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Pigmentstörung Haut

Einleitung

Pigmentstörungen der Haut (medizinisch Pigmentnävi) sind gutartige Veränderungen, die sich deutlich von der umgebenden Haut in der Farbe unterscheiden und abgegrenzt werden können.

Fast jeder Mensch hat an irgendeiner Stelle an seinem Körper eine Pigmentstörung seiner Haut, welche jedoch keinen Krankheitswert besitzt.

Umgangssprachlich werden häufig Begriffe wie „Leberfleck“ oder „Muttermal“ zur Beschreibung solcher Pigmentstörungen verwendet.

Es gibt unterschiedliche Arten von Pigmentstörungen, die jeweils in verschiedene Untergruppen eingeteilt werden können.

Mechanismus

In der Haut befinden sich bestimmte Zellen, die dafür verantwortlich sind, wie dunkel unsere Haut ist. Diese Zellen werden Melanozyten genannt und produzieren Melanin.

Das gebildete Melanin absorbiert UV-Strahlung und schützt andere Zellen vor dieser.

Durch das Melanin bekommt die menschliche Haut außerdem die charakteristische Farbe.

Je nach Art der Pigmentstörung können unterschiedliche Ursachen den Grund für eine Pigmentstörung der Haut darstellen. In den meisten Fällen spielen jedoch die Melanozyten und das gebildete Melanin eine wichtige Rolle bei der Erklärung der Erscheinungen.

Eine weitere wichtige Zellgruppe, um eine Reihe von Pigmentstörungen zu erklären, sind die sogenannten Nävuszellen. Diese sind den Melanozyten sehr ähnlich und teilen mit ihnen die Fähigkeit, dass sie, wie die Melanozyten, Melanin bilden können.

Einteilung

Generell kann man eine Hyperpigmentierung (Überpigmentierung) von einer Hypopigmentierung (Unterpigmentierung) unterscheiden. Je nachdem sind zu viel oder zu wenig Melanozyten beziehungsweise Melanin in der Haut vorhanden.

Beim Albinismus beispielsweise, eine Form der Hypopigmentierung, ist kaum Melanin in der Haut vorhanden, weshalb die betroffenen Menschen eine extrem helle Haut, Haare und Augen haben.

Um die verschiedenen Pigmentstörungen zu klassifizieren und in bestimmte Gruppen einzuteilen, bedient man sich mit den unterschiedlichen Schichten der Haut.

Die Haut besteht grob aus drei Schichten (von außen nach innen):

  • Epidermis,
  • Dermis,
  • Subcutis.

Außerdem werden die Pigmentstörungen dahingehen klassifiziert, ob sie von Melanozyten oder von Nävuszellen ausgehen. Beide Zelltypen sind in der Lagen Melanin zu bilden und sind für die Pigmentierung der Haut verantwortlich.

In der Gruppe der Pigmentstörungen, die von Melanozyten ausgehen, kann man demnach noch unterscheiden, ob diese in der Epidermis oder in der Dermis auftreten.

Die Pigmentstörungen der Nävuszell-Gruppe werden nicht weiter unterteilt.

In der vierten Gruppe werden Pigmentstörungen erfasst, welche von atypischen Melanozyten oder Nävuszellen ausgehen.

Pigmentstörungen wie die umgangssprachlich als Leberflecke, Sommersprossen, oder Café-au-lait-Flecken bezeichneten Veränderungen können in die Gruppe der in der Epidermis vorkommenden Melanozyten hervorgerufenen Pigmentstörungen eingeordnet werden.

Andere Formen der Pigmentstörung sind in der Bevölkerung meist nicht bekannt, weshalb Veränderungen, welche eigentlich in andere Gruppen einzuordnen wären, fälschlicherweise als Leberflecken oder ähnliches bezeichnet werden.

Ursache

So unterschiedlich das Erscheinungsbild der verschiedenen Pigmentstörungen der Haut ist, so unterschiedlich sind die jeweiligen Ursachen für diese.
In vielen Fällen ist nicht geklärt, warum eine bestimmte Pigmentstörung auftritt.

Ursachen für Pigmentstörungen können außerdem Pigmentstörungen verursachen, welche irreversibel sind, wogegen es bestimmte Ursachen für Veränderungen gibt, welche reversible Pigmentstörungen hervorrufen.

Irreversible Pigmentstörungen können beispielsweise bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten auftreten, verschwinden jedoch bei Absetzen des Medikaments wieder.

Andere Ursachen können sein:

genetische Faktoren,

  • hormonelle Veränderungen,
  • Reizungen der Haut durch Druck oder Strahlung,
  • bestimmte Autoimmunprozesse,
  • entzündliche Hauterkrankungen.

Vermutlich existieren noch deutlich mehr mögliche Ursachen für das Auftreten der Pigmentstörungen, die jedoch noch nicht vollständig geklärt sind.

Diagnose

Die Diagnose von Pigmentstörungen der Haut kann von einem Arzt gestellt werden.
Spezialisten für den Bereich sind Dermatologen oder der behandelnde Allgemeinmediziner.

Wichtig bei der Diagnosestellung von Pigmentstörungen der Haut ist die Abgrenzung zu Erkrankungen, die einen Krankheitswert besitzen und eine Therapie benötigen.

Hier sind besonders Melanome zu nennen, eine Krebsform, die von den Melanozyten der Haut ausgeht und unbedingt therapiert werden sollte.

Um eine ungefährliche Pigmentstörung von einem Melanom abzugrenzen, wird ein sogenanntes Dermatoskop verwendet. Hiermit können die Stellen unter die Lupe genommen werden und unter Umständen schon eine Diagnose gestellt werden.

Um eine Pigmentstörung von einem Melanom abzugrenzen werden verschiedene Punkte berücksichtigt:

  • Symmetrie – je asymmetrischer die Veränderung ist, desto auffälliger ist sie.
  • Durchmesser – Ab einem Durchmesser von über 0,5cm ist eine Veränderung auffällig.
  • Farbe – je mehr unterschiedliche Farbtöne vorhanden sind, desto auffälliger ist die Veränderung.
  • Begrenzung – je unklarer die Begrenzung der Veränderung, desto auffälliger ist diese.
  • Erhabenheit – erhabene (von der Haut abgehobene) Pigmentstörungen sind auffällig.

Bei den meisten Pigmentstörungen sind diese Punkte unauffällig oder liegen nur vereinzelt vor.
Sollten einzelne Punkte vorhanden sein, besteht nicht unbedingt Grund zur Besorgtheit, da einige Pigmentveränderungen durchaus mit einer gewissen Auffälligkeit für ein Melanom einhergehen können.

Pigmentveränderungen sollten jedoch stets beobachtet werden, damit eine plötzliche Veränderung der Stelle registriert wird und ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden kann.

Therapie

Da Pigmentveränderungen auf der Haut keinen Krankheitswert besitzen, muss auch keine Therapie für die Entfernung der Hautstellen durchgeführt werden.

Sollte sich jedoch bei der Untersuchung der Haut ergeben, dass ein gewisser Verdacht auf ein Melanom besteht, wird die Pigmentstörung meist entfernt.
Dies geschieht völlig schmerzfrei unter einer lokalen Betäubung.

Sollte eine sogenannte Depigmentierung vorliegen, also zu wenig der Melanin produzierenden Melanozyten vorhanden sein, ist es ratsam, täglich einen UV-Schutz aufzutragen.
Da das Melanin normalerweise die tieferen Strukturen vor der UV-Strahlung schützt, ist diese Vorsorgemaßnahmen bei den Betroffenen wichtig.

Obwohl Pigmentstörungen in der Regel harmlos sind und eine Therapie nicht nötig ist, empfinden viele Menschen die Hautveränderungen aus kosmetischen Gründen als unangenehm.

In solchen Fällen können Kosmetika und Cremes sowie Selbstbräuner Abhilfe schaffen.

Durch eine Bestrahlung der betroffenen Haut kann der behandelnde Arzt die Pigmentstörungen bei einer vorliegenden Depigmentierung außerdem etwas dunkler erscheinen lassen.

Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Haut einer sogenannten Lasertherapie zu unterziehen.
Durch den energiereichen Laser werden die Pigmente in der Haut zerstört und können danach von körpereigenen Zellen abgebaut werden.

Dies stellt die effektivste Therapie von Pigmentstörungen dar, sollte jedoch aufgrund der Nebenwirkungen sorgfältig mit dem behandelnden Arzt abgewägt werden.

Prognose

Die Entwicklung der Pigmentstörungen der Haut variiert je nach Erscheinungsbild ganz bedeutend.

In vielen Fällen gilt eine Exposition der Haut gegenüber UV-Strahlung als Ursachen der Veränderung zu erwägen, weshalb die Exposition gegenüber Sonnenlicht bei betroffenen Personen stets mit einem UV-Blocker erfolgen sollte.

In anderen Fällen ist eine genetische Komponente die Ursache der Veränderung, weshalb eine Veränderung der Symptomatik nicht beobachtet werden kann (Beispiel: Albinismus).

Sommersprossen sind stark von der Lichtintensität abhängig, weshalb diese je nach Exposition mal mehr und mal weniger sichtbar sind.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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