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Spondylodese der Lendenwirbelsäule

Definition

Die Spondylodese (Verblockung, Verspannung) bezeichnet eine, durch Operation künstlich herbei geführte, teilweise Versteifung der Lendenwirbelsäule (LWS). Eine solche Versteifung kann bei überaus hartnäckigen und unerträglichen Rückenschmerzen als letzter Ausweg betrachtet werden.

Dies kann bei Verletzungen der Lendenwirbelsäule, aber auch bei Entzündungen oder Verformungen der Wirbelsäule (Skoliose) der Fall sein. Man hofft, dass durch die Versteifung bewegungsabhängige Schmerzen verschwinden. Der Eingriff wirkt dauerhaft.

Die Spondylodese der Lendenwirbelsäule ist eine aufwendige und risikoreiche Operation! Daher sind eine lange und ausführliche Beratung, sowie eine gründliche und nachhaltige Überprüfung vor dem Eingriff unabdingbar.


Allgemeines

Die zum Lendenbereich gehörende (lumbale) Wirbelsäule besteht meist aus 5 freien Lendenwirbelkörpern (L1-L5), die über knorpelige Zwischenwirbelscheiben, die sog. Bandscheiben miteinander verbunden sind.
Jeder Wirbelkörper hat zudem 4 kleine Gelenkflächen, die mit dem oberen bzw. unteren Lendenwirbelkörper einzelne Gelenke bilden, die in der Gesamtheit für die Beweglichkeit der LWS verantwortlich sind.
Der Wirbelbogen bildet den hinteren (dorsalen) Anteil des Wirbels, und bildet zusammen mit dem Wirbelkörper das Wirbelloch. Alle Wirbellöcher zusammen bilden den Wirbelkanal, durch den das Rückenmark zieht.
Im seitlichen Bereich findet man im Bereich der LWS die Rippenfortsätze, auf den Wirbelbögen sind nach hinten gerichtete Dornfortsätze. Unter einem Bewegungssegment versteht man nun 2 benachbarte Wirbelkörper, die durch die dazwischen liegende Bandscheibe, sowie die Wirbelgelenke miteinander verbunden sind.

Die Lendenwirbelsäule trägt die Hauptlast des Körpers und wird statisch und mechanisch am meisten belastet. Für Verletzungen und Verschleißerscheinungen ist dieser Wirbelsäulenabschnitt besonders anfällig! Daher ist es nicht verwunderlich, dass am häufigsten die Bewegungssegmente L4-L5 und L5-S1 versteift werden!

Test LWS-Syndrom

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Indikation

Bei einigen Erkrankungen kann eine Versteifung der LWS per Spondylodese geeignet sein, um entstandene Instabilitäten zu beseitigen. Fehlende Stabilität in den Bewegungssegmenten kann verschiedene Ursachen haben, genannt seien die häufigsten:

1) Verschleißbedingte Bandscheibenerkrankungen (Osteochondrose)

Alters- aber auch belastungsbedingt, sinkt die Fähigkeit der Bandscheibe als ‚Puffer‘ bzw. ‚Stoßdämpfer‘ zu wirken. Dadurch steigt die Belastung der Wirbelkörper an und es entstehen Instabilitäten.

2) Spondylolisthesis

Bei diesem Krankheitsbild gleitet die Wirbelsäule gegenüber dem darunter liegendem Wirbelkörper nach vorne (ventral). Häufig findet man dieses Phänomen bei jüngeren Menschen und geht mit einer erheblichen Schmerzbelastung einher, da der gleitende Wirbelkörper austretende Nerven reizen kann.

3) Spinalkanalstenose der LWS

Die lumbale Spinalkanalstenose bezeichnet eine Veränderung bzw. Verengung des Wirbelkanals, sodass die durchziehenden Nerven gereizt bzw. geschädigt werden können. Die Erkrankung kann erworben oder angeboren sein.

4) Wirbelkörperbruch (Fraktur)

Komplizierte Brüche, mit einer Beteiligung des Wirbelkanals, können eine Spondylodese anzeigen. Besteht die Gefahr, dass Rückenmark verletzt bzw. eingequetscht wird, ist die Versteifung ein Mittel der Wahl.

5) Spondylitis (Infektion der Wirbelkörper)

In vielen Fällen lässt sich eine Entzündung der Wirbelkörper mit einem geeigneten Antibiotikum therapieren. Wenn jedoch die Gefahr besteht, dass die Infektion sich auf das zentrale Nervensystem ausbreitet, kann eine Verblockung der betroffenen Lendenwirbelkörper der letzte Ausweg sein.

6) Wirbelkörpertumor

Tumore, ob gut-oder bösartig, können die Knochenfestigkeit stark herabsetzen. Dadurch entstehen Instabilitäten die durch eine Spondylodese beseitigt werden können.

7) Skoliose

Deformität der Lendenwirbelsäule

Voraussetzungen

Die Versteifung hat nur Chancen auf Erfolg, wenn die Schmerzursache mit absoluter Sicherheit auf ein bzw. mehrere Wirbelkörper eingegrenzt werden kann. So können die betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule gezielt versteift werden.

Diagnostik

Um die Schmerzursache genau zu lokalisieren, gibt es unterschiedliche Methoden. Ausgangspunkt für die Untersuchungen liefert das Röntgenbild, hier können z.B. Verschleißerscheinungen und Verschiebungen der Wirbel gegeneinander gut erkannt werden.
Zur genaueren Analyse werden weitere Methoden herangezogen. Hierzu gehört zum einen die Computertomographie (CT), welche zusätzliche Querschnittbilder der Weichteile der Lendenwirbelsäule (LWS) liefert.
So kann z.B. ein zu enger Wirbelkanal (Spinalkanal) als Schmerzursache entdeckt werden. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie der LWS (MRT der LWS) besteht die Möglichkeit ohne Strahlenbelastung eine Weichteilveränderung (Entzündung, Bandscheibenvorfall der LWS etc.) im Längsschnitt zu beurteilen.
Unter Umständen kann eine Myelographie herangezogen werden. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird ein Kontrastmittel in den Rückenmarksschlauch (Subarachnoidalraum) gespritzt, wodurch bei bestimmten Fragestellungen die Weite des Wirbelkanales und die abgehenden Nervenwurzeln besser beurteilt werden können.

Neben den bildgebenden Verfahren gibt es noch die Möglichkeit, die betroffenen Abschnitte der Wirbelsäule sozusagen auf Probe zu fixieren. Dazu kann entweder ein Gipsverband, oder ein äußeres Stützgestell zur Hilfe genommen werden:
Unter Narkose werden vier Schrauben durch die Haut in 2 benachbarte Wirbelkörper gebohrt, und anschließend mit einem äußeren Gestell miteinander fixiert. Wenn die probeweise erzeugte Versteifung die Schmerzen beseitigt, kann davon ausgegangen werden, dass auch eine Versteifung per Spondylodese Erfolg hat.

Ein gutes Resultat kann nur erwartet werden, wenn neben der körperlichen Diagnosefindung auch die Psyche des Rückenschmerzpatienten beurteilt wird. Dazu ist es erforderlich, in ausführlichen Gesprächen die Motivation, Belastbarkeit sowie die Schmerzverarbeitung und den Willen zur Gesundung heraus zu arbeiten.
Denn nach einem folgeträchtigen Eingriff wie die Spondylodese der LWS kommen umfangreiche Nachbehandlungen (Rehabilitationsklinik, Physiotherapie etc.) auf die Betroffenen zu, deren Verlauf zentral für das Ergebnis der Operation ist.

Methode

Die Versteifung der LWS mittels Spondylodese ist eine komplizierte und aufwendige Operation mit unterschiedlichen Techniken und Methoden. Im Folgenden werden daher verständnishalber nur die Grundzüge erörtert.
Prinzipiell unterscheidet man zwischen den Zugangswegen (z.B. von der Seite) und ob benachbarte Wirbelkörper entweder von hinten (dorsal), seitlich (lateral) oder von vorne (ventral) miteinander verspannt werden.
Die unterschiedlichen Methoden haben meist gemein, dass die Bandscheibe entfernt wird und ein metallisches Körbchen, meist aus Titan, Stahl oder Karbon implantiert wird.
Zuvor wurde das Körbchen mit körpereigenem Knochenmaterial gefüllt, meist entnommen aus dem Beckenkamm des Patienten. Die Entnahme des Knochenmaterials birgt nicht unerhebliche Risiken, weswegen aktuell über mögliche Alternativen, wie künstlich hergestellte Knochenproteine diskutiert wird.
Durch die Fixierung des zu versteifenden Bewegungssegmentes mit Schrauben, hofft man nun, dass während des Heilungsprozesses die Wirbelkörper miteinander knöchern verschmelzen. Dieser Vorgang wird knöcherne Fusion genannt.

Komplikationen

Die Spondylodese der LWS ist eine große Operation und mit entsprechenden Risiken verbunden. Dazu gehören:

  • Verletzungen von Nervenwurzeln, Rückenmarkshülle (Dura) und Rückenmark

  • Querschnittslähmung

  • Gefäßverletzung, insbesondere der Aorta und Vena Cava

  • Infektionen und Wundheilungsstörungen

  • Lockerung, Verbiegung und Bruch der Schrauben und Implantate

  • Restbeschwerden oder vermehrte Schmerzen

  • Pseudoarthrosen

  • Schädigung und Schwächung der Rückenmuskulatur

Nachbehandlung

Nach der Operation bleiben die Patienten ungefähr 7-10 Tage im Krankenhaus. Damit das Risiko, eine Thrombose zu erleiden möglichst gering bleibt, wird für etwa 14 Tage eine Thromboseprophylaxen (z.B. Heparin) verabreicht.
Zur Stabilisierung der operierten Lendenwirbelsäule, kann es sich empfehlen ein Stützkorsett zu tragen Alternativ besteht die Möglichkeit eines Gipsverbandes. Wenn die Schmerzen es zulassen, kann bereits am ersten Tag nach der OP mit dem vorsichtigen Aufstehen begonnen werden.
Auf schweres Heben und Tragen von Lasten, sowie körperliche Ertüchtigung sollte ungefähr 3 Monate verzichtet werden.
Während der Nachbehandlung ist eine enge physiotherapeutische Betreuung sehr wichtig! Mit Hilfe von Rückenschulungen lernen Patienten ihre Bauch und Rumpfmuskulatur zu stärken, sowie schädigende Bewegungen zu vermeiden. Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt, kontrolliert der behandelnde Orthopäde den Heilungsprozess. Meistens wird nach einigen Monaten ein Röntgenbild zur Kontrolle durchgeführt.

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