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T3 Hormon

Definition

Trijodthyronin, auch T3 genannt, ist eines der zwei wichtigsten Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden. Dabei ist T3 das wirksamste Hormon der Schilddrüse. T3 übertrifft in seiner biologischen Aktivität das Schilddrüsenhormon Tetrajodthyronin, das sogenannte T4, um das drei- bis fünffache. Die beiden jodhaltigen Schilddrüsenhormone entstehen ausgehend von dem Eiweiß Thyreoglobulin. T3 besteht aus einem Thyreoglobulin mit drei Jodgruppen, während T4 aus einem Thyreoglobulin mit vier Jodgruppen besteht.

Einleitung

Die Schilddrüse produziert die Hormone T3 und T4, wenn sie von dem Hormon TSH aus dem Gehirn, genauer gesagt der Hypophyse, dazu angeregt wird.

Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone steigern den Energiestoffwechsel der Zellen und fördern die Freisetzung der Hormone Insulin und Wachstumshormon. Sie haben darüber hinaus Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Das Hormon T3 wird im Blutplasma zu >99% an Plasmaproteine gebunden, vor allem an das Thyroxin-bindenden Globulin. Nur <1% der Hormonmenge liegt frei im Blut vor. T3 hat eine Plasmahalbwertszeit von etwa 24 Stunden, das bedeutet, dass es relativ schnell wieder vom Körper deaktiviert wird.

Werte/ Normalwerte des T3 Hormons

Der Großteil des T3 liegt im Blut an Eiweiße gebunden vor, während nur weniger als 1% in freier Form als freies T3 (fT3) vorhanden ist. Die Konzentration des Hormons im Blut unterliegt tageszeitlichen Schwankungen. Nachts gibt es einen Anstieg und tagsüber einen Abfall des Hormons im Blut. Da nur das freie Hormon fT3 wirksam ist und das gebundene T3 als Hormonspeicher dient, misst man in der Praxis vor allem das freie (nicht an Eiweiß gebundene) T3, das fT3. Die Konzentration des Hormons im Blut wird in Nanogramm pro Deziliter angegeben und für freies T3 in Picogramm pro Milliliter.

Der Normbereich für T3 befindet sich in einem Bereich von 67 – 163 ng/dl. Die Normalparameter für fT3 liegen bei 2,6 – 5,1 pg/ml. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (siehe auch: Werte einer Schilddrüsenunterfunktion) liegt fT3 unter 2,6 pg/ml, während es bei einer Schilddrüsenüberfunktion größer als 5,1 pg/ml ist. Wichtig ist, dass sich die Normalwerte in verschiedenen Laboren unterscheiden können, deshalb sollten immer die dort angegebenen Referenzwerte betrachtet werden.

Warum ist mein T3 Wert zu hoch?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse zu viele Hormone. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion und einen entsprechend hohen T3-Wert. In circa 95% der Fälle liegen die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie der Überfunktion zugrunde.

Bei Morbus Basedow bildet das Immunsystem Antikörper gegen die Schilddrüse, welche dabei den Platz des Hormons TSH an der Außenseite der Zellen annehmen. Die Schilddrüsenzellen halten die Antikörper fälschlicherweise für TSH und werden zur Bildung von Hormonen angeregt. Deshalb gibt es bei Morbus Basedow viel zu viel T3 und T4 im Blut.

Ist eine Schilddrüsenautonomie die Ursache der Überfunktion, gibt es in der Schilddrüse selbst Gebiete, zum Beispiel Knoten, die unkontrolliert Hormone bilden. Häufig ist Jodmangel die Ursache dafür und der Körper versucht den Mangel durch Wachstum auszugleichen. Andere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion können eine Entzündung der Schilddrüse sein, Tumoren oder Medikamente.

Warum ist mein T3 Wert zu niedrig?

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) werden von der Schilddrüse weniger Hormone gebildet, als der Körper benötigt. Im Blut sind die Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu niedrig. Die Ursachen einer Unterfunktion können Probleme in der Schilddrüse oder von hormonbildenden Strukturen des Gehirns sein, dem sogenannten Hypothalamus oder der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Selten ist eine angeborene Unterfunktion der Schilddrüse, die etwa bei einem von 4.000 Kindern vorkommt. Ebenfalls selten ist eine jodarme Ernährung als Ursache für einen niedrigen T3-Wert. Eine mögliche Ursache einer Hypothyreose ist eine chronische Schilddrüsenentzündung, die Hashimoto Thyreoiditis. Bei dieser Autoimmunerkrankung werden Antikörper gegen das Organ gebildet, die das Gewebe teilweise zerstören. Mit der Zeit entwickelt die Schilddrüse bei der Hashimoto Thyroeiditis eine Schilddrüsenunterfunktion und T3 nimmt ab.

Erkrankungen der Hypophyse oder des Hypothalamus aufgrund eines Tumors kann ebenfalls zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen.

Wie verändert sich T3 in der Schwangerschaft?

Die Schilddrüsenhormone haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit, den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung. Die Normalwerte für die Hormone verändern sich während der Schwangerschaftsphasen, also von Trimenon zu Trimenon unterschiedlich. Außerdem haben bis zu 15% aller Schwangerschaften Veränderungen in der Schilddrüsenfunktion, also entweder eine Überfunktion oder eine Unterfunktion. Diese Störungen können zu vermeidbaren Komplikationen der Schwangerschaft und Kindesentwicklung führen. Laut einer aktuellen Studie sind die Referenzwerte für freies T3 im ersten Trimenon der Schwangerschaft bei 2,5 – 3,9 pg/ml, im zweiten Trimenon bei 2,1 – 3,6 pg/ml und im dritten Trimenon bei 2,0 – 3,3 pg/ml (Studie: Lazarus J et al., 2014, Eur Thyroid J Guidelines 3: 76-94).

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T3 Hormonwert und Kinderwunsch

Eine Schilddrüsenstörung kann die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein. Dabei können schon sehr diskrete oder „schlafende“ Hypothyreosen zu Unfruchtbarkeit führen. Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können die Empfängnis negativ beeinflussen und bewirken, dass  das Wunschkind ausbleibt. Der Grund dafür ist, dass die Schilddrüsenhormone alle wichtigen Vorgänge im Körper steuern. Sie haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung.

Schilddrüsenhormone und Sexualhormone wie Östrogen stehen miteinander in Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig. Das bedeutet, dass ein Ungleichgewicht der Schilddrüsenhormone Auswirkungen auf die Eizellreifung und den Zyklus hat. Betroffene Frauen werden seltener schwanger als schilddrüsengesunde Frauen. Eine Schilddrüsenuntersuchung ist angezeigt, wenn in der Familie Schilddrüsenprobleme bekannt sind, die Periode unregelmäßig ist oder nach 6 Monaten keine Schwangerschaft eintritt. Liegt eine Unterfunktion vor, kann diese medikamentös therapiert werden und die gewünschte Schwangerschaft ermöglichen.

T3 Hormon als Medikament

Es gibt T3 als Medikament, um bei einer Schilddrüsenunterfunktion den Hormonmangel zu ersetzen. Schilddrüsenhormone werden dabei in Form von Levothyroxin verabreicht und die meisten Menschen müssen dieses Medikament ihr Leben lang einnehmen. Bei richtiger Dosierung gibt es selten Nebenwirkungen.

Bei einer zu hohen Menge oder einer zu schnellen Steigerung des Medikaments Levothyroxin können Herzprobleme oder andere Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, wie Schwitzen, Zittern, Durchfall. Selten kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Schlaflosigkeit, Heißhunger, Haarausfall oder Bluthochdruck. Wichtig ist, dass es bei der Einnahme von Thyroxin zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann (z.B. Salicylate, Furosemid, Sertralin, Barbiturate, Amiodaron), weshalb die Einnahme des Medikaments unbedingt ärztlich kontrolliert werden muss.

Ziel der Behandlung mit Levothyroxin ist, die krankhaft reduzierte Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut wieder zu normalisieren. Damit lassen sich die Symptome der Hypothyreose wie ungewollte Gewichtszunahme, Trägheit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verstopfung, brüchige Haare und Nägel lindern.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie unter: L-Thyroxin

T3 Hormon zum abnehmen

Bei vorhandener Schilddrüsenunterfunktion kommt es häufig zu einer Gewichtszunahme. Der Grund dafür ist, dass sich der Grundumsatz des Körpers verändert, wenn weniger T3 vorhanden ist. Der Grundumsatz wird verringert und man nimmt schneller zu, obwohl man zum Beispiel nicht mehr oder schlechter isst als vor der Hypothyreose. Aufgrund dieser und anderer Symptome einer Unterfunktion ist in der Regel eine Therapie mit dem Medikament Levothyroxin angesetzt. Die Einstellung der richtigen Dosis kann einige Monate in Anspruch nehmen. Werden die Schilddrüsenwerte normalisiert, kommt es in der Regel zu einer Besserung der Beschwerden. Es ist eindeutig leichter abzunehmen, wenn die Werte normal sind.

Schilddrüsenhormone dürfen jedoch auf keinen Fall zur Gewichtsabnahme missbraucht werden, wenn keine ärztlich diagnostizierte Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Falsche Dosierungen des Schilddrüsenmedikamentes könnnen schwerwiegende und  lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen, besonders in Kombination mit anderen Medikamenten zur Gewichtsabnahme.

Wenn es keine diagnostizierte Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, Sie aber doch abnehmen möchten, empfehlt Dr-Gumpert Theam Ihnen unser neues Thema: Wie werde ich dünn? 

T4 vs T3 - was ist der Unterschied?

Die Schilddrüse bildet zu 90% Thyroxin (T4) und zu 10% Trijodthyronin (T3). In der Schilddrüse wird zwar mehr T4 als T3 gebildet, jedoch ist T3 deutlich aktiver. Der Großteil von T4 wird deshalb in der Leber ebenfalls zu dem aktiven Hormon T3 umgewandelt. Beide Hormone bestehen aus dem Eiweiß Thyreoglobulin. Dieses wird in den Schilddrüsenzellen bearbeitet und jodiert, das heißt, dass Jodreste an bestimmte bearbeitete Strukturen von Thryreoglobulin angehangen werden. Bei dem Hormon T3 (Trijodthyronin) gibt es drei Jodgruppen, bei T4 (Tetrajodthyronin) gibt es vier Jodgruppen.

Die Hormone haben vielfältige Wirkungen. T3 ist insbesondere an den Rezeptoren des Herz-Kreislauf-Systems deutlich wirksamer als T4. T4 wirkt im Gegensatz dazu stärker im Gehirn und der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Die Schilddrüsenhormone steigern den zellulären Energiestoffwechsel und fördern die Freisetzung von den Hormonen Wachstumshormon und Insulin. Sie regulieren den Fett- und Zuckerstoffwechsel und haben Einfluss auf das Knochenwachstum, den Bindegewebsstoffwechsel und die körperliche und geistige Entwicklung (besonders bei Feten). T3 und T4 sind essentiell für das Wachstum und die Reifung des Organismus.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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