Schmerzen oberhalb der Ferse

Allgemeines

Schmerzen im Bereich der Ferse werden in den meisten Fällen durch die Achillessehne ausgelöst. Entzündungen, Fernsensporne oder auch Schleimbeutelentzündungen führen zu Reizungen und starken Schmerzen und das besonders im Bereich oberhalb der Ferse. Die Ferse ist ein Teil des Fußes, bei der auf einer relativ kleinen Auflagefläche ein hoher Belastungsdruck liegt.
Kräftige Sehnen und im besonderen die Achillessehne als stärkste Sehne des Körpers helfen dabei, den Fuß und die Beinachse im Lot zu halten und eine optimale Kraftübertragung zu ermöglichen. Bei einem Schritt ist die Ferse der erste Teil, der auf den Boden aufsetzt. Am Fersenbeinknochen ist die Achillessehne befestigt und verbindet den Fuß mit der Wadenmuskulatur.

Durch Überlastungen der Achillessehne durch sportliche Aktivitäten oder ungewohnte Bewegungen sowie durch Fehlbelastungen durch Fuß- oder Beinfehlstellungen kann es zu entzündlichen Prozessen im Bereich oberhalb der Ferse kommen. Die Entzündungen gehen mit starken Schmerzen einher und führen zu strukturellen Veränderungen der Achillessehne. Die Sehne kann sich durch die chronische Entzündung ausdünnen und im Extremfall sogar reißen.


Symptome

Die Symptome bei Beschwerden oberhalb der Ferse können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob die Schmerzen akut oder chronisch auftreten. Bei einer akuten Entzündung der Achillessehne kommt es meistens zu stechenden Schmerzen bei Belastungen wie beispielsweise beim Laufen, Springen und Gehen. Außerdem kann der Bereich oberhalb der Ferse anschwellen, sowie gerötet und erwärmt sein. Ist die Entzündung bereits chronisch geworden, kommt es oft schon morgens bei den ersten Schritten zu Schmerzen. Diese lassen bei weiterer Bewegung häufig wieder nach, können aber bei stärkerer Aktivität oder in Ruhe wieder zunehmen.

Im Verlauf der Achillessehne sind manchmal bestimmte schmerzhafte Punkte zu ertasten, auch Verdickungen oder Aufreibungen der Sehne können tastbar sein. Wenn besonders der Ansatzpunkt der Achillessehne am Fersenbeinknochen entzündet ist, kommt es vor allem beim Bergauflaufen zu Schmerzen. Eine Schleimbeutelentzündung macht sich meist durch einen starken Druckschmerz, der sehr gut lokalisierbar ist, bemerkbar.

Ursachen

Hauptsächlich führen Ungleichgewichte im Muskelapparat, Bänderschwäche an den Sprunggelenken, Verformungen des Fußes oder systemische Erkrankungen des Bewegungsapparates zu Schmerzen oberhalb der Ferse. Dabei kommt es zu einer Über- oder Fehlbelastung der Achillessehne, die gereizt wird und sich akut entzünden kann.
Im Extremfall kann die Achillessehne sogar reißen. Bei ständigen Überlastungen der Achillessehne kommt es in vielen Fällen zu einer chronischen Entzündung, einer sogenannten Tendinitis. Die Entzündung führt im Verlauf zu Gewebeschäden und die Sehne wird rissig. Ursächlich für die Überlastung der Achillessehne sind häufig sportliche Aktivitäten. Aber auch strukturelle Veränderungen an der Ferse können zu Schmerzen oberhalb der Ferse führen. So kann beispielsweise ein Überbein am Fersenbeinknochen entstehen, das Beschwerden verursacht.

In vielen Fällen geht die Entzündung der Achillessehne in eine Schleimbeutelentzündung über, was zusätzliche Schmerzen verursacht. Außerdem kann sich ein oberer oder hinterer Fersensporn bilden. Darunter versteht man eine knöcherne Ausziehung am Übergang von der Sehne zum Knochen.

Therapie

Die Behandlung von Schmerzen oberhalb der Ferse richtet sich nach der Ursache, Lokalisation sowie nach Dauer und Ausmaß der Beschwerden. Wenn eine akute Entzündungsreaktion Auslöser für die Schmerzen ist, ist eine Schonung und mehrwöchige Belastungspause der Achillessehne zu empfehlen. Kälteanwendungen werden als angenehm empfunden und können schmerzlindernd sein, beispielsweise ist ein regelmäßiges kaltes Abduschen oder Baden des betroffenen Bereiches hilfreich.

Die kurzfristige Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten (z.B. Paracetamol) ist ebenfalls eine geeignete Methode bei starken Schmerzen. Leichte krankengymnastische Übungen sind sinnvoll, solange sie kontrolliert und angeleitet durchgeführt werden. Dadurch bleibt das Fußgelenk in Bewegung und versteift nicht durch die Schonung.

Anders ist die Therapie bei einer chronischen Entzündung im Bereich der Ferse. krankengymnastische Techniken, wie Bindegewebsmassagen, Fuß- und Wadengymnastik, sowie orthopädische Hilfen für den Fuß spielen dabei eine Rolle. Besonders Einlagen und spezielle Schuhzurichtungen wie Absatzerhöhungen, die unterschiedliche Beinlängen ausgleichen, können einfache Hilfsmittel sein, die Beschwerden zu lindern.

In selteneren Fällen werden auch operative Therapien angewendet. Entzündetes Achillessehnengewebe kann chirurgisch entfernt werden oder eine gerissene Sehne kann zusammen genäht werden. Auch Knochenvorsprünge (z.B. ein Überbein) können von einem Operateur entfernt werden. Allerdings sollten in den meisten Fällen vor einer chirurgischen Therapie in jedem Fall zunächst die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft werden. Wenn die Entzündung und die Beschwerden auch mehrere Monaten nach der konservativen Behandlung noch anhalten, sollte eine operative Therapie in Betracht gezogen werden.

Diagnose

Für die Diagnose von Schmerzen im Bereich der Ferse spielen vor allem die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und die körperliche Untersuchung eine Rolle. Dabei müssen nicht nur die Ferse und die Achillessehne untersucht werden, sondern auch die gesamte Körperhaltung, die Gelenkbeweglichkeit, die Muskelkraft und das Gangbild.

Auch die Funktion von Nerven wird in der Regel anhand von Reflexen und der Prüfung von Gefühlswahrnehmungen (Sensibilität) untersucht. Je nachdem, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt, können weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich sein. Bestimmte Laboranalysen oder auch bildgebende Verfahren können die Diagnose erleichtern. Im Bereich von Fuß und Ferse sind besonders die Ultraschall- und Röntgenuntersuchung von Bedeutung. Bei spezielleren Fragestellungen oder im Rahmen einer geplanten Operation kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspin) oder Computertomographie durchgeführt werden. Auch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) kann in manchen Fällen erforderlich sein, um der Ursache der Fersenschmerzen auf den Grund zu gehen. Unter Umständen kann im Rahmen der Gelenkspiegelung auch gleich das zugrundeliegende Problem behoben werden.

Lesen Sie hierzu auch unser Thema "MRT der Achillessehne"

Prophylaxe

Um Fußbeschwerden vorzubeugen gibt es einige simple Hilfestellungen, die man beachten sollte. Beispielsweise sollte das Körpergewicht im Normalbereich liegen, da die menschlichen Fußgelenke starkem Druck standhalten müssen. Bei Übergewicht kommt es zu Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen nicht nur im Bereich der Füße.

Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und Nikotinverzicht sind ebenfalls wichtig, da durch diese Dinge die Durchblutung der Füße gesteigert wird. Auf passendes Schuhwerk im Alltag und beim Sport sollte geachtet werden, beispielsweise ist das Tragen von hohen Absätzen nicht empfehlenswert für eine gesunde Achillessehne.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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