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Selbstbräuner

Definition

Beim Selbstbräuner handelt es sich um ein kosmetisches Produkt, das durch mehrmaliges Auftragen zu einer dunkleren Hautfarbe führt. Selbstbräuner hat gegenüber dem herkömmlichen Sonnenbad oder einem Solariumbesuch den Vorteil, dass man sich keinen schädlichen UV-Strahlen aussetzen muss.

Wirkung der Selbstbräuner

Selbstbräuner färben die Hornschicht (Stratum corneum) der Haut, also die äußerste Hautschicht, die bis zu mehrere Millimeter dick werden kann. Je dicker die Hornschicht, desto intensiver färbt der Selbstbräuner, weswegen die Benutzung vor allem an Hände, Füßen und Knien zu unerwünschten dunklen Flecken führen kann. Die Bräunungsintensität steigt mit der Zahl der Anwendungen an und verschwindet normalerweise einige Tage nach der letzten Anwendung durch die natürliche Abschuppung der obersten Hornhautschicht.

Selbstbräuner enthalten als Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA), ein farbloser Einfachzucker, der mit den freien Aminogruppen von Proteinen und Aminosäuren in der Haut reagiert. Durch eine chemische Reaktion werden braune Pigmente, sogenannte Melanoide, gebildet, die der äußersten Hautschicht eine braune Tönung verleihen. Diese Reaktion setzt sofort nach Auftragen der Bräunungscreme ein und ist etwa nach 6 bis 8 Stunden abgeschlossen. Dadurch kann ganz ohne Sonnenlicht eine natürlich wirkende Bräunung der Haut erzielt werden.

Die Hornhaut besteht aus bereits abgestorbenen Hautzellen, die sich nach und nach ablösen und so einen wichtigen Beitrag zur Hauterneuerung leisten. Dieser natürliche Prozess führt dazu, dass die durch Bräunungscremes gebildeten Melanoide nach wenigen Tagen weniger werden und die Haut wieder erblasst. Um eine konstante Bräunung zu erzielen, müssen Selbstbräuner daher regelmäßig angewendet werden.

Selbstbräuner werden in verschiedenen Intensitätsstufen verkauft. Generell gilt, je höher der enthaltene Anteil an DHA, desto intensiver und dunkler ist die erzielte Bräune.

Lesen Sie mehr zum Thema: Wie werde ich schnell braun?

Nebenwirkungen der Selbstbräuner

Im Allgemeinen gilt die künstliche Bräune aus der Tube als weniger schädlich als ausgiebige Sonnenbäder oder häufige Besuche im Solarium. Es sollte aber beachtet werden, dass Selbstbräuner trotz Bräune keinen Schutz vor UV-Licht bieten und ein Sonnenbrand trotzdem möglich ist. Außerdem wird ein entstandener Sonnenbrand durch die dunklere Hautfarbe oft zu spät bemerkt. Ein zusätzlicher UV-Schutz ist daher unbedingt erforderlich und vor dem Sonnenbaden unerlässlich.

Im Selbstbräuner enthaltene Zusatzstoffe, wie etwa Duftstoffe, können zu Unverträglichkeiten führen und Allergien auslösen. Manche Produkte enthalten stark erhöhte Mengen an Diethylphthalat (DEP), eine organische Verbindung, die häufig als Weichmacher und Fixierer für Duftstoffe in Kosmetika eingesetzt wird. Das größte Problem von Selbstbräunern entsteht jedoch durch den Wirkstoff DHA selbst. Nach zu langer Lagerung zerfällt das unbedenkliche DHA in Formaldehyd, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

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Kann Selbstbräuner auch schädlich sein?

Die Anwendung von Selbstbräuner birgt generell wenige Risiken. Die Nutzung ist meist unbedenklich, da nur die äußerste Hautschicht gefärbt wird und das Mittel nicht in den Körperkreislauf gelangen kann.

Für Kinder ist Selbstbräuner absolut ungeeignet, da Kinderhaut sich anders verhält als die Haut von Erwachsenen. Menschen mit Hautkrankheiten, wie Ekzemen, Neurodermitis oder Psoriasis müssen mit der Verwendung von Selbstbräuner vorsichtig sein und sollten diesen nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden. Patienten mit chronischen Hauterkrankungen sollten völlig darauf verzichten. Bei bekannten Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen gegen einen Inhaltsstoff kann Selbstbräuner schädlich sein und es wird abgeraten, diesen dann zu verwenden.

Produkte, die Psoralen enthalten, sollen gemieden werden. Psoralen wird als Bräunungsbeschleuniger eingesetzt und ist deshalb in vielen Bräunungscremen enthalten. Allerdings steht es im Verdacht, krebserregend zu sein. Ebenso raten Experten davon ab, Produkte zu kaufen, die mit Silikonölen oder gefährlichen Parabenen versetzt sind, zu kaufen.

Daher sollte vor dem Kauf ganz genau auf die Inhaltsstoffe geachtet werden!

Wie oft darf ich Selbstbräuner benutzen?

Bräunungscremes können je nach gewünschter Bräunungsintensität beliebig oft angewendet werden. Die künstliche Bräune verschwindet nach drei bis fünf Tagen von alleine, da die gefärbten Hautschüppchen sich vom Zellverband der Haut lösen und abfallen. Daher kann man Selbstbräuner regelmäßig anwenden, um so ein konstantes Ergebnis zu erreichen.

Was ist DHA und sollte ich darauf verzichten?

Selbstbräuner enthalten als wesentlichen Wirkstoff Dihydroxyaceton. Diese organische Verbindung ist für den Menschen nicht schädlich, da es auch im natürlichen Stoffwechsel des Körpers entsteht und in der Natur weit verbreitet ist. DHA ist ein Monosaccharid, also ein Einfachzucker, das farblos ist und durch seinen charakteristischen Duft den typischen Geruch von Bräunungscremes ausmacht. Selbstbräuner enthalten je nach Intensität normalerweise 2 - 5 % DHA; ein höherer der Anteil an DHA führt zu einem dunkleren Hautton. DHA wirkt, indem es eine chemische Reaktion mit Proteinen und Aminosäuren in der Hornhaut der Epidermis eingeht. Als Resultat entstehen dabei braune Pigmente, die sich in die Zellen der Hornhaut einlagern und so zum gewünschten Bräunungseffekt führen.

DHA ist ein unbedenklicher Stoff und für den Menschen harmlos. Problematisch wird es allerdings, wenn Selbstbräuner über längere Zeit gelagert werden, denn dann zerfällt DHA und Formaldehyd entsteht. Wärmeeinwirkung beschleunigt diesen Prozess, weswegen Selbstbräuner immer an einem dunklen und kühlen Ort, ohne direkte Sonneneinwirkung aufbewahrt werden sollten. Formaldehyd gilt als krebserregend, kann zu Hautreizungen und Allergien führen und ist in der EU als Zusatzstoff von Kosmetika verboten. Der Zerfall von DHA zu Formaldehyd in Selbstbräunern läuft vom Verbraucher unbemerkt ab. Um kein Risiko eizugehen, sollten Bräunungscremes daher maximal drei Monate nach Anbruch entsorgt werden.

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Darf ich Selbstbräuner in der Schwangerschaft benutzen?

Selbstbräuner gelten für den Fötus als unbedenklich, trotzdem raten Experten davon ab, Bräunungscremes in den kritischen ersten drei Monaten zu verwenden. Durch den Hormonanstieg verändert sich die Haut von Schwangeren, die Brustwarzen werden dunkler und Pigmentflecken können entstehen. Durch den Gebrauch von Selbstbräuner kann das noch verstärkt werden. Außerdem kann der typische Geruch der Bräunungscremes Morgenübelkeit verschlimmern. Nach dem ersten Trimester spricht im Allgemeinen nichts gegen die Verwendung von Selbstbräuner. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die selbstbräunenden Cremes keine bräunungsbeschleunigenden Psoralen enthalten, da diese im Verdacht stehen krebserregend zu sein. Stillende Mütter sollen außerdem ihre Brüste und Brustwarzen beim künstlichem Bräunen aussparen, da Spuren von Selbstbräuner sonst vom Baby verschluckt werden könnten.

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Wie kann ich Selbstbräuner am besten wieder entfernen?

Selbstbräunende Cremes und Lotionen färben an Stellen, die eine dickere Hornhaut haben, besonders intensiv. Das führt dann oft zu ungewollten und unschönen dunklen Flecken an Händen, Knie oder Füßen. Normalerweise verschwindet die künstliche Bräune durch die natürliche Abschuppung der äußersten Hautschicht von selbst nach wenigen Tagen. Generell kann Selbstbräuner nicht sofort komplett entfernt werden, da die braunen Pigmente in die Zellen der Hornhaut eingebettet sind, es gibt aber einige Möglichkeiten dunkle Stellen aufzuhellen und der natürlichen Hautabschilferung nachzuhelfen.

Körperpeelings oder eine selbst hergestellte Mischung aus grobem Meersalz und Olivenöl entfernen die gebräunte Hornhaut, wodurch zu dunkle Flecken verschwinden. Hierfür kann auch ein spezieller Peelinghandschuh verwendet werden. Ebenso kann man die betroffenen Stellen mit aufhellender Zahnpasta oder einer aufgeschnittenen Zitrone einreiben, die Haut wird durch die in der Zitrusfrucht enthaltende Fruchtsäure sanft aufgehellt. Häufiges Duschen oder ein heißes Schaumbad weichen die Haut auf, wodurch das Verblassen der künstlich gebräunten Haut beschleunigt wird.

Lästige orange Flecken durch Bräunungsunfälle können auch abgemildert und teilweise entfernt werden, indem man ein Wattepad mit Nagellackentferner benetzt und über die betroffenen Stellen reibt. Das im Nagellackentferner enthaltende Aceton löst den Selbstbräuner ab. Mit Aceton sollte allerdings sparsam umgegangen werden, da es sehr aggressiv ist und zu Hautreizungen und Austrocknung führen kann.

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Weitere Informationen zum Thema "Selbstbräuner"

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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