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Symptome einer Neuroborreliose

Einleitung

Eine Neuroborreliose ist ein Erscheinungsbild der Borreliose, einer bakteriellen Infektion, die durch einen Zeckenstich übertragen wird. Die akute Neuroborreliose tritt vor allem im sog. Stadium 2 der Borreliose auf, also Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich. Oft sind die neurologischen Symptome die ersten, die auffallen und zu der Diagnose einer Borreliose führen, denn nicht jeder Patient kann sich an einen Zeckenstich erinnern. Die Neuroborreliose kann sehr vielfältig in Erscheinung treten, die Diagnosestellung ist oft nicht einfach. Um eine Neuroborreliose zu diagnostizieren, braucht man eine Probe des Nervenwassers (Liquor), die man durch eine Punktion des Rückenmarks gewinnen kann. Außerdem wird eine Bildgebung mittels MRT durchgeführt.

Weitere Informationen zu der Grunderkrankungen finden Sie unter Borreliose.

Symptome einer Neuroborreliose

Der Begriff Neuroborreliose bezeichnet im allgemeinen ein Stadium der Borreliose-Infektion, bei dem neuronale Strukturen, also das Gerhin, die Hirnhäute, das Rückenmark oder Nervenstränge von der Infektion betroffen sind. Im Folgenden werden die möglichen klinischen Beschwerden einer akuten Neuroborreliose in absteigender Häufigkeit aufgeführt. Manche der Symptome sind eher der chronischen Neuroborreliose zuzuordnen. 

Kopfschmerzen und Fieber

Im 2. Stadium der Borreliose kommt es zunächst zu einem starken Krankheitsgefühl mit Müdigkeit, Fieber und Kopfschmerzen. Die Symptome gleichen einem grippalen Infekt und sind sehr unspezifisch, weshalb die Diagnose einer Neuroborreliose zu diesem Zeitpunkt meist nicht ohne weiteres gestellt wird. 

Symptome einer Nervenwurzelentzündung

Das typische Erscheinungsbild einer Nervenwurzelentzündung ist das sogenannte Bannwarth-Syndrom. Es tritt meinst ca. 4-6 Wochen nach dem Zeckenstich auf.  Dabei entzündet sich unter anderem eine oder mehrere Nervenwurzeln des Rückenmarks. Es entstehen starke gürtelartige Schmerzen, die vor allem nachts auftreten. Die Beschweden beginnen meist in der Nähe des ursprünglichen Zeckenstichs. Die von der Nervenwurzel ausgehenden Schmerzen, allgemein auch als "radikuläre Schmerzen" bezeichnet, sprechen schlecht auf herkömmliche Schmerzmittel an.  
Des Weiteren können die Schmerzen von schlaffen Lähmungen begleitet werden, wobei Sensibilitätsstörungen wir Kribbelgefühle eher selten auftreten. Zum Symptomkomplex des Bannwarth-Syndroms gehören auch weitere Erscheinungen wie eine Herzmuskelentzündung, Gelenkbeschwerden, Lymphknotenschwellungen und eine Hirnnervenentzündung (60% d. Fälle).

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Nervenwurzelentzündung

Facialisparese

Von einer Facialisparest ist der Gesichtsmuskelnerv, der Nervus facialis, betroffen. Die Patienten klagen dann typischerweise über eine schlaffe Gesichtshälfte, der Mundwinkel hängt herrunter und der Augenschluss ist nicht komplett möglich. Eine Facialisparese im Rahmen einer Neuroborreliose bildet sich meist in 1-2 Wochen zurück.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Fazialisparese

Augenmuskellähmung

Ähnlich wie der Gesichtsmuskelnerv bei der Facialisparese, kann auch der Nerv, der die Augenmuskeln versorgt, von einer Neuroborreliose betroffen sein. In diesem Fall kommt es zu Lähmungen bestimmter Augenmuskeln, wodurch das feinabgestimmte Zusammenspiel der beiden Augäpfel gestört wird. Typischerweise kommt es dadurch zur Entstehung von Doppelbildern. Für den Untersucher wird ein eingeschränktee Bewegungsrichtung eines Auges sichtbar. 

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Augenmuskellähmung.

Lähmungserscheinungen

Im Rahmen einer Neuroborreliose kann es auch zu Lähmungserscheinungen an den Gliedmaßen kommen. Dabei handelt es sich in der Regel um schlaffe Lähmungen, die unsystematisch und asymmetrisch auftreten. Das heißt, dass die jeweilige Gliedmaße nur auf einer Seite betroffen ist. Die Lähmungen bilden sich meist von selbst zurück. 

Sensibilitätsstörungen ("Kribbeln")

Durch die Neuroborreliose können auch sensible Nerven geschädigt werden, die u.a. für die Empfindung in den Gliedmaßen verantwortlich sind. Dadurch kann es zu sogenannten Sensibilitätsstörungen kommen, wobei die Patienten meist ein "Kribbel-Gefühl" im betroffenen Areal angeben. Auch dieses Phänomen bildet sich in der Regel eigenständig zurück. 

Symptome einer Hirnhautentzündung

Auch die Hirnhäute können von einer Neuroborreliose betroffen sein. Dabei sind diese jedoch nicht eitrig entzündet, wie es bei klassischen bakteriellen Hirnhautentzündungen der Fall ist. Die Borreliose-Meningitis tritt eher im Rahmen einer chronischen Neuroborreliose auf (also im Stadium 3). Zusätzlich sind neben den Hirnhäuten häufig auch das Hirngewebe bzw. das Rückenmark von der Entzündung betroffen, was man in der Fachsprache als Enzphalomyelitis bzw. Meningoenzephalitis bezeichnet. Abhängig davon, wo der Entzündungsherd sitzt, kommt es zu durchaus unterschiedlichen Symptomen.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Symtpome einer Hirnhautentzündung

Bewusstseinsstörungen

Bewusstseinsstörungen zählen zu den Symptomen einer akuten Hirnhautentzündungen. Die Patienten erscheinen ihrem Umfeld dann abwesend, apathisch und in sonstiger Weise verhaltensauffällig und bewusstseinsgemindert. Bei einer Neuroborreliose im Erwachsenenalter gehört dies jedoch nicht zu den typischen Symptomen, sondern tritt zum Glück nur in seltenen Fällen auf. 

Sprachstörungen

Sprachstörungen treten selten im Rahmen einer akuten Neuroborreliose aus. Sie entstehen, wenn sich die Entzündung auf das Hirngewebe ausdehnt und die sprachsteuernden Gebiete betrifft. Auch im Rahmen einer chronischen Neuroborreliose kann es zu Sprachstörungen kommen. 

Eine Übersicht zu Sprachstörungen und deren Ursachen finden Sie unter Sprachstörung

Inkontinenz

Inkontinenz ist eine eher seltenes Symptom einer Neuroborreliose. Sie entsteht durch eine Schädigung der für die Blasenentleerung verantwortlichen Nerven, bzw. derer Wurzeln im Bereich des Rückenmarks, wenn sie die Entzündung auf das Rückenmark ausdehnt. 

Weitere Informationen finden Sie unter Inkontinenz

Symptome einer chronischen Neuroborreliose

Eine chronische Neuroborreliose entwickelt sich bei nur 5% der Neuroborreliose-Patienten und liegt vor, wenn die Beschwerden länger als 6 Monate vorliegen. Die chronische Form wird dem Stadium 3 der Borreliose zugeordnet. Typisch für die chronische Neuroborreliose ist die Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoenzephalitits), sowie des Rückenmarks (Myelitis).
Diese Erkrankung ist in diesem Fall leider fortschreitend und klingt nicht selbstständig wieder ab. Häufig kommt es zu bleibenden Schäden der Hirnstrukturen. Außerdem kommt selten es zu örtlich begrenzten Entzündungen der Gefäße im Gehirn (zerebrale Vaskulitis).
Das Beschwerdebild, dass die betroffenen Patienten durch diese Veränderungen im Gehirn haben, ist sehr unterschiedlich. Am häufigsten treten Lähmungen der Glieder auf, sowie Hirnnervenausfälle, bspw. eine Facialisparese (s.o.), auf. Bei der chronischen Neuroborreliose bleibt die Lähmung jedoch bestehen. Auch Sensibilitätsstörungen, Gangunsicherheiten und Blasenfunktionsstörungen können Symptome sein. Desweiteren werden Wesensveränderungen und neuropsychiatrische Störungen (Kopfschmerz, Aufmerksamkeitsprobleme, eingeschränkte Gedächtnisfunktion, Depression u.v.m.) geschildert. Patienten mit einer chronischen Neuroborreliose leiden oft auch an anderen chronischen Erscheinungsbildern der Borreliose, wie Gelenkentzündungen (Arthritis) und Hautbeteiligung. 

Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit

Vor allem im Rahmen einer chronischen Neuroborreliose kann es zu Konzentrationsstörungen und Antriebslosigkeit kommen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom organischen Psychosyndrom. Konzentrationsstörungen sind bspw. auch ein typisches Syndrom von Depressionen, die im fortgeschrittenen Stadium einer Neuroborreliose auftreten können. 

Ausführliche Informationen zu diesem Symtpom finden Sie auch unter Konzentrationsschwäche

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Symptome einer Neuroborreliose finden Sie hier: 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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