Schamlippen verkleinern

Einleitung

Die Verkleinerung der Schamlippen oder Labioplastik hat in den letzten Jahren an Zuspruch gewonnen. Eine vollständige Rasur im Genitalbereich betont den ästhetischen Aspekt des äußeren Genitalorgans.

Bei der häufigsten anatomischen Variante der Schamlippen werden die inneren von den äußeren Schamlippen bedeckt. In anderen Fällen sind die Schamlippen vergrößert und hängen herunter. Als störend wird insbesondere ein Hinausragen der inneren Schamlippen über die äußeren hinaus empfunden.
Neben dem ästhetischen Aspekt, spielen andere Faktoren wie erhöhte Anfälligkeit für Infektionen oder Einschränkungen bei sportlicher sowie sexueller Aktivität eine Rolle.

Die Schamlippenverkleinerung, die in der Mehrzahl der Fälle die inneren Schamlippen betrifft, kann sowohl operativ, als auch im Rahmen einer Laserbehandlung erfolgen.


Anatomie der Schamlippen

Die Schamlippen sind paarig angelegt und gehören den äußeren Geschlechtsorganen an. Zusammen mit dem Venushügel und der Klitoris werden sie als Vulva bezeichnet. Ihre Form und Größe unterscheidet sich individuell.

Die inneren (Labia minora pudendi) und äußeren Schamlippen (Labia majora pudendi) dienen der Bedeckung und dem Schutz des Scheideneingangs, dessen feuchtes und möglichst keimfreies Milieu auf diese Weise bewahrt wird.

Die inneren Schamlippen sind in den meisten Fällen nicht sichtbar. Sie werden von den äußeren bedeckt. Dies ist jedoch nicht immer so. In anderen Fällen ragen die inneren über die äußeren Schamlippen hinaus. Derartige anatomische Varianten sind aus medizinischer Sicht normal, können im Einzelfall aber zu Leidensdruck führen.

Zwischen Damm und Venushügel verlaufen die äußeren großen Schamlippen, die normalerweise von Schambehaarung bewachsen sind. Die bedeckende Haut enthält sogenannte freie Talgdrüsen (Fordyce-Drüsen), die für ein ausgeglichenes Hautmilieu sorgen. Drüse und Haar bilden eine funktionelle Einheit.

Im Unterhautfettgewebe befinden sich zwei kleine Fettpolster (Corpus adiposum labii majores), deren Größe in etwa den Labien entspricht. Sie sind von einer Hülle aus elastischem Bindegewebe umgeben und dienen dem Schutz vor mechanischer Beanspruchung.

Die Klitoris, der Scheideneingang, als auch die Öffnung der Harnröhre werden von den äußeren Labien bedeckt. Die Spalte zwischen den Schamlippen wird als Schamspalte oder Rima pudendi bezeichnet. Die Vestibular- oder Bartholindrüsen sind ebenfalls Bestandteil der äußeren Schamlippen. Sie erzeugen ein feuchtes Milieu des Scheidenvorhofes. Bei sexueller Erregung nimmt die Feuchtigkeitsproduktion zu und der Penis kann leichter eingeführt werden.

Die paarigen inneren Schamlippen (Nymphae) befinden sich seitlich vom Scheidenvorhof. Die dünnen Hautfalten enthalten kein Fett und laufen an der Klitoris zusammen. Nach vorne teilen sich die kleinen Schamlippen jeweils in eine vordere und hintere Hautfalte auf. Die Vorderen verschmelzen mit der Vorhaut der Klitoris (Praeputium clitoridis), während die Hinteren direkt zur Klitoris als Frenulum clitoridis führen. Die nach außen zeigende Seite der kleinen Labien weist eine vermehrte Pigmentierung und sogenanntes Plattenepithel auf. Die Innenseite ist dagegen von Talgdrüsen, den Tyson-Drüsen, besetzt und deutlich weniger pigmentiert. Die die Oberfläche bedeckenden Zellen sind nicht verhornt.

Bei sexueller Erregung werden die kleinen inneren Schamlippen vermehrt durchblutet und schwellen an, wodurch der Scheideneingang exponiert wird. Infolge der stärkeren Durchblutung werden sie dunkler.

Die Länge der inneren Schamlippen variiert im Bereich von einem Zentimeter bis hin zu sechs Zentimetern. Allgemein gilt, dass eine große genetische Variabilität mit unterschiedlichen morphologischen Ausprägungsformen vorliegt.

Kosten der Behandlung

Der Preis für eine Schamlippenverkleinerung hängt stark von dem behandelnden Arzt und der jeweiligen Klinik ab, als auch von dem individuellen Ausgangsbefund sowie der durchzuführenden Behandlung. Die Preise können sich um mehr als 1000 Euro unterscheiden. So liegen die niedrigsten Kosten bei rund 600 Euro, die höchsten bei rund 3000 Euro. Meist handelt es sich um eine Berechnung aus allen anfallenden Kosten, die die Kosten für die Anästhesie und postoperative Schmerzmedikation mit berücksichtigen.

Über eine Kostenübernahme seitens der privaten, als auch gesetzlichen Krankenkasse wird im Einzelfall entschieden. Bei der Entscheidungsfindung werden verschiedene relevante Faktoren in Betracht genommen. Hierzu zählen Einschränkungen bei der Hygiene, rezidivierende Infektionen im Genitalbereich, die Psyche betreffende Folgen und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.

Wird eine Operation in Erwägung gezogen, muss der Antrag zur Kostenübernahme vor ihrer Durchführung gestellt werden. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) widmet sich dessen Überprüfung. Vor Durchführung der Operation, sollte die Entscheidung abgewartet werden.

Risiken der Operation

Eine operative Schamlippenverkleinerung birgt das allgemeine Risiko einer Operation. Die herbeigeführte Wunde geht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Infektionen, wie Blasenentzündungen, einher. Treten Schmerzen beim Wasserlassen auf, sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.
Auch Blutungen gehören zu den postoperativen Risiken. Im Regelfall handelt es sich um kleine Gefäße, deren Verschluss durch eine Wunderöffnung und Verschweißen umgehend herbeigeführt wird.
Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Blutung sind eine rasch auftretende Schwellung sowie andauerndes Heraustropfen von Blut.

Blutergüsse zählen ebenfalls zu den allgemeinen operativen Begleiterscheinungen. In einer Minderheit der Fälle tritt eine überschießende Narbenbildung auf.

In der ersten Zeit nach der Operation sind Gefühlsstörungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr möglich, die im Rahmen der vollständigen Wundheilung verschwinden sollten.

Ebenfalls unmittelbar nach dem operativen Eingriff sind bisweilen Probleme beim Wasserlassen zu beobachten, die nicht immer auf eine Infektion zurückzuführen sind. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Schwellungen oder reflexbedingte Mechanismen. Schmerzen im Rahmen einer Nervenreizung oder Krämpfe im Bereich der ableitenden Harnwege können von ärztlicher Seite aus behandelt werden.

Ablauf der Operation

Vor der Operation finden ausführliche Gespräche zur Klärung individueller Vorstellungen, als auch eingehende körperliche Untersuchungen mit Zielfestlegung statt. Der operative Eingriff wird in Absprache mit dem Patienten entweder unter lokaler Betäubung, im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose durchgeführt.
Je nach Wahl der Klinik und des durchführenden Arztes kann der Eingriff stationär oder ambulant stattfinden. Ein ambulanter Eingriff sollte wohl überlegt sein und Faktoren wie die Verträglichkeit von narkotisierender Medikation, den Patientenwunsch und eine hohe Wahrscheinlichkeit für geringe postoperative Schmerzen berücksichtigen.

Die Dauer der Operation liegt im Durchschnitt bei ein bis zwei Stunden.

Es werden drei operative Eingriffe unterschieden: die Schamlippenverkleinerung oder Lapienreduktionsplastik, die Rekonstruktion der Schamlippen und die Modellierung der äußeren Schamlippen. Bei letzterer Operation besteht die Möglichkeit zum Volumenaufbau durch Injektion von Eigenfett. Die Modellierung der Schamlippen stellt eine Korrektur eines misslungenen Eingriffs dar und erfolgt in individueller Absprache mit der Patientin.

Die Wunde wird nach dem operativen Eingriff mit einer Naht verschlossen, die auf ein kosmetisch schönes und möglichst narbenfreies Ergebnis abzielt.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung einer Schamlippenverkleinerung beinhaltet insbesondere die Hygiene betreffende Aspekte, als auch die Vermeidung mechanischer Beanspruchung. Der Operationszeitpunkt sollte so gewählt werden, dass möglichst 14 Tage nach dem Eingriff keine Monatsblutung auftritt. Spezielle Verbände und Pflaster werden nicht benötigt. Zum Schutz vor austretendem Wundsekret sollten Einlagen genutzt werden. Die Operationswunde wird mehrere Male am Tag gesäubert. Hierfür eignen sich Sitzbäder.

Von Sportarten wie Reiten und Fahrradfahren wird für einen Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen abgeraten. Gleiches gilt für Geschlechtsverkehr. Weniger belastende Sportarten sind bereits nach rund ein bis zwei Wochen möglich. Locker sitzende Kleidung, als auch Baumwollunterwäsche eignen sich für die Zeit nach der Operation. Darüber hinaus sollte die Wunde in regelmäßigen Abständen von einem Arzt begutachtet werden. Dieser verschreibt je nach Bedarf eine adäquate Schmerzmedikation.

Schmerzen nach der Operation

Mäßige Schmerzen nach der Schamlippenverkleinerung sind im Anschluss an die Operation zu erwarten. Insbesondere in der ersten Nacht kann ein Brennen und schmerzendes Gefühl im Genitalbereich auftreten. Das Brennen wird mit dem Gefühl einer Blasenentzündung verglichen.

Im Regelfall lassen sich die Schmerzen gut mit Ibuprofen behandeln. Eine suffiziente Wundheilung mit geringem Schmerzaufkommen setzt eine adäquate Nachbehandlung und einige Tage Ruhe voraus.

Schmerzen, die nicht auf Ibuprofen ansprechen, bedürfen einer Abklärung von ärztlicher Seite. Auch anhaltende Schmerzen über die erste Zeit nach dem operativen Eingriff hinaus, sind abklärungsbedürftig. Die häufigsten Gründe für andauernde Beschwerden sind auf überschießendes Narbengewebe an ungünstigen Stellen und geringes Restgewebe zurückzuführen.

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