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Nasenscheidewand

Synonyme

Nasenseptum, Septum nasi

Anatomie

Die Nasenscheidewand unterteilt die Nasenhaupthöhlen in eine linke und eine rechte Seite. Somit bildet die Nasenscheidewand die mittige Begrenzung der Nasenlöcher (Nares).
Die Nasenscheidewand bildet mit einem hinteren knöchernen (Vomer und Lamina perpendicularis ossis ethmoidalis), einem mittleren knorpeligen (Cartilago septi nasi = Flügelknorpel und Vierecksknorpel) und einem vorderen häutigen Anteil mit den Nasenflügeln die äußerlich sichtbare Form der Nase.
Die knorpeligen sowie die knöchernen Anteile sind, wie die restlichen Nasenhaupthöhlen (Cavum nasi) und die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales), von Schleimhaut bedeckt.
Auf dem Oberrand der Nasenscheidewand sowie auf der oberen Nasenmuschel (gegenüber liegend) ist das Riechepithel lokalisiert.
Ein Blutgefäßgeflecht (Locus Kiesselbachi) sorgt vor allem im vorderen Bereich der Nasenscheidewand für deren Durchblutung.

Erkrankungen der Nasenscheidewand

Durch mechanische Manipulation zum Beispiel Nasebohren oder häufiges Naseputzen kann die empfindliche Schleimhaut gereizt oder auch verletzt werden und es kann zu kleinen Blutungen (Nasenbluten) kommen.
Vor allem trockene Heizungsluft kann in der kalten Jahreszeit zur Austrocknung der Schleimhaut auf der Nasenscheidewand führen.
Es kommt zu kleinen Rissen, welche durch Schleimhautpflege innerhalb einiger Tage abheilen.
Des Weiteren können typische Schleimhautinfektionen wie bakterielle Infektionen oder Pilzinfektionen auch den Bereich der Nasenscheidewand betreffen.
Der Konsum von Kokain, Morbus Wegener oder Lues können zu einem Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) führen. Dieses sollte operativ verschlossen werden.
Verformungen der Nasenscheidewand können genetisch bedingt und somit angeboren sein. So zum Beispiel die Höcker- und Hakennasen. Erworben sind hingegen die Sattelnase und die Schiefnase.
Bei Gewalteinwirkung gegen das Mittelgesicht kann es zu einer Blutung zwischen Knorpel und Schleimhaut kommen. Dieses Nasenseptumhämatom kann sich infizieren und zum Septumabszess führen. Dabei besteht die Gefahr des Untergangs von Knorpelzellen (Knorpelnekrose), weshalb bei einem Nasenseptumhämatom eine operative Entleerung des Hämatoms innerhalb 24 Stunden empfohlen wird.
Je nach Ursache und Art der Verformung kann eine Nasenseptumkorrektur vorgenommen werden.
Eine Nasenseptumdeviation (Schiefstellung der Nasenscheidewand) ist oftmals die Ursache für eine eingeschränkte Nasenatmung oder Schnarchen. Häufig liegt auch bei äußerlich gerade erscheinender Nase eine Schiefstellung der Nasenscheidewand vor, welche von den Personen jedoch nicht bemerkt wird, da keine Symptome vorliegen. Eine Schiefstellung der Nasenscheidewand alleine ist daher kein Grund für eine Behandlung.

Weitere Informationen rund über das Thema lesen Sie unter: Erkrankungen der Nase

Die Nasenscheidewand hat ein Loch

Ein Loch in der Nasenscheidewand wird Nasenseptumperforation genannt und kann durch viele verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Neben traumatischen Ereignissen wie einem Schlag oder einem Fehler bei einer Operation können auch chronische Entzündungen auf Dauer ein Loch erzeugen.

Risikofaktoren für ein Loch in der Nasenscheidewand ist die dauerhafte Exposition von Industriestäuben und regelmäßiger Konsum von Drogen.  
Merkbar macht sich dieses Loch durch eine behinderte Nasenatmung, Blutungen, Schmerzen, ein Pfeifen bei der Atmung und einer Krustenbildung. Diese Krusten sind häufig von Bakterien befallen und können einen unangenehmen Geruch erzeugen.

Bei Verdacht auf eine Nasenseptumperforation sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Krankheit und somit die Symptome sich nicht von selbst bessern.
Zur Diagnosesicherung wird durch den Arzt das Nasenseptum begutachtet. Hierfür wird eine Kamera mit einem Licht, ein so genanntes Rhinoskop, in die Nase eingeführt.

Die Therapie besteht in dem operativen Verschluss des Loches durch eine Knorpeltransplantation körpereigenen Knorpels meist aus dem Ohr. Trotz einer erfolgreichen Operation sollte die Ursache bekämpft werden. Erfolgt beispielsweise weiterhin eine Exposition von Industriestäuben oder wird die chronische Entzündung nicht therapiert, so tritt wahrscheinlich erneut ein Loch in der Nasenscheidewand auf.

Unser nächstes Thema könnte Sie auch interessieren: Schmerzen im und am Nasenbein

Untersuchung der Nasenscheidenwand

Da das Nasenseptum bereits von außen teilweise sichtbar ist, kann bei der äußeren Inspektion eine Schieflage, einen Buckel, Piercings oder auch weit äußerlich liegende Infektionen erkennen und somit Hinweise auf die vorliegende Problematik erhalten.
In der Regel folgt nun die Untersuchung mittels Spekulum. Hierbei weitet der Arzt mit einem kleinen Spreizer vorsichtig das Nasenloch und kann so im besten Fall Nasenmuscheln (Conchae nasales), Nasenhaupthöhle (Cavum nasi) und natürlich auch das Nasenseptum (Septum nasi) beurteilen.

OP & Begradigung der Nasenscheidewand

Eine Operation der Nasenscheidewand wird in der Regel erst bei Beschwerden im Zusammenhang mit einer Verkrümmung behandelt.

Die Beschwerden reichen von Luftnot über Schnarchen, häufigen Atemwegsinfekten bis hin zu Problemen beim Riechen und Kopfschmerzen bzw. Migräne. Ihnen allen zu Grunde liegt eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, die bei der Operation begradigt wird.
Betroffen von der Verkrümmung können sowohl die knöchernen als auch die knorpeligen Anteile sein. Meist tritt diese Verkrümmung als Folge eines ungleichmäßigen Wachstums des Kiefers, des Gaumens und der Nase bzw. der Nasenscheidewand auf. Außerdem kommt es häufiger nach dem Bruch der Nasenscheidewand in Folge eines Schlages oder eines Sturzes zu einem schiefen Zusammenwachsen, wodurch oben genannte Probleme entstehen können.

Anhand der Beschwerden und des Befundes des Arztes wird die Indikation für eine Operation gestellt, wobei das Ausmaß der Beschwerden ein wichtiges Kriterium für den Arzt ist. Selbst bei auffälliger körperlicher Untersuchung wird keine Operation durchgeführt, wenn der Patient komplett beschwerdefrei ist.
Bei der körperlichen Untersuchung, die eine Nasenspiegelung umfasst, wird ein spezielles Gerät in die Nase unter Benutzung eines Nasensprays eingeführt, um den Zustand der Schleimhaut und knöchernen wie knorpeligen Strukturen zu beurteilen. Außerdem kann eine Verkrümmung der Nasenscheidewand oft auch von außen beurteilt werden.

Die Operation erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, kann aber durchaus in Sonderfällen unter lokaler Betäubung erfolgen. Um an die knöchernen und knorpeligen Anteile der Nasenscheidewand während der Operation zu gelangen, wird mit dem Skalpell die Schleimhaut von ihnen getrennt. Danach werden diese Strukturen vom umliegenden Knochengerüst getrennt und die Nasenscheidewand wird herausgenommen.
Für die Begradigung wird nun die Scheidewand in kleine Einzelteile aufgeteilt und zu einer geraden Fläche neu zusammengesetzt.
Unter Fixierung am umliegenden Gewebe wird die neu ausgerichtete Nasenscheidewand nun in die Nase eingesetzt und mit der Schleimhaut bedeckt.

Komplikationen sind bei dieser Operation eher selten, allerdings können Schleimhautschäden, Gefühlsstörungen, Blutungen und eine erneute Verkrümmung auftreten.

Bei Kindern ist es wichtig zu beachten, dass durch die Operation keine Wachstumszonen des Knochens zerstört werden, da dadurch mit zunehmendem Alter stärkere Probleme auftreten können.

Nach der Operation sollte die Nase geschont werden. Dafür können Kunststoffplättchen eingesetzt werden, die jedoch innerhalb einer Woche entfernt werden. Die Blutung wird durch eine Tamponade gelindert.
In den folgenden Tagen reagiert der Körper mit einer verstärkten Sekretproduktion, die die Atemwege verstopfen kann, weshalb es wenn möglich abgesaugt werden soll. Geschieht dies nicht steigt die Gefahr einer Entzündung in den Nasennebenhöhlen.
Oft wird deshalb prophylaktisch ein Antibiotikum verschrieben. Um übermäßiger Belastung vorzubeugen, sollte komplett auf Sport und andere körperliche Arbeit verzichtet werden. Des Weiteren kann Niesen, Sonnenbaden oder heißes Duschen zu starken Blutungen führen.
Da die Heilung bis zu einigen Wochen dauern kann, sollte der Verlauf regelmäßig bis sechs Wochen nach der Operation ärztlich kontrolliert werden, um eventuell auftretenden Problemen schnell begegnen zu können. Diese Zeit benötigt die Schleimhaut zur vollständigen Regeneration und die begradigte Nasenscheidewand zum vollständigen Verwachsen.

Auch nach Ende der ärztlichen Kontrollen kann bei Bedarf die Schleimhaut durch diverse Salben oder Spülungen befeuchtet und somit gepflegt werden, da sie immer noch sehr sensibel reagiert.

Hier finden Sie mehr Informationen zu diesem Thema: Nasenscheidewand OP

Abbildung Nasen- und Rachenraum

  1. Obere Nasenmuschel -
    Concha nasi superior
  2. Oberer Nasengang -
    Meatus nasi superior
  3. Mittlere Nasenmuschel -
    Concha nasi media
  4. Mittlerer Nasengang -
    Meatus nasi medius
  5. Untere Nasenmuschel -
    Concha nasi inferior
  6. Unterer Nasengang -
    Meatus nasi inferior
  7. Vorhof der Nasenhöhle -
    Vestibulum nasi
  8. Riechfäden - Fila olfactoria
  9. Riechkolben - Bulbus olfactorius
  10. Hintere Öffnung der
    Nasenhöhle - Choana
  11. Nasenhöhle - Cavitas nasi
  12. Rachendachmandel -
    Tonsilla pharyngea
  13. Stirnhöhle - Sinus frontalis
  14. Keilbeinhöhle -
    Sinus sphenoidalis
  15. Mundhöhle - Cavitas oris
  16. Zunge - Lingua

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Nasenscheidewand finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.04.2021
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