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U12 Untersuchung

Definition - Was ist die U12?

Die U12 stellt eine Vorsorgeuntersuchung dar, die genauso wie U1 bis U11 die regelhafte Entwicklung der Kinder überprüfen soll. Dabei wird das Kind untersucht und mit ihm über relevante Themen in diesem Lebensalter gesprochen. Es geht darum Erkrankungen möglichst früh zu erkennen sowie dem Kind ein Verständnis für Prävention zu vermitteln. Die Vorsorgeuntersuchung U12 wird häufig auch J1 genannt.

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Wann wird die U12 durchgeführt?

Die U12-Vorsorgeuntersuchung sollte um den 13. Geburtstag des Kindes stattfinden. Dabei wird der Rahmen vom 12. bis 14. Lebensjahr als mögliche Zeitspanne für die Untersuchung empfohlen. Sie wird auch J1-Untersuchung genannt, da sie zum Beginn der Adoleszenz und Pubertät durchgeführt werden sollte.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Zur U12-Untersuchung wird der Jugendliche auf bisher unentdeckte Krankheiten untersucht sowie mögliche Präventionen durchgeführt und durch Gespräche unterstützt. Hierzu wird er oder sie nach ihrem Befinden und eventuellen gesundheitlichen Problemen gefragt. Fragen nach der schulischen Entwicklung sollen mögliche soziale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten beleuchten.

Außerdem sollte hinterfragt werden, wie der Stand der Pubertät ist und ein Gespräch über Sexualität und Verhütung geführt werden. Der oder dem Jugendlichen sollte dabei genügend Raum für all seine oder ihre Fragen bleiben.

Schließlich sollte es in dem Gespräch zu Anfang der Untersuchung auch um dessen oder deren Gesundheitsverhalten gehen. Das heißt es sollte auch das Thema Drogen, Rauchen und Alkohol angesprochen werden, um den Jugendlichen einen möglichst verantwortungsvollen Umgang mit diesen Substanzen zu lehren.

Genauso wichtig in dieser Phase des Heranwachsens sind die veränderte Auffassung des eigenen Körpergewichtes. Adipositas wie auch die Magersucht entwickeln sich häufig zu dieser Phase des Lebens, weshalb im Gespräch der U12 auf diese Erkrankungen ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Eine beginnende Tendenz hin zu einer solchen körperlichen Entwicklung sollte nämlich möglichst früh erkannt und behandelt werden.

Schließlich können die Jugendliche auch Fragen zu allen Themen stellen, die sie beschäftigen. Gerade hier können andere sozialen Probleme und Fragen zu ihrem Körper gestellt werden. Anschließend an das Gespräch wird der Impfstatus geprüft und gegebenenfalls vervollständigt.

Körperlich wird der oder die Jugendliche noch soweit untersucht, um die häufigen Fehlhaltungen, Herz- und Lungenerkrankungen auszuschließen. Daran angegliedert, wird noch eine Harn-und Blutprobe auf Entzündungen und andere Erkrankungen untersucht. Sie soll chronische Erkrankungen der Nieren, Leber und des blutbildenden Knochenmarks ausschließen.

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Wie ist der Ablauf der U12?

Der Ablauf der U12 wird von jedem Arzt wohl etwas anders gestaltet. Wichtig ist nur, dass die entscheidenden Elemente des Gespräches und der Untersuchung in ihr enthalten sind. Gegebenenfalls wird der Arzt auch noch andere Untersuchungen und Gesprächsinhalte hinzufügen, die ihm in seinem Ablauf wichtig sind. Solch eine Untersuchung könnte zum Beispiel eine grobe Blickfeld- und eine Reflexprüfung sein.

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Besteht weiterer Klärungsbedarf aufgrund der Ergebnisse der Blut- und Harnproben, so schließt sich an den eigentlichen U12-Termin gegebenenfalls noch ein Termin an. All jene Aspekte des Ablaufs der U12 werden vom Arzt gestaltet. Natürlich können die Jugendlichen den Ablauf ändern oder ihn erweitern mit Fragen rund um ihren Körper und ähnliches. Am Ende der U12-Untersuchung wird dann ein Formular ausgefüllt, in dem die Ergebnisse der Untersuchung festgehalten werden.

Muss mein Kind zur U12?

U12 ist keine Pflicht. Allerdings sollen die U-Untersuchungen sicherstellen, dass Defekte und Erkrankungen der Jugendlichen und Kinder möglichst schnell durch einen Arzt erkannt werden und so eine normal körperliche und geistige Entwicklung nicht gefährden. Daher ist es besonders wünschenswert, dass die Untersuchungen wahrgenommen werden.

In den meisten Bundesländern wurde aus diesem Grund ein verbindliches „Einlade- und Meldewesen“ eingerichtet, dass die Eltern auf einen kommenden sowie verpassten Termin aufmerksam macht. Gegebenenfalls nach einer mehrmaligen Säumnis sogar das Jugendamt informiert. All jene Einrichtungen sollen dem Wohle des Kindes nutzen.

Was passiert, wenn ich mit meinem Kind zur U12 gehe?

Ihr Kind wird zur U12 sowohl körperlich untersucht, wie auch in einem Gespräch über wichtige Themen in Sachen Gesundheitsverhalten und schulischer Entwicklung gefragt. Ziel der U12 ist es frühzeitig geistige wie auch körperliche Erkrankungen zu entdecken und zu behandeln. Dabei wird den Kindern noch eine Blut- und Harnprobe abgenommen und untersucht, um chronische Erkrankungen des Blutes, der Leber und Nieren gegebenenfalls zu entdecken.

Am Ende der U12 werden die Ergebnisse auf einem gesonderten Formular festgehalten, die in das gelbe U-Heft eingelegt werden können. Besteht noch ein weiterer Klärungsbedarf, kann sich noch ein zweiter Termin an die Untersuchung angliedern.

Lesen Sie mehr hierzu unter: Körperliche Untersuchung

Wer trägt die Kosten der U12?

Die Kosten der U12 werden von den Krankenkassen übernommen.

Ganz im Gegensatz dazu, werden die Leistungen der Untersuchungen U10, U11 und J2 nicht von allen Kassen übernommen, obwohl schon 2006 der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte diese empfohlen haben. Hier sollte mit der jeweiligen Krankenkasse Rücksprache genommen werden, denn immer mehr übernehmen auch diese Vorsorgeuntersuchungen.

Wie lange dauert die U12-Untersuchung?

Wie lange die U12 dauert, hängt maßgeblich davon ab, wieviel Zeit sich der Arzt bei den Untersuchungen lässt, wie viel Gesprächsbedarf anliegt und wie viele Nachfragen von dem jeweiligen Jugendlichen kommen. Außerdem gehört zur Untersuchung auch eine Blutprobe und eine Harnprobe, was ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Daher planen Sie nicht zu knapp Zeit dafür ein.

Eine Stunde sollte mindestens Zeit sein für alle jene Untersuchungen und Gespräche.

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Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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