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Schmerzen im Schulterblatt

Einleitung

Das Schulterblatt (Scapula) bildet zusammen mit dem Schultergelenk die Verbindung zwischen Oberarm und Rumpf. Es befindet sich jeweils seitlich der Wirbelsäule auf Höhe des Brustkorbs und ist nur mit dem Oberarmknochen (Humerus) gelenkig verbunden. Da das Schulterblatt von Muskeln umgeben ist (sogenannte Rotatorenmanschette), ist eine Fraktur sehr selten.

Es gibt jedoch viele andere Faktoren, die zu Schmerzen im Schulterblatt führen können.


Ursachen

Muskelverspannungen

Schmerzen im Schulterblatt können verschiedene Ursachen haben. Meist liegt die Ursache für den Schmerz nicht direkt im Schulterblatt, sondern viel eher in den umgebenden Muskeln. Die Muskeln, die das Schulterblatt umgeben und im Bereich des Oberarms ansetzen, werden als Rotatorenmanschette bezeichnet. Hierzu gehört der Musculus subscapularis, der sich unter dem Schulterblatt (Scapula) befindet, der Musculus supraspinatus und infraspinatus, die sich auf der Rückseite des Schulterblattes befinden sowie der Musculus teres minor, der vom Schulterblatt bis zum Oberarm zieht. Wenn es zu Schmerzen im Schulterblatt kommt, kann es sein, dass genau diese Muskeln verspannt oder verkrampft sind. 

Die Verspannungen werden oft durch das einseitige oder zu lange Tragen schwerer Taschen ausgelöst. Auch die Haltung im Sitzen und Stehen hat Auswirkungen auf die Muskulatur der gesamten Schulter.

Bei vermehrten Verspannungen sollten daher regelmäßige Entspannungs- und Kräftigungsübungen für die Muskeln der Schulter ausgeübt werden. Des Weiteren können, je nach Ausprägung der Verspannung, Massagen, Wärmeumschläge und Kinesio-Tapes dabei helfen, die verhärteten Muskeln zu lockern.

Incisura-scapulae-Syndrom

Am oberen Rand des Schulterblattes gibt es eine kleine Einkerbung (Incisura scapulae), durch die ein Nerv (Nervus suprascapularis) hindurchläuft. Über der Einkerbung verläuft ein Band. Es kann jedoch sein, dass dieses Band verknöchert und somit ein knöcherner Kanal entsteht. Dieser Knochenkanal sorgt für die Einengung des Nerven. Es kommt zum sogenannten Incisura-Scapulae-Syndrom, bei welchem die innervierten Muskeln (Musculus supraspinatus und infraspinatus) durch die Schädigung des Nerven nicht mehr richtig versorgt werden Die betroffenen Patienten leiden vor allem bei aktiver Bewegung des Schulterblatts unter Schmerzen im Schulterblattbereich. Da aktive Bewegungen aufgrund des Schmerzes vermieden werden, kann es außerdem zu einer Abnahme (Atrophie) der Größe der beiden Muskeln kommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter:

Entzündung der Muskulatur nach Überlastung

Die Muskeln der Rotatorenmanschette können jedoch nicht nur durch Nerveneinklemmung zu Schmerzen führen, sondern auch, wenn der Muskel selbst entzündet ist. Eine Muskelentzündung resultiert am aller häufigsten aus einer reinen Überlastung der Muskulatur, die nach intensivem Training auftritt. Weitere Gründe können auch alltägliche Überanstrengungen im Haushalt sein, wie das Schleppen von Wasserkisten. Meist verschwindet der Schmerz dann nach Schonung innerhalb von wenigen Tagen und sollte auch nicht wieder aufkommen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Entzündung des Schulterblattes

Skoliose

Eine weitere Ursache für Schmerzen im Schulterblatt kann eine Skoliose sein. Bei einer Skoliose handelt es sich um eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Diese ist meist S-förmig gebogen statt gerade durch den Rücken zu verlaufen.

Kommt es zu solch einer Fehlstellung der Wirbelsäule im Thorax, kann dies zu Schmerzen im Schulterblatt führen, da mehrere Muskeln (beispielsweise die Musculi rhomboideus minor et major) von der Wirbelsäule bis zum Schulterblatt ziehen und dort ansetzen. Kommt es nun zu einer Fehlstellung der Wirbelsäule, werden das Schulterblatt sowie die daran ansetzenden Muskeln automatisch auch fehlbelastet. Dies kann zu Verkrampfungen in den jeweiligen Muskeln führen, die sich dann mit Schmerzen im Schulterblattbereich äußern.

In besonders gravierenden Fällen kann es sogar zu einer Entzündung des Muskels kommen, wodurch die Schmerzen zunehmen.

Abbildung Schmerzen im Schulterblatt

Schmerzen im Schulterblatt

  1. Obergrätenmuskel -
    Musculus supraspinatus
    (zweite Schicht)
  2. Deltamuskel - Musculus deltoideus
  3. Untergrätenmuskel -
    Musculus infraspinatus
  4. Kleiner Rundmuskel - M. teres minor
  5. Großer Rundmuskel - M. teres major
  6. Nervus suprascapularis
  7. Kleiner Rautenmuskel -
    Musculus rhomboideus minor
    (zweite Schicht)
  8. Einkerbung - Incisura scapulae
  9. Schulterblatt - Scapula
  10. Großer Rautenmuskel -
    Musculus rhomboideus major
    (zweite Schicht)
  11. Unterschulterblattmuskel -
    Musculus subscapularis (zweite Schicht)
  12. Oberarmschaft -
    Corpus humeri
  13. Suprascapular Arterie -
    Arteria suprascapularis
  14. Band am Schulterblatt -
    Ligamentum transversum
    scapulae superius

    (1. + 3. + 4. + 11. = Rotatorenmanschette -
    Muskel-Sehnen-Kappe)
    Ursachen:
    A - Muskel Entzündung /
    Verspannung / Verkrampfung

    B - Incisura - Scapulae - Syndrom
    (Verknöcherung des Bandes)
    C - Skoliose
    (Fehlstellung der Wirbelsäule)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Wirbelblockade

Die Blockade eines Wirbels auf Schulterblatthöhe kann auch die Ursache für Schmerzen in diesem Bereich sein. Im Röntgenbild kann man zwar dann keine Deformation der kompletten Wirbelsäule erkennen, wie es bei der Skoliose der Fall wäre, dennoch können Schmerzen im Schulterblatt auf eine Blockade eines einzelnen Wirbels hindeuten. Die Ursache dafür ist, dass an jedem einzelnen Wirbel der sogenannte Spinalnerv austritt, welcher die die Haut in den einzelnen Rumpfsegmenten sensibel innerviert. Falls dieser Nerv eingeklemmt oder geschädigt wird, treten Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in dem jeweiligen Hautsegment auf.

Folgender Artikel könnte für Sie auch von Interesse sein: Eingeklemmter Nerv an der Schulter/im Schulterblatt - Das sind die Symptome.

Bandscheibenvorfall

Auch ein Bandscheibenvorfall der Hals- oder ein Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule in diesem Bereich kann zu ähnlichen Symptomen führen. Ist nur ein Wirbel betroffen, beschränkt sich der Schmerz meist auf ein kleines, gürtelförmiges Areal. Sind jedoch mehrere Wirbel betroffen, kann sich der Schmerz auch über das komplette Schulterblatt erstrecken.

Bursitis

Im Bereich des Schulterblattes befinden sich zusätzlich Schleimbeutel, die normalerweise ein reibungsloses Aneinandergleiten der Muskeln bewerkstelligen. Kommt es zu einer Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis), führt dies zu starken Schmerzen im Bereich des Schulterblattes, besonders unter Belastung.

Häufig fällt es den betroffenen Patienten schwer, den Arm weit vom Körper weg zu strecken, da dann der Schleimbeutel noch weiter eingeengt wird.

Schmerzen am Schulterblatt durch Husten

Wenn es beim Husten zu Schmerzen im Schulterblatt kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären. Es kann gelegentlich vorkommen, dass es sich hierbei um starke Verspannungen handelt, die durch das Husten verstärkt werden.

Allerdings gibt es auch einige Erkrankungen der Lunge, die zu Schmerzen am Schulterblatt führen können. Hierbei treten oft auch andere Symptome, wie immer wiederkehrender Husten oder Husten mit Auswurf auf. Daher sollte ein Lungenfacharzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären.

Schmerzen beim Atmen

Gelegentlich können Schmerzen im Schulterblatt vorkommen, die durch das Atmen ausgelöst oder beim Atmen verstärkt werden. Hierfür kommen verschiedene Ursachen in Frage.

Bei Komplikationen mit der Wirbelsäule, beispielsweise durch altersbedingte Abnutzung oder Verletzungen, kann es zu einer Reizung der sogenannten Interkostalnerven kommen. Diese entspringen aus dem Rückenmark auf Höhe der Brustwirbelsäule und ziehen entlang des Brustkorbs. Durch die Dehnung beim Atmen senden die gereizten Nerven Schmerzsignale aus, die bis in das Schulterblatt ausstrahlen können.

Die Ursache kann aber auch an der Lunge selbst liegen und sollte daher von einem Arzt untersucht werden.

Schmerzen, die besonders morgens auftreten

Wenn Schmerzen im Bereich des Schulterblatts besonders morgens auftreten, ist hierfür oft eine ungesunde Schlafposition verantwortlich.

Eine rückenfreundliche Matratze und Schlafkissen können dazu beitragen, dass die Muskeln im Bereich der Schultern über Nacht entspannen können.

Die morgendlichen Schmerzen können aber auch ein Anzeichen für eine rheumatische Erkrankung sein. Hierbei sind oft mehrere Gelenke betroffen. Sollten also beispielsweise zusätzlich Schmerzen in den Hand- oder Kniegelenken auftreten, sollte ein Arzt zur Abklärung hinzugezogen werden.

Schmerzen mit Taubheitsgefühl

Schmerzen im Schulterblatt können auch mit einem Taubheitsgefühl einhergehen. Dabei kommt es oft zu Kribbeln oder Missempfindungen der Temperatur. Schuld daran sind in der Regel Reizungen von Nerven, die den Bereich um das Schulterblatt herum versorgen.
Diese Reizung kann durch eine Einklemmung oder Kompression des Nerven entstehen, die durch Verspannungen der Muskulatur im Nackenbereich hervorgerufen werden. Es können aber auch Probleme an der Wirbelsäule vorliegen. Dabei kommt es oft auch zur Ausstrahlung der Schmerzen und des Taubheitsgefühls auch über das Schulterblatt hinaus.

Schmerzen am Schulterblatt und am Rippenbogen

Gelegentlich können Schmerzen am Schulterblatt zusammen mit Schmerzen am Rippenbogen auftreten. Häufig ist hierfür die Verspannung von bestimmten Muskeln verantwortlich.
Der sogenannte Serratus anterior ist ein Muskel, der an den Rippen entspringt und an der Innenseite des Schulterblatts ansetzt. Durch seine Lage fungiert er als sogenannter Atemhilfsmuskel, da er den Brustkorb beim Atmen erweitern kann und damit die Atmung unterstützt. Außerdem wird er zum Beispiel beim Schwimmen und Bankdrücken stark beansprucht. Kommt es zu einer Überlastung dieses Muskels, entstehen typischerweise Schmerzen am Schulterblatt und am Rippenbogen. Ursächlich hierfür können verschiedene intensive Beanspruchungen des Muskels sein, wie beispielsweise beim intensiven Husten oder extremen Krafttraining mit Liegestützen.

Auch ein längeres Gehen mit Krücken kann den Serratus anterior Muskel überanstrengen und zu Schmerzen führen. Diese Verspannungen können oft bereits durch Massagen und Entspannungsübungen gelockert werden.

Für die Schmerzen am Schulterblatt und dem Rippenbogen können auch Reizungen von dort verlaufenden Nerven verantwortlich sein. Bestehen diese Schmerzen über einen längeren Zeitraum, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schmerzen am Schulterblatt und am Rücken

Häufig treten Schmerzen nicht ausschließlich am Schulterblatt, sondern zusätzlich am Rücken auf. Grund dafür sind meist entweder muskuläre Verspannungen oder Probleme an der Wirbelsäule. Da das Schulterblatt über Knochen und Muskeln in enger Verbindung mit der Wirbelsäule und damit dem gesamten Rücken steht, bedingen sich die Schmerzen in den Bereichen oft gegenseitig.

Eine aufrechte Haltung ist essentiell für eine Entlastung des Rückens und der Schulterblätter. Kräftigungsübungen der Muskulatur können ebenfalls hilfreich sein, um eine Überbelastung zu reduzieren.

Schmerzen am Schulterblatt und am Schlüsselbein

Das Schulterblatt ist über verschiedene Bänder mit dem Schlüsselbein verbunden. Gemeinsam bilden sie den Schultergürtel, der für die Funktion des Schultergelenks sehr wichtig ist. Aufgrund dieser Verbindungen kommt es häufig bei Problemen mit der Schulter auch zu Schmerzen am Schulterblatt und am Schlüsselbein. Dies tritt vor allem bei Verletzungen, einer Überbelastung durch schwere Taschen oder dem natürlichen Verschleiß im Alter auf. Aber auch Entzündungen an den Gelenken zwischen dem Schulterblatt und dem Schlüsselbein können zu Schmerzen führen und sollten von einem Arzt untersucht werden.

Herzinfarkt

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich ein Herzinfarkt in Form von starken Schmerzen am Schulterblatt äußert. Dabei ist der Schmerz entweder am linken Schulterblatt oder zwischen den Schulterblättern lokalisiert. Gelegentlich findet sich auch eine Ausstrahlung der Schmerzen in den linken Arm.

Bei einem Herzinfarkt treten aber meist auch andere Symptome, wie ein starkes Engegefühl in der Brust und eine Belastungsabhängigkeit der Schmerzen auf. Daher sollte bei dem alleinigen Auftreten von Schmerzen am Schulterblatt nicht direkt auf einen Herzinfarkt geschlossen werden.

Bruch

In sehr seltenen Fällen und nur unter starker Gewalteinwirkung kommt es zu einem Bruch im Schulterblatt. Meist sind dann jedoch auch andere Knochen betroffen.

Ursache kann hier ein schwerer Sturz auf die Schulter sein, beispielsweise nach einem Motorradunfall.

Sind Schmerzen am Schulterblatt ein Hinweis auf Krebs?

Dass es sich bei der Ursache für Schulterblattschmerzen um eine Krebserkrankung oder Lungenkrebs handelt, ist äußerst selten. Hierbei treten auch andere Symptome, wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und chronischer Husten auf. Sollten diese über einen Zeitraum von mehreren Wochen bestehen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Welchen Arzt sollte man konsultieren?

Bestehen Schmerzen am Schulterblatt, sollte zunächst versucht werden, diese durch Entlastung der Schultern zu lindern. Kommt es dadurch jedoch auch nach eingigen Wochen zu keiner Besserung, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Da es sich meist um Probleme der Muskeln oder Knochen handelt, ist hierfür ein Orthopäde zuständig.

Gegebenenfalls kann bei akuten Verletzungen, wie nach einem Sturz oder Unfall, auch die Notaufnahme aufgesucht werden, wo der behandelnde Arzt ein Unfallchirurg ist.

Diagnose

Zunächst sollte immer ein Röntgenbild erstellt werden, um die Schmerzen im Schulterblatt genauer zu differenzieren. Hierbei erkennt man beispielsweise eine Skoliose oder ob es zu Brüchen im Bereich des Schulterblattes oder den darunterliegenden Rippen kam.

Ein CT-Bild kann ebenfalls hilfreich sein, vor allem dann, wenn eine muskuläre Ursache vorliegt.

Bereits durch die Palpation (Abtasten) kann der Arzt eventuelle Verkrampfungen erkennen.

Die Art der Schmerzen

Wichtig ist es, bei Schmerzen im Schulterblatt auf die Begleitsymptome zu achten und den Schmerz zu differenzieren. Tritt der Schmerz nur wenige Tage auf und verschwindet, war die Ursache vermutlich eine Verkrampfung oder ein Muskelkater.

Treten die Schmerzen immer bei Belastung oder bei bestimmten Bewegungen auf, kann dies auf eine muskuläre Ursache oder auf eine Schleimbeutelentzündung hindeuten.

Ist der Schmerz dauerhaft vorhanden, kann eine Skoliose oder eine Wirbelblockade Schuld sein.

Therapie

Meist reichen eine ausreichende Physiotherapie und eventuell Massagen aus, um die Schmerzen im Schulterblatt zu reduzieren. Dies gilt jedoch nur, solange nur eine leichte Muskelverkrampfung, beispielsweise durch eine leichte Skoliose, vorliegt.

Kommt es zu Muskelentzündungen, hilft meist nur eine schmerzlindernde Spritze, die entzündungshemmende Medikamente enthält.

Auch bei einer Entzündung des Schleimbeutels hilft Physiotherapie nicht. Hier sollte man die Schulter ruhig stellen, um eine Infektion zu vermeiden und eventuell Glukokortikoide geben, um die Entzündung im Schleimbeutel abschwellen zu lassen.

Bei starker Skoliose, Schulterblattbruch, Rippenbruch oder einem Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule hilft meist nur noch eine Operation.

In den meisten Fällen sind Schmerzen im Schulterblatt jedoch mit verschriebenen physiotherapeutischen Übungen gut in den Griff zu bekommen.

Tapen des Schulterblattes

Seit einiger Zeit erfreut sich die Technik des Tapens zunehmender Begeisterung im Bereich der Sportmedizin. Dies liegt zum einen daran, dass sie vielseitig anwendbar und gleichzeitig leicht zu erlernen ist. So gibt es auch bei Schmerzen im Bereich des Schulterblatts die Möglichkeit, Tapeverbände anzulegen.
Sie erfüllt hier, wie auch in anderen Körperregionen, nicht die Funktion, das Gelenk und den Muskel vollständig ruhig zu stellen. Stattdessen wirkt sie ungewünschten und übermäßigen Bewegungen entgegen und stellt somit einen funktionellen Verband dar. Dies wird beim Tapen durch eine Übertragung der auf das Gelenk wirkenden Kräfte auf die Haut erreicht, sodass das Gelenk entlastet wird. Gleichzeitig findet eine bewusstere Wahrnehmung von Körperbewegungen statt.

Für ein Tapen der Schulterregion oder des oberen Rückens zwischen den Schulterblättern existieren online etliche Anleitungen. Der Tapeverband sollte dabei jedoch keinesfalls als Allheilmittel verstanden werden. Er stellt lediglich eine unterstützende Maßnahme dar und ersetzt keinesfalls eine physiotherapeutische oder medikamentöse Behandlung der Ursache der Beschwerden.

Lokalisation von Schulterblattschmerzen

Schmerzen, die das Schulterblatt betreffen, können an unterschiedlichen Enden des Schulterblattes lokalisiert sein. Dies reicht von den Armen hin zu den Rippen und hat meist immer eine andere zugrunde liegende Ursache.

Lesen Sie auch hierzu Schmerzen zwischen den Schulterblättern

Schmerzen im linken Schulterblatt

Sehr selten, aber trotzdem nicht auszuschließen sind Erkrankungen der inneren Organe. So können auch Lungenerkrankungen Schmerzen im Bereich des linken Schulterblatts verursachen. Eine extrem seltene Ursache für Beschwerden in der Region des linken Schulterblatts sind Durchblutungsstörungen der hinteren Herzmuskulatur. Die hiermit verbundenen Schmerzen sind jedoch davon charakterisiert, dass sie vor allem bei Belastung auftreten und nicht durch die Atmung oder eine Bewegung des Arms beeinflussbar sind.

Schmerzen im rechten Schulterblatt

Rechtsseitige Schmerzen im Bereich des Schulterblatts sind typisch für eine muskuloskelettale Ursache. Hierbei verstärken sich die Schmerzen bei einer Bewegung des rechten Armes und häufig auch beim Atmen. Vor allem haltungsbedingte Verspannungen der Muskulatur, Blockaden der Rippen-Wirbel-Gelenke sind hier für das Entstehen von Schmerzen verantwortlich. Diese gehen oft mit dem Einklemmen von Nerven einher.

In eher seltenen Fällen können jedoch auch internistische Erkrankungen verantwortlich für rechtsseitige Schulterschmerzen sein. Hier sind beispielsweise Lungenerkrankungen oder auch Erkrankungen der Leber und Gallenblase denkbar, welche in den Bereich unterhalb des Schulterblattes ausstrahlen können, da über Nerven Verbindungen zwischen diesen Bereichen bestehen.

Ausstrahlende Schmerzen in den Arm

Beschwerden der Nacken-Schulter-Arm-Region mit Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl werden häufig unter dem Begriff des Schulter-Arm-Syndroms zusammengefasst. Hierbei kommt es auf verschiedene Art und Weise zu Beeinträchtigungen von Nervenbahnen, welche die klassischen Symptome nach sich ziehen.
Der häufigste Grund für diese latenten Störungen der Nervenfunktion sind einseitige Überlastungen und Verspannungen, speziell im Bereich des Nackens, aber auch der Schulter. Begünstigt werden die Symptome zusätzlich durch Grunderkrankungen der Körperregion oder nervenschädigenden Erkrankungen wie dem Diabetes mellitus.

Die Therapie des Schulter-Arm-Syndroms richtet sich nach der Ausprägung der Symptome. Schmerzmittel bilden hierbei in so gut wie allen Fällen die Grundlage, von der aus weitere Schritte, wie beispielsweise Physiotherapie, geplant werden können. Eine effektive Behandlung sollte nichtsdestotrotz an der zugrundeliegenden Ursache ansetzen. Nur hierdurch kann letztlich eine dauerhafte Linderung der Beschwerden erreicht werden.

Informieren Sie sich mehr über Schmerzen im Arm: Schmerzen im rechten Arm oder Schmerzen im linken Arm

Schmerzen am Schulterblatt und an den Rippen

Eine häufige Ursache für Schmerzen im Bereich des Brustkorbs ist die sogenannte Interkostalneuralgie. Als solche werden Schmerzsyndrome im Zwischenrippenbereich bezeichnet, welche üblicherweise durch eine Schädigung von Nerven verursacht werden. Sie können demzufolge generell an jeder Stelle des Brustkorbs auftreten, sei es nun auf seiner Vorderseite oder im Bereich der Schulterblätter.
Die Interkostalneuralgie ist typischerweise durch einen gürtelförmigen, ziehenden und anhaltenden Schmerz charakterisiert. Dieser kann durch Bewegungen im Brustkorb oder der Schulter und auch durch Atembewegungen verstärkt werden. Im Rahmen des Syndroms kann es außerdem zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen kommen.

Die Liste der möglichen Ursachen einer Interkostalneuralgie ist lang. Zu den häufigsten Auslösern der Neuralgie gehören Muskelverhärtungen (Myelgelosen) der Zwischenrippenmuskulatur oder des Musculus subscapularis im Falle von Schmerzen im Bereich des Schulterblattes. Weitere mögliche Auslöser stellen Lungenerkrankungen, der Herpes Zoster (Gürtelrose) oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule dar. Die Bezeichnung Interkostalneuralgie ist daher eher als eine Beschreibung der Beschwerden, als eine tatsächliche Diagnose zu verstehen.

Eine Behandlung der Beschwerden verläuft nach Möglichkeit der Ursache entsprechend, also kausal. Da jedoch oft keine genaue Ursache benannt werden kann, ist eine Therapie oft schwierig und erfolgt dann symptomatisch. Hierbei kommen vor allem Medikamente mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften zum Einsatz. In erster Linie sind dies Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac.
Bei starken Schmerzen können auch schwache Opioide und Lokalanästhetika, sowie Muskelrelaxantien zum Einsatz kommen. Ergänzend sind oft physiotherapeutische und manuelle Verfahren von Nutzen.

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Schmerzen im Nacken

Schmerzen im Bereich der Schulterblätter und des Nackens beruhen zumeist auf Problemen des Bewegungsapparates, also der Muskeln und Gelenke. Durch eine unnatürliche Haltung und Fehlbelastungen im Alltag kommt es hier sehr häufig zu Verspannungen und Blockaden der Rippen-Wirbel-Gelenke.

Im Bereich zwischen Schulterblatt und Nacken spielt hierbei vor allem der Musculus trapezius eine Rolle. In schweren Fällen können Muskelverhärtungen (Myelgelosen) zu Einklemmungen von Nerven mit daraus resultierenden starken Schmerzen führen. Eine Behandlung erfolgt hierbei meist durch physiotherapeutische Maßnahmen und der Einnahme schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente, zu welchen klassischerweise auch Ibuprofen und Diclofenac zählen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 27.11.2018
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