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Verstopfter Tränenkanal

Einleitung

Der Tränenkanal mündet in zwei kleine Öffnungen an der inneren Kante des Ober- und Unterlids der Augen und lässt Tränenflüssigkeit, die über das zur normalen Befeuchtung der Augen benötigte Maß hinaus geht, abfließen. Diese Tränenflüssigkeit läuft dann in die Nasenhöhle ab, weshalb man sprichwörtlich auch „Rotz und Wasser“ heult, denn beim Weinen läuft die Tränenflüssigkeit dann aus der Nase ab.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Erkrankungen der ableitenden Tränenwege

Erkennen eines verstopften Tränenkanals

Was sind die Symptome eines verstopften Tränenkanals?

Die Verstopfung des Tränenkanals tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern und die Betroffenen beschweren sich über ständig tränende Augen. Durch die Verlegung des natürlichen Abflusssystems überproduzierter Tränenflüssigkeit über die Nase kommt es dazu, dass sich die Tränen dann einen anderen Weg suchen und so über die Wange und das Gesicht für Außenstehende sichtbar abfließen. Dies führt zu einer starken Belastung der Betroffenen, schließlich sieht es für andere Menschen danach aus, als würden sie sehr oft weinen.
Ein Teil der Flüssigkeit läuft in den Tränensack am Beginn des Tränenkanals hinein, kann jedoch nicht zur Nase hin weiter abfließen, da dieser Weg verstopft ist. So verbleibt die Flüssigkeit längere Zeit im Tränensack, an dem sie sich normalerweise nur kurz befinden würde und es entstehen oft Infektionen. Dadurch kommt es bei den Betroffenen meist zu einer schmerzhaften Schwellung des inneren Augenwinkels und/oder entzündetem Ausfluss der Augen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Augeninfektionen

Behandeln eines verstopften Tränenkanals

Wie wird ein verstopfter Tränenkanal behandelt?

Beim Neugeborenen kann bis zum ersten Lebensjahr die Verstopfung des Tränenkanals durch regelmäßige leichte Massage der Punkte von selbst eröffnet werden.
In den Fällen, in denen sich die Verstopfung des Tränenkanals nicht geöffnet hat, ist beim Erwachsenen eine Eröffnung des Tränenkanals durch chirurgischen Eingriff möglich. Bei neugeborenen Babys kann bis zum ersten Lebensjahr die Verstopfung im Tränenkanal durch regelmäßige Massage von sich selbst zur Nase hin eröffnet werden, sodass übermäßige Tränenflüssigkeit regelhaft abfließen kann.

Wann muss ein verstopfter Tränenkanal operiert werden?

Bringen konservative Therapiemaßnahmen bei einer Tränengangsverstopfung nicht die gewünschten Erfolge, muss in den meisten Fällen eine Operation erfolgen. Hierbei kann mit verschiedenen chirurgischen Methoden ein funktionierender Abflussweg zwischen Tränengang und unterer Nasenmuschel hergestellt werden, sodass der Tränenaufstau behoben werden kann. Welches Verfahren letztendlich eingesetzt wird, hängt zum einen von der Ursache der Tränenkanalverstopfung, zum anderen von Zustand bzw. Alter des Patienten und den Erfahrungswerten des behandelnden Arztes ab.

Bei Kindern genügt in der Regel eine sognannte Tränenwegs-Intubation unter Vollnarkose, wobei ein dünner Silikonschlauch von außen in die Tränenwege eingeführt und platziert wird, der diese dauerhaft offen hält und ein erneutes Verstopfen, Zusammenfallen oder Verkleben verhindert. Ist der Auslöser bei Neugeborenen die durch eine Schleimhautfalte verschlossene Tränengangsmündung, kann diese ebenfalls unter Vollnarkose mit einem Katheter sondiert und geöffnet werden.
Eine weitere Operationsmethode, jedoch eher bei Erwachsenen angewandt, ist die endonasale Tränengangsoperation, bei der über die Nase ein Stück der Knochenlamelle zwischen Tränensack und Nasenhöhle entnommen und eine abflussfreie Mündung der Tränengänge hergestellt wird. Auch dieses Verfahren wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Ein etwas weniger invasives Operationsverfahren ist das endoskopische Beheben der Abflussstörung, wobei der Operateur zunächst ein mit einer kleinen Kamera versehendes Instrument in die Tränengänge einführt, um die dortigen Umstände zu beurteilen. In einem anschließenden Schritt können dann mittels weiteren Instrumenten die Ursachen behoben werden: auch hierbei kann die Einlage eines Silikonschlauchs oder eines Plastikröhrchens erfolgen, es können jedoch darüber hinaus zudem Erweiterungen und Öffnungen von Tränengangsstrukturen mittels einem sich im Kanal ausdehnenden Ballon, einem Mikrobohrer oder Laser vorgenommen werden.

Nach einer bereits abgelaufenen Entzündung der Tränendrüse wird in der Regel ein Operationszugang von außen bevorzugt, wobei die Haut und der Tränensack am inneren Augenwinkel unter Vollnarkose eröffnet und eine künstliche Verbindung zur Nasenmuschel hergestellt. In den meisten Fällen bleibt die Tränengangsstenose nach jeder der aufgeführten Operationsmethoden dauerhaft behoben und die Symptomatik bleibt aus. In wenigen Fällen kann es jedoch auch zu einem Wiederverschluss kommen. Nach der Operation sollte darauf geachtet werden, dass mehrere Tage auf ein “Schnäuzen“ verzichtet wird sowie starke körperliche Anstrengungen gemieden werden.

Die Behandlung des verstopften Tränenkanals erfolgt chirurgisch. In der Operation wird zwischen dem Tränensack und der Nasenhöhle ein freier Übergang geschaffen. In manchen Fällen wird ein Silikonröhrchen in den Tränenkanal eingebracht, um eine erneute Verlegung des Tränenkanals nach der Operation zu verhindern. Nach zwei Monaten ist der Eingriff soweit ausgeheilt, dass das Silikonrohr wieder entnommen werden kann.
Die Erfolgsquote dieser operativen Behandlung des verstopften Tränenkanals ist sehr hoch.

Welche Schüssler Salze helfen bei der Behandlung eines verstopften Tränenkanals?

Man kann versuchen die Problematik ebenfalls mithilfe von Schüssler Salzen zu lösen. Hierfür eignen sich besonders die Salze Nummer 9 (Natrium phosphoricum) und Nummer 12 (Calcium sulfuricum). Auch vor der Einnahme von homöopathischen Mitteln sollte man sich von einem Apotheker, Heilpraktiker oder Arzt beraten lassen. Wenn die Verstopfung des Tränenkanals nicht abklingt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Verstopfung mit schulmedizinischen Maßnahmen therapieren wird.

Welche homöopathischen Mittel können bei einem verstopften Tränenkanal helfen?

Zunächst können neben den Hausmitteln gegen den verstopften Tränenkanal auch homöopathische Mittel eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Zum Beispiel kann der Augentrost (Euphrasia offcinalis) in Form von Augentropfen eingesetzt werden. Eine weitere homöopathische Möglichkeit ist der Einsatz von Silicea D12 Globuli gegen den verstopften Tränenkanal.

Vorbeugen eines verstopften Tränenkanals

Was sind die Ursache eines verstopften Tränenkanals?

Verstopfungen des Tränenkanals resultieren aus einigen verschiedenen Ursachen. Zum einen kann der Tränengang bereits bei der Geburt blockiert sein. In diesem Fall sind meist Fehlbildungen des Tränengangs die Ursache. Der Tränengang kann bei der Geburt unterentwickelt oder abweichend der Norm angelegt sein. Aber auch strukturelle Abweichungen des Gesichts oder des Schädels bei Neugeborenen können verstopfte Tränengänge prädisponieren.

Im Laufe des Lebens sind verstopfte Tränengänge allerdings meistens durch andere Auslöser bedingt. Häufig sind Infektionen oder Entzündungen der Tränenkanäle, -drüsen, der Augen oder sogar der Nase verantwortlich dafür. Ebenso kann sich auf eine Verstopfung im Tränenkanal eine Entzündung auflagern und die Beschwerden verschlimmern.

Auch durch Verletzungen im Gesichtsbereich kann dies geschehen. Zum Beispiel die Folge eines Traumas im Bereich der Augen, wie es bei einem Faustschlag ins Gesicht vorkommt. Außerdem kann der Tränenkanal durch kleine Steine oder Tumore verstopft werden. Schließlich werden Verstopfungen besonders im Alter häufiger, da sich die Tränenkanäle im Rahmen des physiologischen Alterungsprozesses verengen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Tränenwegstenose

Weitere Fragestellungen zu einem verstopften Tränenkanal

Wie werden vertsopfte Tränenkanäle beim Baby behandelt?

Eine Verstopfung bzw. Blockade des Tränenkanals kann verschiedene Ursachen haben (Fehlbildungen, Verletzungen, Infektionen) und mündet meist in einer Entzündung des Tränensacks (Dacryozystitis). Neugeborene und Kleinkinder sind prädispositioniert für diese Erkrankung, da die Tränengänge nach der Geburt in vielen Fällen noch nicht voll entwickelt sind. Dies liegt zum einen daran, dass die Anlagen für das Gangsystem in der Embryonal-/Fetalentwicklung erst relativ spät beginnt und vollendet wird (erst nach dem 5.-6. Monaten der Entwicklung) und zum anderen, dass die Tränengänge nach der Geburt häufig keine funktionierende Öffnung zur Nase hin besitzen (kongenitale Stenose). Dieses Phänomen ist bei ca. 6% der Neugeborenen zu beobachten und entsteht dadurch, dass die Mündung des Tränengangs in die untere Nasenmuschel durch eine Schleimhautfalte (Hasner-Klappe) verschlossen ist.

Dieser funktionelle Verschluss ist in der vorgeburtlichen Phase im Mutterbauch physiologisch, wobei sich die Klappe in der Regel mit dem Einsetzen der Geburt spontan öffnet. Bleibt diese Öffnung jedoch aus, ist die Folge ein gestörter Abfluss der Tränenflüssigkeit über die Nase, sodass diese stattdessen über die Lidkante bzw. das Gesicht abläuft. Statistisch gesehen beobachtet man ein Persistieren der Schleimhautfalte nach der Geburt gehäuft bei männlichen Frühgeburten und Kaiserschnittbabys. Durch den Aufstau der Tränenflüssigkeit besteht zudem ein erhöhtes Risiko, dass es zu einer Ansiedelung von Bakterien und einer daraus resultierenden Entzündung der Tränendrüse kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Gerötetes Auge beim Kind und Säugling

Wie werden Neugeborene mit verstopftem Tränenkanal behandelt?

Kinder, die mit einer Verlegung des Tränenkanals geboren werden, sind statistisch gesehen meistens männlich, Frühgeburten und/oder per Kaiserschnitt geboren worden. Typische Symptome sind auch hier verklebte, ständig tränende Augen.

Grund für die Verstopfung der Tränenkanäle bei Neugeborenen ist, dass die Bildung des Tränenkanals während der Entwicklung im Bauch der Mutter zu einem sehr späten Zeitpunkt, relativ kurz vor der Geburt, abschließt. Wurde dieser Entwicklungsschritt noch nicht vervollständigt und das Kind wird bereits geboren, so befindet sich noch ein dünnes Häutchen dort, wo bei vollständig entwickelten Babys ein Loch zwischen Tränensack und Nase ist. Bei den betroffenen Babys kann dann die Tränenflüssigkeit nicht über den Nasenrachenraum abfließen, stagniert im Tränensack und rinnt über das Gesicht herab.

Meistens eröffnet sich der Tränenkanal nach einiger Zeit zur Nase hin. Dieser Vorgang kann durch geeignete und vom Augenarzt verordnete Augentropfen, sowie durch Massage der Augeninnenwinkel und dem Übergang zur Nase von außen unterstützt werden. Sollte sich die Verstopfung des Tränenkanals bis zum 12. – 18. Lebensmonat des Kindes nicht verbessert haben, so wird unter Vollnarkose von der oberen Öffnung des Tränenkanals ein Katheter eingeführt, mittels Spitze die Verstopfung zur Nasenhöhle hin eröffnet. Dieser Eingriff dauert etwa 3 Minuten und ist mit 95% ein sehr zuverlässig erfolgreicher Eingriff.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Verstopfter Tränenkanal finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.04.2019
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