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Methotrexat

Erklärung / Definition

Methotrexat ist ein langfristig krankheitsmodifizierendes Medikament (= disease modifying antirheumatic drug = DMARD) / Basistherapeutikum bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasisarthritis. Es wird bei hoher Krankheitsaktivität eingesetzt. Bei Unwirksamkeit oder nachlassender Wirksamkeit kann Methotrexat auch mit anderen DMARDs kombiniert werden. Bei einer Therapie mit Methotrexat kann unerwünschten Nebenwirkungen ohne Verlust der Wirksamkeit mit Folsäurepräparaten begegnet werden.

Des Weiteren wird Methotrexat in der Behandlung verschiedener bösartiger Tumorerkrankungen eingesetzt. Auf diese Indikation wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen.

Handelsnamen

Lantarel ® von Wyeth Pharma GmbH
Metex ® von medac
MTX
u.v.a.

Häufige Tippfehler

Metothrexat, Metotrexat, Methotrexat, Methotrexad

Chemischer Name

Strukturfomel

Wirkstoff

Methotrexat-Dinatrium

Anwendungsgebiete

Methotrexat

Anwendungsgebiete von Methotrexat sind schwere Formen / hohe Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasisarthritis.

Des Weiteren wird Methotrexat (z.B. Lantarel ® / Metex ®) bei schwersten Formen der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) eingesetzt, die mit anderen Therapieformen nicht ausreichend behandelbar sind.

Weiterhin wird Methotrexat in Frühformen einer Eileiterschwangerschaft eingesetzt.

Darreichungsform

Wirkung

Methotrexat ist ein Gegenspieler der Folsäure (Folsäureantagonist) und hemmt als Antimetabolit die Vermehrung sich schnell teilender Zellen. Weiterhin schwächt Methotrexat als Immunsuppressivum unerwünschte körpereigene Abwehrreaktionen und hat eine entzündungshemmende Wirkung.

Mit einer Besserung der Beschwerden ist in der Regel nach 4-8 Wochen zu rechnen. Nach Absetzen von Methotrexat kann es zum Wiederauftreten der Beschwerden kommen. Die Therapie mit Methotrexat ist im Allgemeinen längerfristig.

Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (keine Milchprodukte) am besten abends (einmal wöchentlich), möglichst nicht zu den Mahlzeiten eingenommen.

Haut- oder Schleimhautkontakt sollte vermieden werden – sonst die betroffenen Stellen sofort mit reichlich Wasser abspülen.

Dosierung

Bei rheumatoider Arthritis und Psoriasisarthritis beträgt die Anfangsdosierung 7,5 mg einmal wöchentlich immer am gleichen Wochentag. Bei unzureichender Wirkung und guter Verträglichkeit kann die Dosis schrittweise um 2,5 mg erhöht werden. Eine wöchentliche Dosis von 20 mg Methotrexat sollte nicht überschritten werden.

Bei Psoriasis vulgaris (Schuppenpflechte) beträgt die Anfangsdosierung 7,5 – 22,5 mg Methotrexat einmal wöchentlich immer am gleichen Wochentag. Bei unzureichender Wirkung und guter Verträglichkeit kann die Dosis schrittweise erhöht werden. Eine wöchentliche Dosis von 30 mg Methotrexat sollte nicht überschritten werden.

Nach Erreichen des gewünschten Behandlungserfolges sollte, wenn möglich, die Dosis schrittweise bis zur niedrigsten noch wirksamen Erhaltungsdosis reduziert werden.

In verminderter Dosierung und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle sollte Methotrexat (z.B. Lantarel ® / Metex ® / MTX ®) angewandt werden bei:



Nebenwirkung

Die Nebenwirkungen sind abhängig von der Dosierung und der Anwendungsdauer von Methotrexat (z.B. Lantarel / Metex / MTX). Sie können während der gesamten Anwendungsdauer auftreten, sind aber in den ersten sechs Monaten am häufigsten.

Aufgeführt werden hier nur die häufig und gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen, seltene, sehr seltene oder vereinzelt auftretende Nebenwirkungen sind nicht aufgeführt:

Häufige Nebenwirkungen: 

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Während der Anwendung von Methotrexat sollten Sie regelmäßig (während der ersten 6 Monate mindestens monatlich, danach mindestens vierteljährlich) ihren Arzt zu einer Kontrolluntersuchung aufsuchen.

Wechselwirkung

Während der Einnahme von Methotrexat sollten keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden.

Alkoholgenuss sollte vermieden werden. Bei Einnahme anderer leberschädigender Medikamente (z.B. Leflunomid, Azathioprin, Sulfasalazin, Retinoide) muß eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt erfolgen. Dies gilt auch bei gleichzeitiger Einnahme von Sulfonamiden, Trimethoprim-Sulfamethoxazol, Chloramphenicol, Pyrimethamin.

Eine erhöhte Toxizität von Methotrexat wurde bei bestehendem Folsäuremangel oder gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die einen Folsäuremangel verursachen, beobachtet (z.B. Sulfonamide, Trimethoprim-Sulfamethoxazol).

Eine indirekte Dosiserhöhung verursachen Penicilline, Salicylate, Phenytoin, Barbiturate, Tranquilizer, orale Kontrazeptiva, Tetracycline, Amidopyrin-Derivate, Sulfonamide und p-Aminobenzoesäure, p-Aminohippursäure, Probenecid, NSAR.

Kontraindikation

Methotrexat darf nicht eingenommen werden bei:

Frauen im gebärfähigen Alter und Männer, die Methotrexat einnehmen, müssen auf eine zuverlässige Empfängnisverhütung achten. Auch wenn der männliche Partner behandelt wird, sollte eine Empfängnis während der Therapie mit Methotrexat und in den folgenden drei Monaten nach Absetzen von Methotrexat vermieden werden.

Preise

Da immer vom Kostendruck im Gesundheitswesen gesprochen wird, halten wir es für wichtig auch Preise für Medikamente zu erfahren (Preise und Medikamente beispielhaft und ohne Empfehlungscharakter): 

Medikament

Stück

Preis in €

Lantarel®  7,5 mg

10 Tbl. (N1)

22,48 €

Lantarel®  7,5 mg

30 Tbl. (N2)

49,13 €

Lantarel®  10 mg

10 Tbl. (N1)

27,41 €

Lantarel®  10 mg

30 Tbl. (N2)

62,20 €

Metex®  7,5 mg

10 Tbl. (N1)

22,46 €

Metex®  7,5 mg

30 Tbl. (N2)

49,13 €

Metex®  10 mg

10 Tbl. (N1)

27,32 €

Metex®  10 mg

30 Tbl. (N2)

62,20

Stand: 2005

Rezeptpflicht

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