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Kopfschmerzen beim Husten

Einleitung

Kopfschmerzen, die ausschließlich bei Husten auftreten, werden auch als Hustenkopfschmerzen bezeichnet. Unterschieden werden muss hier zwischen einem primären und sekundären Kopfschmerz.
Primäre Hustenkopfschmerzen werden zu den seltenen Kopfschmerzformen gezählt und sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht im Rahmen anderer Erkrankungen, sondern isoliert auftreten. Anders verhält sich dies in Bezug auf die sekundären Hustenkopfschmerzen, bei denen eine Grunderkrankung, wie beispielsweise eine Erkältung, ursächlich sind. Während sekundäre Hustenkopfschmerzen in den meisten Fällen mit der zugrundeliegenden Erkrankung abklingen, können primäre Hustenkopfschmerzen über mehrere Monate bis Jahre andauern.
Die Dauer einzelner Kopfschmerzattacken nach dem Husten liegt bei wenigen Sekunden bis Minuten.

Wie kommt es zu Kopfschmerzen beim Husten?

Wie Kopfschmerzen im Rahmen des Hustens entsteht, ist mittlerweile gut verstanden und hat maßgeblich mit einer Hirndruckerhöhung zu tun.
Während des Hustenvorgangs findet eine Anspannung der Bauchmuskulatur statt, was eine Erhöhung des abdominellen Drucks (im Bauch) zur Folge hat.
Hierdurch kommt es zu einer Steigerung des zentralen Venendrucks, der sich bis in die Gefäße des Kopfes weiterleitet und hier wiederum zu einer Hirndruckerhöhung führt, was Kopfschmerzen zur Folge hat.
Da dieser Mechanismus jedoch bei allen Menschen vorhanden ist, steht weiterhin die Frage im Raum, warum manche Patienten deutlich sensibler auf eine solche Druckerhöhung reagieren, im Sinne eines primären Kopfschmerzes, als andere.

Neuere Studien konnten diesen Sachverhalt klären.
So konnte nachgewiesen werden, dass diese Patienten häufig eine erhöhte Menge an Nervenwasser (Liquor) aufweisen und somit einen grundlegend höheren Hirndruck aufweisen.
Kommt es nun im Rahmen des Hustens zu einer weiteren Erhöhung ist die Schmerzschwelle des Hirndrucks bei diesen Patienten schneller erreicht.
Die Ursachen für das erhöhte Nervenwasservolumen sind hierbei zahlreich und reichen von einer vermehrten Bildung bis zu einem eingeschränkten Abfluss.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Erhöhter Hirndruck - Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Wie lange dauern Hustenkopfschmerzen an?

Die Dauer von Hustenkopfschmerzen ist sehr unterschiedlich.
Während die einzelnen Attacken lediglich für wenige Sekunden bis Minuten andauern, ist die Verlaufsdauer der Erkrankung abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Treten die Schmerzen im Rahmen von Atemwegsinfekten auf, so halten diese meist nur so lange an, bis der Infekt auskuriert ist.
Primäre Hustenkopfschmerzen können hingegen mehrere Jahre bestehen, zeigen dann jedoch häufig eine Spontanheilung.

Therapie von Hustenkopfschmerzen

In der Behandlung von Hustenkopfschmerzen steht zunächst immer die Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung, wenn vorhanden, im Vordergrund.
Beispielsweise die Linderung des Hustens bei einer Erkältung oder die Anwendung von speziellen Nasensprays im Rahmen einer Nasennebenhöhlenentzündung.
In der spezifischen Therapie des Hustenkopfschmerzes muss festgehalten werden, dass eine Akuttherapie meist keine Wirkung zeigt, da die Schmerzen nur für eine sehr kurze Dauer bestehen.

Ziel der Behandlung ist somit die Prophylaxe von Hustenkopfschmerzen, wenn diese häufig auftreten.
Anwendung findet hier zum einen der Wirkstoff, Indometacin, der zur selben Substanzklasse gehört wie beispielweise Ibuprofen oder ASS.
Bei einer Dosierung von 25mg bis 150mg sollte das Medikament dreimal täglich eingenommen werden, um ausreichend prophylaktisch zu wirken.
Bei längerer Anwendung sollte über eine Kombination mit einem Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) nachgedacht werden, um mögliche Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich zu verhindern.
Alternativ zu Indometacin, kann auch der Wirkstoff Acetazolamid angewandt werden.

Bei sehr häufig auftretenden primären Hustenkopfschmerzen, die über eine lange Zeit bestehen, kann weiterhin eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, also die Entnahme von Nervenwasser, um den Hirndruck für eine gewisse Zeit zu senken.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Indometacin.

Kann es sich auch um einen Hirntumor handeln?

Da Hirntumore ab einer gewissen Größe zu einer Erhöhung des Hirndrucks führen können, ist es möglich das diese zur Entstehung von Hustenkopfschmerzen führen.
Dies trifft insbesondere für Raumforderungen im Bereich der hinteren Schädelgrube zu, da diese rasch zu einer Störung des Nervenwasserabflusses führen können und es somit zu einer Aufstauung kommt, was eine weitere Druckerhöhung zur Folge hat.

Es muss jedoch festgehalten werden, dass Hirntumore eine sehr seltene Ursache des Hustenkopfschmerzens sind.
Hinzu kommt, dass bei einem Hirntumor weitere Begleitsymptome auftreten.
Zu ihnen gehören die sogenannten Hirndruckzeichen, welche, neben Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle sowie Übelkeit und Ebrechen sind.
Des Weiteren können neurologische Ausfälle auftreten, welche sich durch Schwindel, Lähmungen, Seh- und Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Gangunsicherheit bemerkbar machen.
Folglich ist es sehr unwahrscheinlich, dass Hustenkopfschmerzen im Rahmen einer Hirntumorerkrankung vorkommen.

Nichtsdestotrotz sollte deshalb in der Diagnostik des primären Hustenkopfschmerzes stets eine Bildgebung des Schädels erfolgen, um Hirntumore oder andere schwerewiegende Erkrankungen ausschließen zu können.

Eine ausführliche Erklärung der Gehirntumoranzeichen finden Sie in unserem Artikel:
Anzeichen eines Gehirntumors - Das sollten Sie wissen

Das sind die begleitenden Symptome

Die begleitenden Symptome, die bei Hustenkopfschmerzen auftreten können, hängen zunächst davon ab, ob es sich um primäre oder sekundäre Kopfschmerzen handelt. Während es bei primären Hustenkopfschmerzen meist nur wenig begleitende Symptome, wie eine leichte Übelkeit, bestehen, können bei sekundären Kopfschmerzen zahlreiche verschiedene weitere Symptome auftreten.
Da eine Erkältung und eine Nasennebenhöhlenentzündung die häufigsten Ursachen des sekundären Hustenkopfschmerzes sind, sind belgleitende Symptome wie Schnupfen, leichtes Fieber, ein Druckgefühl über den Nebenhöhlen oder Halsweh nicht selten.

Fieber

Nicht selten leiden Betroffene neben dem Husten, der zu den Kopfschmerzen führt, auch unter Fieber, was auf verschiedene Ursachen hindeutet.
Bereits die Höhe des Fiebers kann hierbei schon entscheidend in der Differenzialdiagnostik sein.
Bei leichtem Fieber, Schnupfen und Husten ist beispielweise von dem Vorliegen einer banalen Erkältung auszugehen.
Steigt die Körpertemperatur hingegen auf Werte von über 39°C sollte, vor allem in den kalten Jahreszeiten, an eine Grippe gedacht werden.
Diese geht meist mit einem trockenen Reizhusten einher.

Eine weitere Erkrankung, die bei hohem Fieber und Husten in Betracht kommt, ist die Lungenentzündung.
Eine Unterscheidung dieser beiden Erkrankung erfolgt meist durch das Auskultieren (Abhören) der Atemgeräusche und dem Erfragen weiterer begleitender Symptome.

Weitere Informationen finden Sie unter Fieber und Kopfschmerzen.

Welche weiteren Symptome bei einer Erkältung auftreten können, lesen Sie unter:
Symptome einer Erkältung

Erkältung und Schnupfen

Eine Erkältung und Schnupfen, im Sinne einer Nasennebenhöhlenentzündung, sind die häufigsten Ursachen des sekundären Hustenkopfschmerzes.
Es kommt zu einem leichten Anstieg der Körpertemperatur, einer laufenden Nase, Husten und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung kommt weiterhin ein Druckschmerz über den Nebenhöhlen und leichte bis mittlere Kopfschmerzen dazu.
Auch hier treten die Schmerzen nur während des Hustens auf und klingen nach wenigen Minuten wieder ab.

Alles, was Sie zu Kopfschmerzen während einer Erkältung wissen sollten, finden Sie unter:
Kopfschmerzen bei einer Erkältung

So erfolgt die Diagnose

Die Diagnostik von Hustenkopfschmerzen besteht zunächst in der Abgrenzung zu anderen Kopfschmerzarten.
Wegweisend sind hierbei die Angaben, dass die Schmerzen immer isoliert nach dem Husten auftreten und nur für eine kurze Dauer anhalten.
Lichtscheue, Übelkeit oder Lärmempfindlichkeit bestehen meist nicht.
Zudem betreffen Hustenkopfschmerzen meist den gesamten Kopf und sind nicht auf einer Seite dominant.
Weiterhin muss nun zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterschieden werden, also nach einer zugrundeliegenden Ursache, wie einer Erkältung, gesucht werden.

Kann keine eindeutige Ursache gefunden werden, spricht man von primären Kopfschmerzen.
Im Rahmen der Diagnostik dieser Kopfschmerzart, sollte im Verlauf stets eine Bildgebung (CT oder MRT) durchgeführt werden, um Raumforderungen im Schädel ausschließen zu können, die ebenfalls zu einer Hirndruckerhöhung führen können.

So lautet die Prognose

Hustenkopfschmerzen haben insgesamt eine sehr gute Prognose.
Dies gilt insbesondere dann, wenn ein zugrundeliegender Infekt ausgemacht werden kann, der innerhalb weniger Tage abklingt und somit auch die Schmerzen verschwinden. Eine etwas schlechtere Prognose, im Sinne der Krankheitsdauer, ist bei den primären Hustenkopfschmerzen zu verzeichnen.
Durch die oben beschriebenen Therapieoptionen können jedoch auch diese meist bis hin zur Symptomfreiheit behandelt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.06.2019
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