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Storchenbiss auf der Nase

Definition

Ein Storchenbiss auf der Nase wird in der Fachsprache auch als „lateraler Naevus flammeus“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Art gutartiges Muttermal, welches eine rötliche bis violette Färbung zeigt. Es ist gutartig und tritt in unterschiedlicher Ausprägung bei bis zu 70 % der Neugeborenen auf. Meist verschwindet solch ein Storchenbiss wieder im Laufe der ersten Lebensjahre. Andere gängige Bezeichnungen für den Storchenbiss der Nase lauten Naevus Unna, Naevus vinosus, Feuermal oder Portweinnaevus. Die Behandlung des Storchenbisses der Nase besteht in einer dermatologischen Lasertherapie.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Storchenbiss beim Baby

Ursachen

Die Ursache für einen Storchenbiss auf der Nase ist eine Fehlbildung kleinster Blutgefäße. Diese Blutgefäße bezeichnet man als Kapillaren. Sie befinden sich direkt unterhalb der obersten Hautschicht, der Epidermis. Eine Erweiterung dieser Kapillaren führt zu der rötlich, violetten Verfärbung, die durch die dünne Epidermis hindurchschimmert und als Mal erscheint.

Man darf sich jedoch durch den Begriff Fehlbildung an dieser Stelle nicht verunsichern lassen: Storchenbisse entstehen aufgrund minimaler „Fehler“ in der embryonalen Entwicklung des Babys. Diese „Fehler“ haben jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes. Daher haben Storchenbisse auch absolut keinen Krankheitswert und werden als gutartig (benigne) eingestuft.

Eine Häufung solcher Storchenbisse auf der Nase finden sich bei den Kindern mit einer sogenannten Phakomatose. Bei dem Begriff Phakomatose handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die sich vor allem an der Haut und dem Nervensystem zeigen. Auch hier haben jedoch Storchenbisse auf der Nase im Einzelnen keinen Krankheitswert. Sie können lediglich ein kosmetisches Problem darstellen, wenn sie sich nicht zurückbilden.

Diagnose

Die Diagnose eines Storchenbisses auf der Nase wird als sogenannte Blickdiagnose gestellt. Das bedeutet, dass der Arzt allein durch das Erscheinungsbild der Krankheit weiß, um was es sich handelt. Weitere diagnostische Mittel wie beispielsweise eine Probenentnahme oder Ähnliches sind nicht notwendig. Typisch für den Befund ist eine hell- bis dunkelrote, violette Verfärbung der Haut unterschiedlicher Größe. Die häufigste Lokalisation sind der Nacken, die Stirn und die Nase. Bei Verdacht auf eine Phakomatose werden spezielle Untersuchungen durchgeführt, um die einzelnen Krankheitsbilder näher zu definieren.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Storchenbiss im Nacken

Begleitende Symptome

Ein Storchenbiss auf der Nase weist keine begleitenden Symptome auf. Es handelt sich um eine gutartige Fehlbildung von Gefäßstrukturen unterhalb der obersten Hautschicht. Der Storchenbiss als solcher hat keinen Krankheitswert. Typische Symptome anderer Hauterkrankungen fehlen gänzlich.

Der Storchenbiss kann lediglich ein kosmetisches Problem darstellen, wenn er sich nicht zurückbildet. Jedoch kann ein Storchenbiss auch im Rahmen angeborener Syndrome auftreten. Bei einigen Phakomatosen treten Storchenbisse gehäuft auf. In diesem Zusammenhang spricht man jedoch öfter von Feuermalen. Phakomatosen sind verschiedene Erkrankungen, die sich insbesondere an der Haut und dem Nervensystem zeigen. Die möglichen Begleitsymptome sind sehr vielfältig.

Storchenbiss juckt

Storchenbisse verursachen keinen Juckreiz. Daher sollte bei einer Hautveränderung, die von Juckreiz begleitet wird an andere mögliche Diagnosen gedacht werden. Rötliche Hautveränderungen, die mit Juckreiz einhergehen, können beispielsweise auf eine Neurodermitis oder Psoriasis hinweisen. Jedoch unterscheiden diese sich in ihrem Aussehen deutlich von einem Storchenbiss.

Therapie

Die Behandlung eines Storchenbisses ist meistens nicht notwendig. In der Regel verschwinden die violetten Flecken innerhalb des ersten Lebensjahres wieder. In manchen Fällen kann es jedoch sein, dass der Storchenbiss nicht verblasst und dauerhaft bestehen bleibt. Das stellt gerade an der Nase für viele Menschen ein kosmetisches Problem dar.

Störende Storchenbisse auf der Nase können mittels Laserbehandlungen entfernt werden. Dabei sind oftmals mehrere Sitzungen notwendig. Der Fleck sollte frühzeitig im Kleindkindalter entfernt werden. Die Laserbehandlung findet bei Kleinkindern und Babys in Vollnarkose statt. Die Kosten werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, da es sich um ein rein kosmetisches Problem handelt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Vollnarkose beim Kind

Sollte eine Phakomatose wie das Sturge-Weber-Syndrom entdeckt werden, richtet sich die weitere Therapie nach dieser Erkrankung. Das hat jedoch mit dem Storchenbiss nichts zu tun. Einzig eine Lasertherapie kann den Storchenbiss beseitigen. Die Kosten für eine Laserbehandlung unterscheiden sich stark und rangieren zwischen 300 und 1000 Euro.

Dauer eines Storchenbisses

Storchenbisse auf der Nase verblassen in der Regel innerhalb der ersten Lebensjahre. Wann genau der Storchenbiss komplett verschwindet, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die meisten Storchenbisse verschwinden innerhalb des ersten Lebensjahres. Manche können jedoch auch ein Leben lang bestehen bleiben und so zu einem kosmetischen Problem für die Betroffenen werden. Insbesondere Storchenbisse auf der Nase, die im Rahmen einer Phakomatose auftreten, neigen eher dazu nicht von selbst zu verschwinden. Dann kann der Fleck mit einer Laserbehandlung, mit derer Hilfe die geweiteten Gefäße verödet werden, komplikationslos beseitigt werden.

Storchenbiss auf der Nase und der Stirn

Auch auf der Stirn können Storchenbisse auftreten. Es handelt sich bei der Stirn, ebenso wie bei der Nase, um eine eher seltene Lokalisation für einen Storchenbiss. Insbesondere ein zeitgleiches Auftreten eines Storchenbisses auf der Nase und Stirn ist sehr selten. Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Phakomatose ist bei gleichzeitigem Bestehen eines Storchenbisses an Stirn und Nase erhöht.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Storchenbiss auf der Stirn

Storchenbiss auf der Nase und im Nacken

Storchenbisse im Nacken oder am Hinterkopf sind sehr häufig. Etwa rund die Hälfte der Neugeborenen weisen solche Storchenbisse auf. In der Regel verschwinden sie nach einigen Monaten wieder von selbst. Ein zeitgleiches Auftreten von Storchenbissen am Nacken oder Hinterkopf und an der Nase spricht jedoch eher für das Vorliegen weiterer Fehlbildungen, beispielsweise im Rahmen einer Phakomatose.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Storchenbiss im Nacken

Storchenbiss auf der Nase und am Auge

Ein Storchenbiss am Auge ist eher selten, in Kombination mit einem Storchenbiss an der Nase sogar noch seltener. Das gleichzeitige Vorliegen der Storchenbisse an Auge und Nase spricht für das Vorliegen weiterer Fehlbildungen. Jedoch können die Storchenbisse auch ohne das Vorhandensein anderer Fehlbildungen vorliegen. Der Kinderarzt wird weitere Untersuchungen veranlassen, falls dies notwendig ist. Das Bestehen einer Phakomatose ist bei Vorliegen mehrerer Storchenbisse möglich.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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