Das juckende Augenlid

Definition

Durch äußere Risikofaktoren oder durch bestimmte Erkrankungen kann das Augenlid jucken. Je nach zugrundeliegender Ursache können zusätzlich Symptome wie eine Rötung, Schwellung und Schmerzen auftreten. 

Die Behandlung des Juckreizes gestaltet sich recht unterschiedlich. Falls äußere Faktoren ursächlich sind und diese gemieden werden, bessert sich die Symptomatik recht schnell. Bei einer Entzündung des Augenlids hingegen benötigt man Cortison Salben und eventuell antibiotische/ antivirale Augentropfen.

Die Ursachen

Äußere Risikofaktoren wie der Wind oder eine zu trockene Luft können das Augenlid reizen und so ein Jucken hervorrufen. Auch eine rauchige oder eine verstaubte Umgebungsluft sind schlecht für die Haut und können insbesondere die empfindliche Haut der Augenlider reizen. 

Die Anwendung von einigen Kosmetika und Pflegeprodukten kann eine allergische Reaktion verursachen. Die Augenlider schwellen an, jucken und sind gerötet. Zudem können Allergien gegen Pollen oder Hausstaubmilben ebenfalls die Augenlider reizen.

Eine überschüssige Talgproduktion (Seborrhö) kann die Drüsen auf den Augenlidern verstopfen. Der Talg kann nicht mehr abfließen und staut sich. Dies führt zu einer Entzündung der Augenlider (Blepharitis), welche mit den klassischen Entzündungszeichen - Rötung, Schwellung und Juckreiz- einhergeht. Eine Seborrhö wird häufig bei Patienten mit Rosazea oder Neurodermitis beobachtet. Darüber hinaus können einige Bakterien und Viren Auslöser einer Blepharitis sein. Die Erreger gelangen in die Talgdrüse und infizieren diese. Die körpereigenen Abwehrzellen schütten verschiedene Botenstoffe aus um die Erreger zu bekämpfen. Diese Botenstoffe können unter anderem einen starken Juckreiz hervorrufen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Die Augenlidentzündung.

Die begleitende Symptome

Je nach zugrundeliegender Ursache können sich die Symptome unterscheiden. Falls das Jucken durch äußere Faktoren, wie eine zu trockene Luft, ausgelöst wurde, kann die Haut auf den Augenlidern austrocknen und schuppen. Falls eine allergische Reaktion Ursache für den Juckreiz ist, kann das Lid anschwellen und sich röten. Charakteristisch ist eine Schwellung des ganzen Lids (Lidödem).

Bei einer Entzündung treten eine Rötung, Schwellung und Schmerzen auf. Die Betroffenen klagen meist auch über ein tränendes Auge und ein Verschwommensehen. Auch ein Fremdkörpergefühl wird des öfteren beschrieben. Zusätzlich können die Wimpern durch die Entzündungsreaktion geschädigt werden und sogar ausfallen (Madarosis).

Die Rötung als Symptom

Die Rötung der Haut ist ein sehr unspezifisches Symptom. Meist tritt es bei einer Entzündung auf, da die körpereigenen Abwehrzellen Botenstoffe ausschütten. Diese Botenstoffe führen zu einer Erweiterung der Gefäße. Dadurch wird die Haut besser durchblutet und erscheint auch gerötet.

Darüber hinaus neigt man dazu die Haut aufzukratzen, wenn diese juckt. Dadurch wird die oberflächliche Schicht der Haut beschädigt und es entstehen kleinste Einrisse, die einbluten. Dies verstärkt die vorhandene Rötung nochmals.

Die Schwellung als Symptom

Die Schwellung ist ein Symptom, welches häufig bei einer Entzündung auftritt. Ursächlich hierfür sind die Botenstoffe, welche von Abwehrzellen ausgeschüttet werden. Sie regulieren die Entzündungsreaktion und führen unter anderem zu einer Erweiterung der Gefäße. Zusätzlich wird die Durchlässigkeit der Blutgefäßen und der Haut erhöht, damit mehr Abwehrzellen an den Ort des Geschehens gelangen können. Dies führt aber auch zu einem Flüssigkeitsaustritt in das Bindegewebe, was die Schwellung hervorruft.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Augenlidschwellung.

Die Schmerzen als Symptom

Schmerzen sind ein klassisches Symptom einer Entzündung. Ursächlich hierfür sind Entzündungsmediatoren, die von Immunzellen ausgeschüttet werden. Entzündungsmediatoren sind spezielle Botenstoffe, welche die Entzündungsreaktion regulieren. Sie führen unter anderem zu einer Sensibilisierung von Nerven. Dadurch werden Schmerzen verstärkt wahrgenommen und Reize, die normalerweise keine Schmerzen verursachen, können als sehr unangenehm empfunden werden.

Das Brennen als Symptom

Ein brennendes Gefühl auf der Haut ist ein begleitendes Symptom einer Lidentzündung. Die Entzündungsreaktion führt zur Sensibilisierung von Nerven. Dadurch werden Schmerzen verstärkt wahrgenommen und können ein brennendes Gefühl auslösen.

Die trockene Haut als Symptom

Äußere Risikofaktoren, wie eine stickige Raumluft oder eine verqualmte Umgebung, trocknen die Haut aus. Vorallem die Haut der Augenlider ist sehr empfindlich und kann schnell austrocknen. Die oberflächlichen Hautzellen sterben ab und verkrusten. Diese Verkrustungen können sich durch Abschuppung lösen.

Neben äußeren Faktoren können Erkrankungen wie Rosazea oder Neurodermitis ebenfalls zu einer Austrocknung und Schuppung der Haut führen.

Die Ursachen von trockener Haut? Lesen Sie mehr dazu.

Die Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Falls das Jucken durch äußere Faktoren ausgelöst wurde, empfiehlt es sich diese zu vermeiden. Eine stickige oder verqualmte Raumluft lässt sich durch regelmäßiges Lüften verhindern. Gegen den kalten Wind kann man eine Schutzbrille tragen. 

Bei einer allergischen Reaktion sollte man das auslösende Produkt nicht mehr nutzen. Falls man nicht genau weiß, welches Produkt bzw. welche Substanz der Auslöser war, empfiehlt es sich einen Allergietest durchzuführen. Wenn man an einer Pollenallergie oder einer Hausstauballergie leidet, kann man Antihistaminika einnehmen. Sie mildern die Symptomatik und können bei schwer ausgeprägten Formen die Lebensqualität verbessern.

Die Therapie einer Blepharitis, also einer Lidentzündung, unterscheidet sich je nach Auslöser. Bei einer bakteriellen Infektion verschreibt der Arzt antibiotische Augentrofpen. Falls die lokale Therapie nicht genügen sollte, kann eine systemische Antibiotika Therapie angeordnet werden. Zusätzlich kann der Arzt eine milde Cortison Salbe verschreiben, welche die lokale Entzündungsreaktion eindämmen soll. Falls die Entzündung durch einen viralen Erreger verursacht wurde, kann eine Salbe mit antiviralem Wirkstoff verwendet werden. Um die Entzündungsreaktion abzuschwächen, kann auch hier eine milde Cortison Salbe verwendet werden.

Eine Blepharitis, die durch überschüssige Talgproduktion hervorgerufen wurde, kann durch eine Lidhygiene behandelt werden. Hierfür wird das Augenlid durch warme Kompressen oder Infrarotlicht erwärmt. Anschließend wird der Ausführungsgang der Talgdrüse massiert. Dies soll die Verstopfung lösen und den Abfluss des Talgs erleichtern. Da eine Blepharitis durchaus schmerzhaft sein kann, empfiehlt sich die Einnahme von Schmerzmittel.

Informieren Sie sich hier zum Thema: Der Allergietest.

Die Hausmittel

Falls das Jucken durch eine allergische Reaktion ausgelöst wurde, kann man gekühlte Kompressen auf das Lid legen. Dies sollte den Juckreiz mildern. Alternativ kann man gekühlten Quark oder Joghurt auf die Kompresse geben, dies aufs Augenlid legen und etwas einwirken lassen. Ein weiteres wirksames Hausmittel gegen Juckreiz ist das Aloa Vera Gel. Durch die kühlende und entzündungshemmende Eigenschaft des Gels, werden unangenehmen Symptome abgeschwächt.

Im Falle einer Lidrandentzündung empfiehlt sich eine Wärmebehandlung. Hierfür können Kompressen erwärmt werden und auf das Lid gelegt werden. Nach ein paar Minuten kann man das Lid dann massieren um den Abfluss der Talgdrüsen zu fördern. Alternativ kann man auch eine Rotlichtlampe verwenden. Anschließend sollte das Lid aber auch massiert werden.

Die Dauer

Je nach zugrundeliegender Erkrankung kann die Dauer des Juckreizes variieren. Wenn äußere Risikofaktoren ursächlich für das Jucken sind und diese vermieden werden, bessert sich die Symptomatik recht schnell. Auch wenn allergene Substanzen identifiziert und nicht mehr benutzt werden, kommt es schnell zu einer Besserung. 

Die Dauer einer Blepharitis hingegen kann langwierig sein. Oftmals chronifiziert die Erkrankung und tritt immer wieder auf.

Weiterführende Information

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 22.10.2019 - Letzte Änderung: 22.10.2021
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