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Trockene Mundwinkel

Definition

Trockene Mundwinkel sind ein weit verbreitetes Problem und treten meist zur Winterzeit auf. Es gibt viele verschiedene Ursachen für trockene Mundwinkel, wobei meist Temperatur und Luftfeuchtigkeit dafür verantwortlich sind. Trockene Mundwinkel führen häufig auch zu Rissen (Fissuren) und können daher sehr schmerzhaft sein. Meist heilen trockene oder eingerissene Mundwinkel von selbst wieder ab, treten sie jedoch öfter auf und heilen schlecht ab, so kann dies auch ein Hinweis auf eine systemische Erkrankung sein und sollte daher ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen

Die häufigste Ursache für trockene Mundwinkel ist trockene Luft im Winter. Durch die kalte Außentemperatur und die trockene, warme Luft in der Wohnung wird die empfindliche Lippenhaut gereizt und trocknet aus. Dabei kommt es auch zu einer vermehrten Beanspruchung der Mundwinkel, welche ebenfalls austrocknen und meist auch einreißen. Da der Mund im Alltag sehr häufig beansprucht wird können die Risse nur sehr schlecht abheilen und reißen beispielsweise beim Essen, Gähnen oder Lachen erneut auf. Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen bei trockenen Lippen oder Mundwinkeln dazu neigen die betroffene Stelle mit der Zunge zu befeuchten. Dies führt jedoch zu einem vermehrten Austrocknen und es werden gleichzeitig Bakterien des Mundraums in die Wunden transportiert, was zu einer Infektion führen kann. Speichel hat einen leicht sauren pH-Wert, weshalb dieser in einzelnen Fällen sogar alleine ausreicht, um trockenen Mundwinkel zu verursachen. So kommt es beispielsweise bei manchen Menschen durch nächtliches Sabbern zu wunden Mundwinkeln am Morgen. Heilen trockenen Mundwinkel nur sehr schlecht bis gar nicht ab oder treten immer wieder (z.B. auch im Sommer) auf, so kann unter Umständen auch eine Erkrankung oder Mangelerscheinung die Ursache sein. In Frage kommen dabei vor allem Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze, Vitaminmangelerscheinungen, Eisen- oder Zinkmangel, Lebererkrankungen, Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis), Autoimmunerkrankungen oder Diabetes.

Trockene Mundwinkel wegen Pilzen

Es gibt viele Arten von medizinisch relevanten Pilzen. Bei Hautpilz, welcher auch häufig an Schleimhäuten und an Bereichen rund um den Mund herum Probleme macht, handelt es sich in der Regel um den sogenannten „Candida albicans“, welcher zu der Gruppe der Hefepilze gehört. Eine Pilzinfektion mit candida albicans wird medizinisch auch als „Soor“ oder „Candidose“ bezeichnet und ist eine sehr häufige Erkrankung. Grund dafür ist das natürliche Vorkommen von candida auf der menschlichen Schleimhaut. Bei abgeschwächtem Immunsystem oder bei eingerissenen Mundwinkeln kann es zu einem Ausbreiten des Pilzes und zu einer Infektion kommen. Symptome sind Juckreiz und ein scharf begrenzter, meist rötlicher Ausschlag. An Schleimhäuten wird zudem oft ein weißlicher Belag festgestellt (siehe Genitalpilz).

Trockene Mundwinkel wegen Nährstoffmangel

Auch Mangelerscheinungen können eine Ursache für trockene und eingerissene Mundwinkel sein. Dabei kommen vor allem Mängel an Vitaminen (vor allem Vitamin C, D und B2), Eisen oder Zink in Frage. Zink ist sehr wichtig für das Immunsystem, weshalb ein Zinkmangel zu einer Abschwächung dessen und somit zu einer Infektion der Mundwinkel führen kann. Dabei kommt es durch eine, beispielsweise bakterielle, Belagerung dieser zu einer sehr schlechten Heilung und anhaltenden Beschwerden. Eisenmangel äußert sich in der Regel an mehreren Bereichen des Körpers. So kommt es dabei unter anderem zu trockenen Mundwinkeln, brüchigem Haar und brüchigen Nägeln. Auch eine Eisenmangelanämie (Blutarmut) ist möglich.

Diagnostik

Um eine korrekte Diagnose zu stellen müssen mehrere verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Treten die trockenen Mundwinkel nur selten auf und heilen innerhalb weniger Tage von selbst ab, so ist in der Regel keine Diagnose nötig, da diese wahrscheinlich durch ein verändertes Klima entstanden sind. Bei länger anhaltenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden sollte vor allem berücksichtigt werden, wie tief die Einrisse sind, ob ein Ausschlag oder eine vermehrte Rötung vorhanden sind, ob der Bereich juckt und ob begleitende Symptome auftreten. In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Begleitsymptome

Die häufigsten begleitenden Symptome von trockenen Mundwinkeln sind Rötungen, Einrisse, das ständige Bedürfnis die Lippen und Mundwinkel zu befeuchten, Brennen, Juckreiz und Schmerzen, insbesondere beim Essen, Lachen, Gähnen, Husten oder Nießen. Liegt dem Ganzen keine bestimmte Ursache zugrunde, so beschränken sich die Beschwerden meist auf oben genannte Symptome. Sollten die trockenen Mundwinkel jedoch durch eine Mangelerscheinung, Infektion oder systemische Erkrankung bedingt sein, so können weitere Beschwerden auftreten.

Eine Infektion äußert sich häufig zunächst durch eine vermehrte Rötung. Zusätzlich kann das betroffene Areal anschwellen und starke Schmerzen hervorrufen. Bei bakteriellen Entzündungen kann es außerdem zum Austritt von Eiter kommen. Pilze verursachen in der Regel eine trockene, juckende und scharf begrenzte Rötung. Virale Infektionen werden vor allem durch Herpesviren ausgelöst und äußern sich als krustige, rote Verdickungen.
Bei Mangelerscheinungen, wie Eisen-, Zink- oder Vitaminmangel treten häufig auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Blässe, sprödes Haar, brüchige Nägel, Verdauungsbeschwerden oder Schwindel auf und sind schwierig zu diagnostizieren. Bei systemischen Ursachen, wie Diabetes, Neurodermitis, Lebererkrankungen oder Autoimmunerkrankungen sind trockene oder eingerissene Mundwinkel oft nur eine Nebenerscheinung und daher in den meisten Fällen nicht das erste Symptom, das den Patienten auffällt
 

Behandlung

Die wichtigste Therapie ist das Vorbeugen von trockenen Mundwinkeln. Dies gelingt am besten durch Schutz und Pflege. Dazu gehört ausreichend viel zu Trinken, regelmäßig die Lippen und Mundwinkel einzucremen (z.B. mit Labello) und ein regelmäßiges Benässen mit der Zunge zu vermeiden. Auch wenn bereits trockene und eingerissene Mundwinkel aufgetreten sind, können diese Maßnahmen sehr hilfreich sein. Auch das Vermeiden von Kontakt mit potentiellen Infektionsquellen und das regelmäßige Reinigen der betroffenen Stelle sollten Teil der Behandlung sein. So kann es hilfreich sein beispielsweise das Tragen von Make Up oder Lippenstift zu vermeiden. Bei Infektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien sollte die Therapie durch einen Arzt erfolgen. Dieser wird in der Regel einen Abstrich der Mundwinkel durchführen, um den entsprechenden Erreger festzustellen. Je nach Erreger wird im Anschluss meist eine Creme verschrieben, welche mehrere Tage lang aufgetragen werden soll.
Mangelerscheinungen sind zwar schwer zu diagnostizieren, können aber in der Regel sehr gut durch Substitution (Gabe) der mangelnden Substanz therapiert werden.
Liegt eine bestimmte Erkrankung als Ursache zugrunde, so richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Krankheit und kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Schüssler Salze

Die Behandlung von trockenen und eingerissenen Mundwinkeln mit Schüssler Salzen ist möglich. Dabei ist eine Therapie durch das Auftragen einer Salbe von außen möglich, sowie eine Therapie von innen durch Tabletten. Ein häufiges Schüssler Salz zur Anwendung bei Hautrissen ist das sogenannte Calcium Fluoratum. Manganum sulfuricum und Ferrum Phosphoricum sind ebenfalls eine beliebte Alternative oder Ergänzung bei eingerissenen Mundwinkeln.

Behandlung mit Hausmitteln

Bei trockenen Mundwinkeln eigenen sich am besten fettende Cremes, wie beispielsweiße Labello oder Handcreme. Diese können zum einen ein erstmaliges Austrocknen und zum anderen bei bereits trockenen Mundwinkeln eine Verschlechterung und somit ein Einreißen dieser verhindern. Sollten bereits Risse entstanden sein, so kann ein regelmäßiges Reinigen und Desinfizieren vor Entzündungen schützen. Auch das Auftragen von pflanzlichen Produkten, wie beispielsweise Aloe Vera kann hilfreich sein und den Heilungsprozess beschleunigen. Neben der äußerlichen Behandlung ist es auch wichtig den Körper von innen zu unterstützen. Dazu gehört die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit, Vitaminen (vor allem Vitamin C) und Zink. Des Weiteren ist eine Schonung der Mundwinkel von großer Bedeutung, da diese bei zu weitem oder schnellem Öffnen des Mundes erneut einreißen und die Heilung sich dadurch unnötig verzögern kann.

Wie lange dauert das?

Die Dauer trockener Mundwinkel kann sehr stark variieren. Dabei hängt diese insbesondere von der Ursache ab. Kommt es lediglich durch kalte oder warme und trockene Luft zu einem Einreißen der Mundwinkel, so heilen diese in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Der Prozess kann dabei durch Schonung und das Auftragen von Creme stark beschleunigt werden. Wichtig ist jedoch, dass eine Heilung erst erfolgen kann, wenn die jeweilige Ursache behoben ist. Bei geschwächtem Immunsystem kann es sein, dass die Beschwerden sogar Wochen anhalten und sich die Mundwinkel infizieren, sodass eine ärztliche Therapie notwendig werden kann. Auch bei Mangelerscheinungen kann eine Besserung erst erfolgen, wenn der entsprechende Mangel behoben wurde.

Trockene Mundwinkel in der Schwangerschaft

Trockene Lippen und Mundwinkel sind ein häufiges Problem in der Schwangerschaft. Viele verschiedene Gründe können dafür verantwortlich sein. Der häufigste ist jedoch ein Eisenmangel. Dieser kann sogar außerhalb einer Schwangerschaft verantwortlich für eingerissen Mundwinkel sein. Schwangere haben einen bis zu doppelt so hohen Bedarf ein Eisen, weshalb ein Eisenmangel deutlich wahrscheinlicher wird. Symptome sind neben den trockenen  Mundwinkeln außerdem auch brüchige Nägel und Haare sowie eine Eisenmangelanämie (Blutarmut), welche sich vor allem durch Müdigkeit und Abgeschlagenheit äußert. Weitere Gründe für trockene Mundwinkel bei Schwangeren sind ein veränderter Hormonhaushalt, ein abgeschwächtes Immunsystem und vermehrter Stress. Auch das häufige Erbrechen von saurem Mageninhalt, bedingt durch die typische Morgenübelkeit, kann die Schleimhäute und Mundwinkel reizen und zu trockenen Mundwinkeln führen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Trockene Lippen in der Schwangerschaft

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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