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Schlauchmagen

Definition

Bei einem Schlauchmagen handelt es sich um das Ergebnis einer operativen Verkleinerung des Magens. Bei dem Eingriff wird das Hohlorgan auf etwa ein Zehntel des ursprünglichen Volumens reduziert. Es handelt sich um einen Eingriff, der beim extremen Übergewicht in Betracht kommt, wenn alle nicht-operativen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion vergebens durchgeführt wurden. Durch die operative Herstellung eines Schlauchmagens tritt bereits nach einer geringen Nahrungsaufnahme ein Sättigungsgefühl ein. Dadurch wird die Kalorienzufuhr drastisch reduziert und der Betroffene kann meist viel Gewicht verlieren. Die Schlauchmagen-Operation stellt in Deutschland die am häufigsten durchgeführte Operation zur Behandlung extremen Übergewichtes mittels Magenverkleinerung dar.

Indikationen zur Schlauchmagen-OP

Eine Schlauchmagen-Operation ist nur bei krankhaftem Übergewicht (Adipositas per magna) indiziert. Damit eine medizinische Rechtfertigung für den Eingriff vorliegt, müssen einige weitere Bedingungen erfüllt sein. Zum einen müssen schwerwiegende Begleiterscheinungen mit dem Übergewicht einhergehen. Dies können zum Beispiel ein Diabetes Mellitus ("Zuckerkrankheit”) oder eine degenerative Gelenkerkrankung sein. Zudem sollten alle nicht-operativen Maßnahmen zur Reduktion des Körpergewichts bereits vergebens versucht worden sein. Ein hoher Leidensdruck des Patienten sowie geringe Erfolgsaussichten nicht-operativer Maßnahmen können bereits frühzeitig aus medizinischer Sicht eine Schlauchmagen-Operation rechtfertigen. Wichtige Voraussetzung für die Indikation ist jedoch stets die Motivation und Mitarbeit des Patienten. Diese Aspekte müssen vom behandelnden Arzt eingeschätzt werden. Sollten hierbei Zweifel bestehen, kann daraus eine Kontraindikation (Gegenanzeige) für den Eingriff resultieren. Um die Indikation für den Eingriff zu stellen ist es zudem in der Regel Voraussetzung, dass das extreme Übergewicht schon über mindestens fünf Jahre besteht und der Patient nicht älter als 65 Jahre ist. Der allgemeine Zustand muss zudem gut genug sein, damit die Operation ohne erhöhtes Risiko durchgeführt werden kann.

Vorbereitungen vor der OP

Der erste Schritt bei der Vorbereitung vor einer Schlauchmagen-OP besteht darin zu prüfen, ob der Eingriff aus medizinischer Sicht gerechtfertigt ist. Weiterhin wird der Patient über Ablauf, Folgen und Risiken der Operation aufgeklärt. Die Aufklärung muss in einer für den Patienten verständlichen Art und Weise erfolgen und zudem sollte ausreichend Bedenkzeit eingeräumt werden. Wie vor jeder Operation erfolgen auch vor einer Schlauchmagen-OP verschiedene Untersuchungen wie zum Beispiel eine Blutuntersuchung bezüglich der Gerinnungsfähigkeit und der Konzentration des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Weitere Untersuchungen können je nach Gegebenheiten für den Patienten erforderlich sein. In manchen Fällen wird ein EKG zur Beurteilung der Herzfunktion durchgeführt. Neben Untersuchungen stellt das Pausieren oder Umstellen mancher Medikamente gegebenenfalls einen weiteren wichtigen Schritt vor der Durchführung einer Schlauchmagen-OP dar.

Ablauf der OP

Eine Schlauchmagen-Operation erfolgt grundsätzlich im Rahmen eines stationären Aufenthalts in Vollnarkose. In den meisten Fällen wird der Eingriff minimal-invasiv mittels “Schlüssellochtechnik” (laparaskopisch) durchgeführt. Dabei werden die Operationsinstrumente sowie eine Kamera über mehrere kleine Hautschnitte in den Bauchraum eingebracht, welcher mit Kohlendioxidgas aufgebläht wird. Als erster Schritt der OP wird das sogenannte große Netz (Omentum majus) vom Magen abgetrennt. Zudem wird eine Magensonde über den Rachen vorgeschoben und Entlang dieser wird ein Klammernahtgerät eingebracht. Mittels diesem wird der Großteil des Magens entfernt und zugleich vernäht. Der abgetrennte Teil des Magens wird durch einen kleinen Schnitt, der meist im Mittelbauch erfolgt, aus der Bauchhöhle entnommen. Es verbleibt nur der schmale Schlauchmagen, der sich zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm befindet. Nach Abschluss des eigentlichen Eingriff werden das Kohlendioxid wieder abgelassen, die Operationsinstrumente entfernt und die Bauchschnitte vernäht. Die Narkose wird langsam ausgeleitet, bis der Patient erwacht.

Nachbehandlung

Nach Durchführung einer Magenband-Operation sind bestimmte Schritte der Nachbehandlung erforderlich. Zunächst erfolgen Untersuchungen, mit denen ausgeschlossen werden soll, dass eine Komplikation aufgetreten ist. Zudem wird die Funktion des Magen-Darm-Traktes nach dem Eingriff überprüft. Ein weiterer wichtiger Teil der Nachbehandlung stellt die möglichst frühzeitige vorsichtige Mobilisierung des Patienten dar. Bereits einen Tag nach der Operation sollte der Patient nach Möglichkeit das erste Mal aus dem Bett aufstehen. Am zweiten Tag nach der Operation wird zudem ein sogenannter Gastrographinschluck durchgeführt. Dabei muss der Patient eine Lösung mit Kontrastmittel trinken und wird anschließend durchleuchtet. Dadurch können mögliche Engstellen oder Undichtigkeiten des Schlauchmagens erkannt werden. Der zeitaufwendigste Aspekt der Nachbehandlung nach Anlage eines Schlauchmagens ist der schrittweise Kostaufbau über Wochen und Monate. Dabei erfolgt eine Steigerung von zunächst flüssiger, leicht verdaulicher Kost bis hin zu normalen Speisen in kleinen Portionen.

Dauer der OP

Die ungefähre Dauer einer Schlauchmagen-Operation liegt bei etwa zwei Stunden. Allerdings hängt der Zeitaufwand von mehreren verschiedenen Aspekten ab und es handelt sich nur um eine grobe durchschnittliche Angabe. Zum einen können vom Patienten ausgehende Faktoren die Dauer beeinflussen. So ist ein Eingriff bei extremer Fettleibigkeit sowie Voroperationen im Bauchraum der Aufwand höher. Zudem hängt die Dauer der OP von der Erfahrung des Operationsteams und dem Zentrum ab, wo der Eingriff durchgeführt wird. Wenn es zu einer Komplikation wie zum Beispiel einer Blutung durch Verletzung eines Gefäßes kommt, kann der Eingriff ebenfalls deutlich länger als zwei Stunden dauern.

Dauer des Krankenhausaufenthaltes

Der Dauer des Krankenhausaufenthaltes aufgrund einer Schlauchmagen-Operation kann individuell sehr unterschiedlich sein aber liegt in der Regel zwischen einigen Tagen und zwei Wochen. An den Tagen nach der Operation werden noch einige Untersuchungen durchgeführt. Zudem muss der Patient langsam mobilisiert werden. Die Krankenhausverweildauer hängt dabei auch davon ab, wie schnell der Patient sich wieder selbstständig versorgen kann und wie gut die Wunden heilen. Bei einer Wundheilungsstörung oder einer anderen Komplikation wie einer undichten Magennaht kann ein weiterer Eingriff notwendig werden und die Dauer des Krankenhausaufenthaltes sich entsprechend verzögern.

Dauer der Krankschreibung

Wie lange man nach einer Schlauchmagen-Operation krank bzw. arbeitsunfähig geschrieben wird kann individuell sehr unterschiedlich sein. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus liegt es in der Regel im Ermessen des Hausarztes, wie lange er den Patienten arbeitsunfähig schreibt. Neben den Beschwerden und Einschränkungen muss dabei auch die ausgeübte Tätigkeit berücksichtigt werden. Eine Arbeit im Büro kann gegebenenfalls eher wieder aufgenommen werden als eine schwere körperliche Tätigkeit. Auch wenn keine pauschale Aussage getroffen werden kann, sind Krankschreibungen über eine Dauer von zwei bis sechs Wochen nach einer Schlauchmagen-Operation am häufigsten.

Risiken der OP

Bei den Risiken einer Schlauchmagen-Operation kann man allgemeine Operationsrisiken und  spezielle Gefahren dieses Eingriffs unterscheiden. Generell kann es bei dieser und anderen Operationen zu Blutungen mit starkem Blutverlust kommen, was sogar den Einsatz von Blutkonserven erforderlich machen kann. Zudem ist möglich, dass es zu einer Entzündung der Bauchhöhle oder der Wunde kommt. Ebenso können Organe und andere Strukturen wie Nerven bei dem Eingriff verletzt werden. Bei jeder Operation ist zudem das Risiko für die Entwicklung eines Verschlusses der Lungenstrombahn durch ein Blutgerinnsel erhöht (Lungenarterienembolie). Ein spezielles Risiko der Schlauchmagen-Operation besteht darin, dass sich eine Engstelle des Magens bilden kann, die gegebenenfalls durch einen zweiten Eingriff erweitert werden muss. Zudem kann es zu Undichtigkeiten der Nahtreihe am Schlauchmagen kommen. Diese kann oftmals ebenfalls nur durch eine weitere Operation behoben werden.

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Langfristige Folgen der OP

Die wesentliche langfristige Folge einer Schlauchmagen-Operation besteht darin, dass das Fassungsvermögen der Verdauungsorgans auf etwa ein Zehntel der ursprünglichen Größe reduziert wird. Infolgedessen können nur noch kleine Portionen gegessen werden und es kommt schnell zu einem Sättigungsgefühl. Der langfristig gewünschte Effekt einer Reduktion des Übergewichtes kann auf diese Weise in den meisten Fällen gut erreicht werden. Allerdings kann auch das Durstempfinden vermindert sein, sodass nach einer Schlauchmagen-Operation stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden muss. Als eine weitere Folge des Eingriffs kann es zu einer unzureichenden Aufnahme des Vitamins B12 kommen, da dieses  nur mittels einer Substanz aufgenommen werden kann, die von der Magenschleimhaut produziert wird. Bei einem Schlauchmagen ist ein großer Teil dieser Zellen nicht mehr vorhanden. Daher ist langfristig meist eine dreimonatige Spritze mit Vitamin B12 unter die Haut erforderlich. Zumindest sollte der Spiegel des Vitamins im Blut nach einer Schlauchmagen-Operation regelmäßig kontrolliert werden, da ein Mangel unter anderem zu einer Blutarmut führen kann. Ein Mangel anderer Vitamine oder Substanzen ist beim Schlauchmagen im Vergleich zu manchen anderen Operationen am Magen in der Regel nicht zu befürchten, solange man sich ausgewogen und gesund ernährt.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Vitamin B12-Mangel.

Kann ein Schlauchmagen rückgängig gemacht werden?

Im Gegensatz zu einigen anderen Verfahren zur Verkleinerung des Magenvolumens wie der Anlage eines Magenbandes kann ein Schlauchmagen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Bei dem Eingriff wird ein großer Teil des Verdauungsorgans entfernt und ist damit unwiderruflich verloren. Deshalb sollte man sich vor einer Schlauchmagen-Operation besonders über die lebenslangen Folgen und möglichen Komplikationen im Klaren sein. Eine ausreichende Bedenkzeit und eine eindeutige medizinische Rechtfertigung für den Eingriff sind daher unabdingbar. Bei Unsicherheiten kann es zudem sinnvoll sein, sich eine unabhängige Zweitmeinung einzuholen. Für Patienten, die eine nicht mehr rückgängig zu machende Verkleinerung des Magens durch Anlage eines Schlauchmagens ablehnen, kann die Einsetzung eines Magenballons oder eines Magenbandes eine alternative Behandlungsmethode bei krankhaftem Übergewicht darstellen. Diese beiden Formen der Magenverkleinerung lassen sich mit einem kleinen Eingriff wieder rückgängig machen.

Wie hoch sind die Kosten der OP?

Die Kosten für eine Schlauchmagen-Operation liegen im höheren vierstelligen Bereich und können sogar mehr als 10.000 Euro betragen. Die genannten Preise gelten, wenn man die Operation selbst bezahlen muss und den Eingriff im Inland vollziehen lässt. Bei gegebener medizinischer Indikation übernimmt jedoch auf Antrag in der Regel die Krankenkasse die Kosten. Zahlt man selbst, locken häufig aus dem Ausland scheinbar günstige Angebote für die Schlauchmagen-Operation für bereits weniger als 5000 Euro an. Da dies jedoch oftmals mit Nachteilen und versteckten Kosten verbunden sein kann, sollte man bei solchen Angeboten sehr kritisch sein. Wenn man die Operation als Selbstzahler durchführen lässt, können die Kosten bei Auftreten einer Komplikation wie einer Undichtigkeit der Magennaht  noch deutlich höher ausfallen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Kosten einer Magenverkleinerung.

Wo und wie beantrage ich eine Kostenübernahme?

Der Antrag auf Kostenübernahme für eine Schlauchmagen-Operation muss bei der eigenen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung gestellt werden. Dieser muss individuell und schriftlich verfasst werden. Man findet im Internet verschiedene Vorlagen und Muster, die als Grundlage und Orientierung für den eigenen Antrag verwendet werden können. Es ist zu empfehlen, sich vorab ausreichend zu informieren, welche Aspekte bei der Antragsstellung zu beachten sind und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Aussicht auf eine Kostenübernahme für den Eingriff besteht. Die entsprechenden Voraussetzungen müssen gegebenenfalls auch nachgewiesen werden. Es kann sinnvoll sein, frühzeitig den Hausarzt um Mithilfe bei der Formulierung des Antrages zu bitten. Gegebenenfalls sollte man sich zudem vorab bei der jeweiligen Krankenkasse über das Verfahren und die Bedingungen informieren.

Was sind die Voraussetzungen zur Kostenübernahme?

Die Schlauchmagen-Operation stellt keine Regelleistung der Krankenkassen dar und die Kostenübernahme muss daher individuell auf Antrag genehmigt werden. Es gelten bestimmte Voraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen, damit der Antrag genehmigt werden kann. Zum einen muss der Body-Maß-Index (Abk.: BMI, Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) bei 35kg/m² oder höher liegen. Zusätzlich müssen Folge- und Begleiterkrankungen des Übergewichts wie Gelenkerkrankungen oder Diabetes (“Zuckerkrankheit”) bestehen. Bei einem BMI von über 40 müssen gegebenenfalls keine Begleiterkrankungen nachgewiesen werden. Zudem muss das Übergewicht bereits seit mehr als drei Jahren bestehen. Das Lebensalter des Antragstellers muss zwischen 18 und 65 Jahren liegen, wobei in der Regel das biologische Alter berücksichtigt wird. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist weiterhin, dass möglichst unter ärztlicher Anleitung,mindestens zwei Diätversuche, Kuren oder Rehabilitationen vergeblich unternommen wurden. Weiterhin dürfen keine Suchterkrankungen oder andere psychiatrische Erkrankungen vorliegen.

Was ist der Unterschied zu einem Magenbypass?

Der Magenbypass stellt eine noch radikalere Form der Magenverkleinerung dar, als die Anlage eines Schlauchmagens. Für den Magenbypass ist eine größere, aufwendigere Operation erforderlich. Im Gegensatz zur Anlage eines Schlauchmagens wird der Magen beim Magenbypass nicht nur verkleinert sondern sein unteres Ende wird mit einer tiefer liegenden Darmschlinge verbunden. Dadurch wird der Zwölffingerdarm von der Verdauung ausgeschlossen. Beim Schlauchmagen dagegen bleibt die natürliche Nahrungspassage von der Speiseröhre über den Magen in den Zwölffingerdarm erhalten. Daher besteht vor allem beim Magenbypass die Gefahr für die Entwicklung eines Nährstoffmangels. Der Patient muss nach dem Eingriff in der Regel ein Leben lang bestimmte Vitamine, Spurenelemente und Eiweiße in Form von Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Zudem kann es infolge der Zerstörung der natürlichen Magen-Darm-Passage durch einen Magenbypass zu einem sogenannten Dumping Syndrom kommen. Durch eine zu schnelle Entleerung des Mageninhaltes in den Darm kann es zu Übelkeit, Bauchschmerzen und Kreislaufbeschwerden bis hin zur Ohnmacht kommen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Magenbypass.

Dumping Syndrom

Ein Dumping-Syndrom kann auftreten, wenn im Rahmen einer Operation am Magen der natürliche Übergang des Magens in den Darm entfernt wird und es dadurch zu einer frühzeitigen Entleerung von Mageninhalt in den Darm kommt. Man unterscheidet das Frühdumping aufgrund eines vermehrten Flüssigkeitseinstroms aus dem Blut in den Darm angezogen durch den Nahrungsbrei und ein Spätdumping, zu dem es durch eine überhöhte Ausschüttung des Hormons Insulin kommt. Bei einem Schlauchmagen ist ein Dumping-Syndrom in der Regel nicht zu befürchten. Bei diesem Eingriff wird zwar der Magen deutlich verkleinert, jedoch bleibt der natürliche Übergang zum Darm (Magenpförtner) erhalten. Bei anderen Formen der Magenverkleinerung, wie zum Beispiel dem Magenbypass, sind Dumping-Syndrome dagegen häufiger.

Lesen Sie mehr hierzu auf Ernährung nach einer Magenverkleinerung.

Nebenwirkung: Haarausfall

Haarausfall ist keine typische Nebenwirkung nach einer Schlauchmagen-Operation. Dennoch erleiden einige Menschen Haarausfall nach einem solchen Eingriff. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und nur in manchen Fällen lässt sich ein Zusammenhang zu dem Eingriff  feststellen. Zum einen kann ein Nährstoffmangel Ursache von Haarausfall sein. Daher ist es besonders nach Anlage eines Schlauchmagens wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und die Folgeuntersuchungen wahrzunehmen. Einen Nährstoffmangel kann man bei Verdacht im Blut nachweisen. Zudem kann Haarausfall die Folge von Stress sein. Da eine Schlauchmagen-Operation auch eine große psychische Belastung darstellen kann, ist es möglich, dass das Symptom im Rahmen des Eingriffs oder danach in Erscheinung tritt. Es macht jedoch keinen Sinn, von einer Schlauchmagen-Operation aus Angst vor Haarausfall abzusehen. Unabhängig von den Umständen sollte man bei übermäßigen Haarausfall einen Arzt aufsuchen, damit die Ursache abgeklärt werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Haarausfall

Vitamine

Die meisten Vitamine können auch bei einem Schlauchmagen uneingeschränkt aufgenommen werden, sofern man sich ausgewogen und gesund ernährt. Es ist daher nicht grundsätzlich erforderlich, Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Eine Ausnahme stellt allerdings das Vitamin B12 dar. Dieses ist vor allem in Fleischprodukten enthalten und kann vom Körper nur mittels einer Substanz aufgenommen werden, die von bestimmten Zellen der Magenschleimhaut produziert wird. Bei einer Schlauchmagen-Operation wird ein großer Teil des Magens und damit der beschriebenen Zellen entfernt. Infolgedessen kann häufig nicht mehr genug Vitamin B12 aufgenommen werden, auch wenn es in ausreichender Menge mit der Nahrung konsumiert wird. Der Mangel kann behoben werden, indem das Vitamin B12 gespritzt wird. Dies muss etwa alle drei Monate erfolgen, da der Körper es so lange speichern kann. Nicht in jedem Fall ist eine Spritze erforderlich aber man sollte nach einer Schlauchmagen-Operation zumindest regelmäßig den Vitamin B12 Spiegel beim Hausarzt bestimmen lassen.

Ausführliche Informationen zu diesem Vitamin finden Sie unter Vitamin B12.

Darf man danach noch Alkohol trinken?

Nach einer Schlauchmagen-Operation sollte man möglichst keinen oder nur geringe Mengen Alkohol zu sich nehmen. Der Zweck des Eingriffs besteht darin, durch eine operative Verkleinerung des Fassungsvermögens des Magens die Kalorienzufuhr zu reduzieren, damit der Patient sein krankhaftes Übergewicht langsam abbauen kann. Alkohol hat einen hohen Kaloriengehalt und zudem können alkoholische Getränke den Schlauchmagen deutlich leichter passieren als feste Nahrung. Wer nach Anlage eines Schlauchmagens regelmäßig Alkohol konsumiert, führt seinem Körper daher auf diese Weise übermäßige Kalorien zu, sodass weniger oder sogar gar kein Fett abgebaut wird. Dennoch darf man auch nach einem Schlauchmagen-Eingriff gelegentlich und in Maßen Alkohol konsumieren.

Lesen Sie mehr zum Thema: Brennwert von Alkohol

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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