Pigmentstörung durch die Einnahme der Pille

Synonym

Chloasma, Melasma

Einleitung

Pigmentstörungen durch die Pille sind oftmals hormonell bedingt und völlig harmlos.

Das Auftreten von Pigmentstörungen durch die Pille tritt bei fast 10-20 Prozent der Patientinnen auf, welche regelmäßig oder dauerhaft die Pille einnehmen. Es handelt sich vor allem um Pigmentstörungen im Bereich des Gesichts und um Pigmentstörungen am Hals.

Die Pigmentstörung äußert sich zumeist in flächigen, bräunlichen Hautarealen in Bereich von Wangen, Stirn, Kinn, Oberlippe, Nasenrücken und Schläfen. Es handelt sich hierbei um eine zu starke Färbung (Pigmentierung) der Haut, welche auch als Hyperpigmentierung bezeichnet wird. Die Pigmentstörung ist dabei zumeist symmetrisch verteilt. Die Pigmentstörungen kann gehäuft auch im Bereich der Unterarme auftreten.

Die Hautveränderung hat rein kosmetischen Ausdruck. Schmerzen, Juckreiz oder andere Erscheinungen bestehen hierbei nicht.

Die zu starke Pigmentierung unter Einnahme der Pille wird auch Melasma oder Chloasma genannt. Genauer gesagt wird der Begriff des Melasmas bei Schwangeren verwendet und Chloasma für weitere hormonell bedingte Pigmentstörungen unterschiedlicher Ursache.


Ursache

Die Ursache der Pigmentstörung durch die Pille ist hormonell bedingt. In der Pille befinden sich nämlich sogenannte Östrogene, also weibliche Hormone, welche einen Einfluss auf die Produktion der Pigmente in der Haut haben können.

Es gibt verschiedene Vermutungen, welche Wirkung genau die weiblichen Hormone auf die pigmentbildenden Zellen haben.

Manche gehen davon aus, dass durch die Östrogene die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) zur verstärkten Vermehrung bzw. Zellteilung angeregt werden. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Melanozyten durch die weiblichen Hormone zur Produktion der Pigmente bei Sonneneinstrahlung angeregt werden.

Dabei gibt es 2 Arten der Pigmente, das rote Phäomelanin und das schwarze Eumelanin.

Die Melanozyten befinden sichin weiter unteren Hautschichten, sodass sie den Farbstoff an die oberen Zellen weitergeben, welche sich Hornzellen nennen. Diese Hornzellen werden von Zeit zu Zeit abgestoßen und regeneriert, sodass die Pigmentstörung durchaus reversibel ist, wenn die Ursache der vermehrten Pigmentproduktion behoben ist.

So kommt es nun dazu, dass in manchen Hautarealen verstärkt Pigmente produziert werden, welche sich in die Haut einlagern und das Hautareal dunkler als den umgebenden Hautbereich verfärben.

Neben den weiblichen Hormonen kann auch der Einfluss von UV-Strahlung die Pigmentstörung verstärken, sodass man empfiehlt, zu starke Sonneneinstrahlung oder Solariumbesuche zu vermeiden, sich mit hohem Sonnenschutzfaktor einzucremen oder die Pille am Abend einzunehmen, damit der Östrogenspiegel am Tag niedriger ist.

Ein weiterer Risikofaktor, der die Pigmentstörungen mit begünstigen kann, sind Schilddrüsenerkrankungen. Zudem steht Stress in Verdacht, die Produktion des Hormons namens Melanozyten-stimulierenden Hormons (MSH) anzuregen und so die Hyperpigmentierung mit anzukurbeln.

Weitere Risikofaktoren sind vermehrte Muttermale, Einnahme verschiedener Kosmetika, Medikamente, Parfüme.

Es ist außerdem zu beobachten, dass gehäuft Menschen aus warmen klimatischen Zonen ein erhöhtes Risiko für Pigmentstörungen haben.

Da es sich um einen hormonbedingten Effekt handelt, tritt eine ähnliche Form der Pigmentstörung auch in der Schwangerschaft auf, da hier ebenfalls vermehrt weibliche Hormone produziert werden.

Auch bei Einnahme anderer östrogenhaltiger Präparate, wie beispielsweise zu den Wechseljahren, kann diese Form der Pigmentstörung auslösen.

Zuletzt ist bei Einnahme der Pille noch ein genetisch bedingtes Risiko vorhanden, unter dieser Verhütungsform eine Pigmentstörung zu erleiden.

Therapie

Im Prinzip sind die Pigmentstörungen, die unter Einnahme der Pille entstehen völlig harmlos und bedürfen keiner Therapie. Jedoch darf man hier den Leidensdruck der Betroffenen nicht unterschätzen und kann unter ästhetischem Aspekt Behandlungsschritte einleiten.

Grundsätzlich sollte die Behandlung durch einen erfahrenen Hautfacharzt erfolgen, um Vernarbungen oder weitere unregelmäßige Pigmentierung zu vermeiden.

Prophylaktisch ist erst einmal eine Vermeidung der oben schon erwähnten Risikofaktoren vorzunehmen, beispielsweise eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden oder sich ausreichend vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Zudem muss die Haut nach einer Behandlungsform diszipliniert vor- und nachbehandelt werden. Ausgiebiges Sonnen oder Solariumbesuche sollten vermieden werden. Ein Sonnenschutzfaktor von 30-50 ist im Sommer aufzutragen. Zudem gibt es spezielle Cremes die einmassiert werden um eine gute Nachbehandlung und Aufrechterhaltung des Hautbildes zu garantieren.

Eine einfach kosmetische Möglichkeit stellt zum einen ein gut deckendes Hautmakeup dar, welches die Farbunterschiede oft genügend ausgleicht.

Gegebenenfalls kann zu Camouflage Produkten zu einer noch stärkeren Deckung gegriffen werden.

Weitere Kosmetikprodukte gibt es in Form von säurehaltigen Peelings. Durch die Säuren kommt es zum einen zu einem Abschilffern der oberen Hornzellen und damit des Pigmentes und zum anderen wird die Neuproduktion des Pigmentes gedrosselt.

Jedoch sind bei dieser Behandlungsform eine ausreichende Vorbehandlung der Haut von 2-3 Wochen notwendig. Es ist wichtig, dass während der Therapie eine Meidung der Sonneneinstrahlung und ein Rauchverbot eingehalten wird. Allerdings treten hierbei die Säuren tief in die Haut ein, sodass es sich nicht unbedingt um eine hautschonende Alternative handelt.

Ebenfalls zu chemischen Peelings zählt das Peeling mit Alphahydroxysäure, welches eine Blasenbildung der Haut verursacht. Es kommt dann zur Ablösung der Blase und somit zur Ablösung der Pigmentstörung.

Daneben kann man versuchen die hyperpigmentierten Hautpartien zu bleichen. Dazu gibt es verschiedene Cremes mit unterschiedlichen Substanzen wie Tretinoin, Hydrochinon, Arbutin, Alphahydroxysäure, Kojisäure, Trichloressigsäure, Ascorbinsäure, Glykolsäure, Azelainsäure, Adapalem, Liquiritin, Niacinamid und B-Resorcinol.

B-Resorcinol kann hierbei innerhalb von ca. 4 Wochen eine deutliche Aufhellung der betroffenen Hautpartien bewirken. Diese Wirkung erreicht das B-Resorcinol durch eine Hemmung eines Enzyms, der Tyrosinkinase. Das Enzym Tyrosinkinase ist dabei mitverantwortlich für die Produktion des Hautfarbstoffs.

Bei Arbutin handelt es sich hierbei um eine natürliche Hydrochinon Quelle. Es ist nicht ganz so gut wirksam wie das industriell hergestellte Hydrochinon und wird oft in Asien auf den Markt gebracht. Hydrochinon ist rezeptpflichtig und darf momentan auch nicht in der EU verkauft werden, da es in Verdacht steht toxische Reaktionen auszulösen.

Kojisäure ist ebenfalls in vielen Ländern nicht erhältlich und wird auf dem japanischen Markt angeboten.

Ascorbinsäure bzw. Vitamin C gilt ebenfalls als potenter Hautbleicher und wird gerne mit anderen Substanzen kombiniert in Cremes eingesetzt.

Eine andere Behandlungsform ist die Lasertherapie, darunter fallen Fraxel und Erbium-YAG-Laser. Diese gilt zudem als eine der wirksamsten Methoden. Die Laserbestrahlung sorgt für eine Zerkleinerung der Pigmente, welche dann von Immunzellen beseitigt werden können. Hierbei kommt es zur Anwendung von hochenergetischem Licht.

Dabei muss man je nach Ausprägung den Laser in der oberen Hautschichten und in schwerwiegenderen Fällen auch in tiefere eindringen lassen, damit die Pigmente, die noch von unten nach oben transportiert werden noch erreicht werden.

Jedoch sind die Laserbehandlung meist noch relativ teuer im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden. Außerdem kann es nach der Behandlung zum Auftreten von weiteren Überpigmentierung in Folge von Entzündungsrektionen kommen. Desweiteren können Hautbrennen, Hautirritationen und Infektionen auftreten.

Daneben gibt es die Kältebehandlung (Kyrotherapie), bei welcher es zu einer Vereisung der oberen Hautschicht kommt, die dadurch abstirbt und so die Pigmentstörung beseitigt.

Außerdem können die Pigmentflecken operativ vorsichtig abgeschliffen werden.

Durch die Behandlungsmethoden ist die Haut meist noch danach gereizt und sollte vor Irritationen, wie bespielsweise zu scharfen Pflegeprodukten oder zu starker Sonnenbestrahlung, geschützt werden.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich immer auch, auf eine andere Verhütungsmethode umzusteigen oder einen anderen Pillentyp auszuprobieren.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung von Pigmentstörungen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.12.2016
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