Tumor der Tränendrüse

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Glandula lacrimalis (Tränendrüse), Tränendrüsentumor, Tänendrüsenkrebs

Einleitung

An der Tränendrüse gibt es – wie an allen anderen Organen auch – sowohl bösartige, als auch gutartige Tumoren. Sie unterscheiden sich in ihrem Wachstumsmuster und ihrer Fähigkeit zu streuen.

Allgemeines

Glücklicherweise kommen gutartige Tumoren häufiger vor, als ihre bösartigen Pendants. Das Wort Tumor bedeutet im eigentlichen Sinne lediglich Schwellung. Daher können sie sowohl gut- als auch bösartig sein. Ein Tumor wird dann als bösartig (maligne) bezeichnet, wenn er das umliegende gesunde Gewebe durch sein Wachstum zerstört und wenn er die Fähigkeit besitzt Metastasen im Körper zu streuen. Ein gutartiger Tumor, bleibt zwar immer noch ein Tumor, zerstört aber kein umliegendes Gewebe und streut selten oder nie Metastasen in andere Organe.

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Anatomie Auge

  1. Tränendrüse
  2. Augenmuskel
  3. Augapfel
  4. Regenbogenhaut (Iris)
  5. Pupille
  6. Augenhöhle

Gutartiger Tumor

Der häufigste Tumor der Tränendrüse ist das gutartige Adenom. Adenome sind gutartige Tumoren, die von Drüsengewebe ausgehen. Sie können bei jedem Drüsengewebe vorkommen (also auch Speicheldrüsen, Schilddrüse usw.). Das Adenom bildet sich langsam und verdrängt mit der Zeit den Augapfel nach nasal (zur Nase hin) unten. Erst spät treten Doppelbilder und Bewegungsstörungen des Auges hinzu. Die Diagnose wird meist per Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) gestellt. Als Therapie empfiehlt sich die Entfernung im Gesunden. Das bedeutet, dass das Adenom komplett und ohne Rückstände entfernt wird. Dies wird angestrebt, da Rezidive (wiederkehrende Tumoren) meist bösartig entarten.

Bösartiger Tumor

Bösartige Tumoren der Tränendrüse sind selten. Meist sind es Mischtumoren aus drüsigen und zystischen (Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) Anteilen.

Welche Symptome macht der Tumor?

Es gibt verschiedene Arten von Tumoren der Tränendrüsen, man unterscheidet bösartige von gutartigen. Die Symptome treten in der Regel bei allen Arten ähnlich auf. In den meisten Fällen äußern sich Tumore der Tränendrüsen am Anfang durch eine zunehmende Schwellung im Bereich des Augenlids.

Die weiteren Symptome sind abhängig von der Wachstumsrichtung. Manche Tumore wachsen nach außen, sodass sie früh sichtbar werden und gegebenenfalls Probleme mit dem Lidschluss machen. Wachsen sie wiederum nach innen, kann es zu Veränderungen des Augapfels kommen, zu Verschiebungen und Sehstörungen. Ein Schielen des Auges kann beispielsweise auftreten.

Zudem kann die Schwellung sehr druckschmerzhaft sein. Durch häufiges Jucken der Augen oder durch ausgeschüttete Stoffe kann es zu Rötungen im Auge kommen. Bei einem bösartigen Tumor spricht man in der Regel von einer schmerzlosen Schwellung, während eine schmerzhafte Schwellung eher für eine akute Entzündung der Tränendrüse spricht.

Wann muss operiert werden?

Steht die Diagnose eines Tumors der Tränendrüse, ist in den meisten Fällen die operative Entfernung das Mittel der ersten Wahl. Dabei hängt die Entscheidung weniger von einer bösartigen oder einer gutartigen Diagnose ab, sondern vielmehr vom Leidensdruck des Patienten. Denn auch ein gutartiger Tumor kann zu starken Sehstörungen und Gesichtsfeldausfällen führen und zudem kosmetische Folgen haben. Daher wird die Operation empfohlen.

Wie wird operiert?

Bei der operativen Entfernung (Exstirpation) wird versucht, den Tumor im Ganzen zu entfernen. Die Operation wird je nach Ausmaß des Tumors unter Narkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei der örtlichen Betäubung wird nur der Bereich des Auges mit einem Medikament behandelt, sodass dort keine Schmerzen verspürt werden. In der Regel werden die Patienten in einen Halbschlaf versetzt.

Dann werden zuerst die Grenzen des Tumors vorsichtig freigelegt und Gefäße und Nerven dargestellt. Zuführende Gefäße werden abgeklemmt und Blutungen zu verhindern. Dann wird der Tumor an der Grenze abgetrennt, bzw. in den meisten Fällen wird ein Sicherheitsabstand von einem Zentimeter des gesunden Gewebes mit herausgeschnitten, um sicher zu gehen, dass der Tumor auch im Ganzen entfernt werden konnte.

Der entfernte Tumor wird dann ins Labor geschickt und dort untersucht. Meistens klärt sich erst dann, ob er gutartig oder bösartig ist. Danach wird das Gewebe und die Haut wieder zugenäht und die Wunde verbunden.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 18.11.2007 - Letzte Änderung: 05.05.2021