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Operation eines Impingement-Syndroms

Operative Therapie

Es gibt unterschiedliche Indikationen für eine operative Therapie. Der behandelnde Arzt unterscheidet zwischen Stadium I und II der Erkrankung, bei denen nach etwa einem halben bis zu einem Jahr konservativer Therapieformen die Behandlung als erfolglos eingestuft werden muss und einer Läsion der Sehne durch den so genannten Acromionsporn, sowie dem Stadium III, dem Stadium der inkompletten Rupturen mit erfolgloser konservativer Therapie.

In den zuvor erwähnten Fällen kann die operative Therapie als weitere Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Den operativen Eingriff bei einem subacromialen Engpass-Syndrom bezeichnet man als subacromiale Dekompression (Dekompression = Erweiterung).

Im Hinblick auf diese Dekompression gibt es – je nach zu Grunde liegender Ursache – unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten für eine Operation. Ziel ist es dabei zu erreichen, dass sich die Rotatorenmanschette nicht mehr zwischen dem Kopf und dem Schulterdach einquetscht und dadurch unter Umständen aufgerieben wird.


Man unterscheidet im operativen Bereich zwischen:

  • Der Akromionplastik nach Neer (= Défilé – Erweiterung)
    Prinzipiell versteht man darunter die Erweiterung des subakromialen Raumes durch eine Dekompression der Supraspinatussehne. Dabei soll der unterhalb des Schulterdaches liegenden Rotatorenmanschette mehr Platz zur Bewegung geschaffen werden. Um dies zu erreichen wird am unteren Teil des Acromions ein schmaler Knochenanteil entfernt. Die Akromionplastik kann unter Umständen arthroskopisch durchgeführt werden. Eine Akrompionplastik kann sowohl bei einer Rotatorenmanschettenläsion als auch bei einer intakten Rotatorenmanschette eingesetzt werden. Weiter unten finden sie nähere Erläuterungen zu diesem Eingriff.
  • Einer Korrektur – Operation, die nach einem in Fehlstellung verheiltem Knochenbruch am Oberarmkopf notwendig werden kann .
  • Einem operativen Abtragen von Kalkherden an der Rotatorenmanschette (Tendinitis calcarea). Dabei wird ein verdickter und entzündeter Schleimbeutel (Bursitis subacromialis), der sich auf der Rotatorenmanschette befindet, ganz oder teilweise entfernt. Meist geschieht dies in Verbindung mit einer Akromioplastik (siehe oben).

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Das Schultergelenk zählt zu den kompliziertesten Gelenken des menschlichen Körpers.

Daher erfordert die Behandlung der Schulter (Rotatorenmanschette, Impingement, Kalkschulter, Bicepssehne, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen der Schulter auf konservative Weise.

Ziel jeder Therapie ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich im:

  • Orthopaedicum Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
    60318 Frankfurt am Main

Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich bitte um Verständnis!

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Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

Nachfolgend wird auf die subacromialen Dekompression gezielt eingegangen. 
Das Schulterdach besteht aus zwei Teilen, dem hinteren knöchernen Anteil, genannt Acromion und dem vorderen Bandteil, dem Ligamentum coraco-acromiale. Die Rotatorenmanschette bewegt sich – wie man anhand des Bildes erkennen kann – durch einen Tunnel. Dieser Tunnel ist bei einem subacromialen Engpass-Syndrom zu eng und muss erweitert werden.

Der Abstand zwischen dem Oberarmkopf und der Acromionunterfläche wird medizinisch als acromio – humeraler Abstand bezeichnet. Im Normalfall muss ein Mindestabstand von 10 mm gewährleistet sein.

Man erreicht eine Vergrößerung des Tunnels durch eine Entfernung der nach unten gerichteten " Knochennase " am Acromion.

Während man früher in der Regel noch den vorderen Bandanteil des Schulterdaches entfernte, verzichtet man darauf heute in aller Regel. Wenn das so genannte „Widerlager“, der vordere Bandanteil, komplett fehlt, kann der Oberarmkopf nach oben gleiten.

Verschiedene Operationsverfahren der subacromiale Dekompression:

Wie bereits oben kurz erwähnt, kann der Eingriff kann sowohl in
arthroskopischer (arthroskopische subacromiale Dekompression, auch ASD genannt) als auch in offener Technik (OSD = offene subacromiale Dekompression) durchgeführt werden.

Die arthroskopische subacromiale Dekompression - ASD - erfolgt im Rahmen der gleichzeitig durchgeführten Spiegelung des Schultergelenkes. Man benötigt in aller Regel lediglich 2 - 3 kleine Hautschnitte von etwa 1 cm Länge, in die Spezialinstrumente eingeführt werden. Mittels eines Shavers, einem sich drehenden Spezialinstrumentarium, fräst man einen Teil der Acromionunterfläche ab.
Die offene subacromiale Dekompression- OSD erfolgt über einen Hautschnitt von ca. 5cm. Mit Hilfe eines scharfen Meißels wird ebenfalls ein Teil der unteren Vorderseite des Acromions entfernt. Dieser Eingriff kann unter Umständen bei vorliegenden ungünstigen anatomischen Begebenheiten zur Notwendigkeit werden.

Hat man die Möglichkeit zwischen den beiden Operationsformen zu unterscheiden, ist die ASD der OSD in aller Regel vorzuziehen. Der Vorteil der ASD liegt dabei vor allem im wesentlich angenehmeren Verlauf nach der Operation.

Man muss allerdings erwähnen, dass mittelfristig betrachtet die Ergebnisse von ASD und OSD als gleichwertig und ohne nennenswerte Unterschiede zu erachten sind.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Kapitel: Subakromiale Dekompression

Röntgenbild eines Impingementsyndroms vor der OP

Sporn vor OP

Abbildung einer Röntgen - Spezialaufnahme (Outlet view), in der man unter dem Schulterdach einen einengenden Sporn erkennen kann.

 

Röntgenbild Schulter nach Spornentfernung

Nach OP

Gleiches Röntgenbild nach der arthroskopischen Operation, nachdem der Sporn abgetragen wurde.

 

Dauer der OP

Die Operation dauert 30-45 Minuten und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Für die Behandlung insgesamt sollte mindestens ein Tag eingeplant werden, da nach der Narkose meist eine Beobachtungszeit angeschlossen wird. Bis man das Krankenhaus wieder verlassen kann. Bei stationärer Aufnahme sollte man mit 2-4 Tagen rechnen.

Allgemeine Informationen zur Vollnarkose finden Sie hier: Vollnarkose - Ablauf, Risiken und Nebenwirkungen

Risiken der OP

Eine Operation allgemein bringt immer gewisse Risiken mit sich.
Die Vollnarkose wird nicht von allen Menschen gleich gut überstanden und es kann währenddessen durchaus zu Komplikationen kommen. Diese sind jedoch nicht spezifisch, sondern gelten für jeden operativen Eingriff und werden vor Operationsbeginn mit dem Arzt besprochen.
Es kann nach der Operation zu Entzündungen der Operationswunden kommen, was jedoch bei der Operation des Impingementsyndroms der Schulter, auf Grund lediglich zwei kleiner Schnitte, als gering zu betrachten ist.
Ein nicht zu vernachlässigendes Risiko besteht, dass trotz Operation die Sehnenschädigung bestehen bleibt und es zur Rissbildung kommen kann. Ebenso kann es trotz Operation zu einem erneuten Impingementsyndrom kommen, unter anderem durch einen verdickten Schleimbeutel oder anderen entzündlich verdickten Strukturen im Schulterbereich.
Nach Operationen sollte bei Ruhigstellung auf das erhöhte Thromboserisiko (siehe auch: Thrombose) geachtet werden, dem aber bei längerer Ruhigstellung medikamentös vorgebeugt werden kann. Lesen Sie mehr zum Thema unter: Postoperative Thrombosepropyhlaxe

Allgmeine Informationen zum Thema finden Sie unter: Postoperativen Komplikationen

Vor- und Nachteile der OP

Ein Impingementsyndrom der Schulter sollte vorerst durch Schmerzmedikation, Muskelentspannung, Ruhigstellung und Entzündungshemmung behandelt werden, bevor eine operative Therapie in Erwägung gezogen wird.
Bleiben die Beschwerden unter dieser Behandlung erhalten oder wurde mit Hilfe bildgebender Verfahren ein Knochenvorsprung oder ein Sehnenabriss diagnostiziert, stellt die Operation eine Behandlungsmöglichkeit dar, den Gelenkspalt zur Symptomlinderung zu erweitern oder die Sehne zu rekonstruieren.
Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt, ist jedoch ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem arthroskopisch, mit Hilfe von zwei kleinen Schnitten, der Raum unter dem Schulterdach erweitert wird oder entzündliche Strukturen (z.B. Schleimbeutel) entfernt werden.
Ein Vorteil der Erweiterung ist, dass bei erneuter Belastung nicht direkt wieder Beschwerden auftreten sollten (ein erneutes Impingementsyndrom ist jedoch nicht auszuschließen), da genug Platz im Gelenkspalt vorhanden ist und einengende Strukturen entfernt sind. Dies ist bei schmerzlindernder/ entzündungshemmender Therapie nach Besserung nicht unbedingt der Fall. Hier kann es schnell zu wiederkehrenden Schmerzen kommen.
Dennoch ist es eine operative Maßnahme, die immer ein gewisses Risiko mit sich bringt und die Therapie deutlich aufwändiger ist, als eine Medikamenteneinnahme. Eine operative Behandlung ist dann zu empfehlen, wenn andere Ansätze keine dauerhafte Beschwerdefreiheit bieten und es zu wiederkehrenden Symptomen trotz verschiedener Therapien kommt.

Nachbehandlung

Nach der Operation sollte der Arm zunächst ruhig gehalten werden. Dafür eignet sich meist ein Schlingenverband, in dem der Unterarm abgestützt wird und somit die Schulter ruhig gestellt ist. Dieser sollte nicht länger als 3 Tage genutzt werden und es wird meist bereits ab dem Folgetag der Operation leichte Bewegung im Schultergelenk empfohlen.
Bei stationärer Behandlung werden Bewegungsübungen mit Hilfe von Physiotherapeuten durchgeführt, die eine frühzeitige Mobilisation des Gelenks erlauben. Dies soll Verwachsungen vorbeugen und mindert auch das Thromboserisiko. Die darauf folgenden 2-3 Wochen sollte die regelmäßige physiotherapeutische Behandlung im Vordergrund stehen, die durch schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (NSAR) begleitet werden kann. Daran angeschlossen werden Reha Maßnahmen, die der Stärkung der Schultermuskulatur dienen und so eine korrekte Gelenkführung sicher stellen sollen.
Die krankengymnastische Nachbehandlung beinahltet zum einen so genannte passive Bewegungen, die der Krankengymnast führend durchführt, zum anderen aber auch – nach einer gewissen Vorlaufzeit – aktive Bewegungen, die der Patient unter physiotherapeutischer Anleitung selbst durchführt.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Nachbehandlung mit Hilfe einer Motorbewegungsschiene (= CMP). Dabei wird, während der Patient auf einem Stuhl sitzt, die Schulter auf einer elektrisch angetriebenen Bewegungsschiene gelagert und ein schmerzfreies Durchbewegen der Schulter eingeleitet. In der Regel empfinden Patienten die Behandlung mit CMP als angenehm. Die Bewegungsschiene kann stufenlos und nach individuellem Maßstab eingestellt werden.
Direkt nach der Operation werden kühlende Maßnahmen (Kryotherapiemaßnahmen) ergriffen, um die Schmerzen zu mindern und vor allem die Schwellung des Weichteilgewebes zu mindern. Je nach Bedarf können darüber hinaus schmerzstillende und abschwellende Medikamente individuell verordnet werden.

Krankenhausaufenthalt

Die Operation eines Impingementsyndroms kann stationär oder ambulant durchgeführt werden.
Eine ambulante Operation ist lediglich mit einem Krankenhausaufenthalt für den Operationstag vorgesehen, das Krankenhaus kann noch am selben Tag wieder verlassen werden. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann ein Aufenthalt über den Tag hinaus empfohlen werden. Eine ambulante Behandlung sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn nach der Entlassung jemand zur Unterstützung alltäglicher Tätigkeiten zu Verfügung steht und eine gewisse Mobilität besteht, um für Nachuntersuchungen oder bei später auftretenden Komplikationen ins Krankenhaus zu kommen.
Eine stationäre Operation ist bei dieser Behandlung meist mit 2 Nächten vorgesehen.

Krankheitsdauer

Die Krankheitsdauer bei Operation eines Impingementsyndroms ist individuell sehr unterschiedlich und richtet sich nach den Bedingungen des Einzelnen. Alltägliche Tätigkeiten sind bereits nach wenigen Tagen wieder ohne Probleme möglich, die Arbeitsunfähigkeit richtet sich hingegen nach dem Beruf.
Körperliche Arbeiten, die die Schulter betreffen, sollten zunächst vermieden werden und ein Einstieg in den Berufsalltag kann mehrere Monate dauern. Ähnliches gilt für sportliche Tätigkeiten, die den Schulterbereich belasten. Hier gilt es erst einmal Schritt für Schritt Kraft und Koordination zu trainieren, um dann nach einiger Zeit wieder in das reguläre Sportgeschehen einzusteigen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.03.2018
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