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Symptome bei Bluthochdruck

Einleitung

Das Verengen oder der Elastizitätsverlust von Blutgefäßen führen dazu, dass das Herz mehr Druck aufbauen muss, sodass der Blutfluss in der Form aufrechterhalten werden kann, dass alle Organsysteme weiterhin ausreichend mit Blut versorgt werden.

Bei einem Erwachsenen gilt ein Wert von 120/80mmHg als normal, werden bei drei voneinander unabhängigen Messungen Werte ab 140/90mmHg registriert, wird von einem Bluthochdruck gesprochen.

Durch den ansteigenden Blutdruck können Organe meist zwar weiter durchblutet werden, aber der Nutzen der Blutversorgung ändert sich, da jedes Organsystem nur seine individuellen Aufgaben erfüllen kann, wenn das Blut in einem bestimmten Druckbereich das Organ durchfließt.


Steigt der Blutdruck dauerhaft an, können unspezifische Symptome auftreten, ausgelöst je nach Organ, welches besonders sensibel auf die Druckänderung reagiert.

Diese können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Auch Vorerkrankungen und Risikofaktoren beeinflussen das Auftreten und die Stärke der Symptome.

Meist zeigen sie sich erst nach Jahren längst bestehendem aber unbemerkten Bluthochdrucks, wenn Folgeschäden entstanden sind. Deshalb sollte man um Folgeschäden zu vermeiden, regelmäßig seinen Blutdruck kontrollieren und bei unspezifischen Symptomen unbekannter Ursache u. a. an einen möglichen Bluthochdruck denken.

Typische Symptome, sowie Unterschiede bei Mann und Frau gibt es bei einem Bluthochdruck nicht.

Symptome beim Mann

  • Anspannung und Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsprobleme
  • wiederkehrende Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Schwitzen
  • Herzklopfen
  • Herzrasen
  • Müdigkeit
  • rotes Gesicht / rote Ohren
  • Bei krisenhaft erhöhtem Bluthochdruck: Atemnot bei Belastung, Panik, einengendes Gefühl der Brust

Die Einnahme von Kortison und ein hoher Lakritzkonsum (>250g/d) können zu einem Bluthochdruck führen. Daher ist bei Auftreten der Symptome immer an veränderte Lebensumstände oder neue Medikamenteneinnahmen zu denken.

Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Herzkrankheiten, welche die Herzkranzgefäße betreffen, einen Schlaganfall, eine Nieren- und Herzschwäche bis hin zum Vorhofflimmern. Treten für die genannten Erkrankungen typische Symptome auf, sollte dies in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

Spezifische Symptome bei der Frau

Die Symptome bei Frauen sind deckungslgleich mit denen von Männern.

Gerade bei Frauen ab der Menopause sind die Symptome häufig auf eine Hormonumstellung des Körpers zurückzuführen.

Treten die genannten Symptome während einer Schwangerschaft oder bei der Einnahme von oralen Verhütungsmitteln auf, können diese auch die Ursache für das Auftreten der Symptome sein. Und sollten daher nach Beendigung der Schwangerschaft, bzw. nach Absetzen des Verhütungsmittels wieder verschwinden.

Müdigkeit

Ein erhöhter Blutdruck stellt eine erhöhte körperliche Belastung dar. Wodurch eine Leistungsminderung eintreten kann, die häufig durch Müdigkeit gekennzeichnet ist. Das Schlafbedürfnis steigt an. Müdigkeit stellt immer ein Signal des Körpers da, dass er Ruhe und Erholung braucht. Ein stressiger Alltag mit wenig Pausen lässt zusätzlich die Müdigkeit ansteigen.

Als optimal gelten 8 Stunden Schlaf pro Nacht. Bei Bluthochdruck, körperlicher Mehrbelastung und je nach Alter kann der Bedarf ansteigen.

Wird das Bedürfnis Schlaf nicht gestillt, oder ein erhöhter Blutdruck nicht ausreichend gesenkt, können weitere u. a. durch Müdigkeit ausgelöste Symptome, wie Konzentrationsstörungen und eine verminderte Aufmerksamkeit entstehen.

Ohrensausen

Das Ohrensausen ist ein Sammelbegriff verschieden auftretender Ohrgeräusche, bspw. hörbar als Pfeifen, Brummen oder Rauschen.

Kennzeichnend ist, dass diese Form von Geräuschen nicht außerhalb des Körpers entstehen, sondern innerhalb des eigenen Körpers und daher meist nur vom Patienten selbst hörbar. Jeder Betroffene kann dabei die unterschiedlichsten Geräusche wahrnehmen.

Welche Art von Geräusch entsteht, ist sehr individuell. Ein Bluthochdruck kann zu solchen Ohrgeräuschen führen. Das Besondere dabei ist, dass Geräusche, welche von Erkrankungen des Blutgefäßsystems ausgehen, häufig nicht nur vom Patienten, sondern auch objektiv wahrgenommen werden können. Das heißt, nicht nur der Patient nimmt diese Geräusche im Inneren seines Ohres wahr, sondern durch spezielle Verfahren können diese aufgezeichnet und somit für den Untersucher nachvollziehbar werden. Sie können sowohl auf beiden Ohren gleichzeitig, als auch einseitig auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ohrgeräusche

Rote Augen

Die Lederhaut dient dem Schutz des Augapfels von der Hornhaut bis zum Eintritt des Sehnervs. Ein Teil von ihr ist sichtbar als weiße Fläche um Pupille und Regenbogenhaut herum. In ihr sind bis auf wenige Stellen kaum Blutgefäße lokalisiert. Daher bleiben diese bei einem Bluthochdruck meist unberührt. Kommt es allerdings zu Entzündungen oder starker Trockenheit der Augen, kann sich der normalerweise weiß erscheinende Teil der Augen, rot oder je nach Krankheitsbild rot, bläulich oder gelb einfärben.

Allerdings lässt ein Bluthochdruck nicht das ganze Auge unberührt. Ein andauernd zu hoher Blutdruck kann dazu führen, dass sich die Gefäße der Netzhaut verschließen und oder Ablagerungen in ihren Gefäßwänden auftreten. Dadurch verengen sich die Gefäße und werden unelastisch.

Zwischen den Gefäßen und der Netzhaut besteht eine Barriere, die dafür sorgt, dass nur bestimmte Stoffe, welche im Blut zirkulieren, in die Netzhaut eintreten können. Ein Bluthochdruck zerstört diese Schranke.

Es kann zu Netzhautblutungen und Flüssigkeitsansammlungen kommen. Diese hierbei entstehenden Rötungen können mit dem bloßen Auge (also von außen) nicht wahrgenommen werden. Hierfür sind spezielle, sogenannte Ophthalmoskope notwendig, mit denen der Augenhintergrund angesehen und beurteilt werden kann.

Wichtig ist, dass mithilfe dieser Untersuchung Rückschlüsse getroffen werden können, auf eventuell weitere Veränderungen von im Körper anderorts lokalisierter Gefäße. Welche die Diagnose Bluthochdruck bestätigen oder erhöhen können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Opthalmoskopie - Augenspiegelung

Kopfschmerzen

Grundsätzlich stellt der Kopfschmerz wie alle Schmerzen, ein Warnsignal des Körpers dar, welches ernst genommen werden sollte.

Vor allem bei häufig wiederkehrenden Kopfschmerzen, bei denen die Ursache nicht bekannt ist, ist immer an einen Bluthochdruck zu denken. Der sich in Form von leichten Kopfschmerzen bis hin zu migräneartigen Anfällen äußern kann.

Häufig ist ein mit Bluthochdruck assoziierter Kopfschmerz am Hinterkopf lokalisiert. Auch hier gilt, jeder Betroffene reagiert unterschiedlich stark auf Blutdruckerhöhungen, Blutdruckschwankungen und empfindet den Schmerz unterschiedlich stark, an unterschiedlichen Stellen. Im schlimmsten Fall macht sich der Bluthochdruck erst dann bemerkbar, wenn er an vorgeschädigten Hirngefäßen für das Auslösen von Hirnblutungen ursächlich oder mit beteiligt ist.

Meist treten die Symptome dann plötzlich und in hoher Intensität ein. Hier sind das Aufsuchen eines Arztes und eine Abklärung der Symptome durch einen Arzt dringend geraten. Da bei Bluthochdruck Veränderungen an den Blutgefäßen entstehen, besteht erhöhtes Risiko eines Schlaganfalls mit den dafür entsprechenden Symptomen.

Innere Unruhe

Innere Unruhe, auch in Kombination mit Schlafstörungen kann zwar auf einen Bluthochdruck hindeuten. allerdings ist sie eher selten mit einem Bluthochdruck assoziiert.

Leiden Patienten unter innerer Unruhe, ist dies häufig ein Zustand seelisch bewegter Umstände. Welche zusätzlich mit Aufregung und Spannungsgefühlen einhergehen können. Die Patienten fühlen sich hilflos, hoffnungslos und klagen zusätzlich über Konzentrationsstörungen, schnelle Erschöpfung, teils depressive Verstimmung bis hin zu Angst und Schlagstörungen.

Diese Art von Symptomen können zusätzlich hervorgerufen werden durch Substanzen, die lebhafte Wahrnehmungsstörungen hervorrufen, wie bei Einnahme sogenannter Halluzinogene. Nicht zu verwechseln mit innerer Unruhe ist die häufig auftretende motorische Unruhe, mit ruhelosem, kaum stillbaren Bewegungsbedürfnis. Dieses zeigt sich meist bei gesteigerter innerer Erregbarkeit.

Zittern

Unter Zittern versteht man Kontraktionen entgegengesetzter Muskelgruppen, welche nicht durch den Willen beeinflusst, bzw. ausgelöst werden.

Meist tritt er auf bei Alkoholentzug, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung und Erregungszustände, sowie neurologischen Erkrankungen.

Wichtig zu unterscheiden ist, ob das Zittern in Ruhe oder bei gezielten oder nicht gezielten Bewegungen auftritt.

Bei einem Bluthochdruck ist das Zittern ein so unspezifisches Symptom, wie die meisten anderen auch. In der Regel tritt es bei einem Bluthochdruck nicht auf; steigt allerdings der Bluthochdruck akut über 230/120mmHg an, kann das Zittern Symptom für eine hypertensive Krise sein, die meist im Rahmen eines unbehandelten Bluthochdrucks auftritt.

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Atemnot

Atemnot entsteht durch einen Bluthochdruck regelhaft nicht. Hat der Patient allerdings bereits Folgeschäden durch den Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, die mit einem Bluthochdruck assoziiert sind, kann bei Belastung Atemnot auftreten.

Dann sollte der Patient umgehend einen Arzt aufsuchen und die Ursache für die Atemnot bestimmen lassen. Meist tritt die Atemnot auf bei Treppensteigen, sportlichen Aktivitäten oder sonstigen körperlichen Belastungen im Alltag, wie Putzen oder das Tragen schwerer Gegenstände.

Brustschmerzen

Brustschmerzen sind kein Symptom des Bluthochdruckes, aber in Assoziation mit diesem können sie Zeichen von Folgeerkrankungen und/oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sein.

Meist zeigen sich diese als Engegefühl im Brustbereich, wie ein Gürtel der sich um die Brust herum schnürt.

Besonders treten diese bei Belastung auf, bis hin zum spontanen Schmerz und den so genannten Todesschmerzen, wie bei einem Herzinfarkt. Der Schmerz kann in den Unterkiefer, einen oder beide Arme und häufig in den Oberbauch ausstrahlen oder sogar erst nur dort spürbar sein. Brustschmerzen unklarer Ursache sollten daher unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

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Druckgefühl im Kopf

Hinter einem Druckgefühl im Kopf können verschiedenste Ursachen stecken. Die genaue Lokalisation des Druckes im Kopfbereich ist wichtig, um ihn besser identifizieren zu können.

Wichtig zur Beurteilung ist, ob der Druck (nur) in Belastungssituationen auftritt, wie dem Herabhängen des Kopfes oder beim Bücken nach vorne - ob zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Übelkeit auftreten. Ist gleichzeitig eine akute Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung vorhanden, wird eher dies die Ursache sein.

Bei wiederkehrenden Druckgefühlen ohne erklärbaren Grund, sollten regelmäßig Blutdruckkontrollen folgen.

Herzklopfen

Herzklopfen kann bei Hochdruckkrisen auftreten, also wenn der Blutdruck akut extrem in die Höhe schnellt. Häufig bei Werten über 230/120mmHg. Dies kann u. a. auftreten, bei einem bestehenden, aber nicht behandelten chronischen Bluthochdruck.

Weitere Ursachen können sein, das Auftreten von Extraschlägen des Herzens, genannt Extrasystolen, bei Schilddrüsenüberfunktionen und Herzfehlern.

Herzrasen

Herzrasen kann als Folge von Herzrhythmusstörungen oder bei starker psychischer Belastung auftreten. Kommt das Herz aus dem Takt und schlägt viel zu schnell, empfindet der Patient dies häufig als Herzrasen. Herzrasen geht nicht mit einem Bluthochdruck einher, sondern ist Ursache anderer Leiden.

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Nasenbluten

Ein erhöhter Blutdruck kann Gefäße in unserem Blutkreislauf zerstören, vor allem die kleinen Äste und Abzweigungen kleinster Gefäße sind besonders gefährdet. Da ihre Wände besonders dünn sind. So führt ein dauerhaft erhöhter Blutdruck zu Blutungen von feinen Gefäßen, wie sie im Innenraum der Nase zu finden sind.

Vor allem die Gefäße, welche die Nasenscheidewand und die obere Nasenhöhle versorgen, können bei dauerhaft hohem Druck kaputtgehen und dadurch stark anfangen zu bluten.

Schwitzen

Schwitzen entsteht durch die vermehrte Absonderung von Schweiß, worüber der Körper Wärme an die Umgebung abgibt und gleichzeitig die Haut von außen kühlt.

Auslösende Erkrankungen können bspw. sein, Schilddrüsenüberfunktionen, chronischer Stress und dauerhafte Belastungen, wie z.B. Angstzustände.

Auch ein dauerhaft erhöhter Bluthochdruck kann zu Schweißausbrüchen führen, allerdings ist er hier ein sehr unspezifisches Symptom.

Schwindel

Schwindel ist meist ein einhergehendes Symptom bei Blutdruckabfall und nicht, wenn er wie beim Bluthochdruck zu stark ansteigt.

Schwindel tritt vermehrt dann auf, wenn die Auswurfleistung des Herzens nicht ausreichend ist. Zum Beispiel durch eine verlangsamte Herzfrequenz, da die Durchblutung des Gehirns nicht mehr gewährleistet ist.

Oder als Nebenwirkung, wenn Medikamente wie ß-Blocker, welche die Herzfrequenz senken, oder welche die den Blutdruck senken, gegeben werden.

Weitere Ursachen können sein, Blutverlust/Blutarmut oder verschiedenste Schäden des Gleichgewichtsorganes des Ohres.

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Schlafstörungen

Schlafstörungen können sowohl bei einem Bluthochdruck, als auch bei einem Blutdruck unter der Norm auftreten.

Schlafstörungen können auch z.B. bei einer Überfunktion der Schilddrüse auftreten, die auch indirekt eine Steigerung des Blutdruckes bewirken kann.

Das Symptom ist daher sehr unspezifisch.

Viele andere Ursachen sprechen stärker für Schlafstörungen, wie Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Herzversagen oder kognitive Leidensstörungen.

Bei einem Bluthochdruck ist nicht ursächlich geklärt, ob dieser wirklich zu Schlafstörungen führt.

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Symptome bei Kindern

Generell gilt, auch Bluthochdruck bei Kindern kann jahrelang völlig symptomlos verlaufen. Daher sollte bei Symptomen wie wiederkehrende Kopfschmerzen, Schwindel, mindernde Leistungsfähigkeit, Ohrensausen, häufiges Nasenbluten, Schlafstörungen, untypische Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Sehstörungen der Blutdruck an drei unterschiedlichen Tagen gemessen und abgeklärt werden. Einen klaren Grenzwert wie bei Erwachsenen gibt es hier nicht, da die Werte abhängig sind von Alter, Größe und Gewicht.

Kommt es zusätzlich zur Einengung der Aorta (Hauptschlagader des Körpers) können Symptome wie kalte Füße und Beinschmerzen während der Nacht auftreten.

Bei plötzlich auftretendem Bluthochdruck mit Werten deutlich oberhalb der 95. Perzentile können Sehstörungen und Krampfanfälle auftreten. Welches Symptom wann und ab welchen Blutdruckwerten auftritt, ist individuell sehr verschieden

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.04.2018
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