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Schmerzen am Schlüsselbein

Allgemein

Schmerzhaften Beschwerden im Bereich des Schlüsselbeins können vielfältige Ursachen zugrunde liegen. Dabei kann man grundsätzlich zwischen Ursachen aus dem Bereich des Bewegungsapparats, wie Verletzungen des Schlüsselbeins selbst oder angrenzender Strukturen, und Erkrankungen der inneren Organe, wie z.B. Herzerkrankungen unterscheiden.

Schlüsselbeinbruch

Der Schlüsselbeinbruch ist eine äußerst häufige Verletzung, 15% aller Knochenbrüche sind Brüche des Schlüsselbeins! Der Grund dafür liegt in dem anatomischen Umstand, dass das Schlüsselbein ohne großes „Schutzpolster“ direkt unter der Haut liegt und somit direkter oder indirekter Gewalteinwirkung, z.B. bei Fahrradstürzen, praktisch ungeschützt ausgesetzt ist. Das Schlüsselbein bricht dabei in den meisten Fällen im mittleren Bereich, da dort sein Durchmesser am geringsten ist und die äußeren Partien nicht nur dicker sind, sondern zusätzlich von starken Bandapparaten stabilisiert werden.

Hinweise auf einen Schlüsselbeinbruch als Ursache für Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins sind neben einem Sturz- oder Unfallgeschehen (hier vor allem indirekte Gewalteinwirkung durch Sturz auf den ausgestreckten Arm) vor allem eine Schwellung und Blutergussbildung über dem Schlüsselbein. Der Patient neigt außerdem dazu, den Arm in einer Schonhaltung nah am Körper zu halten und es fällt ihm schwer, den Arm zu heben. Auch sämtliche andere Bewegungen im Schultergelenk werden als extrem schmerzhaft empfunden und erzeugen unter Umständen ein als Krepitationszeichen bezeichnetes Knirschen. Häufig ist schon von Außen eine Stufenbildung im Verlauf des Knochens unter der Haut zu sehen.

Die Diagnose eines Schlüsselbeinbruchs erfolgt, da es sich um eine Knochenverletzung handelt, mittels Röntgenaufnahmen. So kann nicht nur die Diagnose gestellt werden, sondern auch die spezielle Art und Lage des Bruchs beurteilt und auf dieser Grundlage erste Therapieoptionen erstellt werden. Handelt es sich um einen möglichen medialen, also zum Brustbein hin gelegenen Schlüsselbeinbruch, kann zusätzlich eine CT-Untersuchung sinnvoll sein, da hier auf Röntgenaufnahmen durch Überlagerungseffekte Knochenverletzungen leicht übersehen werden können.


Schultereckgelenkssprengung

Dieser Begriff beschreibt eine „Sprengung“ des Schultergelenks durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung mit daraus resultierender Verletzung des Bandapparates.

Im Vergleich zum Schlüsselbeinbruch liegt die Ursache einer Schultereckgelenkssprengung eher in direkter Gewalteinwirkung, also einem Sturz auf die Schulter. Die Schmerzen liegen weiter außen in der Schulter bzw. am äußeren Rand des Schlüsselbeins. Zudem tritt auch hier eine Schwellung und Blutergussbildung sowie eine Schonhaltung (Drehen des Arms zum Körper hin und Halten des angewinkelten Arms durch den gesunden Arm) auf, da auch hier jede Art von Bewegung im Schultergelenk die Schmerzen verstärkt.

Auch ein Knirschen bei Bewegung des Schultergelenks (Krepitationszeichen) ist denkbar. Durch die Verletzung des Bandapparates kann es passieren, dass das Schlüsselbein aus dem Schultereckgelenk herausrutscht. In diesem Fall steht es nach oben ab und erzeugt eine deutlich sichtbare Vorwölbung der Haut über der Innenseite der Schulter. Auf diesem Wege lässt sich das für Schultereckgelenkssprengungen typische „Klaviertastenphänomen“ erklären: Drückt man auf die vom verschobenen Schlüsselbein erzeugte Hautvorwölbung, lässt sich das Schlüsselbein nach unten drücken und schnellt wieder nach oben, sobald man es loslässt – eben genau wie eine Klaviertaste.

Die Diagnose einer Schultereckgelenkssprengung erfolgt mittels Röntgenaufnahmen und zur Beurteilung der Weichteile und des Ergusses mittels einer Ultraschalluntersuchung. Letztere bietet den Vorteil, dass sie auch gleichzeitig die Beurteilung der am Schultereckgelenk ansetzenden Sehnen der Muskeln der sogenannten Rotatorenmanschette ermöglicht, die vor allem bei älteren Patienten häufig auch betroffen sind.

Rippenbruch

Ursachen für Rippenbrüche sind vor allem direkte Gewalteinwirkung bei (Fahrrad-)Stürzen und Verkehrsunfällen. Sind mehr als zwei benachbarte Rippen gebrochen, spricht man von einer Rippenserienfraktur. Nur bei einer Vorschädigung, etwa im Rahmen einer Osteoporose, können Rippenbrüche auch ohne Unfallgeschehen entstehen, z.B. durch starkes Husten. Seltene aber gefährliche Komplikationen eines Rippenbruchs sind Verletzungen der Lunge, wie z.B. der Pneumothorax; meist jedoch bleibt es bei einem isolierten Rippenbruch.

Typisches Symptom eines Rippenbruchs ist ein Schmerz an der betreffenden Stelle, der sich bei Atembewegungen verstärkt. Da Husten in funktioneller Hinsicht eine Form besonders starker Atembewegungen darstellt, verursacht er einen besonders starken Schmerz. Aus Gründen der Schonung kann dieser Umstand zu einer oberflächlichen, ineffektiven Atmung führen, was vor allem bei älteren Patienten zu Beeinträchtigungen der Sauerstoffversorgung führen kann.

Da es sich beim Rippenbruch um eine knöcherne Verletzung handelt, erfolgt die Diagnose primär durch Röntgenaufnahmen. Zur Beurteilung, ob die Lunge in Form eines Pneumothorax mit betroffen ist, kann eine Röntgenaufnahme in Ausatmungsstellung des Brustkorbes vorgenommen werden. Schließlich lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung Begleitverletzungen der umliegenden Organe und Gefäße ausschließen.

Im Gegensatz zum Rippenbruch ist bei einer Rippenprellung die strukturelle Einheit des Knochens nicht aufgehoben. Symptome und Untersuchungsmöglichkeiten decken sich weitgehend mit denen des Rippenbruchs, sodass eine sichere Unterscheidung zwischen beiden Verletzungen nur durch eine Röntgenuntersuchung möglich ist.

Lungenembolie

Eine Lungenembolie ist der Fachbegriff für den Verschluss eines Blutgefäßes der Lunge durch einen Thrombus (Blutgerinnsel). Dieser Thrombus entsteht meist in den Beinvenen (Thrombose), wird schließlich von dort fortgespült und gelangt über das Herz in die Lungengefäße.

Eine Lungenembolie kann, wenn sich das betroffene Gefäß im oberen Anteil der Lunge befindet, eine Erkrankung des Schlüsselbeins vortäuschen, denn auch bei der Lungenembolie treten atemabhängige Brustschmerzen auf. Ein typisches Symptom, das die Lungenembolie jedoch von knöchernen Verletzungen des Schlüsselbeins abgrenzt, ist die starke Atemnot. Zudem können plötzliche Schweißausbrüche oder Herzrasen, aber auch Fieber ausgelöst werden.

Bei Verdacht auf eine Lungenembolie sollte unverzüglich ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Dem Mediziner stehen vielfältige Untersuchungsmöglichkeiten, wie z.B. EKG, Perfusionsszintigraphie oder Pulomonalisangiographie zur Verfügung, die die Diagnose einer Lungenembolie sichern und somit die dringend notwendige Therapie ermöglichen können.

Zwerchfellbruch

Überraschenderweise können auch Zwerchfellerkrankungen Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins auslösen. Grund dafür ist das Phänomen der sogenannten Head-Zonen: Erkrankungen innerer Organe projizieren sich auf Hautbereiche an ganz anderen Stellen. Das kommt dadurch zustande, dass sich die Nervenzellen, die Schmerzsignale aus dem Organ vermitteln, und die Nervenzellen, die Schmerzsignale aus dem zugehörigen Hautbereich vermitteln, im Rückenmark „nahe kommen“ und durch diese räumliche Nähe eine Erkrankung des Organs dem Patienten eine oberflächliche Erkrankung an ganz anderer Stelle „vorgaukeln“ kann. Die Head-Zone des Zwerchfells liegt nun im Bereich des Schulterdachs und des Schlüsselbeins.

Die häufigste Erkrankung des Zwerchfells ist der Zwerchfellbruch. Dabei treten Magen oder Darmschlingen durch Zwerchfellschwachstellen nach oben in den Brustraum. In ca. 90% der Fälle bleibt ein Zwerchfellbruch asymptomatisch. Kommt es jedoch zu Beschwerden, lässt er sich dank der Begleitsymptomatik gut von den anderen möglichen Ursachen für Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins abgrenzen. Neben Schluckbeschwerden und Sodbrennen treten häufig Übelkeit und Erbrechen auf. Ein Völlegefühl ist ebenfalls charakteristisch. Bei größeren Zwerchfellbrüchen kann es zu Herzrasen kommen.

Eine sichere Diagnose und Abgrenzung von anderen inneren Ursachen erfolgt durch den Arzt mithilfe einer Magenspiegelung oder einer Röntgenaufnahme, vor der der Patient zur Kontrasterhöhung einen kontrastmittelhaltigen Brei schluckt („Röntgen-Breischluck“).

Sonstiges

Weitere Erkrankungen, die in extrem seltenen Fällen und nur unter bestimmten Umständen Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins auslösen können, sind der Herzinfarkt, die Gürtelrose und die Brustfellentzündung.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.04.2018
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