bei einer tuberkulösen Meningitis hingegen ist in aller Regel ein langsamerer Anstieg der Körpertemperatur festzustellen, die innerhalb einer Woche auch hier auf Werte von über 39°C ansteigt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ursachen für Fieber und Wie kann man Fieber senken?

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind in der Regel neben einer allgemeinen Abgeschlagenheit und Müdigkeit das erste Symptom mit der sich eine Meningitis bemerkbar macht. Sie gehören mit Fieber und Nackensteife zu den Leitsymptomen der bakteriellen Meningitis. Obwohl die Kopfschmerzen anfangs nur langsam zunehmen, wird im Verlauf der Krankheit oft von heftigsten Kopfschmerzen berichtet, die durch die Reizung der Hirnhäute zustande kommen.
Bei Babys ist es oft schwer eine Meningitis in einem frühen Stadium zu diagnostizieren, da sich Symptome wie Kopfschmerzen nur durch lautes Schreien bemerkbar machen und sich weit weniger spezifisch darstellen, wie es bei Erwachsenen der Fall ist.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Fieber, Schwindel und Kopfschmerzen

Übelkeit und Erbrechen

Am Anfang einer Meningitis berichten Patienten oft von grippeähnlichen Symptomen, die mit starker Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Diese Symptome sind sehr unspezifisch, doch in Kombination mit starken Kopfschmerzen und einer Nackensteife können sie bereits auf die Diagnose Meningitis hinweisen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Erbrechen und Fieber

Lichtscheue

Oft stellt sich eine Meningitis bereits im frühen Verlauf mit einer zunehmenden Lichtempfindlichkeit (Photophobie) dar. Diese kann die bereits bestehenden Kopfschmerzen noch weiter verstärken. Ursache hierfür ist, dass eine Meningitis auch oft auf die Bindehaut übergreift und eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) verursacht. Dieses Symptom ist jedoch nicht spezifisch für eine Meningitis und kann auch durch andere Erkrankungen wie einer Migräne verursacht werden.

Nackensteife

Die Nackensteife ist eines der ersten, aber auch eines der spezifischsten Anzeichen für eine Meningitis. Sie geht mit einer schmerzbedingten Hemmung der passiven Beugung des Kopfs einher und kann so stark sein, dass man von einem Opisthotonus spricht, der mit einer starken Rückwärtsneigung des Kopfs und einer extremen Streckung des Rumpfs einhergeht.
Grund für dieses Phänomen ist, dass die Hirnhäute, die ebenfalls im Rückenmark verlaufen, sich bei einer Entzündung verkürzen und damit eine normale Kopfhaltung bereits schmerzhaft ist, da hierbei eine Spannung der gereizten Hirnhäuten (Meningen) entsteht.
Die Nackensteife ist eines der Symptome mit dem meistens eine Meningitis von einer ausgeprägten Migräne unterscheiden kann. Trotzdem wird natürlich weitere Diagnostik durchgeführt.
Tritt die Nachensteife in Kombination mit Fieber und starken Kopfschmerzen auf, ist der Gang zum Arzt sehr zu empfehlen, da eine frühe Diagnose und Therapie bei einer Meningitis sehr wichtig sind.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen treten häufig in Folge einer Meningitis und der damit einhergehenden starken Reizung der Hirnhäute auf. Gehäuft werden sie in Folge einer tuberkulösen Meningitis beschrieben.
Die Rückenschmerzen können auch nach erfolgreicher Therapie noch für einige Tage anhalten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ursachen von Rückenschmerzen

Epileptische Anfälle

In etwa einem Drittel aller Fälle tritt neben den bereits beschriebenen Symptomen eine Epilepsie auf. Diese kann auf einen Bereich beschränkt sein (fokal) oder sich von dort auf anderen Bereiche des Gehirns ausbreiten (sekundär generalisiert).
Die Symptome einer Epilepsie sind abhängig von der Region im Gehirn in der sie sich ausbreitet, doch ist in der Regel eine Verkrampfung der Extremitäten, Zuckungen und eine Bewusstlosigkeit zu beobachten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Epileptischer Anfall

Schwindel

Oft tritt in Folge einer Meningitis ein migräneähnlicher Schwindel auf, der die bereits bestehenden Kopfschmerzen und die Übelkeit weiter verstärken. Ursache hierfür ist eine Reizung der Hirnnerven, die für den Gleichgewichtssinn zuständig sind (Nervus vestibularis).

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schwindel mit Übelkeit

Hautausschlag

Ausschläge können bei einer Meningitis oft auftreten. Dies ist vor allem der Fall bei Bakterien, wie den Meningokokken, die systemische Wirkung haben, also im gesamten Körper verteilt sind. Die volle Ausprägung dieser Krankheit nennt man Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom.
Des Weiteren können manchmal kleinere Einblutungen in der Haut, sogenannte Petechien, beobachtet werden, die einen ersten Hinweis auf den Erreger der Krankheit geben können.

Meningitis ohne Fieber

Bei Babys und Kleinkindern kommt es manchmal vor, dass sich eine entwickelnde Meningitis ohne Fieber präsentiert, was die frühzeitige Diagnostik in diesem Fall sehr erschwert.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind ebenfalls Fälle beschrieben, bei denen ein Anstieg der Körpertemperatur im Rahmen der Erkrankung ausblieb, dies ist jedoch nur sehr selten der Fall. Die Gründe hierfür sind noch nicht bekannt.

Symptome bei Babys und Kleinkindern

Die in der Einleitung genannten Symptome treffen vor allem auf ältere Kinder und Erwachsene zu.
Bei Säuglingen sind die Symptome leider nicht so eindeutig.

Besonders die krankheitsspezifische Nackensteifigkeit fehlt meistens. Babys fallen eher durch unspezifische Symptome auf, wie gesteigerte Müdigkeit und Teilnahmslosigkeit, eine Trinkschwäche, Fieber und Gereiztheit auf.
Die Gereiztheit und das Umwohlbefinden äußert sich meist durch häufigeres und vor allem schrilles Schreien.
Die Kinder wirken müde und schlapp. Sie reagieren häufig ebenfalls empfindlicher auf Berührungen. Teilweise kommt es zum Erbrechen, wobei Übelkeit und Erbrechen wesentlich seltener auftreten, als bei älteren Kindern.

Eine Hirnhautentzündung beim Kind ist folglich viel schwieriger zu erkennen als eine Hirnhautentzündung im Erwachsenenalter.

Zudem kann es bei Babys und Kleinkindern häufiger als bei älteren Kindern zu einem krankheitsbedingten Krampfanfall kommen.
Des Weiteren kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankung ebenfalls häufig zu einer vorgewölbten Fontanelle. Unter der Fontanelle versteht man den noch nicht verknöcherten Anteil am Schädel.

Gerade die Anfangszeichen der Erkrankung sind nicht leicht zu erkennen und kommen so auch bei anderen Erkrankungen vor. Im Zweifelsfall sollte, aber immer ein Arzt aufgesucht werden, denn je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser.

Bei Babys und auch bei Kleinkindern kann eine normalerweise eher harmlose viral bedingte Hirnhautentzündung, einen stärkeren Verlauf einnehmen, da ihr Immunsystem im Gegensatz zu dem von älteren Kindern noch nicht so ausgereift ist.
Ältere Kinder sind schon mit vielen Erregern in Berührung gekommen, sodass ihr Immunsystem diese Erreger schnell abwehren kann, ohne dass es zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Dies ist bei kleinen Kindern noch nicht der Fall.

Symptome beim Kind

Die Symptome einer Hirnhautentzündung entsprechen bei Kindern wesentlich denen in der Einleitung aufgeführten Symptomen, wie sie auch bei Erwachsenen auftreten.

Die Diagnose ist bei Kindern anhand der Symptome, vor allem aufgrund der meist vorhandenen Nackensteifigkeit, einfacher zu stellen, als bei Babys und Kleinkindern.
Trotzdem wird zur Sicherung der Diagnose in jedem Fall nochmal eine Punktion von Nervenwasser durchgeführt, auch um den Erreger bestimmen zu können.

Als Komplikation, die sehr selten auftritt und eher bei älteren Kindern, kann es zum sogenannten Waterhouse-Friderichsen-Syndrom kommen.
Meist wird es durch eine bakterielle Hirnhautentzündung, bedingt durch Meningokokken ausgelöst. Bei dieser Komplikation kommt es zu starken inneren Blutungen, die vor allem die Nebennierenrinde betreffen, die ein wichtiger Hormonproduzent ist und ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann.
In 90% der Fälle verläuft das Waterhouse-Friederichsen-Syndrom tödlich. Symptomatisch fallen die Kinder durch starke Hautblutungszeichen auf, die anfangs wie kleine rötliche Punkte aussehen und sich im weiteren Verlauf dann vergrößern. Diese gefürchtete Komplikation stellt einen Grund dar, warum man eine Gehirnhautentzündung möglichst schnell erkennen und therapieren möchte.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich Neurologie finden Sie unter Neurologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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